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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-01 · Heft 2788 (1.12.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2788 (1.12.1926)
Date
1926-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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/ j Polen 125groszy | Wien: Znm Abholen in der Expedition, II., Taborstr 1-8 oder in einetVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I., Wollzeile 11 Mit kostversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60 Polen:Mon 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nachzahlunges bst PreiserbOboncren torbebalten SK. 3788 orgenjeituna «Bien, Mlttttmti, 1. Lezember 1926 (2§. ttialeto 5687). ' | Preis »« 01 England: Mon. 4 Schilling. Italien- Moflatl. 20 Lire ßum&nien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa, Schweis und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, 1L, Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-10 Ab 6 Uhr : Tel. 31-209 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150 693 SSSS5SS5ESSS5SS 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vvrangesetzteS E gekennzeichnet. ZozialveMemng oder Auflösung de« Rationalrates. Eine Erklärung Dr. SeipelS. Die Sozialdemokraten stellten gestern im Nationalrät den formalen Antrag, dem Ausschuß für soziale Verwaltung sei zur Berichterstattung über die Ar bei ter- Versicherung.ei ne Frist b i s 16. März- 1927 zu stellen. Bundeskanzler D r. S. e i p e I ersuchte namens der Regierung das Haus, dem Anträge zuzustimmen. Der Ausschuß werde durch diese Fristsetzung keineswegs vor eine unmögliche Ausgabe, ge stellt. Dr. Seipel erinnerte daran, daß nach den letzten Parteien'verhan>dlungen auch noch das A n g e st e l l t e n v e r s i ch erungsgesetz und das Krankenkassenorganisationsgesetz in diesem Jahre parlamentarisch erledigt werden könne. Die Regierung werde ferner einen Gesetzentwurf vorlegen, durch den die außerordentlichen Maßnahmen der A r'b ei t s l o s e n f'ü' r s o r g e, deren Geltung am 31. Dezember abläuft, um ein Jahr erste eck t werden sollen, wobei einige Härten des geltenden Gesetzes zu beseitigen sein werden. Nach Verabschiedung des Bundesvoranschlages und noch einiger anderer Gesetze werde der Weg für die V o llendung d e s S o z i a l v e r s i ch e r u n g sw er k e s' frei sein. Die ° vprgeschlagLne^ Frist werde hoiffetstlich ausreichew, um über' die/ n^..,KWtzsyW.- aber der Nätionalrat von 'der Unmöglichkeit überzeugen^ die ^.Schwierigkeiten zu überwinden, dann -wird er durch den von der Bundesverfassung v o r g e s -e h e n e n G e s e tz e s b e s ch l u ß seine G e se tz g e b u ng s p e r i o d e b e e n-d i ge n. Diesen Worten des Kanzlers folgte all gern e ineranhaltender.Beifal l und Händeklatfchen^des ganzen Hauses. Dr. Seipel verbeugte si-ck)'und sagte:-„Ich überzeuge mich wieder einmal, daß wir d a.r in einig sind." Der Antrag der Sozialdemokraten wurde hierauf zum Beschluß erhoben. Zer König von Rumönie». Em Brief König Ferdinands über die Thronfolge. Bukarest, 30. Növe-nber.. In der Kammer und im Senat wurde heute nachmittag ein - Brief verlesen, den König Ferdinand an Ministerpräsident Averescu gerichbet hat. In diesem Brief, der dem Publikum zugleich auch durch eine Extraausgabe des Amtsblattes zur Kenntnis gebracht wurde, teilt König Ferdinand dem MinisterPrÄsidenten mit, daß er schwer k r a n t gewesen sei, daß aber sein Z u st a nd s i ch e n ts ch e i d e n d g e b e s s e r t habe. Der König erachte es für seine Wicht, das von seinem Oheim, König Carol, begonnene Werk fortzuführen und seine Kräfte wie bisher in den Dienst der Konsolidierung des Landes zu stellen. Mit einer deutlichen Anspielung auf die rumänische Verfassung gibt der König in dem Brief zu verstehen-, daß er eine Rückkehr des Prinzen Carol nach Rumänien u nter keinen Umständen dulden werde. Heute vormittag empfing der König den .Minister des Innern, G o ga, und erlÄiigte'mit'’ihm' laufende Regierungsgeschäfte. Königin Maria wieder in Europa. London, 30. November. Königin Maria ist heute mit dem Prinzen Nikolaus und der Prinzessin Jleana an Bord der „Berm.garia" in Cherbourg eingetroffen und im Sonddrzugnach Pa- *13 weitergereist. Ui Urteil gegen den Anbrecher. , lönig Moransttz, | Nach zweitägiger Perhundlung wurde gestern der JuweleurÄcker Moransky uom Schöffengericht zu sieben Jahren schwerem Kerker, seine Geliebte Valerie Hohl dampf zu sechs Monate« einfachem Kerker ver* urteilt. Seine geschiedene Gattin wurde freigesprochen. Me Verstimmung zwWen Italien und Frankreich. Erkljirnuse« Briands in der Kammer. Paris, 30. November. I» der Kammer kam Minister des Aeußern Briand im Verlaufe der Debatte über das Budget des Ministeriums des Aeußern unter anderem auf die jüngsten Vorfälle zu sprechen, die in Italien, daS von Frankreich geliebt werde, Erregung und eine gewisse Mißstimmung hervorgeruftn hätten. Gegenüber diesen Vorkommnissen, bemerkte Briand, haben wir kaltes Blut bewahrt. Immerhin hat es sich aber dabei um Dinge gehandelt, über die man sprechen muß. Jedes Land yat ein Sicchch auf «die Regierung, die ihm patzt mir es hat selbst das Recht, in Mißstimmmlg zu geraten, aber es gibt da eine Grenze, wo Halt gemacht werden muß. Es hat widerwärtige Kundgebungen gegeben. Unser Botschafter hat.Genugtuung erhalten und die guten Beziehungen zwischen dm,beiden Landern sind damit.wieder.hergestellt. : Italien wird anerkennen, daß e', in seinem häusrichLN Zwist zu weit gegangen ist und daß damit ein Eiche gemacht werden muß. ' . ' Der. Minister erklärte sodann, er sei überzeugt,; daß I talien und^ Frankreich dlM berufM seien- .in..gutem Ein- - v e rn.e h yle UrMtoinantzer zu leben. Briand "befaßte sich södarm' unt der: d e U t's chfr a nzö si s'chen >Anrsä h e rung's.pvlitick. ,M-ine^Po^tik", sagte Briand, ist eine Friedenspolitik. Aber wir wollen einen dauerhaften Frieden herbeiführen und keilten fragwürdigen Zustand. ' /. „Wir wollen den Frieden sichern," fuhr der Premier fort — ,aber mit den erforderlichen Borfichtsm a ß n ahm e n. Wenrr wir die interalliierte Militarkontrollkonmtission aus Deutschland zurückziehen, muß sofort die Volkerbundksntrolle einsetzen. Briand schloß mit den Worten: „Ich bin sicher,, daß, wenn die Militärkommission aus Deutschland verschwunden sein wird, die durch dm Völkerbund «^geübte Kontrolle unsere Sicherheit nicht schwächen, sondern stärken wird."... | Als Briand die Rednertribüne verließ, drückte ih'nr Ministerpräsident Pvineare demonstrativ die Hand. Paul Claudel — französischer Botschafter i« Washington? Paris 30. November. In der heutigen Sitzung des Ministerrätes, die der Erledigung laufender - Geschäfte gewidmet war, würde cmf Vorschlag des Außenministers B r i a n d die Entsendung des -französischen -PötschaWS-?in.-' D»kip,^dS' bdf 'Ohckteü'MchM^'-PMl''.daLd ir l,-- :' %; gers nach M a sch i^n g t oi.n grundsätzlich gensshWL - Wie offizielleErnmnimg -wird edst vekirnntgegetzen werben, wenn. die Züstimmung der amerikanischen Regierung vorlregt. Sir msarifche Königskrage. Horthy und Bethlen bei Josef Habsburg. Budapest, 30. November. Reichsverweser H o r thy' und Ministerpräsident Graf Bethlen sind heute gemeinsam zu einem Jagdausflug auf das Gut des Erzherzogs Josef in Bankut abg-ereist. In politischen Kreisen mißt man dein Besirch Horthys und Bethlens bei Erzherzog-Josef größte Bedeutung im Zusammenhang mit der Debrecziner Rededes MlmsterprLfiüenten'zu, in der Bethlen bokanntlich alMndigte, daß die unga rische Königs frage durch das neue Parlament g e l ö st werden wird. - ,,Csti Kurir" nimmt es für sicher, daß Bethlen dem. neuen Landtag die f r eie Kön i g8 wachl Vorschlägen . wird. Die extremen Legitimisten wie App.onyi und A nd r a s s y rüsten daher züm schärfsten. Abwehr-kampf gegen die Abficht Bethlens, Erzherzog Alb recht auf den ungarischen Dhron zu bringen. Die Wahlen. Ohne Gegenkanb-idlrjvn gowähltze RegisrnngSvertveter. Btt-bapest, 30. November. Da im Sinne «des Wahlrechtsgesetzes, die Kandidaturbogen acht Dage vor. der Wahl de« Wahlkommissär vorzulegen sind,. mußten heute in 98 Wahlbezirken. in denen We Wahl für den 8. Dezember festgesetzt wurde, die Kandidi-erungSbogvn dem WahAommissär vorgelegt werden. Nach den hi-evülber vorliegenden Meldungen ist in zivka 60 Wahlbe^rken miit' der einstimmigen Wahl der . Kandidaten 'der Negierungspartei zu rechnen, da' in diesen Bezirken keine Gegenkandidaten aufgestellt wurden. Unter den mangels eines Gegenkandidaten schon jetzt als einstimmig gewählt zu betrachtenden Avgeovd-neten befinden sich Ministerpräsident Graf Stephan Bethlen, Honvedminifter Graf Csakky, Minister des Innern Seitovfziki, Mnanzminifter ' B'ü>d, Kultusminister Graf KlebelsberK Justihminifter Pesthi,. Staatssekretär Sz.tra ny'avsky. 'Staatsscikvotär P ro na y. Gs.'ist ferner mit der einstimnngen Wahl des? Ministers des Aeußern W a l k o und des Grafen Akbert A'ppomhi zu rechnen. Kenworitztz wievergewSH». London, 30. November. Bei der UnterhauSevfatzwahl in Hüll wurde dev von den Liberalen zur Arbeiterpartei übergatretene Oberst Aenworthh mit übcrwiegen?der Mehrheit wiedevgswcihlt. Me Meserausuahme ver Arbeit ln den engUsche« Srnbe«, London, 30. November. Die Arbeit in «den Kohlengruben ist gsstern allgemein wie b e-v a u f g enommen worden. Ein MißtrasenSvotum der Arbeiterpartei. L o n d o n, 30. November. Die Arbeiterpartei hat bes schloffen, ^gegen die Regierung wegen ihrer Haltung im Bergarbeiterkonflilkt ein Mißtrauensv otum ein* zubringen. eine Zusammenkunft Tschttscherin—MeskN Warschau, 30. November. In Aesigen politischen Kreise» Verlautet, daß T sch i t s ch e r i n, der vekanntlich nach Deutschland reist, sich auf dem RütLveg in Warschau aufhalten wird, um mit den Vertretern der polstischpu Regierung in engeren Kontakt zu treten, Cs ist nüht aükgeschlossen, daß zwischen Tschitscherin und dem Polnischen Außenminister Zaleski in Paris eine Zusammenkunft erfolgen wird. Tschitscherin in Berlin ein getroffen. Berlin, 30. November. Der russische VolkÄomnnssar des Aeußern Tschitscherin ist heute hier eingetrosfen. Er beabsichtigt, morgen nach Frankfurt am Main weiterzureisen, wo er sich in die Behandlung eines Spezialisten begeben will, rer Kampf «egen Sr. Aenesch. Prag, 30, NovemLer. Der Pilsner n-ationaDemochatij«hs „C-askY-Deinik" behauptet, baß.mit dom Eintritt der «Slowaken in die Regierung. der Austritt Dr. Be n e sch erfolgen werde. Bei der Neikonstruktion des Kabinetts werde es auch zu Aenderüngen in der Zuteilung einzelner Refforts kornmen. Die Be rhandkunge.« seien bereits im vollen. Gange. ,/siravo Lidu" nimmt von der Nachricht Notiz nBd bemerkt, daß Miniistevpräisident Svehla sich für das Be-r-!b l erben D r, B. e n e f ch im Amte einfehe. Republikanische Mehrheit Im amerikanischen Senat. Portland (Maine), SO. November. Meuter.) Durch die Wahl des «pMAanischen Kandidaten Gould, die mit starrer Mehrheit gegen den demokratischen Gegenkandihate» erfoVgte, ist die republiraniische Mehrheit im Senat gesichert. Die Wahl war von besonderer Bedeutung, da der Senat bisher aus 47 RopMikanern und 47 Demokraten bestand. Hm Repräsentantenhaus haben die Republikaner eine sichere Mchrhei' /•

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