Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2803 (16.12.1926)
- Date
- 1926-12-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen *35 gro8iy| Visa: Zorn Abholen in de* Expedition, ll.,T«herstT 1*8 oder io ©ifterVersehleiösteHe (Trafik) monitl.6 Schilling Straßen verkauf in Wie« durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wotlzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Tscheche Slowakei! MonK22 Jugoslawien: Mon.Din.60 Polen: Mon* 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich* Belgien: Mon. Pres. 86 Nach*»hi«nffen vofreieerbeba«f»en tn lihilti» «r. «803 Sie». Sennmtea, IS. aewmfctt 118» (llT redrth 5187). I Preis g<> ni England: Mon.4SohUllng. Itaiion. MonatL 20 Lire Eum&nien: Mon. 170Lei Bul gar ion:Mon.!00 Lewa, S c hw e i a und das übrige Abstand monatlich Frc«. 0 Redaktion, Administration: Wien# II«) Taborstr. 1 Telephon: 4441-88, 49-3-10 Ab 8 Ohr: Tel 81200 Vll., LerchenfeIderstraße 1 (Druckerei ,lnva“) Oesterreichieches Poatsparkassenkonte Nr. ISO 608 8. 8ahkga«g I« redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche MitteUnugen sind durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. $os englische Parlament verlast. ine Rede des Königs. London, 1b. Dezember. Der König gab in seiner anläßlich der Vertagung des Parlaments gehaltenen Rede der Zuversicht Ausdruck, daß sich die Arbeit der R e i ch s k o n f e r e n z für alle Teile des Reiches als von d a u e r d e m Wert erweisen werde. Sodann bemerke der König, daß England im Laufe dieses Jahres den langwierigsten und verderblichsten Arbeitskampf sein^r Geschichte erlebt habe und daß es nunmehr, an der Zeit sei, sich zusammenzuschließen, alle bitteren Erinnerungen au die Vergangenheit auszulöschen und die Äugen unverrückbar auf die Zukunft zu richten. Der meae Titel des Parlaments. Premierminister B a l d w i n erklärte, daß, entsprechend den Beschlüssen der Reichskonferßnz, der Titel des Parlaments in „Parlament des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Notdirland" abgeändert werden solle. Beide Häuser des Parlaments vertagten sich heute auf den 8. F e b r n a r 1927. Ae kinwanverong in Amerika. New Kork, 15. Dezember. In Ausführung der in -cc Botschaft C o o 1 i d g e s' enthaltenen VersprechfiYMnähtza W, S och a.t eineAbänderung- .hvs.7 Mftwan' derüngMes-GeK an, das F r d u e n u n d K r nd e r n unter 18 Jahren die Einwanderung gestattet. Bedingung für die Zulassung" ifk^daß die Vater oder die Ehemänner vor dem 1. Jul i 1920 eingewandert sind und jetzt die Absicht erklärt haben, ständig Amerika zu bleiben und Bürger zu werden. m Amerika sstr die «Mas«. New Kork, 16. Dezember. Den angestrengten Bearühungen der „American Legion" von Kriegsteilnehmern und mehreren Chemikerverbänden ist es gelungen, die sofortige R a t i f i z i e t u n g d e s G e n fer G i ftga s pr 0tok 0 l ls durch den Senat zu v e r h i n d e r n. Das Protokoll, dessen Ratifizierung auf der Tagesordnung des Senats stand, wurde einhellig an den Senatsauäschuß für auswärtige Angelegenheiten zurückverwiesen, was allgemein als ein Begräbnis erster Klasse aufgsfatzt wird. Die .American Legion" und die Chemikerverbände hatten das Giftgas als die hu ma n st e W a f fe bezeichnet und mit dem Argument operiert, daß ein solches Protokoll wertlos sei und doch bei der ersten Gelegenheit vorletzt würde. ^ai Maische Budget. Warschau. 15. Dezember. Der Sejm hat heute den Budgetvoranschlag für die ersten drei Monate 1927, der sich auf 493,356.740 Zloty beläuft, in dritter Lesung a n genommen. Der Dolchstoß des Kanzler» Michaeli». Wie »m znrveoraagebot der Papst« sabotiert wurde. — «tu du drutschrn Srheimse schichte du Kries«. (Bo« unserem Berliner Ä.-Korrespondeutcn.) 4SMachrr Fnstandholtangszins in Steiermark. Grüz. 15. Dezember. Die heute ausgegebene Nummer des „Haus- und Grundbesitzer" teiltnnt, daß in enter heute abgehalteneu Sitzung der LandesMietenkommission für Steiermark, in der über eine allgemeine Erhöhung des Jnstandhnltungszinses beraten tvürde, nnt vier gegen die Stimme des Vorsitzenden dem Anträge des Vertreters der Handels- und Geiverbekammer auf Erhöhung des I n st a n d h a 11 u ngszinsesaufdeu viertausend-- fa chen Friedenszins zugestimmt wurde. Einer der beid'N Vertreter der Mi'ler und der Vertreter der Arbeiterkammer hatten vor der Abstimmung den Saal verlassen Berlin, 15. Dezember. Vor einem Untersuchungsausschuß des deutschen Reistages wird gegenwärtig versucht, in eine der dunkelsten Partien der deutschen Gehe! Urgeschichte während des Krieges Licht zu bringen. Es handelt sich um die Art, wie die bekannte FriehrnSnvte des Papstes vom 1. August 1917, die den unbedingten Verzicht auf Belgien als Voraussetzung für ein-e Dermittlungsaktion forderte, sabotiert worden ist. Reichskanzler war damals der protestantische Eiferer Michaelis, der auch jetzt unter den Rechtsparteien eine angesehene Rolle spielt. Eine von dem -Siebenerausschuß des Reichstages formulierte Nesolution, dir unter dem Einfluß des Kanzlers zttstandekam, besagte nichts über Belgien, bezog sich aber auf die Friedensresolution vom 19. Juli 1917, die den Verzicht auf Anuexrpuen und Konttibutioneu aussprach und deshalb seither von allen Kriegshetzern als jüdischer Akt heftigl'bekämpft worden whr. Die Formel des,. .Ans',- Wusses 'würtre nun^deiy papstlW^ MWüL'-WkM'M-. Antwort mitgeteilt^Hs. ist nun von dem ^geordneten B r e dft einem 'köiGMWMUHWtkiP.'^iw'brsher ün- 'bekannter Briefddß Kanzlers Micha e l i s - 'an den Nrmtius aufgefunden worden, Mr neben dem offiziellen Sch reiben lief und; es ausdrücklich ablehnte, eine Erklärung über Belgien ahzugeben. Mit Hieseyt Schreiben war die Aktion des Papstes zerschlagen und d.xr ernsthafteste Versuch, zu dem-bereits ■.» «ine bestimmte Erklärung der englischen Regierung vorlag, vereitelt worden. In-den politischen Kreisen wird dies - dahin erkllirt^ daß der Pr 0 testant Michaelis eine katholische Aktion nicht ausr-eifen lassen wollte. Der Untersuchnngsausschuß des Reichstages nahm nun - gestern - die Gelegenheit wahr. Michaelis in öffentlicher Sitzung über diese AngelegenlE unter Eid zu hären. Michaelis gab unumwunden zu, daß er den Siebenerausschuß nicht ü b e r alles r n f 0 r - m i e rt habe. Er habe n u r de n K a.i s er, den Staatssekretär des Aeußern Kühl mann und den deutsch- Nyftpnalen Parteiführer Helfferich (damals Wirtfchpftsminister, später in der Schweiz tödlich verunglückt) informiert.. Die Oberste Heeresleitung habe er nicht unterrichtet, weil dort ein Geheimnis.nicht genügend l sicher war. Michaelis, der einen sehr hilflosen Eindruck machte, mußte es fidj' sagen lassen» daß ex doppelte Buchführung betrieben habe. Er berief sich auf den Kaiser, der fair Belgien von England Valona oder Korfu eintauschen wollte. Heute wurde der Staatssekretär Kü hl ma n n als Zeuge vernommen. Er erklärte, daß er die militärische und innere Lage Deutschlands derart beurteilte, haß der baldige Frieden unbedingt notwendig war. Doch stand Die Oberste Heeresleitung immer im Wege. Sie war bald für den Verzichtfrieden, bald annexionistisch eingestellt. Auch Kühlmann hat sich vor der Indiskretion des Hauptgnartvers gefürchtet, weshalb eben der Antwortbri-ef des Runtins (der has Scheitern der Mion konstatierte) nicht niitgeteijt wurde. Soweit sind bisher die Auseinandersetzungen des lfntersüchungSauSschusses gediehen. Sie werden am Freitag fortgesetzt werden, lassen aber schon jetzt ein Urteil zu. In solchen Händen befand sich die große Schicksalsfrage. Bon Hochverrat im wahrsten Sinne des Wortes wurde der Frieden umgebracht. Die großmäulige Oberste Heeresleitung, vor deren Terrorismus und Plaudersucht sich die Minister fürchteten hatte keme feste Haltung. Trotzdem belog sie unausgesetzt das Volk> sorgte aber rechtzeitig durch die Entfesselung des foechsten Antisemitismus für die Hsvbeischaffung eines Prügelknaben. Der Reichskanzler desavouierte hinterrücks den Reichstag durch seinen geheimen Bri-ef, der Kaiser dachte über Stützvur.Ett im Mittelmeer nach und dabei war -der Krieg mit Arnerika bereits provoziert! Und diese Gesellschaft hat noch den Mut, vom Dolchstoß zu reden oder gar die Juden fiir den Ausgang des Krieges verantwortlich zu machen! Diese Gesellschaft wagt sogar noch an Restauration ihrer Herrschaft zu deKen! .JWr:de« Neich-wehr. v"- Berlin, 1Ü. Dezember. Nach einer Mitteilüng des Pb» lizeiprästdeNt-en würde festgestellt, daß der auf Grund des Republikschutzgesetzes und des Gesetzes vom 22. Marz 1Ö21 aufgelöste Sportverein „O l y m p i a" fortbesteht. 'Außer* dem. wurden bei Personen, die in die polizeilichen Erhe-- bungen einbezogen wurden, Pistolen ohne Waffenschein vorgefunden, sowie Trommeln und Signalhörner, die, nach Angabe der Besitzer a u s B e st ä nd e n der R e i ch s w e h r an die „Olympia" zu P r 0pagandazwecken ausgegeben worden sein sollen. Die Ergebnisse der Erhebungen werden nach Abschluß der Ermittlungen zur Strafverfolgung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden. Levtschlandr innere Krise. Dir Sozialde-MÄkraten. verlangen den Rücktritt der Rrgierung. Berll«, 15. Dezember. Im Reichstag wurden wahrend bi.* ganzen Nachmittags Besprechungen über die gegenwärtige innerpolitrsche Lage abgehaten. Der Reichskanzl« empfing zunächst die Vertreter der Mgierungsparteien und darauf die der Sozialdemokraten. Die Vertreter der Regierungsparteien sprachen ihre Bereitwilligkeit zu Bev- Handlungen mit den Sozialdemokraten in der Frage der Bildung der großen Koalition aus. Die Sozialdemokraten traten spät abends zu einer Frak-- tionssitzuttg zusammen und beschlossen zur allgenieinen Üeberraschung nach vierstündiger Sitzung folgendes: Die sozialdemokratische Fraktion ist zu Verhandlung gen über die Bildung der großen Koalition bereit, sie ist aber der Auffassung, daß hiezu der Rück" tritt der Reichsregierung ersovdcr^ich ist. Rach einer Mitteilung des Nach'lch'enbureans deutscher ZeitttirgSverleger bedeutet dieser Beschluß, daß die Sozialdemokraten nunmehr doch im Reichstag ein Mißtrauensvotum embringen werden. Eine direkte Erklärung der Fraktion darüber liegt bis zur Strmde noch nicht vor. Sie Wahle« i« Budapest. Budapest. 15. Dezember. Die heutigen Wahlen in Budapest, die in voller Ruhe verlaufen sind, wurden um 8 Uhr abends abgeschlossen. Mt der Stimmenzählung wird morgen früh begonnen werden, so daß das Ergebnis frühestens morgen abends bekannt werden wird. RelnwQll-Kgsto». Rclnwoll-Kloldervelour Crepe de. Cftioe Seidenripse Mode-Brokat 91*90 **•«.0 3*110 400 3'f*0 Wien. Taborstrafte Nr. 48 3asäj£ümamimätsi