Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2783 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Pole» t SS groszy| Wien: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-8 oder in einerVerschleißstollo (.Trafik) monatl.5 Schilling Stfaßenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I., Wollzeile 11 MiA Poetrersand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 6 Zloty Deutschland: Hon. Gm. 4. Fr an kr eich, Belgien: Hon. Pres. 35 Natehsshlnngflii bet PtelserbObttBffeo verbebeltea Wmf | Prctg flIO 0 Ln gl an d: Mon.4 Schilling. Italien: Monatl« 80 Lire Rumänien: Mon. 170Lei B nl ga r i en: Hon.100 Lewa. S c hw e i z und da* übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Titborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43*8-19 Ab 6 Ohr: TeL 81-209 M., Lerchenfol der Straße 1 (Druckerei 0Inva“) Wim. Freitag, 26. November 1926 (20. «Kiew 5887). Oesterreichisches Postspar* kassenkonto Nr. 150 693 8.gaßrgang i Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind dnrch ein vorairgesetzleS B gekennzeichnet. L. & r. Plowoils Winferspezialitäten weiße and braune GansIeberwQrste, geselchte Gansbrfiste und Bügel, BratwUrstel u, Augsburger, Zungenpreßkopf sind wieder ln allen unseren 662 Verkaufsstellen ttgllch frisch zu haben. Sie Srenre zwischen der Mel und dem graf. Bern, 25. November. (Schweiz. Dep.-Agentur.) Der Bundespräsident hat den Professor Fritz B a e s ch l i n (Zürich) zümVorsitzenden der gemischten Kommiss la n zur Festsetzung der Grenze zwischen der Türkei und dem Irak ernannt. Hie Wahlen in gndien. Niederlage der Swarndschisteu. London, 26.; Novemlber. . LAvoyl die einzelnen Waylergübnisse für^das i.nvische Ze«tr al-Pattarnent und für bie Proviritzial-ParlairnentL noch nicht vollfftündig vor- Liegen, - evgekben die Bisherigen Ziffern, einen. starken R ü ck-- gang der Stimmen der Siw a r.a Vf ch listen, die in den meisten Provinzen statt chrar ibiShengen großen Mehrheit nur Mit wsnitzen Mandaten in den: Mehrheit blei'ben. Die Zahl der stoaradschistischen MgjsorÄneken ilst jetzt, schon so stark vemn-iichert, baß SwarallsMten.nicht mehr in der' Laye sein dürsten» Die Parlamente dnrch 'GohEoMerung besDußunföhhg zi; machen; sie können: mir, indem sie «ntch. den letzten Mgeordneten bei Msiiimnungen.einisetzen, De>schIAssc verhindern^ mit denen sie nicht einverstanden sind Ra kaoperatlon 1« frauzSstschen gndochina. Eine Bewegung mtter den Anannten. Paris, 25. November. Nach einer Meldung der „Liberte" aus Saigon ist in Jndochina eine BohkottVewegung nationa l ist i sch e n Charakters entstanden. Die Anhänger dieser Bewegung haben beschlossen, keine Manzösischen Waren mehr zu kaufen. ' 7 Am Wafsenstillstandstage wurden ferner - zahlreiche Flugschriftender an a m it ischen Unabhä n g i gkeitsparte! beschlagnahmt, in denen die Bevölkerung zum Au fstand gegen die französische Verwaltung aufgesordert wurde. Achitscherin über Sdeffa. Moskau, 28. Novemdor. Tschitscherin eiÄbärte vor seiner Wreise einem Vertreter. der Sowjethrcsse über die Zusammenkunft mit dem türlischen Außenminister in Odessa folgendes: Nach sieben Jahren enger Freundschaft war es dringend notwendig, sich eingehend auSzusiprechen. Die Uchereinstömmung der Politik der beiden Staaten ist jetzt größer denn je. Das Schicksal beider Staaten zeigt eine auffällige - Parallele. Auch jetzt sind die Düvkei.'umh.die Sew>jetuinio.n noch immer bedroht und den Versuchen des WelOapitals ausge« setzt, im Wege eines friedlichen Eindringens und einer su>k« zesstven wirtschaftlichen Stärkung die Sowjetunion und das türkische Vollk sich zu unterwerfen. Aber ebenso wie die Sow- ' jötunion habe auch 'die Türkei 'nur .das eine politische Ziel, sich die Möglichkeit der friedlichen Entwicklung zu sichern. Daher haben Dschtifcherin und der. türkische Außenminister natürlich keinerlei Völkerbünde — panasiatische oder andere — in Odessa gegründet, und üborhau>pt keinerlei Vereinbarungen getroffen, die gegen dritte Machte gerichtet sind. ' - In dem Interview Dschitscherins ilst die Wärme auffällig, mit vor er von der Dürfen' von der. Geineinsamikeit der rüssisch-türlkl'schen Interessen und voll der Ueherei.ilstiinmung ^>er beiderseitigen PMti'k spricht. Sie Forderungen der tfchechöllawalischen Bergarbeiter abgelehnt. Prag, 36. November. Wie Blätter hören, haben die Arbeitgeber die Forderungen der Bergarbeiter nach einer 30prozentigen Le-uerualgszulage ah gelehnt. Dieser Beschluß wird im Laufe des heutigen Tages genau stiliisiert und den Bergarbeitevverbanden bekanndgegeben werden, die dann über das weitere Vorgehen Beschlüsse fassen werden. Kruste Spannung zwischen den Regierungen. — Sie amerikanische Sroßfinanz ist opMistisch. Washington, 25. November. Aus Mexiko kommende Nachrichten besagen, baß die Lage . zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko in Mexiko als außerordentlich ernst angesehen werden. Man gebe dort allgemein der Meinung Ausdruck, daß die Haupt-, frage sich nicht so sehr auf das Schicksal der amerikanischen Petvoleumgefellschasten SeKiohe, als darauf, zu wissen, ob die Beoeiniyten Staaten oder Mexiko Lu Zentralamerikä die Oberhand haben werde. Die a m t 11 ch c tt Stellen in WaMngton Hullen sich in Stillschweigen und machen keinen Versuch, den Eindruck abznschwachen, daß die Beziehungen fast bis zum Bruche gespannt sind, und daß jeder endgültige Schritt Mexikos zur Durchsetzung seincir NationaWerungspolitik gegenüber Amerikanern den Bruch beschleunigen könnte. In nichtamerikanischen diplomaÄsche« Kreisen ist man der Ansicht/! daß die Frage für ein Schiedsgerichtsverfahren vor dem Haager Ge r i chts h o f . geeignet sei. :j '.In den §kr>ü'lsen der Mall Auffassung de- KöWkE^"mlichWKM^ tont, daß noch immergeMsse Maßnahmen getroffen werden könntenbevor es zu einem Abbruch der. diplomatischen Beziehungen komme, und daß man bis Ende des Jahres einen Aus gleich .füx, möglich h alte. Allgemein ist man der Ansicht, daß sich Mexiko auch weiterhin an das Uebcrcinkommen vom November 1925, betreffend die auswärtige .Schuld, halten werde, das ungeachtet der Differenzen mit der amerikanischen Regierung mit einem internationalen Bankeukowitee abgeschlossen worden ist. Man glaubt, daß ein Abbruch der diplomatischen . BeziehunMn dieses internationale Uobereinkommen nicht außer Kraft, setzen würde. 2er Hintergkund des Könstiktes. (Bon infowuierter Seite.) Die im Dezember 1926 von dem mexi-kmrischeu Parlament angenommenen Gesetze iü!berdas -Petr <o l e 1t m unb die F r e m d e n haben in' Amerika eine beispiellose Kampagne gegen Mexiko aüsgelost, Werl Amerika durch die beiden Gesetze sich in den' .Ausbeutemöglichlkeiten der Mexikanischen B' o d e tt* schätze, insbesondere des Petroleums, lüedroht sieht. Tatsächlich hatte Amerika bis zum Anfang dieses Jahres sechzig Prozent der mexikanischön Ausfuhren in seiner Hand. (Gold, Silber und Petroleum)^ Nun strebt die mexikanische Regierung die direkte Herrschaft über alle aus ihrem Gebiete herkommenden Bodenschätze an, und hat zu diesem Zwecke die beiden Gesetze erlassen, um d re ausländ i s ch e E x p l o i ta t i o n einsuschränken. Tatsächlich war. die OelprodMion Mexikos bis vor einem Jahre fast zur Gänze in amerikanischen Besitz genommen. 90 Prozent des - in dieser Industrie investiertstt Kapitals stammten aus Amerika, und somit hatten,e8 die Vereinigten Staaten leicht m. der Hand) die mexikanische Han de lsbilanz nachilh rem W i l l e n z u beeinflussen.' Als. Beispiel hiesÄL kann die von der Sta ndar d, O il K o mpa gni-e . ßl-eM'nach-Beka-nntwerden. des Petr-oleumsgesetzes ElAMnr Einschränkung Är HetroleMndüWHr ßipmij. die der Regierüng.Änen A a ll bon Pesos erbrachten, gewissermaßen als Strafe. der. wichtigen Petroleumgesellschaft, um die Regierung zum Nachgeben^ zu veranlassen. Aber die Regierung.Call e s hat da- Petroleumgesetz, ratifiziert und so. das Erdö-l.verfassungsmäßig z,üm At at i o na l e i g e ntu m. des V o k-. k e s erklärt. Das F r e m d e n g e s.e tz. will das agrefsive Vorgehen der EiMvanderer-Eroberer eindämme«: Es ist nichts anderes, als eine das Petroleumgesetz .ergänzende Schutzmaßnahme, um ausländische Anschläge auf die Souveränität des Staates 'zu verhindern. Jetzt, wo beide-Gesetze praktisch in Kraft zu treten beginnen, versucht Amerika alles, um die Interessen seiner Kapitalisten in diesem Lande zn wahren. . - Pilsuvsti in fflilno. JBt-’iiiu, 25. November. Nach einem Warschauer TelegraUrm der. „Vossischen Zeitung" hat Pil.sudski gestern eine Reise nach Wilna angetveten, die für drei Tage berechnet ist und über deren Z'weck größtes' Stillschweigen bewahrt wird. In einigen Blättern wird angedeutet, daß Pilsudski- Besprechungen über Fragender weiß russischen Minderheit an Ort und Stelle führen will. In den volitischen Kreisen - jedoch, die einer etwaigen Verständigung Pilsudskismi-t Litauen abgeneigt sind, besteht die Vermutung, daß Pilsudskis Reise eine. Fühlungnahnte mit den litauischen Politikern bezwecke. Ser pelnisch-rnmSnische Garantieverttag ratistziert. Warschau, 35. November. Heute trat der auswärtige Ausschuß des Senats zusammen, um abermals zur Ratifizierung des polnisch-rumänischen Garantievertrages Stellung zu nehmen. Zu dem vom Ausschuß in seiner letzten Beratung gemachten Vorbehalte erklärte Außenminister Zaleski, daß Rumänien nunmehr die Ansprüche der in Beffarabien enteigneten polnischen Staatsbürger anerkenne und sich bereit erkläre, ihnen ebenso wie den Bürgern anderer Staaten entsprechende finanzielle Entschädigung zukommen zu lassen. Angesichts dieser Erklärung des Ministers stimmte der Ausschuß der Ratifizierung des Vertrages zu. Ser Kriegsanleihebettng in der AcheÄsliowakel. Eiuschweukeu der Natianalsozialste» tu das Rrgieruugslager? Prag. 25. November. Der wegen großzügiger KrtegsanLeihejschwindeleien verfolgte Direktor Groh, der ins Ausland geflüchtet ist, hat durch seinen Prager Rechtsanwalt um freies Geleite angesucht, ohne jedoch eine Kaution zu stellen. Das Justizministerium plant eüle schleunige Erledigung des Ansuchens. Blättermeldungen zufolge hat Senatspräsident K l o f a c seinen Urlaub plötzlich abgebrochen. Es heißtz. daß die Nationalsoziasten in das Regietungs-- lager üb e r z u gehen beabsichtigen, um mit Opferung des 'verhafteten Direktors Schaldadie übrigen k o M. p r i in i ttierten Parteimitglieder zu 'retten. Abschluß der anßenpolitischen Zebatte im Reichstag. Ablehnung der Mißtrauensvoten gegen Stresvmann. Berlin, 25. November. Der Reichstag beendete heute die große außenpolitische Aussprache und damit die - erst Beratung des Nachtragsetats' für 1926. Die k o'm m unist ischeir und völkischen M i ß t r au e n s a n t r ä g e gegen den Reichsaußennrinister 'wurden in einfacher Abstimmung bei Stimmenthaltung .der Deutschnatioilalen ab gelehnt. Auch dervdlk i sche. A n trag auf .Kn nd i g n ir g der Locarnovertrüge'wurde, abgeleh'nt. Der Antrag auf Prüfung d e r K r i e g s s ch u l dfrage durch den Völkerbund oder den Haager Schiedsgerichts Hof wurde gegen die Stiurm-n d«r Sozialisten und Kommunisten a n g e n o in nr nt. Ser Pnischlft Srßardt trnmvst ans. Berlin, 25. November. Kapitän E r h a. r d t hat gegen den preußischen - Innenminister G r z e z i n s k i Strafantrag wegen Verleumdung und Beleidigung gestellt, wegen einer Bemerkung der Denkschrift, die der Minister über die hakenkreuzlerischen Geheimbünde „Wiking" und „Olympia" anfangs November dem Landtag übersandte, und in der es heißt, daß gegen Evhardt seinerzett ein Verfahren wegen Meineides eingeleitet, und dieses nur auf Grund der Amnestie niedergeschlagen worden sei, ferner, daß bei der Prinzessin Hohenlohe die Ansti'''ung zum Meineid durch Kapitän Erhavdt erwiesen sei, MMMI