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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-13 · Heft 2800 (13.12.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2800 (13.12.1926)
Date
1926-12-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 Polen tag gfossy | Wien: Zorn Abholen indes Expedition, 11., Taboratr 1-® oder in einerVerseh leiSatcllo (Prafth) monatl.b Schilling' StraBenverkauf in Wien dnreh die. Kolporteur« der Firma Goldschmied, I., Wollseile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsehecho- Slowakei:. Mon.K22 Jugoslawien: Mon.Din.60 Polen:Mön 6 Zloty Deutschland: Mon. um. 4. Frankreich» Belgien: Mon. Free. 36 Ntehtthi«n*«B be’ PreisbShBOiroB »ob halten «tüSÖÖ Sie«. 1,13. Lezemb« 1926 (8. TedetH 5687). I Preis 80 q I En gl and: Mon. 4 Schilling. Italien: Monat!. 30 Lira Rumänien: Mon. 170Lei Bnlgarien:Mon.lOOLevra. S c hw e i z und das fibrige Ausland monatlich Frcs. 6 Redaktion, Administration: Wien, II«, Taboratr« 1 Zielephon: 44.0-38, 43-3-13 Ab 6 Uhr : Tel. 31-208 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150 633 8. Zabrzaag Aufhebung der deutschen MMSttoutrolle. Sie 3«teralliierte MUUSrloattoükswmisfion «erlützt a« 31. FSaaer 1827 bedingungrig, Berti«. 3tn redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche MMeUnngen find durch ein vorrmgefetzieS E gekennzeichnet. Seitritt Sestenetchr rum RoilforteD. Rom, 12.Dezember. Die Blätter berichten aus Paris, daß Me österreichischen, tschechoslowakischen und ungarischen Eisenproduzenten dem Stahlkartell beigetreten sind, wobei als Basis des Uebereinkommens die Produktionsziffern der ersten drei Monate des Jahres 1926 angenommen wurden. Ebenso sind sie' dem Schienenkartell Leigetreten, dem auch England angehört. Ser Abschluß der zentralbauk-Augeleseuhett. Heute nachmittags tritt, der Zentralbankausschuß zusammen, in welchem der Referent Abgeordneter Odehnal seinen Bericht über das Ergebnis der gesamten Verhandlungen erstatten wird. Ueber die Abfertigungen der Angestellten sind'-bereits Vereinbarungen mit dem Liquidator, Sektionschef D. D. M a y e r -- M a l l e n a U, dein Kreditinstitut für öffentliche Arbeiten Md dem Bnndesmimsterrum getroffen worden. Die Einleger, soferne es sich «m niedere Beträge handelt, erhalten diese sofort nachdem sie gekündigt sind, während die h ö h e r e n B e t r ä g e von Einlegern und Kontokorrentinhabern in. d r e i Raten, und zwar im M a i Und November 1927 und im Mai 1928, zur Rückzahlung gelangen. Sollte die Opposition dem Berichte zustimmen, so wird bereits in . der heutigen Sitzung des Ausschuss^ die Zentralbankangelegenheit abgeschlossen werden; andernfalls wird noch eine Sitzung notwendig sein, die rwch im Laufe dieser- Woche stattfinden würde. : - Ne Richter gegen die Regiernng. $n der gestern abgehattenen Generalversammlung der österreichischen Richt-etcvereinrguug wurde nach heftigen und erbitterten KungebunHen gegen die von der Regierung geplante GchältsNovelle eine Resolution angenommen, in der. festgestellt wird, daß sich die Regierung über die bescheidenen Wünsche der Richterschaft hinweggesetzt habe, obwohl^ alle maßgebenden Stellen die Berechtigung, dieser Wünsche anerkannten. Ein Großteil dev Richter muß heute mit monatlichen Bezügen von 300 bis 400 Schilling auSkommen. Die Richterschast ist auf Grund der gemachten Erfahrungen einmütig zu der Auffassung gekommen, daß die allgemeinen Uebelstände in der Richterschast zum großen Teile auf die mangelnde Einsicht unh das geringe Wohlwollen des Personalreferenten im Justizministerium zuvückzuführen sind. Einstimmig wurde festg lstelli, daß Ministerialrat Dr. Leonhard als Personalrefersnt das Vertrauen der Richterschaft nicht.genießt. Nach einer stürmischen Debatte beauftragte die Hauptversammlung das Präsidium, ohne die bisher geübte Rücksicht mit größtem Nachdruck und unter A nwendung aller zu Gebote stehenden Mittel auf d ie, Durchsetzung der Ge haltsforderungen zu dringen. S« mazedoaische Attestat is Wir«. . Die Polizei hat gestern die Erheburrgen über das politische Attentat, das der mazedonische Emigrant und Tmrziehrer Boris P r o s ch e f f an den beiden Mazedoniern. Dok- - tor Philipp Äthanasoff und Jvanoff am Samstag verübt hat/fortgesttzt. Proscheff bleibt dabei, das Attentat imr deshalb versibt zu haben, well er von diesen beiden söderälistischen Mazedoniern dazu aufgesordert worden war, aus aütorwnnstische Mazedonier 'Anschläge auszüführen. Athanasosf und Jvanoff stellen dies in Abrede, und da keinerlei Beweise für diese Angaben Proscheffs erbracht werden konnten, wurden die zwei Föderalisten fwigebassen, während Proscheff wegen Mord der s u ch e s de« Laiches-- ^cgo>.icht eingeliefert werden wird. Sie ungarisch«« Wähle«. Budapest, 12. Dezember. Bei den heutigen Reichstagsftahlen wurde in Oedenburg Handelsminister H c rnann gegen den bisherigen sozialdemokratischen Abgewdneten Hebelt gewählt. Einstimmig wurde in Nagyprös Graf Gedeon Raday (Einheitspartei) gewählt. Mt Stimmenmehrheit siegte in Stuhlweißenburg Graf Jo« Karolyi (Christliche Wirtschaftspartei), in Käreag fet bisherige Abgeordnete Emmerich C s o n t o s (EinheitsjarteH. Grus, 12. Dezenivcr. Die Ministerbesprechungen über die Frage der Interalliierten' Militärkontrollkommission wurden heute abends 6 Uhr abgeschlossen. Es ist eine Einigung erzielt worden. Die JnteralliierteMilitärkontrollkommission verläßt am 31. Jänner. 1927 bedingungslos Berlin. Das hierüber ausgegebene amtliche Kommunique lautet: Im Verlaufe einer Besprechung, die am 12. Dezember 1926 in Genf zwischen den Vertretern der d e u t s ch e n, belgis.chen, französischen, britischen, italienischen .und japanischen Regierung über die vor der Interalliierten Militärkontrollkommission und der BotschafterfoNferenz noch in Schwebe befindlichen Fragen stattgefunden hat, , ist zunächst mit Genugtuung festgestellt, worden, daß Wer den größten Teil der ' ■ mehr als 100 Fragen, die zwischen den genannten Regierungen im Monate Juni 1925 hinsichtlich der Ausführungen der militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages strittig waren, eine Verständigung erzielt worden ist. Nur die Verständigung über zwei Fragen steht noch aus. Alles berechtigt daher zu der Hoffnung, daß auch diese beiden Fragen schließlich geregelt werden können. Unter diesen Umständen ist folgendes vereinbart worden: 1. Die diplomatische Erörterung über'die F ra g e d e r Fe|uit gen und Hi Frage des MateriaIs wird von der B o t^ch a f terf et vrtge fetz t werden. Es iverden neue Vorschläge gemacht werden, um die Erörterungen fördern und die Abschlüsse zu erleichtern. 2. In. der Zwischenzeit, bis zu der Erzielung einer Lösung, werden alle in Rede stehenden Arbeiten an den Festungen eingestellt, unbeschadet des Rechtes der 'Parteien, ihren Rechtsstandpunkt aufrecht zu erhalten. 3. Die Interalliierte Militärkontrollkommission wird am 31. Jänner 1927 aus Deutschland zurückgezogen. Von diesem Tage an findet Artikel 213 des Berfailler Vertrages Anwendung nach Maßgabe der vom Völkerbund gefaßten Beschlüsse. 4. Wenn an diesem Tage die bezeichneten Fragen wider alles Erwarten noch keine gütlicheLösung gefunden haben Zsrnti «ach Korsika geflüchtet. Paris, 13. Dezember. Wie aus C al v i auf C o r s i k ä gemeldet wird, landete dort gestern ein Motorboot mit acht italienischen Passagieren, die sämtlich Angehörige der sozialistischen Partei sind. Unter ihnen befindet sich auch der Parteiführer^T u r a t i. Die Flüchtlinge erklärten, Italien verlassen zu haben, um den fascistischen Nachstellungen zu entgehen. S« polnische Budget Warschau, 12. Dezember. Der Haüshalksausschutz des Sejm hat das B u d g etp r o vi s oriü m für das erste Quartal des kommenden Jahres in erster und zweiter Lesung angenommen. Die Ausgabenpost für die Durchführung der Agrarreform wurde um 4 Millronsn erhöht, so daß der jetzige Voranschlag ohne die verschiedenen Zusatzkredite Ausgaben in der Mhe von 493 Millionen Zloty vorsieht. -aagerstrrik ia eiaem Wllaaer Sefflagais. Warschau, 12. Dezember. In dem großen Wilnaer Gefängnis Lukiszki brach vor 6 Tasten mrter den P o N ti s ch e n G e f a n g e n e n ein H u n g e r st re i k aus, weil gewisse Forderungen der Gefangenen, wie Verminderung der Belagzahl in den einzeklen Zellen, raschere Uebermittlung der Korrespondenz, die Möglichkeit, auch in nicht polnischer Sprache geschriebene Briefe zu erhalten,^ von der Gefängnisleitung abgrlehnt wurden. Als die Gefängniswache gestern die Gefangenen. zum Arzt bringen wollte, wo sie k ü n st l i ch e r n ä h r t werden sollten, brach unter den Gefangenen eiir großer Tumult aus. Sie zerschlugen die Fensterschoiben und schrien so laut, -aß man sie aas der Straße hören konnte. * sollten, so werden sic vor den V öltcrbun dr at bracht werden. ö. Für alle Fragen, die mit'der Ausführung der erzielten oder noch zu erzielenden Lösung zusaurmenhängen, kann jede der in der Votschafterkonferenz vertretenen Negierungen ihrer Botschaft in Berlin einen technischen Sachverständigen attachreren, der geeignet ist, mit den^ zuständigen deutschen Behörden ins Einvernehmen zu treten. . Dieses Communique stellt das 'Sitzungsprotokoll der letzten Ministerkonferenz dar. Es wurde unterzeichnet von Chamberlain, Briand, Dr. Stresemann, S c i a l'o j a, I s h i i und B a n d e r v e l d c. Mae zasmamealaast Aresemann-MuffoNai. Rom, 12. Dezember. „Popolo di Jtalia" bemerkt zu der. Meldung, daß die Zusammenkunft Muss o - l i n i — Stresemann in Mailand stattfinden werde, dies sei nicht richtig. Sie werde vielmehr in einer anderen kleinen Stadt O b e r i t a l i e n s abgehalten werden. Reae flMMaasea über die fchwürze Reichswehr.; Berlin, 13. Dezember. Der heutige „Montag-Ätorgeu" veröffentlicht weitere sensationelle Enthüllungen dG „Manchester Guardian" , über .die. schwarze Reichswehr. Demnach sei l m Jahre' 1921pon i 1 l e g al e ff deutschen Mili >tärv e r b ä n d e n ein M u n itionsschiff nach Irland verfrachtet worden, zur Unterstützung^ des irischen Aufstandes .gegen England.' Der Leiter dieses Unternehmens sei ein den ff cher O ff izier gewesen, de« später wegen angeblicher Beteiligung am E r z b e r g e r-M o r d verhaftet worden war. Während er in Haft gesessen sei und die Untersuchung w7gen des Mordes an Erzberger schwebte, habe er einen Scheck über 300.000 Mark vom deutschen W e h r m i n i st -e r i u m erhalten, wodurch es ihm gelungen sei, zu entfliehen. Der „Montag-Morgen" fügt hinzu, er müsse Äve Verantwortung für diese Meldung dem ^Manchester Gleichzeitig vevsammeltsn sich vor dem Gefängnis einige hundert Parteigänger und Angehörige der Gefangenen, um zu demonstrieren. Die Mango setzte dem Versuche der Polizei, sie zu Mstreuen, W'i d erstand entgegen und beivarf die Schutzleute mit Steinen. Herbeigeeilfe berittene Kavallerie säuberte bald den Platz. Gegen 20 P e r s o n e n wurde n v e rh a ff e t. eiulrltt der Slowake» ka die Regler«»». Prag, 13. Dezember. Die „Lidode Noviny" berich» ten: Die Verhandlungen mit der slowakischen Volksparier und^ mit den Nationald emokratan über den Eintritt in die Regierung werden als im Prinzip abgeschlossen betrachtet. Die slowakische Volkspartei wird wahrscheinlich das Unifizierungsministerium, die Nationaldemokraten das Handelsmimstk«rium übernehmen, so daß eine große Rekonstruktion des Kabinetts nicht nötig sein wird. Auch die Personalsragen wurden angeblich bei den Samstag-Beratungen, an denen wieder Dr. KramarsH toilnahm, bereits entschieden. Die Ernennung der neuen Minister soll nach der Erledigung des Budgets im Senat erfolgen. ««brach l« der Berliaer ktzaaischen Botschaft. Berlin, 12. Dezember. In der Nacht auf Sonntag drangen Einbrecher in die japanische Botschaft ein. Sie gelangten bis in das Schlafzimmer des Botschafters. Dort .entwendeten, sie ihm u. a. ein goldenes Zigarettenetui und 'ein Portemonnaie mit 1600 Mark Bargeld, fernen einen wertvollen Herrenpelz, einen Sportpelz und einen Ulster. An wichtigen Papieren ist den Dieben der Diplomatenpaß des Botschafters in die Hände gefallen. Me Diebe waren anscheinend sehr or tskundig. Guardian" überlasftm.

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