Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2792 (5.12.1926)
- Date
- 1926-12-05
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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7 SM w Wivn. Sonnwg Wiener Morgenzetttms 5. DsKemNi? fötö jmr, ~Mmam nt$ mfVm Rmfl&tttst btrfattn. 3. gfoitfetung. fine M-el ton heut'. -kovelle Bon XmcI Münzer. vVCn'ii Abt'N'ö wurde Rudolf abgeholt, im Wagen i>on ^-lan 'Woivö. Noch tntnrct arbeitete Rahel mit ihm, schon Dinge ieifteitS d«r Schule. Dort lernte sie spielend, sie trieb noch Griechisch, um den Kopf zu beschäftigen. An dein Leben des Hauses nahm sie kaum teil, kaum 'eil >n: dem Dasein ihrer Schulgenossinnen. Da lebte man, trotz Schule und Ziel, im Taumel, v i'im tanzte in Dielen, Restaurants, Hotelhallen, man llirtete bis zum Aeußersten. man mar nicht geizig mit sich, man nahm sich alle Rechte des Mannes. Man hatte einen Freund, der auch zu lieben verstand. Unschuld mar ein Gegenstand des Spottes, Keuschheit ein Vorurteil. Die jungen Mädchen sprachen schon von ihren Semestern in Universitäten des Landes und Auslandes, aber sie sprachen von ihnen wie von Vergnügungsreisen. Die eine wollte sich einen Freund vom Balkan suchen, sie liebte das schwarze Haar zu weißer Haut; die andere wollte nach Zürich gehen und einen Schweizer lieben. Die sprachen von Männern wie Jünglinge von Frauen, aber mit mehr Sachkenntnis imd einer Art kühlen Wissens. Und die Eltern — sie waren wohl blind oder machtlos oder gar einverstanden. Rahel dachte wenig darüber nach, sie allein ging sich selbst etwas an. Sie verachtete ein wenig, was sich um sie abspielte. Nie wieder hatte sie Rudolf geküßt. Sie erinnerte sich jenes wunderbaren Augenblicks. Sie fürchtete seine Wiederkehr, sie ahnte, sie könnte sich an ihn verlieren. Und Liebe — oh. sie haßte die Liebe! Liebe wirft aus der Bahn, verscherzt Aufgabe und Ziel, macht gemein und banal. Sie — sie wollte arbeiten, forschen, erkenneit, durchdringen. Der Mann — bah, ein gefährliches Vergnügen, ein Narkotikum, ein Gift. — Sie hielt sich von Rudolf fern. Er betete sie an. Manchmal schnitz er die Bi'rcher front Tisch. ,$dj liebe Sie!" schrie er. „Rahel!" Ihr Lächeln war ein Streicheln. „Später", sagte sie sanft, milde. „Später. Erst wollen wir etwas werden. Welches Kapitel schreiben Sie jetzt?" Er hatte nun Zeit, seinen Stendhal zu schreiben. Er war am Hauptkapitel. Er bewies, daß der grotze Franzose mehr die Liebe geliebt hatte als die Frau, daß die Frau ihm immer nur ein Exempel gewesen war, Illustration zu der Abhandlung l'amour, daß er immer nur Passionen gehabt hatte, nie la Passion; er hatte die Framn verzehrt, nm aus ihnen das Gerich seines Oeuvre zu machen. Rahel lauschte hingegeben. Es war nun kurz vordem Examen. Da geschah es. Schmul Reich hatte einen Mann für seine Tochter, einen jungen, eleganten Juden, dem die Leinenwebereien des Vaters zugefallen waren. Er hatte nur gelebt, geliebt und stand nun ratlos vor dem Bssitz. Die Verhältnisse hatten die Fabriken heruntergebracht, es steckte ein ungeheures Vermögen in ihnen, das sinnlos sich in sich selbst zu verzehren drohte. Es bedurfte einer Hand, eines Mannes, eines neuen Kapitals. Diese Fabriken wollt« Schmul Reich haben, vr wollt« Teilhaber werH««. D«r jung« Besitzer, der Rah«! auf Gesellschaften g* sehen, stellt« die Bedingung: Rahal... Gr gab die erst« &eue zwischen Eltern und Loch* ter. Der Vater beschimpfte die Schule, verlachte die Universität; er hatte Rahelr Absichten nie ernst genommen. Es machte ihr Spatz — gut. Nie hatte er gedacht, sie könnte ihr Leben darauf bauen, darin erfüllen. Zum erstenmal kam das zur Sprache. Die Mutt« rief: ,^FHr zerreißt mir das Herz! Rahel. mein Leben, sage Ja. Er ist ein reizender Mensch und liebt dich. Schmul, Schmul, beherrsche dich." Der Vater liebte sein Kind, er vergötterte e». Er liebte es nie heftiger als in diesem Auftritt. Seine Liebe steigerte sich zur Grausamkeit. Er Packte Rahel an. ,$aBe ich dazu das Geld gesammelt, daß du hingehst und Doktor wirst? Wozu bin ich ein reicher Mann geworden? Daß du erhöht wirst, Kind, und die Leute Respekt haben vor dir und du auf sie herunderfehen kannst. Jetzt habe ich dir einen guten Mann ausgesucht, jung, gesund ist er, und mit seinen Fabriken werde ich den Wtttmavkt beherrschen." Rahel wurde ruhig. Sie sagte: „Watte Vir nach meinem Examen. Das will ich noch machen. Vier Wochen, Papa. Dann wollen wir welterreden." Sre liebte ihn auch. Sie küßte ihn. Hir diesem Augenblick hatte sie ihren Plan fertig. Sie sprach mit Rudolf Althaus. Sie gingen in den Wald hinein und redeten stundenlang. Noch immer war Rudolf in ihrem Bann, sie beherrschte ihn ganz. Was sie sagte, war ihm selbswerständlich. (ForlfotzuNg fofftt.) 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Czeitsch in Mähren (Cecho-Slov.) 253 KONKURS Die Israelitische Kultusgemeinde Oraz erneuert die Ausschreibung eines Tempel* u. Chewra-Kadlsolia-Hienerg (Schamme» und Lioerers) Der Posten bietet eine auskömmliche Lebensstellung. Die genaue Festsetzung der fixen und der Nebenbezüge bleibt der Vereinbarung Vorbehalten. Junge,'Intelligente Beamte, welche vorbeten können u.den Schächtdienst, wenn auch vertretungsweise, so doch vollkommen versehen können, sowie eine streng religiöse Lebensführung nachzuweisen ln der Lage sind, wollen ihre Gesuche unter Anführung einer Lebensbeschreibung, der bisherigen Verwendung und Angabe des Alters und Familienstandes richten an die Israelitische Kultusgemeinde Graz 277 •3]fä](ii[i][iir5ifB][i]ni][äii5]iiirB|[S]r. Striik.ftoff.ller.tzer Al-bert Matz-ner 1. Kohlnressergaffe Rr. 8 1., Rener Mm« S IV., Wieda. Lauvtftr. S 111., v-ndstr. 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Und diese 10 Minuten linde Massage mit dem natürlich wirkenden »Punkt-Rollen ersetzen vollkommen zwei Standen Sport oder KörperQbung. Der Facbarst Dr. mod. Wieltsr, der die Wirkung des »Punkt-Rollers« bei zahlreichen Patienten erprobt hat schreibt: Der »Punkt-Roller« mit seinen zahlreichen Kauttcbuk-Sauinäpfchen regt den träge gewordenen Blutkreislauf zu neuer, vermehrter Tätigkeit an. Das abgelagerte Fett wird resorbiert Die Patienten verlieren In verhältnismäßig kürzester Zelt Ihre nnerwänschten Fettdepots. Es wird siso das Auftrsten unangenehmer, ja gefährlicher Komplikationen verhindert: Petthers, allgemeine Herzschwäche new. Bei Patienten, die aus Bequemlicb- NAHMASCHINEN MHRRttDCR 1927 K auch gegen. miäm IX,, Lfsohtenetslnstrsfl» Nr. 97 IV., Wledmr MaupistraB# Nr, 6 . Slmtl tzßgrt. «. loufistsäsrtiksl „OLM" ut nacn welsbar de» terütßüdisle „OlLA‘ i« nach | welsbar die II teste ua ilifirende Oua* iliatsmorke Bst „olM" rollsta ösrantle fo* Jedes Slück Obnail Sfhlltlleh — „0LLA"*Vepets duoh Flakste erslehtlleö1 Sport zu kostbar erscheint, ist der »Punkt-Roller« umsomehr zu empfehlen, als 10 Minuten Salbst* massige mit dem Apparat 2 Stunden sportlicher Tätigkeit voll und ganz ersetzen. Dadurch spart der Vielbeschäftigte Zeit und gibt doch seinem Körper, was dieser mit gutem Recht beanspruchen kann. Mens sana in corpore «ano. Dr. med. W Der „Punkt-Roller'* belebt den ermüdeten Blutkreislauf und den eo überaus wichtigen Stoffwechsel. In jedes Körperwinkelchen wird das Blut gesaugt una schwemmt so Krankheitskefme, Zerfallsprodukts und Fett, die ein träger Blutkreislauf nicht mehr mit sich fortnebmen kann, ans dem Körper durch Niere und Dann hinaus. Und das alles durch nur lOMinuten täglich« Mas* sage mit dem »Punkt-Roller«.Diese io Minuten haben Sie sicher übrig, wenn es gilt, Ihren Körper mit neuer Lebenskraft und Energie zu erfüllen und die einmalige Ausgabe wird gegenüber dem Zuwachs an Lebensfreude auch kein Hindernis lür Sie sein- Besorgen Sie sich deshalb den »Pankt-Rollcr« sofort und achten Sie auf die Schutzmarke »Punkt auf der Stirn«, denn nur dieser Apparat hat die patentierten wirksamen K*ntb<ltuk*8aagnlpfcltsa. 3 D. R.-Fateme, 24 Auslandspatente. Fabrik orthopädischer Apparate L. M. Baginskl, Bsrltn-Pankow l76,Hiddeflsecstra8e 10, Postscheckkonto Berlin 11.083 Fernsprecher: Pankow 1705-1707. Verlangen Sie ärztliche Literatur. Preis des »Punkt-Rollers« für Oesterreich S 25— und 8 35*— (stärkere Wirkung), für die Tschechoslowakei Kc *20*— und Kc 170' - (stärkere Wirkung). für Ungarn K 250.000 - und K 350 000‘- tstlrkere Wirkung). Versand für Oesterreich: FRANZ H. 8TEJ8KAL, Wien, VII!., losefstfidtorstraBe 5 Der »Punkt-Roller« ist ferner zu haben r . Wien: Bständic, Tcinfaltatreße 7. öchmejdfer, Stiftgasse |9, watlace, WeatbahnstraBe 26, Pohl, MariafailfsrstraSe S, Fischer, Taborstrafie 24a, Steinbach, KärntnerstraBe 10, Koczauderle « Potuznik, Hauptstraße 66, Fritz Schmeidler, Marlahllferatraße .27, A. Bständig, SchlöBeigasss 24 und lägsritraße «8, Brüder Mlkoläseh, Taborsirafis 22. Orts: »Zum Samariter«, Sack* Straße 14, »MuckT«, Herrengasse 28. Innsbrncki Matthei, Maria Theresienstraße Bi, Tachezy. »Zur Hygita«, Danner., Anichstraße II. Lina: Oratz, Domrasse L Bregens: Alois Wagner Prag: Waldock & wahner, Vaclavake nara. IT. Oadaptet: Keletl, Koronaberczeg u 17. Kronstadt: Krallt S Heroerih. i x 3 B.8+....+D