Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2814 (28.12.1926)
- Date
- 1926-12-28
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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WWW **'Vj : AdÄe H Men, Dienstag Wiener Mdrgen-eitnng A. Dezember 1926 *r. S818 Von den Meisterromanen u. Novellen von Jinatote Jrance sind nur mehr ganz wenige ISienf. Scanxteinen&ilndlG m. reit#isfcr &ts «unt Preise Tan nur S in der ßücherschwemme R.Löwit Wien, L, Rotenturmstr. 22 vorrätig: Der Brunnen von Santa Clara. Die Perlmutterdöse Die Sehnsucht des Johann Seroien Der Aufruhr der Engel Auf dem weißen Felsen Blaubarts sieben Frauen Die Götter dürsten Bratküche zur Königin Pedauque Clio Komödiantengeschichten SrganWion des Milchen EeluudHeksschutzer. öit Berlin fand dieser Tage eine Beratung der Bertreter der Landesocgailisaüon des Welrverbandes für jüdischen Gesundheitsschutz „O. S. E." statt, an welcher Delegierte aus London, Litauen, Lettland, Bessaraöien. Polen trsw. teilnahmen. Nach dem Berichte des Vorsitzenden Dr. T s ch l e n 0 w ist die Arbeit des „O. S. E." nicht allein der Hc'lnng des Kranken, sondern mehr noch der prophylaktischen Tätigkeit gewidmet uud erstrnckt sich auf alle Lebensalter. Sie drückt sich in Institutionen für Mutter- und Säuglingsschutz, schulmedizinische Arbeit und für den Kampf gegen soziale Kranklreiten aus. An dieser Arbeit, nehmen medizmisch-miisenschaf liche K äst: aus Osteuropa,' Westeuropa und Uebersee steil. Die Zahl der „6. S. E."-Anstalten hat sich nach dem Srkretariatsbericht in den letzten zwei Jahren vergrößert. Heute unterstehen dem Verband 50 solcher Anstalten. In 57-schulmedizinischen Stationen werden etwa 27.000 Kinder beaufsichtigt. Mit Unterstützung des Jo-nt hat ,,-O- S.-E." in diesem Jahre in Lettland Tuberkuloseheilanstalten eröffnet und die Zahl der Kind veranstalten in Bessarabien und in anderen Ländern vermehr-- Rabürner T-r. Weifst 7Ü Fnhre alt. Der älteste Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde, Rabbiner Dr. Samson W e i s s e, feierte ant 22. Jänner seinen 70. Geburtstag. Dr. Weisse, geboren in Waag-Neusta-^ti als Sohn des' dortigen Rabbiners, wurde nach Bcen^i'-mg seiner Studien zunächst Landrabviner der Anhalt!nistoen Gemeinde in Dessau, und dann an die Berliner Jüdische Gemeinde berufen. Protest gegen die Verfolgungen der Zionisten in Nutz- Land. - Ter Weltveroand der jüdischen Jugend in Paris sandte ein Schreiben an den Botschafter der Sowjetregierung in Paris, Rakowski, in welchem im Namen der jüdischen Jugend gegen die Verfolgungen, denen die Zionisten in Rußland ausgesetzt sind, Protest - erhoben wird., In dem Schreiben wird die Lerncherung gegeben» daß dieser Protestschritt keinerlei volitischen Nebengedanken entspringt. T-er Brief schließt: „9ß$ir würden uns freuen, wenn uns Gelegenheit gegeben lvürde, Ihnen, Herr Botschafter, die Prinzipien Ziele des Zionismus auseinanderzusetzen, da wir überzeugt sind, daß nur fälsche r nd unzuläng'nche Information die Schuld an der jetzigen Stellung der Sowjetbehörden gegenüber den Zionisten Rußlands trügt." Tie Organi'atrrin des . Pstenickln"-Aufstandes gestorben. In Riga verstarb an Herzschlng die führende jüdische Sozialistin L i p sch i tz, die durch ihre organisatorische Rolle bei dem Aufstand beS russischen Panzerkreuzers „Potemkin" im Jahre 1905 bekannt geworden w r. Tie Matrosen nannten sie „Mutter Gapon". Vor einigen Jahren verheiratete sie sich mit dem lettischen Sc'.riststeller L e? 0. Wedgwood in der Tfche« o'rakei. Wie schon berichtet, ist Colonel Josiah W e d g w 0 0 d. von dem Keren Hajrssod in der Tschechoslowakei zu eine . Besuch, eingeladen worden. Aus Prag wird uns nun berichtet, daß Oberst Wedgwood. am 80. Jänner an der Konferenz der tschechoslowakischen Keren Hajessod-Zeichner tci (nehmen wirb. ' Die Warschauer jüdische Gemeind" für Paläst-ina-Emigranten. Aus War sch a n berichtet X 3” A Die Wars^suer jüdische Gemeinde bat " ihrem Buogei 25000 Ztoty zur llnterstützi ng von in Palästina weilender Jnugranr-n aus Polen und 50.000 Mory für allgemeine Cn^igration.Sgwecke bsstimmt. DaS Wc-hlfahrtsbudget der Warschauer jMschen Gemeinde betrügst 630.000 Zl-oty. Tie Freilegung de? dritten Jerusalemer Mauer beendet. Tie von der Hebräischen NnFersit t und der jüdMpalästinensischen Forschungsgestl s hast nnteeuomniene Freilegung der historischen dritten Miner von Jerusalem, die unter der Leitung von Dr. Svkenik vor sich ging, ist nun zu Ende geführt worden. Dabei rn«r'oe eine Fortsetzung der dritten Mauer gegen Süden entdeckt. Zwischen zwei Türmen gegenüber dem Grave der Königin Helena ist ein Torweg sreigelegt worden. TqS Tor imro von Jo'eph.'.s in seiner .Geschichte des jüdischen und römischen Krieges" erwähnt. II. T/A.) Jernsaem tkletchvnie.t!u e'f Sprachen. Wie M. H. Smith» Generaw rertor des Tclephonwesens in Palästina, im „Telephon u. Telegraph Journal" mitt.i t, kann man in Jem'alem in folgenden 1 lf Svrache n Tele- Sühne und Kunst. vom neuen Mische» Aeater in Warschau. Romain Rottands Wölfe". — Eine Subventiviücrrmg des Theatervon der Kultusgemeinde abgelehnt. Von unserem Berichterstatter. Auch bk zweite Aufführung des vor kurzem gegründeten Jüdischen Künstlerischen Theaters in Warschau gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Nach ' dem »Zehnten G e b 0 t" von G 0 l >d f a d e n wählt-e di-e Direktion ein Werk der europäischen Literatur, und zwar ,,D 1 e Wölfe" von Romain Rolland. Das Stück wurde m Warschau zum ersten Ma-D' uu-fgefüih. t. In der Neil>e d"r vom Dichter als Grundlage kür sein ..Großes Theater für das Volk" geptanien D -5alogie ist dieses Schauspiel das vierte W.nk. Die ersten drei Dramen dieser Ilias des französischen Volkes beißen: ,.D>r 14. Juli", , Der Sieg der Vernunft" und ..Danton". Der Regisseur Z. T u r k 0 w hat das Drama naturalistisch inszeniert und seine beson.d'.re Aufmerksamkeit dem Zttsammenspiel des Ensembles gewidmet. Die Vorstellung zeigte hohes künstlerisches Niveau und hatte Augenblicke überaus starker dramatischer Wirkung. Die städtische Gemeindever>vattung Warschaus steht im allgemeinen dem Theaterwesen nicht allzu freundlich gegenüber und so mußte vor kurze,n das bedeutendste Theater Polens, das Boguslawski-Theater, in ein — Kino mngewand.lt werden. Die jüdische Gemeinde scheint sich am Verhalten des Magistrats ein Beispiel genommen zu haben und lehnte die Erteilung einer Und.rstützung an Las Jüdische Künstlerische Theater ab — ein Jnst'st-nt. das von der gesam'en poln'schen und jüdischen Kritik, a-b-er auch von der jüdischen Gesellschaft willkommen geheißen wurde. Ggen diese in ke.iw r Weise gerechtfertigt',: Maßnahinc der j'.'i«d'ischen Gemeind: haben zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten protestiert. Aus üen Tseolkk«. iS »I u l i u i L äi^h r, „2 t i L j - B u r g 1 -h c a t c r. L'^urgen, 'A8 Uhr. f«.t" OVbimr.tnr.ent 5. Gruppe). AL« d e m i e th e a t e r. Morgen, ma m a" (^ibonnemcnt 3. Gruppe). Oper n t h c 0 t e r. Morgen, HS Uhr, „T »: ra ndo t". Modernes Theaier. oreiiag gelangt der Sibwan? „Av st e i g q u a r t r e r" Z-. r Aufführung. V 0 l k e 0 p e r. Nl.ocg.en. „H 0 f f in a n n ü L r z ä H-. l u ng e n". Als nächste Neuciirstudierung geht Donnerstag „O t h e l l 0" in Sgene. Neue Wiener Bühne. Ter Wiener Dvamatikcc Heinz Ortner wuv:e als Dramaturg verpflichtet. .K a m m e r f p i e l c. In vcr am 31. d. M. stuttsiudenÄen Nach-trorstellun.g der A-B-C -Revue gelangen ein neues Bil» „Q rer bei Fuß" und mehrere humor'.stischa Einlagen zur Aufführung. 2 usts p i e l t h e a t e r. Donners.ag gelan-zt im Rahmen einos literarischen NbenVs die Komö.üc „Esther La. bar re" von Franz Schulz zur Erstaufsührung. Deutsches Volksthearer. Lcopo'idiuc Äonsiantin tritt Tennerstag, vor Antritt ihrer Holland-Tournee, zum letztenmal in „Die Schule der Kokotten" aus. Am 31. d. M., Hll Uhr nachts, gelangt der Schiva-nik „Die spanische F l i e g e" z, r Evstaufführuns'. — Samstag, nachmittags. „Das Mädel aus der Vorstadt". — Sonntag nachmitdags findet eine Kindervorstellung des ..Blauen V og e l" statt. Theater in der Josefstadr. Freuag. den 31. d. M.. 11 Uhr» Nachtvorstellung. Urausfü>hru.ng des Einac.ers von Arthur S ch n i tz l e r ,.S 1 l v e st e r n a ch t" sowie des Dialoges „Stilleren" von Franz Molnar. Außerdem großes buntes Programm. Beitogung der Affäre Slezak. Wie die Bundeötheater- Verwaltung mitteilt, entfällt der vom Kammersänger Slezak gc^en d-:e Siaa.scpcr angcstrengle Prozeß, weil alle Difsercnzen berelnigt wurden. Die W'iewer Reifenfostr. Am 6. Jänner 16ll7 findet im Thca^r'aal des Hotel Post zu Chrcn des Dichrers A'öraham Reisen, rer vor kurzem seinen 60. Celurlstag feierte, eine vom „Jiddischen Kulturkrcis, Wien" vevarrstallete Akademie statt. Die Eröffnung vor Opernfcrlfon rn Palästina. Aus Tel Aw i w wird uns gemeldet: Tie riesjä.nge Operusaison in Palüsiina wund? mit der Au Führung der „Hugenotten" von Mcvepbcer eröffnet. Die ersten BorvLllungcn fanden am 0. Tczem'l-cr in Tel Awiw und am 13. und 14. Dezember in Jerusalem statt. TOLKSWIRTSCHAFT Das Debüt des Echillingkmsblattes Arrangemcut-uaa Kaffülurie. Gestern erschien das amtliche Kursblatt -der Wiener Börse, wie w^r bev.i.s vor einigen Tagen angekündigt haben, in völlig veränderter Form. Die Aenderungen stehen im Zusammenhänge mit der gestern durchme-gs, also nicht nur für die bereits auf Echillinsznominaic, sondern auch für die nach auf das alte Kro-nennominale lautenden Aktien, sowie für die Anl-agewerte eingeführten Notierung in Schilling. Die Schillingnotierung als solche bedeutet im Grun-de nichts Neues, da es sich dabei lediglich um die Verlegung des Dezimahiunktes um vier Stellen nach links, bezw. um den Abstrich von vier Nullen handelt. Die Aenderuingen des amtlichen Kursblattes, soweit sie von wesentlicher Bedeutung sind, betreffen die gesonderte Notierung von ArrangeMent- und Kassakursen. Die Arrangementkurse verstehen sich natürlich für ganze Bövsenschlüsse, die Kassakurse für Teilschlüsse, bezw. für Einzelstücke. Mit^er Einführung der Kassanotierung wurde >dem Umstande Rechnung getragen, daß infolge der durch )ie Einführung der Goldbilanziernng notwendig gewor- >enen Zusammenlegung von Aktien der frühere Börsenchluß häufig em Teilschluß wurde, so daß der kleine Mann nicht mehr in der Lage wäre, seinen Besitz börsenmäßig zn verwerten. Die Kassanotierung soll ihm nun hiezu Gcleg. nheit 'gsben, wenn er entwed. r sei non Besitz verkaufen oder Einzelstücke hinzukaufen will, um seinen alten Besitz ans einen ganzen Schluß zu arrondieren. Wir geben nun im folgenden die Kvssakurse derftnlgen Papiere bekannt, in denen gestern Kassaabschlüsse vorgekommen sind: Kassa kurse: Bodencredit 16.10, eOsterr. Kredit 13.20, Ungar. Kredit 34.20, Anglobank 7.60, Landerbank 12.50, Niederösterr. Eskompte 25.60, Donau Dampfschiff 102.—, Leoben Bordernberger 26.80, Staatsbahn 39.50, Wienerberger 50.50, Ber. Elektrizität 6.35, Siemens 19.20, Elin 33.30. Alpine 38.20, Austria Emaill. 18.60. Haid Masch. 1.80, Krupp 25.—, Rima 19.05, Finze 12.60, Kabel u. Draht 18.50, Fanto 11.50, Karpathen 8.65, Teppich Haas 7.10, Öftrer. Eisenbahnverk. 54.—, Semperit 14.40. Ein Vergleich mit den Arrangementkursen l.h t, daß in einzelnen Papieren die K-assakurse mitunter auch höher waren als die Arrangemen-tkurse. Die ZlassaNotierung ist eben zu dem Zwecke eingeführt worden, um dem Interessenten einen Ueberblick über die Morktlagi? zu geben itub durch die amtliche Fixierung des Kurses von Teilschlüssen oder. Einzelstücken und Auseinandersetzungen zwischen Kommittenten und Bankier im vorhinein aukzuschalten. ' Der Verkehr gestaltete sich gestern ganz ruhig. Die Rechnung in Schilling hat keine besonderen Schwi'.rigkei-' tett bereitet, anfällige Jrrtümer konnten um so leichter berichtigt werden, als das Geschäft sich in engen Grenzen bewegte. Im Uebugen war die Tendenz f re u n d l 1 ch, da der Mark» eine Stütze in der Festigkeit der ungarischen Werte hatte, die sowohl im Schrankon wie in der Kulisse lebhafter umgesetzt wurden und im Kurse weiter anzogen. In der Kulisse stainden Ungar. Hofherr, im Schranken Ungar. Kohle im Vor-dei gründe des Interesses. Aber auch ungarische Bankwerte tendierten fest. In Ungar. Zucker hat sich allerdings zum Schluffe eine Abschwachung ergeben. Von der Festlgü.it der ungarischen Ba-nkwerte probierten auch die meisten österreichischen Bankioerte, besonders Oesterr. iKredit) während Unionbank weiter einen halben Schilling einbüßten. Ans deni Markte der österreichischen Jndustriepapiere waren auch einzelne Transport-, EL.ktrizitäts- und Brauereiwevte freundlich. Auf b:m Gebiete der Anlagewerte kommt die Schilli'ngrechnung bei den Renten in winzigen Groschenkursen zum Ausdruck. Für eine Reihe von Anlagewerten wurde, wie wir schon seinerzeit gemeldet haben, die Schlußeinheit abgl.är'derl; bei V ö l k c r b u n d a n l e i h e versteht sich die Notierung in Prozenten, ans Basis einer Schlußeinheit von 50 Dollar. Im Stellagen verkehr notierten per Ultimo Jänner: Oesterrcichische Kredit 22 bis 26.000, Staatsbahn 55 bis 66.000, Mpine 60 bis 70.000, Rima 40 bis 46.000, Salgo 65 bis 75.000; ferner per Ultimo F e- 'bruar: Oesterrcichische Kredit 30 bis 36.000, Staatsbahn 76 bis 88.000, Alpine 80 bis 90.000, Rima 50 bis 60.000, Salgo 90 bis 100.000. O. u 0 ten. Franz-Josefsbahn-Prior. 3.06. Ex-Kupon. Oesterreichische Hypothekenbank, Timber pro 1923-24, 1924-25 und 1925-26 sowie Ungar. Hagel zahlen keine Divideirde. Alle fixoerziuslichml Werte werden ab gestern ex Jänncrknpon gehandelt. Exoten. Mraznica 2.—. Bezugsrecht. Pilsner Brauerei' 107. Di- Devisennotierung wurde im Zuiammenhang mit der Reform des Kursblattes und der Einführung eines sakuttativen Clearings als autonomer Einrichtung der Wiener Börse in den amtuchen Teil des Kursb.ättes verlegt. Als besonders wertvolle Neuerung ist hervorzwheben, daß außer der üblichen Notierung von Schluß- Kursen nach Geld und Ware auch für Devisen mtb Noten wie für den Kulisseverkehr iu Aktien d-r höchste uck» tiefste Kurs verzeichnet wird. Im nichtamtlichen Teil der Wiener Börse -sigurieren nur noch die österreichts ch e n Kriegsanleihen. Zur blerüenden Erinne - rung an die Dancharkeit des Vaterlandes für diejensgen, die ihm in der höchstm Not beigestanöcn sind.