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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-29 · Heft 2786 (29.11.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2786 (29.11.1926)
Date
1926-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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[ Polen: 25 gfosgy 1 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr 1-8 oder in einerVerschlelßstefle (Trafik) monatl.b Schilling Straßenverkanf in Wien dttrch die Kolportenre der Firma Gold schm ied. Wollzeile 11 Mit Posttersand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche «Slowake!: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4.Frankreich, Belgien: Mon. Pros. 35 Naebs&blangeft bst 6ibObao«ret> »«rbebalten | Preis 20 gl England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monat!. 20 Lira Rumänien: Mon. 170Lei Bul gar ien:Mon.lOO Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien* ll.> Taborstr, 1 Telephon: 44-0*38, 43-3-19 Ab Ü Uhr : Tel. 31209 VU., Lerchenkelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisohea Postsparkassenkonto Nr. 150 693 91t. 278« Wie». Monlas, 28. Rovembet 182« <28. Kkslew 8887). 8. gahtgan« Bor der Entscheidung über das Aentralbankgesetz. Heute wlchllge Parteienverhandlungrn. — Ile Sozialdemoktlüe» drohen mit der SdstrMo». redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Vor der Tagung des Völkerbundrater. Besprechungen Dir Drummonds in Berlin. Berlin, 28. November. Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ist heute früh zu Besprechungen mit dem Auswärtigen Amt in der Frage des Vorsitzes der nächsten Ratstagung hier eingetrofsen. Erklärungen ZalesikiS. Warschau, 28. November. Vor seiner Abreise nach Genf hat der polnische Außenminister Zale ski den Vertretern der polnischen Presse gegenüber Erklärungen über die Stellung der polnischen Delegation zu den Problemen der Genfer Bölkerbundratstagung abgegeben. Zwei Fragen interessieren nach der Meinung des Ministers Zalcsii die Polen am meisten, das Sanierungsproblem Danzigs und die Abrüstungsfrage.. Die Niederlage der englischen Kohlenarbeiter. Erkiäruugeu Cooks. London, 29. November. Der Sekretär des Grubenarbeiterverban-des, Cook,, hat gestern in mehreren ProvinzstLdten über die Sage gesprochen und hiebei unfcnr anderenr erklärt: „W i r s i n d unterlegen. Es nützt nichts, Li-ese. Tatsache abzuleugnen. EI handelt sich nur darum,' die'giüsistiMen KomiPromißvorschläg-e anzunehmen. Man darf über nicht, vergessen, daß alle Bedingungen, die uns unter Drohungen aufgoAwungen wurden, nur so lange einge-halden werden, als diese Drohungen wirksam sind." Die Rückkehr zur Arbeit. London, 28. November. Die Bergarbeiter von Nor thn m b t r I a n d haben sich mit starker Mehrheit für die Wiederaufnahme der Arbeit unter den vorgeschlagenen Bedingungen ausgesprochen. , Die Konferenz der schottischen Delegierten hat den Bergarbeitern empfohlen, die Arbeit am Montag wieder aufzunehmen. Ile englisch-denlschen Mttfchastrvethandlungen. London, 29. November. Die Ankunft der Vertreter des Neichsvarban'des der deutschen Industrie wird für Mittwoch abends erwartet. Die Verhandlungen werden Freitag und Samstag in streng vertraulicher Form stattf'lnden. > Die Stellung der englischen Delogierten ist angesichts ' der Beilegung des Kohlenstreiks günstiger als bisher. Es wird versichert, daß die Verhandlungen ke i n e SP i tz e ge g e n A me t ila haben. Bepplao vatlbaldtnnch Amerika zuMgercist. Paris, 29.. November. Beppino Garibaldi, der Bruder des in Paris verhafteten Lockspitzels Mussolinis, Riccioti Garibaldi,, ist gestern wieder nach Amerika z u r ü ck g e k e h r t. , Er .verhielt sich ausfragenden Journalisten gegenüber sehr zurückhaltend und erklärte nur, daß er hoffe, daß sein Bruder nach vollständiger Rehabilitierung ihm bald nach Amerika Nachfolgen werde. Stoße politische SchlSgerele« in Berlin. 64 Verhaftungen. — Mehrere Verletzte. Berlin, 28. November. Im Laufe des heutigen Tages ist es an verschiedenen Stellen der Stadt zu politischen Schlägereien gekommen, wobei einige Personen verletzt wurden. Die Polizei mußte im ganze» 64 Verhaftungen vornehmen. Bei einer Veranstaltung des Gaues Brandenburg-Berlin des Reichsbanners Schwarzwt-gold kam es auf dem F e h r b e l l i n e r-- P l a tz während einer Rede des Reichstagspräsidenten L o e Ü e zu Schlägereien Mischen Reichsbannerleuten und Nationalsozialisten, wobei ein Schuß siel, der eineü ReichSbannermann am Kopf verletzte. Die polizeiliche Untersuchung förderte zahlreiche Dolche, Schlagringe und in einem in der Nähe haltenden Straßenbahnwagen einen Revolver zutage. Der heutige Tag wird gang den Verhandlungen der Regierung mit den Parteien über das Zentmlbankgesetz gewidmet sein. Um Raum für diese Verhandlungen zu schaffen, bat man den Finanz- und Budgeta u s sch it ß, in welchem noch morgen dieser Gesetzentwurf verhandlungsreif M das Plenum gemacht werden soll, auf Ab Uhr nachmittags verschoben. In den gestrigen Beratungen der Regierung mit den Vertretern der Mehrheitsparteien wurden die Forderungen bekanntgegeben, welche die Sozialdemokraten in der Zentmlbank-A.ngcrlegenheit gestellt haben, und von deren Erfüllung es abbängt, ob sie das Gesetz passieren lassen. Die HauptschwiLrigkoitco. liegen nicht mehr in der Frage der Refundierung der von der Regierung der Zentralbank zugewendeten Summen, ■ sondern in der Abfert'i g-u n g d e r Angestellten der Zentralbank. Daß die Sparkassen und die anderen Institute, die bei der Refnndieru-ng Mitwirken müssen, davon ■ nicht sehr erbaut sind, setzt solche. Beiträge zu leisten, ist begreiflich, doch konnten sic sich den diesbezüglichen Wüüschen der Regierung nicht entziehen und so haben sie in ihrer'Mehrheit sich für die fnt Gesetze vorgesehene R ü ckzah l n n g entschieden. ..Anders steht es'aber mit der Befriedigung der 600 Angestellten der Zentralbank. Die nach dein Kollektiv- . vertrag abzufertigenden Beamten bestehen darauf, daß bei ihrer Befriedigung auch das Zusatzübereinkommen, das im Jahre 1926, so wie in den anderen Banken, Eine japanische PMAinaliule. Tokio, 27. November. Die japanische Regierung hat soeben beschlossen, der Schiffahrtsgesellschaft „Nippon Pusen Kaishn" eine jährliche Subvention .im Betrage von 300.000 Pen zu gewähren, damit diese eine regelmäßige Fracht- und Passaglerlinie von Japan nach der Levante unterhält. Die Stationen, die von der neuen Linie berührt werden sollen, sehen außer Aegypten in erster Reihe Palästina (Haifa) vor. Die neue Linie wird vorläufig einmal im Monat einen Dampfer verkehren lassen. Präfiveut Masaryk« PMftinareise. Jerusalem, 26. November. (I. T. A.) Der Zionistischen Exekutive Palästinas ging die offizielle Mitteilung zu, daß der Präsident der tschechoslowakischen Republik, M a s a r y k, im Verlauf dieses Winters Palästina besuchen wird. (Nach einer am Montag vom ,,Pravo Lidu" gebrachte» Meldung ist die Reise Masaryks verschoben worden. — Red.) Re Kuban-Kosaken gegen die Wische Kolonisation. Moskau, 28. November. Das Sowjetorgan „Prawda" meldet, daß das Rayonskomibee der Sowjets im Kuban-Gebiet sich an die zentrale Sowjetrogieruug mit der dringenden Forderung gewendet habe, die A u f i c dlungvon Juden im Kuban-Gebiet sofort zu unterbrechen und solange auszusetzen, bis die gesamte Kosaken-Bevölkerung von Kuban mit eigenem Grund und Boden bedacht sein wird. Der energische Ton der Zuschrift werde die Zentralrogierung veranlassen müssen, diesem Problem größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Jet polnisch-lumSnische Gatgntievetttag talWett. Warschau, 28. November. In der gestrigen Sitzung des Senats wurde der Gar a nt i ev o rt ra g z w i - schen Polen und Rumäntcn mit Stimmenmehrheit ratifiziert. In der Debatte ergriff im Namen des jüdischen Sejmklubs Senator R i n g e l das Wort, der den Vertrag einer sachlichen Kritik unterzog und dann auch die Lage der j'üdi scheu Bevölkerung | auch in der Zentralbank zwischen dem Betriebsrat und der Direktion abgeschlossen und womit diese Augxstettten den Beamten der Großbankenmrgeglichen wurden, eingehalten wird. Das Fr na nz ministe r i u m hingegen ist der Meinung, daß nur der Koll -ektivvertrag i m I a h r e 19 2 4 hier in Betracht komme. Die. Vertreter, der Beamtenschaft der Zeutralbank wollen, aber auf der vom Finanzministerium vorg.schlagenen Basis die Angelegenheit nicht bereinigen. Nach dem Kollekti-vvertrag würden alle kollektivvertraglich augestellten Beamten eine Abfertigung von 2400 Schilling bekommen, Ivährend die darüber hinausgehenden Forderungen mit 60 Prozent befriediigt werden. Die Auffassung des Finanzministeriums, >datz die höhere ®« fertig«ng nach dem Zusatzabkommen nicht in Betracht kommerr könne, weil es zu einer Zeit abgeschlossen wurde, als die Bank schou passiv war, kann deshalb keine Geltung haben, da die Zentralbank zu dieser Zeit auch Geschäfte getätigt hat, die sie in diesem Zustande. nicht mehr äbschließen durfte. Der - sozialdemokratische. Klub im. Nationalrat stellt sich geschlossen hinter Ke Fordsrungen.der Angestellten, und wie ans den Kreisen dieser Angestellten verlautet, sind die sozialdemokratischen Abgeordneten für den Fall, als es die Regierung versuchen sollte, die Vorlage in ihrer jetzigen Fassung im Ausschuß ' durchbringen zu wollen, entschlossen, mit der O b st r u k t i o n ei n g u— setzen. in Rumänien zur Sprache brachte. Er'befaßte sich mit der Ermordung des jüdischen 'Studenten F a l l i k in Ezernowitz, sowie mit der Durchführung des Numerus clausus. Re Wische» Schnlfotdetvngen in Pole». Warschau, 28. Stovember. Die gestrige Sitzung des Budgetausschusses war dem Unterrichtsbudget gewidmet. Abgeordneter G r ü n b a n m kritisierte die Unterrichts- Politik der Regierung, die keinerlei Besserung austveist. Mährend es in der russischen Zeit in den staatlichen Schulen 10 Prozent jüdischer Schüler gab, beträgt jetzt der Prozentsatz 5 bis 6. Auf dem Gebiete des höheren U n t e r r i ch t s w e s e n s' hat sich gar nichts geändert. In Lemberg wuvden von 118 Schülern, die inskribieren wollten, 12 aufgenommen. In Warschau, wo man die von jüdischer Seite verlangten QualifÄationspvüfungen durchgeführt lhat, gibt es 30 Prozent Juden. Zum Schluß' stellte Abg. Grünbaum fest, daß die Hoffnungen der jüdischen Oeffenttichkeit auf eine neue Eipoche auf dem Gebiete des Schulwesens vollkommen e n.i> täuscht wurden. Der stellvertretende Mmsterpräsident Bartel erklärte, das Ministerium sei von den besten Absichten gegenüber den Minorrtatsschulen beseell. Was die Behauptungen des Abgeordneten Grünbaum anlange, daß die Mischen. Schulen von der Regierung nicht genügend unterstützt würden, erklärte der Minister, daß außer den Krediten der Gemeinden, der Genevalräte usiv. das Staatsbudget für 1926 -ebenfalls Kredite für solche Unterstützungen enthalte, aber bisher sei dem Ministerium kein einziges U n t e r st ü tz u n g s g e s u ch von Seite Mischer Schulen zugegan-gen. Das Budget wurde vom Ausschuß genehmigt. GntlaffmtB der polnischen Llremlnlftetr ffir Lalertlcht. Warschau, 38. November. Der Vitzemimster für Unterricht hat wegen Meinungsverschiedercheiten mit dem Unterrichtsmivister Bartel die Entlassung erhalten. Bartel erklärte in einem Gespräch mit Presftvertrete-rn, daß, wo zwei Männer nicht übereinstimmen, einer gehen müsste da er nicht die Absicht habe, gv öemissromeren, müste Herr Gatzczak Men.

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