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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-17 · Heft 2804 (17.12.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2804 (17.12.1926)
Date
1926-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Polen i 25 groszy j Wien:. Zum-Ahfiolen mdet Expedition, II.»Taborstr 1-8 oder in einerVersclilöißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling StraßSnvOrkanf in Wien dnreb die Kolporteure der Firma Goldschmied,!., Wollzeile 11 Mit Pottrersaiid für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tachefcho Slowakei: Mon. KS2 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mön. 6 Zloty Deutschland: . Mon. Om. 4. Prankrsi cd, Belgien: Mon. Frcs. 35 NkahsabtBoiiei) ve- Preis» erbOhangen?«/hobelten Wie«. Frellai«. 17. Sezember 1926 (12. Lebeih 8687). Sir. «804 i Pr «ei Ci «£» fi i .«WMW>MM»>«DwaWSruU.Z>M>di! >1%i ’-S n g 1 a r. .1 Mon. 4 Lc'liUinc:. i t a 1 i e n: M-mili. 20 Lire R u tn?* u i e n: Mon. 170 Lei Bulgarien:?/., n.l00Lewa S c hw e i t und der> übrige A-island monatlich Frcs. 0 Redaktion, Administration: men,U.,TfcUr8tivl Telephon: 44-0-3-3, 43-3-10 Ab S Ohr: Tel. 81209 711., LctchsrfeMe't&irnßo 1 (Druckerei »lnra‘0 Oesterreich hohes Post sparkaasenkonto Nr 150 693 8. FahkW«g In, reboBtuncfictt Teil enthaltene entgeltliche MMtllnnsen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. i.:A ff Hewolls weiße und braune Gansleberwürste, ge* splchte Oansbrüste und Bügel, Bratwürstel u. Augsburger, Zungenpreßkopf sind wieder in allen,unseren 5p2 Verkaufsstallen täglieh frisch zu haben. Amerikas Urfeg« ti atbeteUttnaett flehen 3flpnti. Der Vertrag mit Panavrq London, 16. Dezember. Wie „Times" aui* New Kork melden, hat in Panama das Bekanntwerden eines kürzlich zwischen Panama und d e n V e r -- einigten Staaten abgeschlossenen Vertrages beträchtlich: Erregung verursacht. In diesem Vertrag verpflichtet sich Panama, sich an einem Krieg, in den die Vereinigten Staaten verwickelt würden, zu beteiligen. In diesem Falle sollen die V e r ein i g te-n S ta.a.ten .die. K o n tr o l l e d er V e r k e h r s iv e g e u n d d e r F u n k st a t i o n e n in Panama übernehmen könpen. . Wöiters w'rd ist dein Vertrgg die^Jnsel M.au'z a - nlll o'vor dem atlantischen ewige Zeiten a n d i e V ie r c't.n i g i e n: S.t.a ü te n abgetreten. PaNa.mck und Colon werden zu Freihäfen erklärt.' 'j- - :-y / Der Staatssekretär des Auswärtigen von Panama hat bereis. zugegeben, daß her von zwei Zeitungen in Havanna veröffentlichte. Wortlaut ^des Vertrages zutreffend ist. WieTimes" mitteilen, w'rd. allgemein angenommen, daß-sich -die gesetzgebende Versammlung von Panama w e r gern werde,' diesen-Vertrag zu ratifizieren. London, 15. Dezember (I. T. A). In der letzten Sitzung des Unterhauses befragte G. M. Gillet den Minister für Kolonien,/ welchen Anteil. Palästina an der Tilgung der türkischen. Staatsschuld 'zu tragen ' habe, wie sich das .in Pfund'Sterling ansdrückt.- '. Unterstaatssekretär für die ' Kolonien Ormsby G o re.erwiderte Zur Tilgung der' türkischen Anleihen vor Oktober 1912 trägt Palästina 2,46 Prozent, zur Tilgung > der Anleihen von Oktober 1912 bis November 1914 trägt - die: Palästina-Regierung 3,2 .Prozent bei. Da die Regelung vieler - Angelegenheiten dox. türkischen Schulden noch in der Schwebe ist, ist öS.nicht möglich, diesen Vertrag präzise in Pfund Sterling auszudrücken. Herr Gill et fragte weiter, wer die Kosten für Erhaltung der Militäreinheiten in Palästina trägt. Ormsbt) Gore erwiderte, die Kosten für die Erhaltung.der in Palästina stationierten Reichseinheiten, die aus einer Schwadron der Königlichen Luftmacht und einer bewaffneten Autokompagnie bestehen, trägt gegenwärtig w e i t ö r der R e i ch s s ch a tz. Herr Gillet meinte,, das; angesichts der..Tatsache, daß die Finanzen Palästinas in diesem Jahre einen Ueberschuß aufweisen, die Palästina-Negierung auch i die Militärlasten tragen müßte. Darauf erwiderte O.r m s b y G o r e, Palästina h ä t t e für die Erhaltung der lok.a l en Str e i t kräfte zu zahley; für die Neichsöinheiten. die nicht der Kontrolle der Palästina-Regierung, sondern der des britischen Parlaments unterstehen, habe weiter der Reichsschatz und nicht die Palästina- Regierung aufzukommen. Aus bie^cir Auskunft des Regierungsvertreters ergibt sich die. mehr - als interessante Tatsache, daß die Kosten für das GrenzschntzkoM vom Lande, d. h. von der jttdi-!chenArbeit,bestritten werden. Jüdische Mannschaften über iverdqn! in dieses Korps nicht Eingestellt. Somit bezahlen die Juden den Arierparagraphen. — Red. La» Prrffedkfret vnm polnische« Senat ausaehobe». Warschau, 16. Dezember. Der Senat hat e i n m ü - trg ohne Dehätte die Aufhebung des Dekrets betreffend die Pressedelikte beschlossen. Dr. Marx will nicht Sie AWmmnng über die MißiranenHvotea ans morgen veriagt. Berlin, 16. Dezember. Unter allgemeiner Spannung wurde heute die für 12.Uhr angesetzte, aber um zwei Stunden ve r sch ob en e Reichstagssitzung eröffnet, nachdem vorher noch zwischen den Parteien ununterbrochen verhandelt worden war. Düs Haus bot das übliche Bild eines großen Tages., Die Tribünen waren überfüllt,, das d i p l o P a t i s ch e K o r p s war beinahe. vollzählig erschienen. Die dritte Lesung des Nachtragsetats wurde mit einer Erklärung des Reichskanzlers Dr. Maris eröffnet, der unter anderem sagte: .. „Die Sozial de m.o k r ä t e n haben eine Entschoidüng über die k ü n,f t i g e G e st a l t it n g der R e i ch s-, 'reg i e rü n'g für notwendig erklärt.. Die Reichsregierung. aber ließ sich, von dem Gedanken leiten, daß, um-angesichts hep außenpolitischen Lage'verhandlüngsfähig zu bleiben, eine R e g i e r u n g s l.fc'.i s e u n t e r a I I. c n II m ft ä nden b c r nt l e b c,ft werden Müsse. Aus .der Gesamtent-.. Wicklung der lchten. Zeit heraus, hat die Relchsregierung. daher die Initiative zu \ . . ,;. Verhandlungen mit der DszialkeMokratw wegen ^Ev- - - Weiterung der-Regierüngsbafis , - ergriffen. Die soziMemokratische Fraktion hat.' sich auch . zu solchen Verhandlungen bereit erklärt, zugleich' aberdell 'Rücktritt. der Negierung, verlangt. Die Regierung vermag - die-Veräntwortüng für einen .Zwifchenzustand "einer nurgeschäftsführenden -Pegierüng-nicht zu übernehmen. Sie muß die V^ryntwörlung h.idiür. den Parteien des Reichstages 'überlasson,.'die.'durch ihre Beschlüsse, diesen Zustand herbeiführeni. Namens der Relchsregierung," schloß der Reichskanzler,' „habe .ich daher die Erklärung abzngeben, daß.'die . . . . .. ' ' '. . Regierung entschlossen ist, nicht zurückzutreten." Nach der . Erklärung des Reichskanzlers ergriff -der sozialdemokratische ■ Abgeordnete S ch e idemann das Wort und beschäftigte-sich in der Hauptsache mit den Verhältnissen bei der Reichswehr. Ep erklärte, das Reichswehrnrinistecium habe .eine sogenannte Sondergruppe gehabt, hie bei-dem-Abschluß von Verträgen zwil'chcn den Junkers Flugzeugwerken und Moskau mitgewirkt habe. Das deute auf eine - nnmittvware Verbindung des Reichsmehrmmifteriilms ' mit Rußland hin, eine Rüstungsindustrie^ im Auslände zu schaffen. Au den Verträgen mit Rußland sei General Hasse beteiligt,. der u n t e r. f a l sch e'm. V a m e n unterzeichnet habe.. Diese Erklärung'Scheidemanns rief auf der rechten Seit«; pcs Hauses * eine» Entrttstungsstnrm hervor. Es ertönten'Zwischenrufe: Unerhört! Lmnp! Landesverrat! Unter großer Erregung > vorlaftsn di? Deutschnationalen und die Deutschvölkischen sodann dsn Sitzungssaal. S ch e i d o m a n n erklärte weiter, auf Dementis der R-eichSwehr sei nicht viÄ zu) geben. Die Sozialdemokratie verweigere Dr. G e ß l e r das Vertrauen und werde e i n Mißt.rauensvolum .gegen die gesninte R e i ch s r e g i e r u n g Einbringen. Daraus verlas Reichskanzler Dr. M a r x eine Regierungserklärung, in der ei-n-e P o l i t^i s i e' r u n g d e r' R e i ch s,v e h r. a usd rückl-ich a b ge lehn t wird. Den.. Reichswehrangehörigen soll die Zugel>ö rigkeit zu den Weh rv erh ä n d en st reu g. v er b o t en werden. Ebenso sei die Annahme von Spenden durch die Reichswehr untersagt. ' / . ‘. . Die Sitzung wurde hierauf auf eine Stunde/ u n t e r b r o ch e n, um den Parteien Gelegenheit zur —.: -* ■ ' - ■ : , ' , - OCXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX) V'e Beichte einer guden, Lpvntd Großmanns i spannende Biographie des jüdischen Schriftstellers Albert K o w n e r und fein svnsastönellex Briefwechsel mit Dostojewski, Tofstoj und Ravanoff erscheint zumersten Male morgen (GamStlg) in der „Wiener Morgenzeitung". XBQQOQQOQQQQOQOQQQQQQQQQQQQQQQQQQQQOt Stellungnahme zur Regieungserklärnng und zur Rede Scheidemanns zu geben. Nach Wiedereröffnung der Sitzung erklärte der Zentrumsabgeordnete Dr. Wirt h, er sei sich im Laufe der letzten Jahre bei seiner Politik stets bewußt gewesen, daß man mit Pazifismus keine vaterländische Politik machen könne. , Durch Deutschlands Eintritt in-den Völkerbund sei nunmehr eine völlig neue Lage geschaffen worden. Ein selbständiges Deutschland sei ohne S i ch e r u n g seiner Ost g r e n z e n undenkbar. :. Abg. Leicht (Bayrische Volksparter) hält die Poli» tik der Soziald:mokraten für völlig unverständlich. Sie wollen hie gorße Koalition-und. schicken der Regierung-die seidene-Schnur mit der. freundlichen Mahnung: Hänge dich auf! (Gelächter.) So kann man keine. Politik machen. Die^hayrische Volkspartei stellt sich durchaus hinter die Erklärungen der Reichsregrerung. , V .. . Abg. Breitscheid (Soz.) bestreitet, dem „Manchester Guardian" Material für seine Veröffentlichungen über die-schwarze" Reichsivehr geliefert zu haben. ' Daraufhin, wurde die Sitzung -auf morgen, 12 Uhr, vertagt. Morgen wird auch die Abstimmung über die Mißirauensänträ-ge, -porgenomm'en: werdey.'.. . poliLische Läge im Reichstag/ - isif nachdem nun die erste Rednergarnitnr zu Worte .gh» kommen ist,, noch völli g u/n geklärt. Im Laufe des -Abends geht die Meinüntz -in parlamentarischen Kreisen ,in überwiegendem Maße dahip,' daß - - die große Koalition mit dkn Sozialdemokraten wohl als gescheitert anzusehen sei. In Verhandlungen, die Heute abends und eventuell morgen vormittags geführt, werden sollen, wird sich.'etst zeigen,. ob sich die Deuts ch.n ai ton ale n bei der AbstimMü-ng über die Mißtrau.ensböten. der S t. i m m e, e n thalten oder für die Mißtrauensvoten stimmen werden. Ziemlich allgemein neigt man jedoch, insbesondere nach, dar. Stellungnahme der bayrischen Volkspartei, zu der Ansicht, daß ... ")•"; ' '; das- Kabinett aus dem Abstimmungskampf unversehrt. tz>rvörgehen werde. Jedenfalls iverden morgen die V.eratnngen zu Ende geführt - werden, worauf sich der - Reichstag bis zum 19. Jänner vertagen wird.- . ' Beihlens Genfer Shrfeise. . , Der Prozeß gegen Ivan Justh Lausanne, 16. Dezember. (Schlveiz. Dep.-A-g.) DüZ Bundesgericht -hat den Beginn. der Verhandlung -der Bundes-Asfisen im Falle Ivan I u st'h Z, der bekanntlich im )Jsnni. d. I. den - ungarischen M'inisterprästdeniey Grafen B e t h l e n tätlich' ang griffen fat, auf den 2 4. Iän n e r festgesetzt. - Moita wieder Buudespküfldent der Schweiz. ' Bern, 16. Dezember. . (Schw. Dap.-Ag.) Die vereinigte Bundesversammlung. hat zum Bundesp rä s i d e n t e n für das Jahr 1927. den bish'/rigen Vizepräsidenten M o t t a gewählt. Motta n>ar schon in den Jahren 1915 und 1920 BundeSprästdent. Zum Vizepräsidenten wurde der Leiter des NolfS- Wirtschaftsdepartoments, Schn kt Heß, gev.'" ' gabntinjfdr Lonrnee. Frankfurt, 16. DezenGer. Im große» Sa 4 des ValikSbildungsheimes sprach Wladimir Jabotlnsky'über, seine Erfahrungen in Paläsrina. Seine Siede hielt sich m dem aus dem Jnterviolv in der „Wiener Morgen^'!^.rug" boikanntcn Rahmen. Der Nedner empfahl als wichtige kaloiüso torische Forderung die Erschließung der Wasserqucllen. BorauZsetzung aller prod«lktiben Arbeit sei die Ersetzung des heutigen engliss^n BemvaltungSregimeS durch eine kolonisatorische Planwirtschaft. -' Bon Frankfurt ist Fabotinsiky nach Paris zurückgosehrt. wo. wie bereits berichtet, Ende dieses Monat-?, di? allgenwine Inferenz der Zionisten-RevisionHtcn lla/is.^dcn wird.

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