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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-05 · Heft 2792 (5.12.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2792 (5.12.1926)
Date
1926-12-05
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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6. Dezember 1026 Skr. SWS Wien, Sonntag Sie KohUSterln «,« Prater. Gr tom von der Anssiellungs., Laflall«. und Vorgarten« itratze umgrenz tsn Praterviertel, wo die vurch die Krieg»« ersigntffe im LHen zwangsweise LvÄUicrtcn jiMschen Fam!« li«t jMeßlich eine Large Zuflucht fanden, herrscht heute, schlimmer al» je» die ärgste Not. Die derzeitige wirtschaftliche Depression wirkt sich unter den Mischen Masten der Klein« Händler. Luftniensthe-n, Arbeiter und Angestellten besonder» schlimm au». Unter den abgehärmiien Gesichtern, den sorgenvollen Mienen mrt> den defekt Gekleideten wird man schwerlich noch die Mischen Kapitalisten finden, die angeblich körperliche Arbeit scheuen und nur nach leichtem Gewinn ausschauen. Me Hilfe, die den Gestrandeten und Hevabgekommenen beispringt, ist nur ein Tropfen in dem großen Meer der Not» unter der insbesondere die Frauen und Kinder jämmerlich leiden. Die vielen Mischen Vereines un-ter denen im Prater selbst, insbesondere die „ESra" uvit ihrem überaus humanen Obmann Herrn Sutzmann verdienstvoll wirkt, Annen infolge Verlustes ihrer Gönner alles Elend nicht mehr stillen. Auch die FrauerchilfKaktion für Kranke und Wöchnerinnen, an deren Spitze di« regsamen RabbinerSgat« Linnen Garah Fried mann und Gittel Heschel stehen, vermag nur beschränkte Hilfe zu leiisten. Angesichts des bedauerlichen Versagens der Wiener Mischen öffentlichen Hilfstätigkeit» die bei den Wohlhabenden wenig Verständnis fiiÄet und daher auch mit geringen Mitteln versehen wird, verdisnt die aufopfernc-e Hilfsbereitschaft einer jungen Frau besondere Erwähnung» die wie eine wahre »eilige in den Familien der Armen und Kranken im Prater erehrt wird. Frau Adele Lupu — dies Der Name der üohktäterln vom Prater — ist gewissermaßen die Zentval- Msegenz-rtrrng stelle der jüdischen Fürsorge vom Prater. Denn alle», was Hilfe und Schuh bedarf, flüchtet zu dieser Frau, die Sb ihres Sammeltalentes immer zu helfen imstande ist. Hier hilft sie einer Wöchnerin, «dort benschafft sie einem Kranken ein Gpi« talsbett, ein andeveSmal unterstützt sie heimlich eine verschämte Arme mit Lebensmitteln. Sie ist beständig im Dienst« für die armen und kranken Juden. Wie zur Zert der großen Not wahrend des Krieges den Flüchtlingen in Wien eine Frau Anitta Miller erstand, so erscheint diese Frau als rer Brennpunkt einer sich neu sammelnden sozialen Hilfsorganisation, deren die jüdische Not dringendst bedarf. Hoffentlich findet di« herzensgute Frau, die di« Arbeit für di« Armen liebt, die notwendigen Mitarbeiter und Helfer zum Helle der vielen jüdischen Enterbten und Verzweifelten Wiens. Dr. Scmei Beer. StSmlsche gnvallvendkinanstrotkon a«f »er Ringstraße. Zwei Verletzte. Nach einer großen Protestversammlung der Kriegsopfer, die gestern in der Volkshalle des Rathauses und vor dem Nathause tagte, kam es während der anschließenden Ningstraßendemonstration zu stürmischen Auftritten. Schließlich mußte sogar die Wache mit dem blanken Säbel einschreiten, wobei es zwei erheblich Verletzte gab. In der Versammlung wurde gegen die letzte Novelle zum Jnvalidenentschädigungsgesetz stürmischer Protest erhoben. Abgeordnete der sozialdemokratischen Partei gaben die Versicherung, daß sie das Gesetz verhindern werden, falls die von den Invaliden verlangten Verbesserungen nicht durchgesetzt werden könnten. Seite 7 Nach Schluß der Versammlung formiert« sich der D e m o n st r a t i o n 8 z u g. An der Spitze marschierten die Kriegsblinden, dann folgten die Hilflosen in vier Möbelwagen und einem Autolastwagen, die Schwerinvaliden aus den Spitälern und Heimen und ein langet Zug von Invaliden, Kriegerwitwen und Waisen. Beim Parlament kam es zu erregten Szenen, als einige Schwerinvalide den Wachekordon durchbrechen wollten. Ein Schwerinvalider stürzte schreiend zu Boden und mußte von der Rettnngsgesellschaft weggebracht werden. Ein anderer erlitt einen Ohnmachtsanfall. Auf dem Schwarzenbergplatz wollten die Invaliden der Kopfschußstation, die auf einem Möbelwagen gefahren wurden, gegen die Innere Stadt einbiegen. Wachleute fielen den Pferden in die Zügel. Die Pferde scheuten und der Wagen wäre fast umgestürzt. Einige Schwerinvalide fielen aus dem Wagen heraus. Es entstand eine allgemeine Panik. Der Unmut der Invaliden richtete sich nun gegen die Wache, die die andrängende Menge mit Säbelhieben zurückschlug. Hiebei erlitt der Kopfschußinvalide Alois Hlawacek eine schwere Kopfwunde, der Invalide Viktor Braß durch einen Säbelhieb eine Verletzung am Oberarm. Die beiden w-uxden von der Rettungsgesellschaft abtranSportiert. «h rrr in Savamm. iJiu Parlament würbe gestern in den CouloirI die FWS (erörtert, ob der ehemalige Finanzminister Dv. Ah rer Lein Appell an seinen Patriotismus Folge leisten und behufs Aufk'ärungZerteiülng über sine Trankakion mit Bösel aus Amerika zurückkehren werde. Ein führender MwaBBWPAiAlS l JPUUSKRPWHK i. mmPASMS j' JliUljM M O 'Lj*##Ä"-: L^;'UISV-. SPEZI A'LhÄ U.S,., G R Ö S .S.TE S ÖSTE R R E'l C H S MM i.'-L-'l txW'JZ. 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