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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-15 · Heft 2802 (15.12.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2802 (15.12.1926)
Date
1926-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I Polen r 2S gtoszy j Wien: Zum Abholen badet Expedition, ll-.Taborstr 1-3 oder in einer Verschleißteile Sfrafik) monatl.6 Schilling traßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, i , Wollzeile 11 Mit postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon. Din.60 Polen: Mon 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 Nsebs»h!«S8da dv> Pim- «rhShiStfou UDicuec MorgmzettiMS t Preis ita g E n g I a n d: Mon. 4 Schilling Italien: Monat!. 20 Life Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa. S c hw e i z und das Übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wloiw tt.» Taliorstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 31-209 VH., r,erchenfelderstraße 1 (Druckerei Jnva*) Oesterreicbisches Postsparkassenkonto Nr. 160 693 Rk. »802 Wie«, Mtwoch. 18. Dezember 1926 (10. LebrlH 8687). 8. Mrgnnq Am redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vvrangesetzteS E gekennzeichnet. Ser 13. ZioMenkongreb. London, 14. Dezember. (I. T. A.) Bon der Zionistischen Exekutive wird mitgeteilt, daß der 15. Zio. nistenkongreß im Sommer 1927 stattfinden wird« Der genaue Termin und der Tagungsort sind noch nicht festgesetzt. Es wird bet Hoffnung Ausdruck gegeben, daß dieser Kongreß eine Million Schekelzahler repräsentieren wird. Das Exekutivkomitee des Zionistischen Landesverbandes für die T s ch e ch o s l o w a k e i hat die Zionistische Weltexekntive in London in einem Schreiben eingeladen, den 15. Zionistenkongreß in einer Stadt der Tschechoslowakei abzuhalten. sie ungarische« Wahlen. Budapest, 14. Dezember. Unter Berücksichtigung der heutigen Ergebnisse ergibt sich das solgende Bild: Regierungsparteien 195, Sozialdemokraten 4/ Legitimisten 3, Demokraten 2, Kossuth-Partei 1, Rassenschützlcr 1 Mandat. In Szegedin ivurden gestern Graf.Klebelsberg, der Demokrat Rassay und der Sozialdenwkrat Peidl getvählt. In Budapest sind heute und morgen 25 Mandate,, in Debreczin zn>ei zu besetzen. ■ - Freitag und Samstag finden die S t i ch w ä h len,, insgesamt sieben, in.Bezirken mit o f f e uer Abstimmung statt. . Auffallend ist, daß das Ergebnis der Wahlen in. den Bezirken mit geheimer Abstimmung sich mit _ den übrigen Resultaten in keiner Weist deckt. In diesen Bezirken hat die Regierung 7 und die Opposition 7 Mandate erhalten. Ae bulgarische FlSchlttugrauleihr. Sofia, 14. DezeiWer. Nach Meldungen aus Lon- Odit ist der Vertrag über. die Emittierung der bulgarischen Flüchtlingsanleihe zwischen der Bank von England und Finanzminister Molow unterzeichnet worden. Die Emission wurde mit 92 Prozent und der Zinssatz mit 7 Prozent festgesetzt. Die Anleihe beträgt 3,100.900 Pfund Sterling und ist in vierzig Jahren rückzahlbar. Die Emission syll Hüde Dezember beginnen. Prag> 14. Dezember. Im Verlaufe der Budgetdebatte im Prosgex Rathaus erklärte Stadtverordneter Doktor Singer^ haß die jüdischen Vertreter niemals bcsorchere 'Herablassung hatten, zum Schutze ihrer Wähler Reden zn..chÄten. Doch zeigen sich außerhalb des Gemeindeparlanmns störende Erscheinungen. „Ich tvill nur die von Staats wegen geduldete Ausstellung des Malers Relink und die Verbreitung einer von demselben verfaßten Broschüre errvähnen, welche geeignet tvaren, Haß und Abneigung gegen einen Teil der Bürgerschaft zu verbreiten. Ich kann auch nicht jene politische Fraktion mit Stillschweigen übergehen, welche den A n t i s e m i t i s m u s cfsiziell als Programmpunkt ausgenommen hat, was uric.bisher bei keiner tschechischen Partei konstatieren mußten. Wir fürchten uns vor diesen ungerechten Angriffen nicht und legen ihnen keine große Bedeutung bei, indem wir auf die Vernunft und die demokratische Veranlagung des tschechischen Volkes vertrauen." AurlSnder vom GrunvbM inLrttland aur- «eichioffm. Riga, 14. Dezember. Der lettländische Sejm hat in erster und zweiter Lesung ein Gesetz angenvmmen, laut urelchem Ausländern die Erwerbung von unbpweglichem Besitz im ganzen Lande verboten wird. Mit besonderer Regi.rungserlaubnis können Ausländer die Pachtung oder Verwaltung von unberveglichem Gut übernehmen Unbewegliche Besitztümer aus dem flachen Lande und in den Grenzgebieten, die sich gegemvärtig im Besitz von Ausländern befinden, müssen bsnnen zwei Jahren an lettländische Staatsbürger perkauft werden. England in Palästina. Ae llvierhaurdebatte« über die Mandalrverwaltung. — Me AnnaWe des Anleiheantrages. London, 13. Dezember.. Bei der zweiten Lesung der Vorlage betreffend die Palästina-Anleihe (bekanntlich wurde die Vorlage bereits in dritter Lesung angenommen) hielt Colonel Wedgwood eure längere Rede, in der er ausführte: „Ich komme eben aus Palästina zurück. Ich kann bezeugen, daß die jüdische Einwanderung für die Ar'aber positive Ergebnisse haste, die Löhne für die arabischen Arbeiter wurden erhöht, das kulturelle Niveau der arabischen Bevölkerung wurde stark gehoben, der Fellache lernte von dem Juden neue Methoden des Landbaues, und heute' bebaut er mehr Land als früher und zieht daraus einen weit größeren Profit. Je mehr sich die Landlmrtschaft ausdehnt, um so eher muß der Beduine, der nomadische Araber, weichen. Das kann auch nicht anders sein, wenn eine Entwicklung fortschreitet. Ein anderes Element, der reiche Effendi, steht sowohl der jüdischen wie auch der britischen Einwanderung feindlich gegenüber. Er wünscht keine westlich orientierte Bevölkerung, er will Untergebene haben, die seinen Befehlen gehorchet». Wir dürfen aber nicht zulassen, daß im Interesse von einigen Reaktionären die Entwicklung eines Land,es gehemmt nritb." Colonel Wedgwood stellte fest, wenn es der Regierung gelungen ist, die vorgcschossenen Gelder zurückzuerhalten und die PerWltuug auf eine.'. Mgsis, KiÄMler Sicherheit:, §it bFngen, so sei biss in erster Burre der Tatsache zu, dankerr, daß die Juden der ganzen Welt in de»t letzten acht Jahren große Kapitalien nach Palästina gesandt haben. Wir sollten dies dankbar anerkennen und es den Juden leichter machen, Boden in Palästina zu erwerben und Landwirtschaft wie Industrie aufzubauen. Bis jetzt haben die" Juden allein alles für den Aufbau getan, ich hoffe, daß angesichts solcher erstaunlichen Ergebnisse nunmehr eine engere Zusammenarbeit mit den Jiiden int Ausbau Palästinas stattfinden wird. * ' ' , Der Kommunist S a k l a t v a l a wandte sich auch diesmal gegen die Garantieanleihe und gab der Befürchtung Ausdruck, daß Haifa zu einer befestigten britischen Marinebasis ausgebaut werden solle, von wo aus das Aegäifche Meer, das Rote Meer und das Schwarze Meer beherrscht werden würden. Die Regierung wolle ein zweites SingaPore schaffen. Mandatsverwal-- tung fei Bolksvcrsklavung. Unterstaatssekmtär für die Kolonien Ormsby- Gore schloß die Debatte mit der Erklärung ab, daß trotz des geplanten Ausbaues Haifas zum H a u p t h a n d e l s h a f e n P a lästinas auch Jaffa nicht vernachlässigt ioerden würde: Während der Debatte zur dritten Lesung des Gesetzentwurfes über die Garantie der Palästina-Anleihe regte Colonel Wedgwood eine gesetzliche Festlegung des Lohnsystems an; cs solle ein ehrlicher Lohnstandard gesichert werden. Minister Amery führte dazu aus, eine gesetzliche Festlegung wäre für Palästina nicht tunlich, da es schwer sein würde, in einem Lande, wo zwei Elemente der Bevölkerung aus ziemlich verschiedener Lebens stufe stehen, eine Proportion herzustellen. Man müsse der Regierung und den Behörden vertrauen, daß sie bestrebt sein werden, jedem Teil der Bevölkerung gute Chancen zu bieten. Colonel Wedgwood bat um die Versicherung, daß die Beschäftigung von Juden beim Hafenbau von Haifa gesichert werde. Herr Amery erklärte, diese Versicherung geben zu können, woraufhin Wedgwood feinen Verbesserungsantrag zurückzog. R a d f o r d (konservativ) trat mit Nachdruck dafür ein, daß angesichts der Garantie des britischen Steuerzahlers für die Palästina-Anleihe daraus geachtet werden solle, daß bei Bestellungen für öffentliche Arbeiten Groß-Britannien berücksichtigt werde. Herr Amery erwiderte-, man könne kein M. on o p o f . f ü r England e i n führ LN. Aber die- Angaben des Herrn Radford, daß die britische Einfuhr in Palästina nur 12 Prozent der Gesamteinfuhr dieses Landes betreffe, stimme mit der Wirklichkeit nicht überein, da der Redner die englischen Waren, die über Aegypten gehen, nicht berücksichtigt habe. Har r i s (liberal) betonte, daß die Mandat sterritorien nicht Teile des britischen Reiches seien; England hätte sie nicht im eigenen Interesse, sondern im Interesse der dortigen Einwohner zu verwalten. England sek hieflir dem Völkerbund verantwortlich. Zum Schluß erklärte sich Herr Amery damit einverstanden, daß dem Entwurf eine Klausel zugefügt werde, wonach bei Ausführung aller Arbeiten, die im Anleihe-Entwurf vorgesehen sind, faire Arbeits- und Lohnbedingungen zur Anwendung gelangen müssen. Sodann wurde die Vorlage samt Verbesseruna angenommen. Kenworihy kn PakWna. Jerusalem, 14. Dezember (J. T. A). Der britisch« Abgeordnete K e n w o r t h y, Mitglied des britischen Unterhauses, ist in Jerusalem ein getroffen. Er begibt sich von hier zu einem längeren Besuch der jüdischen Kolonien. Usmuftk mit Det Kabmettrdildulig betraut- Vor Neuwahlen in Jugoslawien? Belgrad, 14. Dezember. Der in Demission befindliche Ministerpräsident Uzunovie ist heute abend..abermals mit der Kabinettsbildung betraut ivorden, Ministerpräsident Uzunovie wird die Besprechungen mit den Parteiführern morgen aufnehmen. , / . In politischen Kreisen glaubt - man, daß das neue Kabinett Uzunovie die Aufgabe haben wird, Neuwahlen vorzubereiten. Makdonalv rum »orsitzeude« derLabourparttz wlevergewWt. London, 14. Dezember. Heute nachmittags vollzog die parlamentarisclie Arbeiterpartei die Wiederwahl ihres Bureaus. Zum Vorsitzenden wurde Maedonald, zum. Vizepräsidenten C l i n e s iviedergelvählt. Mit zwei Ausnahmen gehören alle Mitglieder des neuen Butans dem rechten Flügel der Arbeiterpartei an. Die Extremisten W Hit ley und Harts Horn wurden nicht wi-'dergewählt. -offnumslsskr z«fta«d de» Mikado. London, 14. Dezember.-Das Neutersche Bureau erfährt aus Tokio, daß der Zustand des Kaisers von Japan hoffnungSlosT Die Bonner Studenlenlammer gegen den Antisemitismus. Bonn, 14. Dezember. Die Bonner Stndenten» kammer hat gestern mit 15 gegen 7 S t i m m e n beschlossen, dem Paragraphen 1 der Bersassung der Bonner Studentenschaft einen Wortlaut zu geben, der d-S Staatsbürgerprinzip betont wtb alle antisemitischen Bestrebungen eindeutig verwirft. Der Beschluß wurde sofort an die deutsche Studentenschaft in Berlin telegraphiert, mit der Bitte um sofortige StellungnalMe, da Samstag die zwsitc Beratung erfolgen soll. Slve Walter Rathenau-Aistang. Aus Berlin wird gemeldet: Die Erben Walter Rathenaus haben das von diesem erworbene Schloß Freienwalde samt dem Park unter Widmung eines Kapitals für die Erhaltung des Schlotzes als „Walter- Rathenau-Stiftung" dem Kreise Oberbarnim zugunsten der Allgemeinheit geschenkveise Überlassen.

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