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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-01 · Heft 2788 (1.12.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2788 (1.12.1926)
Date
1926-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite C Men, MWvoH Wtemr MoeMrzettrms I. DezsMer 1926 N r. 2788 Volkswirtschaft. uc^ntuiut. Die 'Strafe wurde durch die ltntetfjuchungShast als ueröüfet evKart. Juliane Moransty wurde freigesproch e. n, weil der Gerichtshof bei dem zurückhaltenden Wesen -hres Gatten nicht mit voller Sicherheit annchmcn konnte, daß er sic zur Mitwisserin seiner Verbrechen gemacht habe. Di« P r iv a i'oo teil i g tc n wurden auf den Zivil rechtswog ver>w Lesen. Valerie Ho^daMPf erklärte das Urteil anzunehmen. Trotzdem hielt sich Verteidiger Dr. Sperber sowohl für sic als auch für Julius Moransty Bedenkzeit offen. Als Moransky abgeführt wurde, nahm Valerie Ho-ldampf unter Küssen von ihm Mffchied. Die Milliardendetrügereieu der Frau Ronny. Im Juni v. I. erregten die großen Betrügereien der Frau Emilie Marie Ronah, einer Dame der varneMrch.»t Budapester Gesellschaft, großes Aufsehen. Auch die Wiener Polizei beschäftigte sich sehr eingehend mit dem Fall. Frau Ronay war am 18. Dezember 1W1 in einer Wiener Notariatskanzlei erschienen und ließ sich eine VollmaM auf den Namen Margit Krajner ausstellen. Als Jdentitätszengen fungierten Jaroslaw Biberowitsch und dessen Frau. Nachträglich kamen Biberowitsch Bedenken und er veranlastte Frau Ronah, ihm die Vollmacht auSzufolgen, die er vernichtete, bevor noch etwas damit geschehen war. Im Febnrar 1925 kam Frau Ronah allein in die Notariatskanzlei, und ersuchte um Ausstellung von Vollmachten zur Behebung von TarlchenSgeldern, die ihr auf Grund der früheren Vollmacht anstandlos ausgefolgt wurden. Auf Grund dieser Vollmachten verschaffte sich Frau Ronah in Budavest vom Warenhaus Perl mehrereMilliarden. Tlls Frau Krajner, eine reiche Budapesterin, davon erfuhr, kamen die Betrügereien auf und Frau Ronah wurde verhaftet. Mit Rücksicht auf ihren Geisteszustand wurde jedoch die Untersuchung eingestellt. Gegen die Eheleute Btberowitsch wurde ein Verfahren wegen Mitschuld am Verbrechen des Betruges eittgeleitet, das jedcch eingestellt wurde. Sre wurden lediglich wegen Uebertretung des Betruges angeklagt, weil sie wissentlich unrichttge Angaben vor dem Notar gemacht und dadurch den Staat in seinem Auflichtsrerbt geschädigt hatten. Biberowitsch gab an, ihm sei die Sache gleich bedenklich vorgekvmmen, doch wollte er Frau Ronah, die sich einen falschen Namen veigelegt hatte, vor dem Notar nicht bloßzustellen. Er habe im ganzen von Frau Ronah 300 Schilling als Ersatz seiner Kosten rrhalten. Landesgerichtsrat Dr. A r i c verurteilte JaroSlaw Biberchvitschj zu einem Monat, seine Frau zu^ 14 Tagen Arrest, beide bedingt. Vereine, Bortröge und Brrsammlmisen. Zionistische Frauenorganisatio» Oesterreichs. Heute, halb 7 IBjt abends, im zionistischen LandeSkomitee, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, Sitzung der Leitung und der Bezirksvertreterinnen. — Jüdische TisHgeseüjchaft Landstraße. Heute. MitLwoch, halb 9 Uhr abends, Ca je Lovrana, Bortrag von Dr.^Martha Hoffman n: „Die Frau in der M-ischen Renaissance." (Gemeinsam mrt der Frauengruppe veranstaltet.) — Jüdischer Verein Nord-Ost, 2. Bez., Taborstratze 21a. Heute, 8 Uhr abends. Vortrag Aron Schwertfinger v&tz „Die französische Revolution und die Juden". Eintritt frei. Gaste willkommen! — Der Pfadflnderbünd „Zirenu" veranstaltet Sonntag, den 5. Dezember eine ChanuÜaseier unter freiem Himmel in den Sieveringer Steinbrüchen. Gäste versammeln sich um 4 Uhr bei. der Endstation des 39er- Wägens, wo sie von einem mit blamveißer Schleife versehenen Ordner «mpifangen werden. — Jüdisch-akademische Verbindung „ItnifoS", 6. Bozi, Auerspergstraße 21. Heute. Mittwoch, Seminar Dr. Dtax Kiwe: „Der konstruktive Revisionismus — d-er revisionistische Part-eitag Erez Israels." — Landesverband der Zionlsten-Novisionisten. Morgen. Donnerstag, halb 9 Uhr abends, im' Klubyeun» Cafe Miller, 1. Dez., Schottenring, Ausschuß» und KommissionSsitzung. 8 Chanukahfkier des Vereines „Tiktvath Jehvva". Heute, im DereinSheim, 8. Bez.. Dennoplatz 1, präzise 8 Uhr abends, Chanukahfeie r. Festrede: Proff. Dr. Goldberger; Entzünden der Chqmckahfeier: Obertautor MargulieZ; JMische Gedichte: Frl. Berti Hammer; Rezitation: Herr Arthur Preist. Anschließend' Tanz. (9. Fortsetzung.) Beschneite tzpimwebeN. Eine Ehegeschichte von Max Brod. ' Sie waren unversehens in den kurörtlichen Teil des Städtchens geraten, der jetzt im Winter menschenleer dalag. Vornehme Straßen, große Hotels mit geschlossenen Fensterläden. Der unberührte Schnee trachte unter den Füßen. Es roch nach Nässe und sauberer Frische. Um ein rundes Quellteprpelchen war ein moosgrünes Band geschlungen, unter dem Griechendach, trug in alten, schönen Gotdbuchstaben der Goethe-Zeit die Inschrift: Dem Wöhle der Menschheit. In der hellen Wintersonne hatte der Wind nachgelassen. Schnee und Ruhe in diesem unbelebten Viertel schienen alle Konturen der Häuser und Kolonnaden mit besonderer Deutlichkeit, wie in einem guten Fernglas, hervorzuzeichnen. .7- . „Seit viersehn Tagen also?" Nach langer Pause erst konnte er reden. ,ßo lange hast du es gewußt? Und nichts gesagt — und bist mit mir in dieses Nest gefahren?" ,Sch konnte es nicht ertragen, Steffl, daß du den Brief unterschlagen hast. — Es war mir furchtbar, als ich das bemeEe. — So wartete ich lieber. Ich hoffte, daß du bald die Wahrheit sprechen würdest . . ,-Und hätte ich es nicht getan? . . ,)Du weißt doch selbst," auch sie schauerte zusammen, . „daß es ohne Vertrauen kein Zusammenleben gibt.«' „Du wärst mir also da müssen wir eigentlich dem Herrn von Unstrut sehr dankbar sein", würgte er hervor. Sie rieb eine seiner Hände swischen ihren beiden Handflächen; imowohl sie Handschuhe trug, war das Laue ihrer Harrt, ihrer Liebkosung fühlbar. Das Weinen mx ihm nahe gewesen. Nun beruhigte sie ihn nach ihrer Sie deutsch-englWe gavustriellellkonkerenr am S. Leiemder. Berlin, 30. November. Die Begegnung zwischen Ken Vertretern des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der Federation os British Jndustry wird am 3. Dezember in London stattfinden. Die Zusammenkunft ist lediglich VerHandSangesvgLnheiten gewidmet. Sie bedeutet deshalb auch keine Fortsetzung der anfangs Oktober sivitge» habten Verhandlungen. Im Nahmen der Erörterungen allgemein wirischaftSpolitischer Natur werden voraussichtlich Handels- und zollpolitifche Fragen, gewisse Punkte der Wel twi r tscha s t s k o n fe r enz, des Ausstellungs- und Messewesens sowie die Probleme der Doppelbesteuerung einen großen Raum einnehmen. Polnischer MÜschaftrbrlef. Prottsivcrsammlung der jüdischen jkaufmaunsthaft. — Konvertierung der Psiandl-riefe und Kömmuiraksbligattorren der Lemberger Landeöbank. — Rückgrng des GetreidecxporteS. —, Der 'H olzma^ikt. — Ei« neues Devisengesetz in Borlbereitung. — Die Börsen. (Don unserem Warschauer Korrespondenten.) Warschau, 23. November. Eine am Sonntag abgehalteno Massenversammlung der jüdischen Kauflcuto in Lemberg bewies, daß die SanierungsMaßnahmen der Regierung doch noch nicht den beabsichtigten großen Erfolg gehabt haben. Sie werden vielleicht das Budget ins Gleichgewicht bringen und die Handelsbilanz aktiv erhalten, dem kleinen Kaufmann wird aber so lange nicht geholfen werden, bis sich die Regierung nicht entschließt,' mit dem fiskalischen Steuersystem ihrer Vorgängerinnen zu brechen. Diesen Gedankengang haben die meisten Redner, darunter der Abgeordnete Dr. Leon Reich, in der Protestversammlung der jüdischen Kaufmannschaft vertreten. In den Resolutionen wurde irtsbesondere gegen die Industriesteuer in der Form von Gebühren für Jirdustrieerzeugnisse protestiert. Die Steuer wurde als verfassungswidrig und als Rest der zaristischen Finanzgesetz - gebung bezeichnet. Ferner iöurde gegen die ungerechte Verteilung. der Einkommensteuer Einspruch erhoben, die von ganzen Schichten der Bevölkerung (gemeint ist in erster Linie die Landbevölkerung), die diese Steuer zahlen sollte, nicht entrichtet tmrd. Schließlich, wurde auch gegen die Mißgriffe der Steuerbehörden in der Bemessung der Einkommensteuer für das Jahr 1926 protestiert. Den Grundton der Ansprachen der Vertreter der Kaufmannschaft bildete die bittere Klage über die trostlose Lage der jüdischen Kausleute in Polen. Das Finanzministerium hat den von der Bank für Landwirtschaft vorgelegten Plan der Konvertierung der Pfandbriefe und Kommunalobligationen der gewesenen Land es bank in Lemberg bestätigt. Dagegen hat das Finanzministerium die Forderung des Kurators, die Pfandbriefe und Obligationen in Goldzloty zu konvertieren, als den bestehenden Gesetzesvorschristen widersprechend abgelehnt. Vor zwei Wochen hat der Mim'sterrat einen Antrag des Ministers des Innern, ein Verbot des Getrcideexports aus Polen zu erlassen, abgelehnt. Es tvurde dagegen beschlossen, durch Devisenvorschriften der: Export einzu- Art. Auch damit, daß sie die lustige Berlinerin wieder zum Vorschein brachte: ,^ch Hab' mir ja 'ne Knille in Bauch gelacht, wie. du mit der Schnapsidee ankamst." Und sie tat noch ein übriges und erzählte (wohl damit er nicht beschämt sei — aber vielleicht war es auch die reine Wahrheit), daß sie quitt miteinander seien. — Habe er ihre Briefe nachgesehen, so sie auch die seinigen. Schön sei das nun ja gerade nicht. Und wahrscheinlich viel Neugierde dabei. Aber doch auch Liebe. Oder Liebe zu allererst? — In der Nacht sei sie nämlich^ in sein Arbeitszimmer geschlichen und habe die Geschäftsbriefe gelesen. Und dies der Grund, weshalb sie seinen Roden nicht geglaubt habe und sogar auch seinem großen Brief an sie nicht, dem Brief mit denr Schlußsätze, daß die Fabrik doch nicht gar so schlecht gehe und „katastrophal noch lange nicht". Was sie nämlich in seiner Geschäftskorresponidenz gelesen habe, sei ja nach ihrenl Laienverstand schon reichlich ,/gar so schlecht" ilnd „katastrophal" gewesen... Seine Gedanken Mienen nicht ganz bei der Sache zu verweilen. Daß er ihr ihre Neugierde verzieh,' durste ja klar sein; denn weshalb hätte er sie wohl so heiß und nah an sich gehalten? Aber es war doch noch etwas anderes, woran er dachte: „Nachts — in meinem Arbeitszimmer? — Und deshalb also . . . deshaD wohl; . . dein Schlafßimme-r abgesperrt?" Sie nickte schnell. Und er schien ganz einverstanden mit ihr. Es war ja wirklich alles so nahe beisammen, Liebe und. Verrat -- Treue und Egoismus. Wer kannte sich da aus? Er zumindest hatte im Augenblick -nicht den Mut, die Beweggründe zu sondern. Und auch sein Steckenpferd: „Geldwährung oder Gefühlswährung" -~ -s schien ihm nicht recht prEikabel im Augenblick. Etz mußte auch gar nicht erst darüber gesprochen werden,, daß er Mathilde nun gern ins Engagement nach Berlin fahren ließ — und warum — und ob sie nur ihres Talents wegen, das sie drängte, zur Bühne ging, oder schränken. Es zeigte sich aber, daß der G.atrvrde' ex Port sich von selbst verringert hat, denn während im vorigen Monat aus Polen 36.000 Tonnen Getreide geführt wurden, betrug der Export von Getreide in diesem Monat nur 7000 Tonnen. Die Preisgestaltung am polnischen Hvlzmarkt ist nicht einheitlich und hängt von dcr Gegend ab bzw. von der Nachfrage nach drn einzelnen Gattungen. Während nach Weichholz Nachftage herrscht, ist die Tendenz für Hartholz schwach. Angesichts der erhöhten Nachfrage nach Baumaterial im Junem des Landes macht sich das Fehlen einiger Gattungen bernerkbar, und für diese Gattungen trat eine steigende Preistendenz ein. Es ist aber mehr als zweifelhaft, ob sich bei einem normalen Anbot die jetzigen Preise tverden halten können. Das Interesse für polnisches Holz hält auch im Ausland tvoiterhin an. Insbesondere aus Holland, Italien, der Tsch-echosloivakei, der Schwyz und Ungarn laufen immerfort neue Aufträge ein. In den letzten Tagen kam das Syndikat der Holzexporteure Polens zustande. Das Einlagekapital beträgt 100.000 Zloty in 100 Anteilscheinen. Das Syndikat ist zum Zivecke des Exports ohne die Vermittlung Danzigs gebildet worden. Die Verkaufs-- abteilung hat die englische Firma Churchill Esym übernommen. Die polnische Handelsbilanz, deren Aktivität durch einige Monate vie! zur Stärkung der Wirtschaftslage beigetragen hat, hat in der letzten Zeit eine Schwächung erfahren, die durch die Liquidierung des englischen Bergarbeiterstreiks sicherlich auch weiterhin noch zum Ausdruck kommen wird, da die Kohle die Hauptpost des polnischen Exports in der letzten Zeit bildete. Die öiegierung beabsichtigt daher, durch ein neues Devisengesetz alle aus dem Export einfließenden Valuten zu erfassen, um sie der inländischen Industrie zur Verfügung stellen zir können. Ein tschechoslowakischer Wirtschaftsfachmann weilt derz-it in Polen, um dieses Gesetz nach tschechischem Muster abzufassen. Die Valuten situ ation hat in der letzten Woche keinerlei Aenderung erfahren. Der Zloty konnte sich auf den ausländischen Börsen auf seinem stabilisierten Niveau erhalten. Der Dollar wurde zwischen 9.5 Zloty und 9 Zloty rwllert. Der Tagesumsatz betrug zwischen 375 und 340.000 Dollar und wurde zur Gänze von der Bank polski gedeckt. Die Newyorker Devise notierte in der vergangenen Woche 9, der Dollar 8.99. Bon den europäischen Devisen erreichte eine bemerkenswerte Kurserhöhung der französisch« Franc, Und die italienische Lira kehrte ' nach einer kleinen Kucseinhnße zu Seginn. ,dex. Woche zu ihrem' normalen Kurs zurück. Die Aktie ubörse in Warschau >vies einen Kursrückgang aller Papiere auf, mit Ausnahme der Akti'en Nobel, die 20 Prozent gewonnen haben. Am rneisten verloren die an der Warschauer Börse führenden Aktien Stacharowice, die 10 bis 12 Prozent gegenüber der vorigen Woche eingcbüßt haben. Auch der Umsatz?rnd das Interesse des Publikums hat abgwommen, und über die Kurse entscheidet ausschließlich die Kulisse. Erst bei Wochenende hat eine festere Tendenz Platz gegriffen, die eine leichte Belebung hervorries. ISaiaiBBgwiliiMBiiiiMii . ■.[■ III irnniw.niuMpnwiMimT.iM^ UM ihm AU helfen — und welche Rolle das Geld bei all dem spielte und ob also das Geld über die Liebe gesiegt hatte oder umgükehrt. — Das alles verschwamm nämlich miteinander. Es gab für eine Weile diese scharfen Trennungen nicht, die uns beängstigen und schuldig oder unschuldig sprechen. Sondern die Stunde war da, in der man gang plötzlich erkennt, wie die Dinge aus sich selbst sich neu erschaffen und mischen und wiedererschaffen — die Stunde, in der kein Unglück auskommt, nicht ejnmal das des Geldes und der ArbeitAhöllen im Hintergrund. Ja, auch daß man nicht weiß, lvarum jetzt diese Glücksstunde, warum sie da ist und morgen vielleicht nicht und niemals mehr — nicht einmal dieser Gedanke raubt ihr etwas von ihrer Süßicfteit. Und wäre es möglich: er köstnte sic eher noch süßer und lebendiger machen. Stephan und Mathilde traten in einen Nadelwald, die jungen Bälume standen sehr dicht. Hior War es dunkel und totenstill.- Nur ein gläsernes Klingen rührte sich von den dick beschneiten Aesten — und zullveilen fern ein zarter Dogelrus. Ganz weit von allen Menschen fühlten sich die beiden, vbwohl die Straße nicht gar zu entfernt lief; aber das mißt sich ja nicht nach Kilometern. Immerhin stapften sie noch etwas tiefer in den Wald hinein, einer in den Fußstapfen des anderen. Dann standen sie still. Es roch, freundlicher noch als in den Gassen, nach Schneenässe, dazu nach Erde, feuchtem Hotz, altem Laub. Und verstärkt, wie Reifen iwt die Stirn, diese Ruhe, glatt und Mhl. Da zeigte ihm Mathilde frische Schneeslocken, die scheinbar ganz frei in der Luft hingen. Aber wenn man näher hinsah, merkte man, daß noch vom Sommer her feine Spinnennetze zwischm die dunkeln Nadeläste gespannt waren. Spinnweben genügten, um den Schnee zu tragen. In Spinnweben — Leichtes, vom Leichtestengehalten — hatten sich die Flocken verfangen und schaukelten leise, wenn man anftkeß. (SMvtz.)

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