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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-03 · Heft 2790 (3.12.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2790 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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% 1 Polen r SS groszy | Wien: Znm Abholen in det Expedition, II., Taborstr 1-S oder in einefVefsehleißstelle (Trafik) monatl.ö Schilling Straßenrerkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 lüt Poetversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Techeoho - Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Moo. Din. 60 Po len: Mon 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 MaehsalilaBffes bst Ptsls* rbObangen tsrbehstten | Prefg gQ ff | England: Mon. 4 Schilling. Italien: MouaÜ. 20 Lire Kttmänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa. Schwei s und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 31-209 VII., Lerchenfolderstraße 1 (Druckerei „Inva“) 9tx. 2790 Met, fireitog, 3. Lerember 1926 (27. ftieiew 5887). Öesterreichisohes Postsparkassenkonto Nr. 150 693 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgettttche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Winter s pezialltäten weiße und braune GansleberwOrste, ge- Verkaufsstellen In allen unseren Die Anleihe für PalWna. Dom Unterhaus angenommen. L o n d o », 1. Dezember. Das Unterhalts hat den Entschließungen zugestimmt, wonach die Regierung die Garantie für Kapital und Zinsen folgender Anleihen übernimmt: Viereinhalb Millionen für die Regierung von Palästina, zehn Millionen für die Regierungen von Uganda, Rhodesien, N j a s s a l a n d und Tanganjika. Die Anleihen sollen für Eisen$ ahnen, H a f e » ' und andere Einrichtungen verwendet werden. * ■ Die PalMaa-Anleihe ist im August dieses Jahres von der Regierung . dem Finanzausschuß des Unterhauses vorgelegt worden. Der Kolonjenmiyister erstattete bei dieser. Gelegenheit ein Expose. Mer die Lage, und die EnDWu.W.! Palästinas.. Han -,dtzr - Anle ihe sollen zM Millionen Pfund ^zur' Rülkzahlung von Krediten aus der Ökkupationszeit.-: mndisweivinhal'b Millionen für Investitionen in' Anwendung .kommen. Nie Londoner Bankiers-Konferenr. Die Haltung der britischen Regierung in der Frage der Kreditversicherung. London, 2. Dezember. (Wolfs.) „Daily News'/ melden, daß über hundert hervorragende Bankiers und Versicherungssachverständige - aus 14 europäischen Ländern am nächsten Mittwoch in London eine Privatkonferenz abhalten werden; sie würden Mittel und Wege erörtern, um die Versicherung von Ausfuhrfirmen gegen insolvente Kunden und den Handel in Europa zn ermutigen. Es sollen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit der Banken und Bersichorungsgesellschaften zur Deckung des- Risikos erörtert Nrerdew Ferner besteht der Plan, in London ein Clearinghaus zu errichten^ wo Nachrichten über die finanzielle Lage europäischer Firmen zentralisiert iverden sollen. Zu dieser Kvnsevenz, bei der auch Oesterr.Mrh vertreten sein wird, wird gemeldet, die britische Regierung wünsche nicht länger den Hauptanteil an dem Risiko bei Kredit- und Versicherungsgeschäften zu tragen, sondern sie wünsch:, daß eine.große Bersicherüngsgesellschast dieses Risiko übernehme/ Lockerung des Bisumzlvanges mit der Tschechoslowakei? Prag, 2. Dezember. Zu der Erklärung des österreichischen Bundeskanzler Dr. Seipel, daß Oesterreich bereit sei, das Visum im Verkehr mit solchen Staaten abzuschaffen, die ihrerseits iden Visumzwäng beseitigen, wird an hiesiger kompetenter Stelle erklärt, daß in der Visumfrage Tschechoslowakei-Oesterreich in der n ü ch st e n Z e i t entscheidende Schritte unternommen werden sollen. Sie würden längst erfolgt sein, wenn nicht das tschechoslowakische Ministerium für soziale Fürsorge Schwierigkeitengemacht hätte, -das eine h e m m u n gslose Ueberflutung der Republik mit östarreichischen Arbeitslosen befürchtet . - Ne »esischvAMche FrelhchepaM M Ha«, taug Derboitn. Hamburg, 2. Dezember. Der Senat hat die Deutschoölkische FreiheitApartei für verfass u n g s w idrig erklärt und das für die Polizeibeamten bestehende Verbot, sich in dieser. Partei zu betätigen, gebill- - Ile Pariser Besprechungen. tzhamberlaia und zalrfli in Pari« angetommen. Paris, 2. Dezember. Der englische Außenminister Sir Austen Chamberlain ist leute nachmittags zu zweitägigem Aufenlihalt in Paris angekommen. Er wurde auf dem Nordbahnhof vom Außenminister Briand und ldem englischen Botschafter in Paris Lord Crewe empfangen. Chamberlain begab sich sofort im Automobil in die englische Botschaft. Pressevertretern erklärte Briand, die ersten Besprechungen mit Chamberlain werden bei einem morgen vormittag in -der englischen Botschaft stattfindenden Frühstück erfolgen. Für morgen wird auch der englische Schatzkanzler Winston Churchil in Paris erwartet. Auch der polnische Außenminister Zalesli ist heute nachmittags in Paris eingetroffen, wo er vor seiner Weiterreise nach Genf Besprechungen mit Briand haben wird. Diese Unterredung soll sich in erster Linie auf die deutsche Abrüstung beziehen. Für Polen wie für Frankreich werde diese Frage von dem Problem der Sicherheit beherrscht, das wieder von.der sogenannten moralischen Abrüstung abhänge. Außerdem wird der' in ■Aim Erklärungen Baldwrns int Unterhaus. London, 2. Dezember. Im Unterhaus teilte Premierminister B a l d w i n mit, daß heute um - Mitternacht der A u s n a h m e z u st a n d a b l ä u f t, wodurch alle seit Beginn des Generalstreiks erlassenen Ausnahmoverordnungen außer Kraft treten». Doch wird das Bergamt auch weiterhin die Köhlen-Verteilung überwachen- und die Kohlenansfuhr wird won einer besonderen Erlaubnis abhängen, die nur erteilt wird, wem: der inncre Markt versorgt ist. Baldwin kündigte noch an, daß der von der Labourpartei eingevrachte M i ß t r a u e n s a n t r a g. am Mittwoch nächster Woche zur Verhandlung kommen wird. König Ferdinand. Bukarests 2. Dezember. König Ferdinand wird morgen vormittags den neuen Gesandten Spaniens in feierlicher Audienz empfangen. Königin. Maria trifft morgen vormittags 10 Uhr mit dem Simplon-Expreß in Bukarest ein. Der König wird sie persönlich am Bahnhof empfangen. Der französische Chirurg Professor Hartmann ist heute hier eingetroffen, der den König untersuchen und entscheiden, wird, ob eine Operation notwendig ist oder nicht. » Wne Besprechung der Königin Maria mit dem Exkronprinzen? Paris, 2. Dezember.. Vor ihrer Abreise nach Bukarest hatte Königin Maria eine Besprechung mit dem Prinzen Carol. Die Zusammenkunft soll nach dem „Newyork Herald" auf Verlangen König Ferdinands erfolgt sein. ' Dasselbe Blatt meldet aus Bukarest, daß sich eine wachsende Bewegung zugunsten einer Uodertrag u n g d e r R e g e n t f ch äs t an die Königin M a ri a und die Prinzessin J l e a na bemerkbar mache. Bildung einer Konzeutrationsregierung. Paris, 2. Dezember. Die „Agenoe Havas" meldet aus Bukarest, nran glaube, daß die Bildung einer Konzentrationsregierung unmittelbar bevorftehe. General Avereseu werde Ministerpräsident bleiben. B r a -> Nanu werde nicht ins Kabinett eintreten, jedoch einige seiner politischen Freunde. Genf zur Sprache gelangende Ersatz der Militärkontrolle durch eine Völkerbund-Investigation, die Wiederaufnahme der sich günstig entwickelnden deutschfranzösischen Verhandlungen und die Frage einer von: Völkerbund zu vermittelnden Anleihe für-^Danzig geprüft werden. Keine znsammenknnft Briand-Shamberlain- Mussolini. London, 2. Dezember. Me das Reutersche Bureau erfährt, wird Staatssekretär Chamberlain. erst Samstag abends von Paris abreisen und einen Tag vor Beginn der Tagung des Völkorbundrates in Genf eintresfen. Es sei zu erwarten, daß die Tagung so frühzeitig beendet sein wird, daß es Chamberlain möglich sein werde, etwa am 14. oder 1b. Dezember nach London zurückzukehren. Uebrigens dürften sich die Genfer Verhandlungen wenig sensationell gestalten, da die Tagesordnung keine besonders hervorragenden Punkte aufweist. Das Reutersche Bureau erklärt es für unwahrscheinlich, daß zwischen Briand, Chamberlain und Mussolini eine Zusammenkunft erfolgen werde. Ernster Zustand Luveudorffr? Berlin,"2.^Dezember. Heute -.abends: -„finh-.-Mr. München e r n st e Nach richten über den Gesundheitszustand des Generals L u d e n d orss eingetroffen. Bei dem. General soll sich nach der Operation, die kürzlich an ihm vorgenommen wurde, so starker Kräfteverfal'l eingestellt haben, daß Ludendorfs feit Tagen bewußtlos fft und mit seinem Tod gerechnet werden muß. ' Deutschlands Mitarbeit im Völkerbund Genf, 2/ Dezember. Der neue deutsche Untergenerälsekretär des Völkerbundes D u f o u r - F e r o n.ee wird seinen Posten am 1. Jänner 1927 antreten. Er stattete heute dem Generalsekretär. des Völkerbundes Sir Eric Drummond einen Besuch ab, Dufour-Feronce wird auch das Bureau für intellektuelle Zusammenarbeit und jene internationalen Bureaus leiten, die bisher unter der Dltsktion des Japaners Ni tobe standen, der sich am Ende dieses Jahres zürückzieht. Der neue japanische Untersekretar Sugimura wird Ne Leitung der politischen Abteil.ung übernehmen. Las polnische - Semeindewahlgrsetz. Warschau, 1. Dezember. Der Verwaltungsausschuß des Sejm hat heute, die Debatte über den Entwurf eines Gemeind.ew.achlgesetzes begonnen und sich grundsätzlich' für ein. gleiches, direktes, allgemeines und geheimes Proportiönalwahlrecht. ausgesprochen. Dieses grundsätzliche" Bekenntnis zu einem ferft schon selbstverständlichen demokratischen Prinzip erfuhr im-Derlau.se der Sitzung eine arge, gegen die jüdisch'e- Bevölkerung gerichtete Einschränkung. Der nationaldemoLraiische Abgeordnete Kozlowski-beantragte die Einteilung der^Städte w 12 Wahlbezirke. Die Einteilung sollen die Bezirtshauptleute, also Behörden der ersten-Instanz, , die den lokalen'Einflüssen sehr zugänglich sind, vornehmen. Kozlowski. sagte rund heraus, die Einteilung' in Wahlbezirke sei nötwendiig,. damit d i e. I u d e n keine allzu große Vertretung en.den autonomen Körperschaften besitzen. Namens' desjüdischen Sejmklubß. sprach Abgeordneter In sl er, der die Linke - darauf aufmerksam machte, daß sie gegen diesen Antrag austreten müsse, wenn es ihr tatsächlich um ein demokratisches Wahlrecht^ zu tun ist. Schließlich wurde ein Unterausschuß gewählt, der sich mit der Frage des Gemeikchewa-hlrechtes beschäftigen wird. Der Mische Sejmklub entsandte in den Untevausschuß den Abgeordneten I n s l e r. * 9

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