Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2787 (30.11.1926)
- Date
- 1926-11-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: 2& grosasy | Wien: Zum Abholen inder Expedition, II., Tabofstr 1-8 oder in einerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkant in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I,, Weilreile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon 6 Zloty Deutschland: Mon. 6m. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 85 Nachaahmnuen bet Pt»U- rbObaacreo forbahaltoa | Preis gQ q i En gl an d:Mon.4SchiUing. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei B ul ga r i e n: Mon.100 Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II,, Taborstr. I Telephon: 44-0*88, 43*3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postspar* kassenkonto Nr. 150 693 91t. 2787 Wien. Rerutag. 30. November 1926 (24. Aisleto 8887). 8. Jahrgang Der verlorene Bergarbeiterstreik ln kngland Sine fitnsrnno Rardonaids. Im redaktionelle» Teil enthaltene eutgeltttche Miteilungen sind | Lurch ein vorangesttzteS C gekennzeichnet. Colonel Z. Wedgewood, oer Führer der englischen Arbeiterpartei, gewesener Minister im Kabinett Macdonald, spricht heute halb 8 Ahr abends, in einer ..= jüdischen Massenvers ammlung im Blauen Gaal der GophlensSle (ltt., Marxergaffe) über das Thema: Was erwartet die Kulturwelt vom jüdischen Palästina? Colonel Wedgewood ist eben von einer Informationsreise durch Palästina zurückgekehrt. Dmowslh gegen Pilsndssi? (Sin mtklareS Kommirntque deS polnisehen Äati«aaitz)ett,vkr«1en, Berlin, 29. .November.'. Das Wolffsche Bureau meldet aus Warschau: Die - schon'seit einiger -Zeit in Umlauf befindlichen Gerüchte/über. eme> innenipEtische A k t t des reaktionären Führers Roman D m o w - s k : bestätiig-en sich. Der gegenwärtig,in.Warschau tagende Rat des nationaldemokratischen Verbandes -vewfferrtlicht ein Kommunique, worin es heißt, daß die nationaldemokratische Partei, die „eine Konsolidierung der Nation" anstrebende* In i L i a't i v e Roman Dmotvsikis zur Kenntnis nimmt. Da esaber gleichseifig auch heißt, daß der nationaldemokratische Verband; .niemals die Person Roman Dmowsfis als einer' Partei-angehörig betrachtet hätte, so neigt man in politischen Kreisen der Auffassung zu, daß die NafionalderncEraten Roman Dmowffi ans eigene Verantwortung den Versuch unternehmen lassen, mtt verschiedenen rechtsstehenden und konservativen Gruppen Fühlung zu nehmen, um möglicherweise die Grundlage. des nationaldemokratischen Verbandes zu erweitern. Es fehlt auch nicht cm Stimmen, die von Mel nun g sv e r s ch lebe nh e i t e n zwischen Roman Dmowski und dem parlamentarischen Vorstand der nationäldemokratischen Partei wissen wollen. Trotzdem muß in der Aktion Dmowskis. ein Versuch erblickt werden, den innerpolitische::, gegen die Rationaldemokratie gerichteten Bestrebungen Marschall Pilsudskis entgegenzmvirken. Lie Bewegvvg oege« dir AusKvder i« Wnn. London, 29. November. (Reuter.) Außenminister Chambarlain erwiderte auf eine Anfrage Ramsay Macdonalds, die Lage in Hankau habe während ^der vergangenen Woche eine sehr e r n st e Wendung genom-. inen. Es scheine dort eine ernste Beweguuggegen die Ausländer zu bestehen. Regierung imd Adnriralität beraten über die dortige Lage. Chamberlain ersuchte Macdongld ferne Frage am Mittwoch neuerlich zu ' stellen. ' London, 29. November. Ramsay M a e d onald erklärte nach der Rückkehr von seiner Sahara- Reise einem Vertreter des „Daily Herald" gegenüber, es sei unnütz, die Augen vor der Tatsache zu verschließen, daß die Bergarbeiter geschlagen worden seien. Was die Bergarbeiter nunmehr zu tun hätten, sei, sich daran zu erinuew, daß Spaltungen schwächen und schlechte industrielle Arbeitsbedingungen bedeuten. Sie dürfen nicht vergessen, die Einigkeit wieder herzustellen und wieder eine machtvolle nationale Vereinigung zu schaffen, um die Angelegenheit in fairer Weise zu regeln und Vorteile wioder zn erringen, die man niemals hätte verlieren dürfen. Das Land habe das Recht, zu sagen: Der gegenwärtige chaotische Betrieb In den Minen soll aufhören. * Die Erklärungen des Führers der englischen Arbeiterpartei lassen erkennen, daß der. Kohlenarbeiterstreik | hauptsächlich deshalb verloren wurde, weil der Berg- V arbeitereFekutive die Zügel entglitten waren.' Die unj mittelbare Folge ist die. Schwächung der Bergarbeiter- I JiekrkmMng des rumänischen Königs. Budapest, 29. November. Ein Vertreter des „M a g y ä r o r s zag"? hat von der ■ rumänischen Gesandtschaft folgende Informationen über den Gesundheitszustand ' des Königs F e r d i n a n d erhalten: König Ferdinand ist tatsächlich krank. Er laboriert aber nicht an Krebs. Das Befinden des Königs hat sich in erfreulicher Weise gebessert. Ob ein operativer Eingriff notwendig sein wird, weiß man noch nicht. Zur Entscheidung dieser Frage sind ausländische Professoren nach Bukarest berufen.worden. Die Heimkehr der Königin Marie, ist in der . Tat durch die über die Krankheit des Königs verbreiteten Nachrichten beschleunigt worden. Die Frage derThronfolge ist durch den bekannten Parlämentsbeschluß geregelt, wonach infolge der Abdankung des Prinzen Earol, dessen minderjähriger Sohn Michael Anwärter auf den rumänischen Thron ist. Sollte auf dem Dhron eine Vakanz eintreten, bevor Prinz Michael großjährig ist, würde die Herrschaft durch einen Regentschafts rat ausgeübt, werden, ' dessen Mitglieder der Präsident des Obersten Gerichtshofes, der Patriarch und Prinz Nikolaus sein würden. Ein Schritt zur Abänderung dieses Parlamentsbeschlussis ist von keiner Seite erfolgt. » Ae kntwaffnuni Deutschlands. London, 29. November. Das Reutersche Bureau erfährt, daß in der nächsten Woche in Genf Besprechungen über die Entwaffnung Deutschlands von den Außenministern der Alliierten und Deutschlands gepflogen Iverden. Man hofft, hinsichtlich dev Ueber trotz ung der Funktionen der Interalliierten Kontrollkommission an ein Organ des Völkerbundes für die Kontrolle der deutschen Rüstungen zu einem Abkommen zu gelange:: sowie die Zusammensetzung und die Vollmachten dieses Organs festzusetzen. Ja» deutsche Schund- und Schmutzgrfetz angenommen. Berlin, 29. Novenrber. In der heutigen Sitzung des Reichstages wurde der Gesetzesantrag zur Bekämpfung der Schund- und Schmutzliteratur in z w e i t e r Lesung angenonrmen. Organisation, da eines der wichtigsten Ziele des Streiks, die Beibehaltung des Kollektivabkommens für den gesamten englischen Bergbau, nicht erreicht wurde; ebenso ist — zum. ersten Male — eine Verlängerung der bisher geltenden Arbeitszeit durchgeführt worden. Der Sieg der Bergwerksunternohmer ist freilich mit schweren Opfern für die. gesamte englische Wirtschaft erkauft, denn der Kohlenmangel hat wichtige Teile der Industrie und des Handels Englands lahmgelegt und es wird — bleibt der sogenannte Kohlensriede, der eher einem latenten Kriegszustand gleicht, erhalten — lange Zeit dauern, bis die schweren wirtschaftlichen Folgen des fünf Monate währenden Streiks wieder normalen Zuständen Platz machen. Zurücknahme der Ausnahmsbeftimmungen. London. 29. November. Innenminister Johnson- Hicks erklärte im Unterhanse, trenn 80 Prozent der Bergleute die Arbeit wieder ausgenommen oder die Verpflichtungen unterzeichnet hätten, wie dies ein Arbeiterdeputierter erklärt habe, würde' die Regierung am nächsten!Donnerstag' die'Ausnahmsbestimmuttgen, deren Ursprung in "dem Bergarbeiterkonflikt 'zu suchen sei, zur ü ck z u- Drr Streit tun M poWsche Preffevervrdnmtg Ein:ieiirr Konflikt zwischen Äegierung und Parlament. Warschau, 29. November. Am. Samstag, also am letzten in der Verfassung vorgesehenen Tag brachte die Regierung in den Sejm ^zwölf Verordnungen des Präsidenten' der Republik, darunter auch die Verordnung vom 4. November über di« Strafen für die Verbreitung unwahrer Nachrichten, das ist die viel umstrittene Presseve.rvrdnung ein. Entgegen den Auffassungen in informierten politischen Kreisen, daß. die Regierung die Pressevcrordnung nicht einbringe,: und sich so einen ehrenvolle:: Rückzug bereiten werde, hat die Regierung. jetzt einen neuen K o n f l i k t st o f f erzeugt, der die .Beratungen des Sejms 'sicherlich henrmen wird.. - Das Schicksal der Presseverordrmng ist übrigens nicht zweifelhaft, denn nach den: letzte::' Beschluß des Verfassungsausschusses über die Interpretationen des Artikels 44 der Verfassung über die Aufhebung von Verordnungen des Staatspräside:tten, steht es fest, daß die Presseverordnung bald von: Ausschuß und dann auch im Plenum aufgehoben werden wird. Die nächste Plenarsitzung des Sejms wird am 6.. vd/.r 7. Dezember mit der Tagesordnung „Presseverordnung" stattfinden. (Sitte Aonleren* über die Zomitagsnche in Polen. Warschau, 27. November. Im ArbLitsmimsteriun: fanb eine Konferenz in der Frage der Verlangerung der Verkaufs stunden und über die Sonntagsruhe statt, an der Vertreter der Kaufmannschaft und der Angestellten teilnahmen, An der Debatte beteiligte:: sich u. a. auch die jüdischen. Vertreter Abg. Wislrekß und Abg. Reich Abg. Wislick: betonte, daß die Zwangssonntagsruhe eine Störung des gesamten Wirtschaftslebens bedeute. Die Ämtern kommen am Sonntag in die Stadt und fnrden nur die Schanfftuben offen. „Wir an-" erkennen", sagte Abg. Wislicki, „die religiöse Sonntagsruhe und verlangen daher nur die Erlaubnis, die lGeschäfte zwischen 1 und 4 Uhr nachmittags, also in einer Zeit, da kein Gottesdienst ftattfindel^ offenhalten zu dürfen." Die Vertreter der polnischen Kaufmannschaft sprachen sich aus Konkurrenzgründen gen die Lockerung des Sonntagsruhegesetzes cn:s. z:.c Heu. ,.r1- ."r-'v ' —r~'-—;---!—"—~— B“a8S"' 5 PralM Homespuns . . . ^oswmstakk . , . Sport-Schotten . . Shetland. . . . . Usglsnfitotk ... .8 » n » H *) III Brüder Schiff mann a’so Wien, II. Bei., Taborstrafte Nr. 48