Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2789 (2.12.1926)
- Date
- 1926-12-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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PolenYaSgroszyl Wien: Zum Abholern in det Expedition, Il»,Tabofstr 1-8 oder in einer Verschleißstelle (Trafik) inonatt.5 Schilling Strafienterkanf in Wien düfch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollaeile ll Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tachecho - Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 NaehtahiaiiRen bei Pretstbttb o droh »orbehatton I Preis go ä l En gla n d:Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pres. & Redaktion, Administration: Wien/ II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Dhr7 Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei Jnva“) Oesterreicbisches Postsparkassenkonto Nr. 160 693 Sk. 3789 ffilen, Donnerstag, 2. Dezember 1928 (26. Stisleto 8687). 8. Fahegang Ir. Seipel Über die Auschlußfrage Sefterreich, der zweite deutsche Staat. Anshebnng'de« Bisumwmises bei ReziprazitSt. rebaktionelletr Teil enthaltene entgeltliche MitteUnngen sind dnrch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Khamberlain über die msiische Propaganda. London, 1. Dezember. Im Unterhause wurde Chamber k»i n gefragt, warum die englische Regierung von der Bestimmung im englisch-russischen Handelsabkommen keinen Gebrauch gemacht habe, wonach ein Vertragsteil seiner Vertragsvcrpflichi ungen enthoben sein soll, falls der andere Teil gegen ihn feindliche Propaganda treibe. Chamberlaln antwortete, die Regierung habe bisher von dem im Handelsabkommen vorgesehenen. Recht keinen Gebrauch gemacht, weil sie dies bei. einer z usam menfas senden Betrachtung der Lage n k cht I ü r tunlich erachtet habe. Sic behalte sich volle Handlungsfreiheit für jenen Zeitpunkt vor, an dem die' britischen Interessen ein Handeln' erforderlich machen. Italien und Albanien. Abschluß eines FriemidschastsvertrageS. — Der Hintergrund des „Aufstandes". Triest, 1. Dezember. Zwischen Albanien und Italien lst ein Freund sch asts- und S i ch e r h ei ts v er - trag abgeschlossen worden, der am 27. November in Tirana von dem italienischen Gesandten Baron Alotsi nn>d dem aWani'schen Außenminister Hussein Bei B r i c yM unterzeichnet würde.' Zweck -des Vertrages ist/: den politischen, rechtlichem und -territorialen Status quo 'Albaniens zu erhalten. ' ' *’ Jn B elgrade x politischen Kreisen erhält sich'-hart-, näckig'das Gerücht, daß der albanische Aufstand nur auf italienische Initiative, zurückzusühren sei und daß die Aufständischen von Rom aus tatkräftig mit Geld und Waffen unterstützt worden seien. Man erklärt, daß Mussolini in den letzten fünf Monaten wiederholt versucht habe, Albanien in irgendeiner Form enger an I talien zu binden imb daß er dann nach dem Scheitern' dieser Versuche den Aufstand gegen die gegenwärtige Regierung hätft inszenieren lassen. Königin Maria nach Bukarest abgcerist. Paris, 1. Dezember. Wie die ^Abendblätter melden, äijt die Königin von Rumänien heute abends mit dem Simplon- Expreß nach Bukarest a'bgevetst, wo sie Samstag früh e t n t -t i f f t. Die rumänische Gesandtschaft in Paris de-mentiert die Nachricht, wonach sich Bukarest im K r i egsKUsta nü befinde und sämtliche Gre-nü-baihnhöse sowie die-Flughäfen überwacht werden, um eine Rückkehr des Prinzen Carol zu verhindern. . ' Senator zirelsohu legt fein Mandat nieber. Bukarest, 1. Dezember. In der Montagssitzung des Senats wurde eine Zuschrift des Senators Oberräbbiner Zirelsohn verlesen, in welcher er bekanntgibt, daß er sein Senatsmandat in Konsequenz seines Konfliktes mit dem Senatspräsidenten ni-ederlege. Anläßlich seiner Interpellation in der Fallik-Afsäre richtete Oberrabbiner Zirelsohn heftige Angriffe gegen den Antisemitismus und verlangte, daß die Regierung alle Mittel anwenden möge, um der antisemitischen Verhetzung ein Ende zu bereiten. Die Rede des greisen Oberrabbiners wurde von den C u z i ste n mit ungeheurem Lärm ausgenommen. In derselben Sitzung wurde aus Vorschlag des Senatspräsidenten Co an da beschlossen, die Rede Zirelsohns nicht im Amtsblatt 'zu voröffent-. l i ch e n. Aus di-esem Beschluß hat nun Oberrabbiner Zirelsohn die Konsequenzen gezogen. Bei der Abstimmung ü^er das Demifsionsschreiben Zirelfohns wurde die Niederlegung des Mandats mit 80 gegen,17. Stimmen. Hur Kenntnis genommen. Bei der Beratung des Budgetkapitels „Aeußere s" im Finanzausschuß des Nationalrates machte es der Sozialdemokrat Leuthner dem Bundeskanzler Dr. Seipel zum Vorwurf, daß er dem Anschlutzgedanken k ü h l g e g e n ü b e r st e h e. Besonders die Rede Dr. Seipels in der Sorbonne habe den Franzosen ganz deutlich gesagt, obwohl Beschlüsse über den Anschluß vorliegen, so müssen sie sich darüber gar nicht aufregen, weil Oesterreich sich entschlossen auf den Boden der Realpolitik stelle. . , Bundeskanzler Dr. Seipel erwiderte: „Fm der Frage des Anschlusses ist mein Standpunkt und der meiner Partei bekannt: Wir Jjolten uns an drei Grundsätze. Wir glauben erstens, daß eine Politik des ewigen D e m o n st r i e r e n s gegen Tatsachen keine Berechtigung hat, ja s ch ä d l ich ist, zweitens sind wir der Meinung, daß wir R ealp o li t i k machen müssen. Wir glauben, weder der deutschen Nation, noch unscvem Oesterreich zu dienen, wenn wir nicht in diesem Augenblicke alle Kräftedaraus konzentrieren, daß der „zw e i t e d e u t s ch e S t a a t" erhalten werden bannf daß er nicht etwa einem wirtschaftlichen.Verfall oder einer sozialen Revolution anheim fällt- - Der Ausdruck vom „zweiten deutschen Staat" stammt.aus einer Begrüßung, | die mir in B e r li.nl zuteil wurde/ Der drifte Grundsatz „ ist, daß wir: es felbst'cerständkichals t^rMottvenbigM-er^- .'achten, der Weltdas.OWtrauen„lieizrrVriygen,-.jfirß-'Dr Bd r träg e'chch t en u n d a u ch n i ch t i m geh e i - Die Wahl her Wischen Bettreter ins nngarifche Mrhans. Budapest, 1. Dezember. Heute erschien die Derord- .nung .des Kultus- und Unterrichtsministers über die Wahl der Vertreter der israelitischen .Kon fessi o n im Oberhausei Jtn Sinne dieser'Per-' ordnung sind zur Ausübung des Wahlrechtes die.selbstständigen israelitischen Hteligionsgemeinden. berechtigt. Die Religionsgemeinden üben das Wahlrecht durch je zwei Delegierte aus. Einer dieser- Delogierten ist der Präsident, im Falle seiner Verhinderung, der Vizopräsideirt der Religionsgemeinde, der zweite, aber der. ordnungsgemäß gewählte Rabbiner. Die.Ofner, Altofner und Steinbrucher selbständigen autonomen.Religionsgemeinden, sowie die Budapester 'orthodoxe Gemeinde nehmen an der Wahl durch je zwei Delegierte teil, während, die Pester autonome neologe Kultusgemeinde außer diesen zwei Delogierten noch weitere 18 Delegierte ent- Gememdevorstand aus den Gemeindemitglie'dern, während die übrigen neun Delegierten -aus der Reihe der sendet. Von bissen letzteren -wählt neun Delegierte : Her Rabbiner zu nominieren sind. Die Wahl erfolgt aus Grund einer Nominierung. Die Nominierung hat im Wege des Innenministers dis zum Beginn des zur Wahl der Overhausmitglieder festgesetzten Dermines zu erfolgen. Die Kandidierungskömmission der auf der neo° legen Kongretzbasis - stehenden Organisationen bringt drei Seelsorger in Vorschlag. Von diesen muh einer Rabbiner der Pcister israelitischen Rßligionsgemeinde, ein zweiter Rabbiner einer Kongretzgemeinde in der Provinz und ein dritter Rabbiner einer Status-quoante-Religionsgemeinde sein. Die orthodoxe Organisation kandidiert drei orthodoxe Rabbinew Die Kandidrerung sowie die Wahl der in das Oberhaus zu entsendenden Rabbiner erfolgt in geheimer Abstimmung. Die Wahl 'der Rabbiner ins Oberhaus gilt für Lebensdauer. Dr. Seipel, der gestern im Budgetausschuß über den Stand der V i s u m f r a g e interpelliert wurde, verwies dar- Mf, daß Oesterreich bereits in: Verkehr mit einigen Staaten den Visumzwang fallen gelassen habe. Gegemvärtig wird das Visum im Verkehr mit dem Freistaat D a nz i g" abgeschafft. Im nächsten Ministerrat soll die Frage der Visa einer g enerellen Regelung nähergebracht werden. Gegen eine einseitige Mschaffung des Visumzwanges sprach sich der Kanzler aus, meinte aber: „Wir.könnten vielleicht eine.generelle Visaabschaffung mit Reziprvzitäts>- klausel vornehmen. Dadurch wäre das Visum für jene Staatm abgeschasst, die es auch Uns gegenüber abschaffen. Dieser Weg steht jetzt in Verhandlung." - Die Rrfte Der österreichischen Ganiertmgs« anleibe. 1 Beratungen des Genfer Finanzkomitees. Genf, 1. Dezember. Auf der Tagesordnung, der morigen beginnenden Tagung des Finanzkomitees des BöRerbundes steht unter anderem die Verwendung des Restes 'dter österr-ei'chifchen Sanierungsanleihe,. -sÄstMMvowFttkurrLich.gelegentlich der ung arisch«n r a n k e'n s ä l s ch e-r ws f a re beantragte 1 nt e r n at i o n a l e- K o.n v e n t i o n g e g e n d i e F a l s ch m ü nzerei, sowie der Bericht des Bölkerbundkommissärs über die Niederlassung der bulgarischen Flüchtlinge. ftentoartfti in PMstina. Jerusalem, 30. November. Aus zuverlässiger Quelle wird mitgeteilt, daß Commander Kenwortihh, der soeben bei der Nachwahl ins Unterhaus, der er sich infolge seines Uabertrittes zur Lavour Party unterziehen mußte, zum Mitglied des Parlamentes gewählt wurde, am 5. Dezember von Neapel nach Palästina abreist. Er wird etwa 10 Tage in Palästina bleiben und vor seiner Reise nach d e n B e r e i n i g t e n S t a a t e n, wo er Doktor Weizmann bei der Kampagne des United Palest i n e A p p e a l unterstütze n will, noch nach Lorwon zurückkehren. - Keine Erhöhung des gnstnndhnltnngszinses. Unter dem Vorsitze des Landesgerichts-Wizepräsidenten Dr. I a i t n e r fand gestern nachmittags «ine Sitzung der Kommission für die Festsetzung des Jn- .standhaltungsginses für Wien statt. Der Hausherren-- Vertreter Ingenieur Berehinak beantragte die Erhöhung des Jn-standKaltungsizinses auf das 2641fache, Ingenieur Neubauer (Kammer für Handel, Gewerbe, und Industrie) auf 'das eintausendfaiHe und Gemeinderat Schleifer als Vertreter der Mieterschaft auf das 226fache. Nach längerer Döbqtte wurde ein Antrag des Sekretärs Hoffmayr gegen die Stimmen der Vertreter der Hausböfitzer und des Vertreters der Kammer für Handel und Gewerbe angenommen, wonach für «die Erhöhung des ^nstandhältungszinfes nur die Erhöhung der Baumaterialpre-ise und . Arbeitslöhne seit dem 1. November 1932 als maßgebend anzusehen i'st. Nach dieser Beschlutzfafsung erklärten die Bevtreter der Hausbesitzer und der Handelskammer, daß sie an einer nur in diesem Rahmen vorzune-hmenden Erhöhung des JnstandhaltungHzinses kein Interesse hätten. Nach Rückziehung des Antrages des Gemeinderates Schleifer entfiel eine Beschlußfassung über die Erhöhung des.Jnstandhaltungszirrses. Dieser bleibt demnach für Wien unverändert in der Höhe des lööifachen Friedenstzinses. men auf einen Bruch der Verträge durch das Mittel der Gewalt oder der Intrigen hinarbeiten." Bltl«RT 5 Preise Homespuns . . . . Kostümstoff , . . . 5por1-8ehottsn. . . Shetland.. Ragtanstoff . . . . 8 WOO M 490 » 9*90 , S «« , 31-90 Brüder Schlffffmanii Wien. II. Bez., Taborstraße Nr. 48