Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2797 (10.12.1926)
- Date
- 1926-12-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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(Polem 35 groszy j Wien: 2m» Abholen in der Expedition, iI.,Taboretr. 1-8 oder in einerVerachleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkaaf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit PostverBand für Wien und Oesterreich monatlich ö Schilling Tschecho - Slowakei! Mo». K 82 .1 n g o s I a w i e n: MomDirf.8V Polen:Mon 6 Ziow Deutschland: Mon« Gm. 4,Frankreiöl^. B e I g i en: Wy. Pr«. 85 solitfthltflgfln fro Ptel*- rhöbtoflren ♦c:b’h»He* Ülr 2797 Fi» redaktionellen Dell enthaltene entgeltliche MtteilttNge« sind bnrch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. mmmm mmmmmtmmmrnmmtmMmmtmm mmmmmmmm Der große Svenska-Ufa-Film Die Erde mR nach dem berühmten. Roman von Beim» LagwUf * : mit Conrad Yeldd JFennvf Rflasselquisi Ab heute bis Montag, den 13. Dezember: Elite-Kino (Kleine Bühne), 1, Wollzeile-34 Xmpexlal-Klno, I., Rotgasse 9 .. 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Dezember. In einem von Dr'. Benesch eingesandten Expose Wer die auswärtige Läge, daq der bevollmächtigte Minister Dr.: Girfä im.Außenausschuß des, Abgeordnetenhauses verlas, wird unter anderem Wer das Verhältnis -der Tschechoslowakei zu Oesterreich dargelegt: „Unser, freundschaftliches. Verhältnis. zu Oesterreich hat sich 'seit dein letzten Besüch des Außenministers Doktor; B e n e s tfL in Wien ständig g e fest i g t und der Unterzeichnete Arbitragevertrag ist. und bleibt das beste Bindeglied dier friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. ES-muß mit Genugtuung festgestellt worden, daß auch Jugoslawien und Rumänien zu ä h n l i ch e n B e zieh u n g e n z u O e st e rreich gelangen, indem sie.analoge Verträge, vorbexeiten, so daß die letzte Basis zu einer wirklichen p o l irischen und wivtschaftlkchey ZusamM.enarboit in Mittel e uro p a tatsächlichsehr -systematisch vorbereitet'ist." ... Ueber die W i r t s ch a f t s l a g e besagt der Bericht; „Wir stehen vor sicherlich noch schwierigen Aufgaben. Die wirtschaftlichen Verhältnisse Europas sind unerfreulich und können sich in den kommenden Monaten noch verschlechtern. Sie werden: sicherlich auch u nseren Staat schmerzlich tr e.ffen. Hoffentlich wird die Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes den Weg zu einer wenigstens töiüveisen Lösung dieser Krise zeigen." Keine parlamentarische ttritersrrchnngder EyrM-Affäre. Prag, 9. Dezember. Der Jnitiattveausschuß des e^eochnetenhauses beriet heute über den Antrag To.mas e k. auf Untersuchung der Cyrill-Coburg-Affäre Der Bori'Oerstather Abg. S tasek beantragte die Ab« lehnung der Untersuchung der sogenannten Coburg. Affäre, da der Ausschuß die Angelegenheit nicht gleichzeitig mit dem Gerichte prüfen könne. Dieser Antrag wurde mit 11 gegen 8 Stimmen angenommen. «fett, fctfttff. 10. Ieremher 1926 <8. Mett 5887). Oesterrefchisches Postsparkasaenkonto Nr. 150 69? *. Safttflnnfl Ae SiirI sttf Ni SwüeUtt. Budapest, 9. Dezember. Einige Tage vor Äusschreibung der Wahlen und Beginn der Wahlagitation waren HortHy und Bethlen JagdgäW des Erzherzogs Albrecht. Dort wurden unter Hämli und Waidmannsheil bei einer sehr animiert verlaufenen Jagd auf wirkliches Wild die Einzelheiten der Hetzjagd auf oppositionelle Wähler und Kandidaten beschlossen. So gekrafttef und trainiert, schritt Graf Bethlen an die Iernichtung des oppositionellen Freiwildes. Die StreH des ersten Wahltages zeigt, daß seine Meute vdn Gespanen, Gendarmen, bezahlten Kortesch und sonWtzNnHnechten gute, gründliche Arbeit geleistet haben. ZMg, was der Hetzjagd im Wege stand, wurde mit Gewehr und Säbel auseinandergetrieben oder einfach über die Mahlzeit eingefangen. Allerdings war der Widerstand kein allzu großer. Da die Wahlen detzk', ersten Tages durchwegs öffentlich waren, waren die Wähler im überwiegenden Teil der Wahlbezirke schon vor den Wahlen so eingeschüchtert, daß sie es ' . ' . . rcht einmal wagten, ' einem oppositionellen 5te»ndidaten die für die Kimöttwtur Bezirke/ kandidat. i ü stimmi g" gewählt' wurde. In diesen Bezirken t erlief die Wahl ruhig. Dort aber^ .wo der verbitterte, trotzige Wähler ' auf seinem Wahlrecht zu bestehen wagte und Miene machte, nach seiner, der Regierung nicht genehmen Gesinnung seine Stimme «Hz«- geben, wurden die unbotmäßigen. Wähler wie Wild behandelt. Am schwersten betroffen wurden durch die Ergebnisse des ersten Wahltages die S o z i a ldemokraten. - Wer die Haltung der ungarischen Sozialdemokraten in den letzten zwei Jahren, mit Aufmerksamkeit verfolgt hat, wird in dieser Niederlage nur eine gerechte Nrafe erblicken können... Die Sozialdemokraten haben in unwürdigem Paktschacher mit. der Regierung sich Wer Wasser gehalten,' obgleich ..sie von einem Pakt zum anderen von der Regierung betrogen worden waren. All dieser Schacher wurde in der Hoffnung getrieben, daß Bethlen den Sozialdemokraten gegenüber bei den allgemeinen Wahlen Gnade werde walten lassen. Es sollen auch diesbezügliche Zusagen vorlicgen. Im Hinblick auf diese Versprechungen haben - die Sozialdemokraten schon bei den letzten Gemeindsratswahlen in Budapest versagt. Auch diesmal ließen sie sich düpieren. Ihr Schicksal, -selbst wenn sie mit einigen Mandaten ins Parlament sollten, ist verdient. Dasselbe kann auch;; joti den bürgerlichen Demokraten gesagt Iverdeii. Diese Gruppe, die eigentlich eine Gruppe des jüdischen Bürgertu ms hätte werden sollen, hat sich gleichfalls in dem Kampf um die Erhal- - tjing.der eigenen Mandate und Machtstellungen zerriehen und konnte es nicht einmal zuwege bringen, daß ein Großteil der Budapester jüdischen Wähler und ein Teil der jüdischen Wähler der Provinz — dies gilt ganz besonders von den orthodoxen Juden — den Mut aufbringen, dem größten Feind der Juden in Ungarn, Bethlen und seinen christlichnationalen Gesinnungs- . genossen, offen entgegenzutr^ten. Diese. Mischen Demokraten ließen sich durch die' Berufung zweie r Ra b - biner i n s Ober h a ü s blenden. Der ehemalige - Präsident der Budapester Kultusgemeinde, Höfrat' Franz Szekely, steht an der Spitze jener sogenannten liberalen Gruppe in 'der Einheitspartei Bethlens. Szekely und sein reicher Anhang haben mit Hilfe des jüdischen Chefredakteurs des',,Poster Lloyd", Josef V e sz i, den größten Teil der Wahlkosten aufbringen müssen. Der Führer des. LinWlocks, ktzarl R a s s a i, soll, als er das Ergebnis des ersten Wahltages erfuhr, den Ausspruch getan haben, daß dieser große Sieg der Regierung den TodesM« des neuen ParlnrneuiK in sich wage. Wir befurchten, daß öiM PkSjHezeiung sich nicht erfüllen wird. Der Steg- Bethlen- Regterung bedeutet dauernde Riederk-fWunT jsdss RechtsgchWs in Ungarn und den B«grmk schwer«' Zeiten für das arbeitende Jiwentum. .. Bfe-rr S« Ke^enmgsportefler. Budapest, 9. Dezember. Das amtliche Ergebms des gestrigen Wahli^xs ist folgendes: In 193 Provinzbezirte« ünrcden ' in, offener Abstimmung, ger-ählt: 98 Rsgterurvgsparteiler hdavon Elnheitspartei 86, ChristUchiMate WtetschastSPartei 16), 1 Rasjsnschützler und.1. PartMofer., . ' In - vier ^Bezirken kommt es;« Stichwahlen, davon in dreien ztoWäl- Uegierungsparteilbn untereinander, in, dem vlerten' Bezirk Kunszenttniklos zwischen dem RegierUWsLandtdaten und dem Rassenjchützler Ivan Heiias. . r.::. ' Am gestrigen Wahltag hat die E i n h e i t s - Partei acht Mandate gewonnen und zwei verloren, die C h r i st l ich s o z i a i e W l rtschaftspartei vier Mandate, die Parteilose OpPositros ein Mandat gewonnen. Den größten Verlust haben die S oz.r a l.h e yr-oOr a t e n erlitten, die um vier ihrer Ä'HÄM-W'tkMomnteN'find?Sir' sind u. a. in d e n d ^Monda ykh»ez^ürken .unterlegen. Die V.er^ e ln ig t e Lin ks p a r t e i. hat drei, die Ra s sens.chützler ebenfalls drei und die legitimistische Opposition ein Mandat (Andrassy) verloren. In dem Wahlbezirk A d o n y wurden die Wahlen wegen Unregelmäßigkeiten auf Montag verschoben. Heute wurde nur in dem Bezirte Kecskemet, lind zwar mit offener Abstimmung, g-ewähtt. Nach, den bis 6 Uhr abends eingelausenen Berichten scheint , dort der bekannte Kossuth-Parteiler Zoltan Horvath gegen den Regterungskandidaten unterlegen zu ferm Die Wahlen verliefen hier ziemlich erregt. Im WahlbVirk BUdapest-Umgebung wurden in g e h e i me r L i st e nw a h l bisher abgegeben: für die Lifte der Einheitspartei 660 Stimmen, der Sozialdemokraten 596, der Demokraten 277/der Rassenschützler 139, der Ehristlichsogialen Wirtschaftspartei 1A Stimmen. ' ' Heute „offene" Wahle«. Budapest, 9. Dezember. Der morgige Hre«« t u g wird der interessanteste unter den Wahitggen sein. Gewählt wird in 91 offenen Provinzbezirken. Eigentliche Wählen finden bloß in 54 Bezirken statt, da in den übrigen 37 Bezirken Gegenkandidaten gegen die Regierungspartei überhaupt, nicht ausgestellt wurden. Die morgige Wahlschlacht wird sich vor allem «n die Mandate einiger bekannter oppositioneller Abgeordneter abspielen, und zwar der Demokraten Andreas Takaes, «Karl Bassay, Viktor D r o z d y, Nikolaus L a z a r, des Chefredakteurs des ,-Rrggel", des Sozialdemokraten F e d e r, der Kössuth» Parteiler. Vinzenz Nägy und Rudöls Ruppert, des Rassenschützlers Andreas Z s i l i n s k y und. der Legitimisten Stephan Strauß und Markgraf Geovr» P a l l a v! c i n i. Drei Tote in Waitzeu. Budapest, 9. Dezember. Die drei sch'werve've l e tz t e n O p f e r der g-eftrigen Zusammenstöße m Waitzen wurden noch gestern abends nach Budapest gebracht und werden im Rochusspital. behandelt. Nach ihrer Darstellung ist das Handgemenge dadurch entstanden, daß die Gendarmen die Anhänger des oppositionellen Kandidaten Grafen Julius Andrassy am Betreten des Wahllokals, in welchem sie ihre Gtiw«' men abgeben wollten, verhinderten. Dev dritte Verwundete, ein gewisser MichaÄ Szlovak, war im Rochusspital nicht aufzufinden. ,Mi Kurir" ist der Meinung, daß Michael Gzlovak seinen Verletzungen erlegen ist, so daß die Zahl der Todesopfer des gestrigen blutigen 'ZnsamnwnstoßeS ans drei gettteaen sei. k-!Ü: Nr-!!!= : l.ljj |f M --- '4 kp|..- i