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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-19 · Heft 2806 (19.12.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2806 (19.12.1926)
Date
1926-12-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Kr. 2806 Mrn, Gonnksg Qttmtit Moegenzetnms 19. DeMMvvk IMS Geile S ÄUj oerl beio-cn Jttje.n oe-i ^Udauarchipels, wo diese Riesenrepti.ien noch lcbm, ivcrden sie von den Eingeboren n „Landkroko^ike" genannt. Es ist gelegentlich berichtet worden,!baß ans den Sundainseln noch heute Echsen lesen, die eine Höhe bis zu sieben Metern erreichten. 'Diese Größen angahen werden von dem Direktor des Zoologischen Mn seums in Buitenborg ans Jaca als übertrieben bezeichne-. „Ich glaube nicht", so scheibt er an die Relation der Londoner „Jl'uslrated London News", „daß lie M'entldb größer als drei Meter sind. Ueber ih t Lebensführung mtb 'Lebensgeschichte ist wenig bekannt; man darf aber anneh- \11 Sn der Ukraine. War Laroche frftgOeüt hat. Der belanuie sranzöfifche Journalist Bernard Leca che, der, »vie seinerzeit berichtet wurde, eine Reift durch die von den Pe^tljura-Pogromen heimgesnchten ukrainischen Städte urtternommen hatte, hielt nach seiner Rückkehr im Rahmen der von der „Union universelle de la jeunesse juive" (Weltverband der jüdischen Jugend)' veranstalteten Referate einen Vortrag über die Ergebnisse seiner Rvise. Was er zu erzählen hatte, war niederschmetternd, herzzerreißend. Hier sei rmr Einiges wiedergegeben: f „In Charkow wurde ich von einer Menge Menschen empfangen, die stürmisch verlangten, eiuvernommen zu werden. Bei' mir erschien ein etwa dreißigjähriger breitschultriger, kräftiger Arbeiter. Auf meine nach seinem Begehr vermochte er zunächst nicht zu antworten. Plötzlich aber brach er in heftiges Weinen aus und holte aus seiner Brusttasche eine Photographie hervor. Es war ein Gruppenbild. Sein Vater, seine Mutter, feint Brüder, seine Schwester und er selbst. Er streckt mir das Bild hin und stammelt bloß das eine Wort: „Alle..." Lange hat es gedauert, bis dieser kräftige Mann zu, weinen aufhörtx und mir das Martyrium seiner Familie erzählte. Es laritet kurz: ,Me Eltern erschossen, die Brüder mörderlich verstümmelt, die Schwester vergewaltigt und dann erschossen..." Ein anderes Dokument: Eine Mutter von neun K'.Mcrn fand ich im Alters-.' heim. Alle neun Kinder wurden wir junge Hunde im Fluß ertränkt. Der ukrainische Kommunist Sumski erzählt als Augenzeuge,. wie die Petljura-Banden in der Nähe von Sioniftischer Parteimt. Gestern yteit tu Aluveierch.j.L von 82 De.^gserien der glonistische Parteirat seine erste Sitzung nach dem Delegiertentag ab. Der Präsident des Zionistischen Landeskomitees Dr. Gold Hammer erstattete den Bericht über die Tätigkeit der österreichischen Parteiexekutive. Unter anderem wies er aus biesWichtigkeit der zionistischen Arbeit in der Provinz hin, für die er die Bildung eines speziellen' Propagandasonds beantragte; im Hinblick auf diese bevorstehende Arbeit wurde über Antrag des Präsidenten beschlossen, die Nächste Parteiratssitzung im Februar oder März 1927 nach Graz einzuberufen. Dr. Goldhammer berichtete weiter' über die bisherigen Ergebnisse der Orgnrrisationsarbeit, besonders der organisatorischen Zusammenfassung der Fraueugruppen und der Jugendarbeit. Er forderte auch die Einsetzung eines politischen Komitees für die Schaffung der programmatischen Grurrdlagen der inritfrpolirischen Arbeit. Im Zusammenhang mit dem Bericht über die enge Zusammenarbeit der österrei-yischm Landesorgarnsation mit der Exekutive wandte sich Dr. Goldhammer in scharfen Worten gegen die unsachliche und unwürdige Berichterstattung der Berliner „Jüdischen Rundschau" über den letzten Delegi'ertentag dyr österreichischen Zionisten. Sodann erstattete Dr. N. M. Gelber in Vertretung des von Wien abwesenden Kulturreserenten-Dr. Rothülum den Bericht des Kulhu ramte s. ^r befaßte sich eingehend mit den jüdischen Schulforderungen in Oesterreich, der Notwendigkeit, die Intensivierung des hebräischen SpcSchunlerrichtes an den Schulen zu fordern und die (Mündung e i n e r jüdischen Volksschule in den judenrelchsten Bezirken Wiens (Leopoldstadt und Brigittenau) sowie die Einrichtung von Sprachitnb Bibelschulen in die Wege zu leiten. v „ An diese Referate sowib die darauffolgenden Berichte über den Keren Hajessod (erstattet von Dr. Alfred L o e w y) hm> den ^cechn Kajemcth (Dr. T a r t a k v w er) schloß sich eine eingeyeii.de Debatte, Bon den auf Grund der dem Partcirats vorliegenden Arüräge beschlossenen Nesv; lntionen heben lvir die folgenden hervor: Der Parteirat der österreichischen Zionisten beMtzt seine erste Tagung im Jahre 5687, um dem Keren Kajemeth, dem Schöpfer der ewigen GruMage unseres Na tiostalheimes und Benvjrkticher der biblischen Bodengesetze anläßlich seines 25jährigen Bestandes die tiefste Sympathie anszudrücken. Er hält es für die vitalste Pflicht der zlMsttschen Organisation, dem Keren Kajemeth die Erchichimg seines Endzieles zu ermöglichen. men, daß sir sich in der. Hauptfachs von , to t e »„Tieren .u^ren, daneben aber auch mifKrabbeN 'Jagd machen und auch DiWe Saugetiere angrei^en. So gefährlich, wie man g scheine fi: aber nicht zu sein. Ich lveirigstenZ habe nie Voü nnem Unglück gehört, das auf ihr Konto zu setzen Mrec MeMüßP werden sie von den Eingeborenen sehr gefürchtet. >Me. vom A n -? st e r b e ü bedrohten Tiere stehen i-eute unter staatlichem Schutz und Jägern o er Naturforschern ist es streng untersagt, ohne besondere Erlaubnis eine Echse zu töten oder lebend einznfangeii." < X s -7—--- Schitomir bei 26 Grad Kälte völlig nackte Juden vor sich hertrieben, bis sie znsammenbrachen und erfroren. Ihre Leichen wurden später aufgesnnden, Kin der mit abgehackten Armen und Frauen mit aufgeschlitztat Bauchen. Eine Chersoncr Frau erzählt, wie eine Gruppe Juden in eirw'Scheune zusamMengetricben tmtrde, woraus die Scheune in Brand gesteckt wurde. Die Frau, die dies zu Protokoll gab, sah selbst die Leichen von im Rauch erstickten Frauen. In Bielaja Zerkow überfielen die Pelljura-Bandiien die, Familie Schekma n n. Was sie hier verübten, war wohl die schauerlichste Mordorgie. - Der Vater wurde umgebracht. Einer der Mörder setzte sich ans Klavier, spielte ein ausgelassenes Kttplet, während ein anderer mit gezücktem Säbel die Tochter zwang, um den Leichnam ihres ermordeten Vaters zu Lanzen! Der Geburtshelfer Dr. - Dortmann,' ein deutscher Christ, erzählt .den folgenden grausigen Fall aus Proskurow: „Es war in den Tagen deS Prvskurower Pogroms. Ich wurde zu einer Entbindenden gerufen. Es War di: jüdische Frau Chain, Es war^wei Uhr nach Mitternacht. Als ich mich dem Hause näherte, hörte ich starkes Geräusch Drei Kosaken mit bl u Li gen Säbeln stürzten aus der Wohnung. Als ich ins Zimmer trat, wand sich die Frau in den letzten Wehen. Das Kind war' noch nicht ganz zur Welt gebracht, aber ' . sein Köpfchen lag bereits abgcslynitte,.. im blutüberströmten Bett... (Im Vortragssaat . wird lautes Schluchzen laut.) Der Parteirat sprickü gelegentlich deS Jubiläums des Keren Kajemeth dem ersten Direktor und GestaLer desselben, Herrn Ing. Johann Kremenetzky, sowie seinem Nachfolger Herrn Adolf Böhm und dem langjährigen Leiter der Nationalfondssammelst.'llen Dr. E. A. Zweig für ihre unvergänglichen Verdienste um den jüdischen Nationalfoirds seinen tiefsten Dank aus. Der Parteirat erblickt in dem jüdischen Gern e in d e b u » d für O e st e r r e ich ein'. sehr wichtiges Mittel, um den Auflösungsuni TrennungsLendenzen innerhalb der östeUcichischen Judenheit entgegenzuwirken, tritt mit allem Nachdruck für die organisatorische Zusammmfassung 'der gesamten österreichischen Judenschaft in dieser'Körperschaft ein, verurteilt aüf das entschiedenste den durch die Mehrheitspartei der Kultusgemeinde hcrbeigeführten Beschluß, dem jüdischen Gemeindebund nicht beizutreten, und fordert die ziotn'stischen Mandatare auf, auch fernerhin tAtt aller Energie für di« Aufhebung dieses Beschlusses zu arbeiten. Lebe« ohne Herr und L«nse. Senslttionctte. Tiorocrsuche. Im neuen Physiologischen Institut in Moska^ werden derzeit Experimente durchgesührt, die geeignet sind, in der ganzen Welt großes Anfs.hen hervorzurufen. Sie sind mit Fug und Recht phantastisch zu nennen. Es handelt sich nämlich um den Nachweis, daß tierische (vielleicht auch menschliche?) Wesen zumindest, eine kurze Zeitspanne ohne Herz und Lunge bestehen können, wenn diese wichtigsten Organe durch einen künstlichen Mechanismus'er-, ft'tzt werden. Der erste Versuch wurde an einem > Hund durchs führt. Das Versuchstier wurde enthauptet. Ein Apparat, der ein Glasgefäß, mit sxlschem Blut gefüllt, einschloß, wurde mit dem eben abgoschnitjenen Kopf mittels der Arterien verbunden. Eine nach einem speziellen Plan gebaute Pumpe setzte stch-in Tätigkeit und begann das Blut in die Adern hineinznführen und aps diese Weise eine künstliche Blutzirkulation herzustellen. ■' In wenigen Minuten schien bei; abgeschnittyne Kops (inan denkt un- 3mw dkl M« Klltffl. wenn Mütterchen mit der würzig-duftenden Kaffeekanne aus der Küche kommt! Ja, unsere Frauen wissen genau, daß man das beste Kaffee^etränk nur mk «hU x bereiten kann. willkürlich an das phantastische orientalische Märchen vom abgeschnittenen Kopf) neues Leben zu erlangen. Die Augenlider öffneten sich, die Ohren richteten sich auf, alle Indizien deuteten darauf, daß das Nervensystem des Hundes, mithin auch das Gehirn, zu leben begann. Der Versuch nahm ungefähr eine halbe Stunde ln Anspruch. Der erfolgreiche Verlauf dieses ersten Versuches hat die Gelehrten zur Fortsetzung ihrer Experimente ermutigt. Die chemisch-bakteriologische Abteilung des Instituts nahm stch der Angelegenheil an und (LjUte, pch zur Aufgabe, zu erproben, ob ein Tier ohne Herz und Lunge leben könne. Das entsprechende Experiment wurde nun vergangene Woche durchgeführt. Das Versuchstier war. auch diesmal ein Hund; nachdem dieser durch Chloroform narkotisiert worden war, wurden Herz und. Lunge operativ entfernt uyd zur selben Zelt die. Arterien all- ' mählich mit dem bereits erwähnten Apparat, dessen Pumpe die Adern mit Blut füllen sollte, verbunden. Der Erfolg übertraf selbst die-höchstgespannten Erwartungen. Das Versuchstier lebte zwei volle Stunden hindurch öhne Herz - und Lunge, durch das Wunder eines künstlichen; Blutkreislaufes. Diese mechanische Blutzirkulation, mit künstlicher Atmüttg verbunden, vermochte die Funktionen der entfernten lebenstp.ichtigen Organe vollkommen zu ersetzen. Der des Herzens und . der Lunge beraubte Hund gab wiederholt Lebenszeichen von sich. Der Puls schlug besonders schnell. Statt der normalen achtzig Schläge in der Minute, registrierte der Apparat deren vierhundert. Die Astgen öffneten sich, auch die Pupille zeigte auf verschiedene Lichteinwirkungen eine normale Tätigkeit. Der Apparat, der das physiologische Wunder bewirkte, besteht aus einem System von künstlichen Venen , und Arterien, die den Blutkreislauf automatisch regulieren. Während j der ganzen Zeit bleibt die Bluttem- - peratür fast unverändert. Der Apparat funktioniert mit * der größtmöglichsten Pünktlichkeit und wird durch zwei Elektromotoren, betrieben. ' . x Beide geschilderten Versuche sollen im Laufe der nächsten Monate .wiederholt werden. Das Physiologische Institut in Moskau hat zu dieser Reprise mehrere hervorragende Gelehrte und Forscher aus dem Ausland, namentlich, aus London und Paris eingeladen. ~ Berühmte Langschlüfer. Es hat zu allen Zeiten Leute gegeben, tzie. nicht wie. gewöhnliche Sterbliche dann, wenn sie schläfrig, müde oder krank sind, zu Bett gehen, sondern sich auch aus anderen Gründen im Bette aufhielten. Bernadotte, der König.von Schweden, ging abends elf Uhr zu Bett' und verlieh es erst wieder am folgenden Nachmittag um vter Uhr. Im W'nter empfing er seine Minister im Bette und dort unterzeichnet« stauch seine Akten..' . ... , Unsere Nähmaschinen verdanken ihr Bestehen dem Bette. Singer, der Erfinder der Nähmaschinennadsl, lag im Bette und träumte natürlich von seiner Maschine. die sein ganzes Denken im Wachen und, Schlafen war. Im Traume sah er einen Ulanen, der mit eingelegter Lanze gegen ihn ansprengte. Das Fähnlein der ^nze flatterte aber aus einöm großen Oehre an ' der Spitze der Larrze. Singer erwachte -7die große Frage war gelöst: das Oehr gehörte an die Spitze der Nadel und nicht, wie bei der gewöhnlichen Nähnadel, an das andere Ende." Dem Spanier Don Everardo Blasso hatte' ein Wahrsager aus den Sternen, prophezeit, er würde nicht im Bette, sterben. Der schlaue Tenor gedachte nun ewig zu leben, und ging nicht mehr aus dem Bette heraus. Sechs lange Jahre halte er Tag und Nacht darin bereits zugebracht, .da trat ein Erdbeben ein, und im ersten Schreck springt er, um zu flüchten, ans dem Bett«, fällt aber pnd ' schlägt mit dem Kopfe gegen die Kante des Bettpfostens und — ist tot. Ein wahrer Virtuose im Bettliegen war dir Englands White, der als frischer und gesunder Mann sechs Jahre und sieben Monate im Bette lag. Er wechselte in dieser Zeit viermal seine Wohnung, ohne da« bei das Bett zu verlassen. Er ließ sich vielmehr auch bei diesen Umzügen im Bette sortschafsen, »nb einmal verzog er soggr von Ouebee nach Montreal, selbstverständlich ebenfalls im Bette. yr« Hör» uni UllilumhülMge ist tiarntreftteMlQr Wirkung» bewährt bei Nieren« und MseenleiÄen. Hei'r Rheumatismus. , u» Angenehmer Geschmack! Eisenfrei! Erhältlich In nllcn einschlägigen Ceechäften,

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