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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-24 · Heft 2781 (24.11.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2781 (24.11.1926)
Date
1926-11-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2781 Mett, Mittwoch Bessere Ara, schwächerer Krane. Die bessere TenLem, die sich im Laufe des Montag in New-Dork für die Lira durchsetzte, griff gestern auch auf die europäischen MSrtbe Mer mv> die Mva zeigte nach den vielen Schwankungen der letzten Tage eine richigL, aber Lefsstigbe Haltung. Das Pfund sank in MarlanL auf 116)4. Die Lira schloß in Zürich 31.70 (gegen 21.27*4 cvm Vortage). Der franMische Franc tendiert jedoch noch immer unsilcheitlich. In Zürich schwankte der Kurs deS Franc zwischen 18.30 und 18,90 und schloß mittags 18.4214 schwächer als Montag» wo der Schl-uMurs 18.66 betragen hatte); nachbörslich zeigte sich eine leichte Austvävtsbewegung auls 18.60. In Paris notierte das Pfund ziwa 168. Der Leu lag bchauptet (8.88 Parität Zürich). Devise OSAi war unbeireutend, von 166.10 auf 193.46 gestiegen. Bei unverändertem Dollatkurs (618.75) stieg der Schilling von 78.10 auf 73.17K. Zusammenschluß der tschechoslowakischen Glaswerte. Aus Prag wird gemeldet: In den letzten Tagen sind dem Wirtschaftsverband der Glasindustrie sämtliche noch auSsteHeNden Fiomen beigetreten. so daß der Verband von nun an alle Glaswerke in der ganzen Raptvlik umfaßt. Durch diesen Zusammenschluß ist auch eine günstige Vorbedingung für die Karteillderhandlungen eingetreten. Die Konferenz zwischen den deutschen und britischen In« dnsdrieverbänben gesichert. Wie die Londoner „Daily Maitt" meldet, find die Vorbereitungen für eine erste Zusammenkunft »wischen den Verbänden der deu'tischen und der britischen Industrien beendet. Am Freitag und Samstag nächster Woche wirb die Konferenz in London ckbaehalten werden. Zweck der Konferenz, die pcattisch-geschäfmchen Charakter tragen wird, ist, einige der wesentlichsten Schranke n für den Handel zwischen den beiden Landern zU beseiiigen. Man hofft, das; die Konferenz einen Beginn für weiterreichende Schritte im Laufe der nächsten Jahre bilden werde. Die WelMorprodmktion. Aus dem Genevalihevicht der Bühmitschen Hopsen-Exportgesollschaft in Prag acht hervor, daß die WelMovproid^tlon, die im Jahre MS zirka 116 Millionen Hektoliter betrug, bis zum Jahr 1986 au>f zirka 17? Millionen Hektoliter, also um rund 60 Prozent gestiegen ist. Hievon entfallen nah-ozu 160 Millionen au? Europa. dessen wichtigste PvodMionSländer nachistchenb unter Veitfügung der ProduEtivns'menge in Millionen Hok« loüter angeführt werden: Deutschland 47,4, Großbritannien und Irland 87.8, Belgien 17.26, Frankreich 14& Tschecheslcwalkei 9.6, Oesterreich 6.—, Rußland 36, Dänemark 2L3, Schweden und Niederlande je 2.—, Polen 1.9, Schweiz 1.6. Italien 128, Norwegen 0.61, Jugoslawien 0.7, Rumänien 0.67, Ungarn 0.65. Wiener Börse. . GöschäftSloS. — Uneinhoitlich. - Der Börsenvertkehr war -gsstern he-langloS; einige Papiere, wie Alpine, Tri^fatler, Zivno, wurden anfangs von auswärts begehrt, was ihren Kurs ein wenig halb. Später herrschte auch.hier GeschäftSstille und da die lokale Spekulation sehr zurückhaltend war, ergaben sich nur ganz vereinzelte Umsätze. $nt Schranken, der ebenso luistilos war, herrschte einiges. Interesse für Zuckerwevte. Die meisten Kurse Weben unverändert; Banlenwerte und einige Montanpapiere gäben ettpaS^ nach. Außer den obengenannten drei Papieren gab' es keine nennenswerten KurSibesserungen. Der Rentenmarkt war in den Haupkverten schwächer. .Im Stellagenvevkehr war keine Notierung. Bon den Exoten notierten: Mragnica 17.000—18.000, Univerlsale Bag 11.000. Wiener Warenbörse. An der Warenbörse wurden ausgeboten: Kokosfett , ist Fässern z>u h. Fl. 68.0 gib Wien. Nordamerikanisches Schweinefett wurde um Dollar —26 billiger gegen Vorwoche zu Dollar 30.76cif Hamburg erlassen. Kolonialwaren: Paprika schwächte sich - um 30.— Schilling auf 660:— Schilling ab. Holländischer Kümmel befestigte sich »ms 2.— Schilling auf 200.— Schilling. Zucker: In Zucker (3. Fortsetzung.) . Beschneite Spinnwebsn. Am Ehegeschichte von Max Brod. Da war es doch klar gewesen, daß sie bleiben, wolle. Und jetzt hatte er sich in die Grve locken lassen — immer mit dem Gefühl, daß in ihrer Nähe das Denken so «schnell und mühelos vonstatten gehe. Schwell Wohl. Wer unlogisch, falsch. Ihre Macht Wer ihn war 3tl groß. Ihr Duift VerPhrung. Und in dieser wichtigen Stunde! Das durfte nicht sein! — Sachte machte er sich frei. Schob sie pom Schoß hinunter. „Warte einmal", sagte er dabei. _ Nun merkte sie, wie er sichauch innerlich — von ihr entfernte. Das Wort von der Scheidung batte sie scherzend in die Luft geschleudert. Das machte gar nichts aus. Mer dieses etwas zaghafte „Warte einmal" klang viel verletzender, klang Plötzlich ganz scharf -nach. Mathilde richtete sich stets auf, streifte mit zwei Fingern Wer die Mochemockfalten, als schnippte sie ein Stäubchen weg. Plötzlich war die Witzstimmung, in der sie einander.auch BMMichvs leichthin sagen konnten, von beiden gewichen. Die Frau ging schnell zur Mrs und hinaus. Eine Zeit der Schwäche fiel Mer Stephan. i©M vor dem Leven. Sagte er's lateinisch vor sich hin: Taedlum vitae, so -lang es immerhin noch anständiger, weniger ekelhaft, als er's in seinem Herzen sitzen Milte. — .Gs hatte ja schon öfters Perioden gegeben, in denen sich ihm das, was in seiner Fabrik geschah, als unertrDich kundgab. In den nächsten Tagen aber stieß er. wie durch tüMchen Zufall, iinpmevfort auf die traurigsten Erscheinungen der FabrUsarbeit — und er trug schwer an ihnen. „Erscheinungen aus der Arbeits- Hölle" nannte.M sie den grauhaarigen Mann etwa, ihn vor allem, an dessen Arbeitsplatz'er bet einem Gang zum TuchineNhaus vorbeikam. Von weitem schon sah er die ärmliche' Gestalt, die sich immep wieder blickt«, vier heftige Striche mit irgendeinem Instrument tat und-sich syfprt-wieder hoL, cmfgeMnellt wie ein Maschinenkolbön. Was war das? Der'Alte hatte-von den gepreßten Futterküchen, die ihm fertig von einer Ma* Wiener Morgenzertung 24. November 1886 SEe? Levlsenmd Balutenkvrse vom 23. Rodembtt 192t. Devllän Amsterdam « . . . Bolgrtd . Berlin . BfflsiOl . Badepest Bukarest London » Mailand . New-York Paris . . Pta« . . Oe' 1 S. SsB.SS 19.4780 167.95 98.47 09.10 .1.8930 34J5 « 25.99 SO.OdSa Ware ms5 19.SI40 198.45 08.87 09.40 3.91,0 34.43 ML» 710.15 25.10 21.0325 Sofia «...*••» Stockholm . . . . . Warschau ...... ....... « t Valuten Amerikanische Noten . Beziehe Noten . . . Baisarische Note» . , Detlsche Noten . » , Englische Noten « . » » » > Gold 5.1060 18390 78.85 136.40 707,85 167.75 Wart 5.1480 139.90 78 75 196.90 711.95 198L5 Fanrnsisehe Meten . . . . Kolllndtrthe Kote«.... Italienisch* Noten .... JawtUirlsehe Noten . , Polnische Noten ..... Ram&sische Noten .... HnMticho Noten (Botten.). Beherelter Noten ..... Tgcboeho-stew. Noten . . T&rklseho Pfani*Noton, . Ungarische Naten .... W° WÄV . MW»,«O» ML? 90.79 1247 19.60 78.40 79.40 186.18 136.9k 20.03 31.05 09.- 99.40 trat eine weitere, Erhöhung tun 15 Punkte, respektive uin 6 bis 4 Schilling ein, und fellüst su den erhöhten Kursen herrscht lebhafte Konfum-nachfräge. Es notierten: Kristall Kc. 366, Würfel Kc. 366, pvoncht und per Degemter; ferner Kristall österr. Provenienz 01 Schilling, Würfel W Schilling, frachtfrei Waggon Wien, versteuert» (Ob Lager Wien notiert- Kristall 03 Schilling, Würfel 06 Schilling. Zum off ent-, lichen Verkaufe gelangen am 26. d. um 11 Uhr: zwei Partien Felle. Wiener Börse für landwirtschaftliche Produkte. In AmerAa und in Budapest sind die Preise gestiegen. Die- Sbünmung ist hier friLuMicher, 'besonders feine Weigenisorten fehlten, mittlere waren etwas reichbicher wuSgäboten,' doch herrschte keineswegs besondere Nachfrage. Die Preise Meten, unverändert. Roggen, lag fester, für ungarischen erhöhte sich der Preis um % Schilling. ES notierten für 100 Kiw in Schilling: Weizen, i-nl^ 41.60, Roggen, inl., 68.60, Mais 24, , Hafer 25. Budapefilor Getveibeterminmarkt. Auf festere Berichte von den amerikanischen Börsen verkehrte der Budapefter Markt m steigenden Kursen. Weizen per Mai 4380, Roggen per Marz 3600. Wiener Pferdemarkt. Austrieb: GebEchSPiferlde' 164, Schlächterpferde 407, aus dem Schlachthaus-16 uNd cvuS -der- Konbumazabteilung 604. ES notierten: KutschpfeUde 6OO77-, 1200, leichte Zugpferide 400—1200, schwere Zugpferde 600— 1400 per Stück, Schlächterpferde Prima, 0.60—0.90»: Sekunda; 0.40 bis 0.66, Wurftvieh 020—0.36 per Ki'lo Lebendgewicht. Verkehr sehr lebhaft. Borstenviehmarkt. Auiftrieb 8086 Fleischschweine, 84.16Fettschweine. Fleischschweine 1.70 bis 2.Ä>, Fettschweine 1.65 bis 3.00 per Kilo Lebendgewicht. Verlor ruhig. JettfckWeine, außer Prima, billiger. ' Ausländische Börsen. Berlin. Reue Nachrichken aus der Wirtschaft lagen nicht vor, welche die Kauflust hätten, anregen rönnen. Daher stand dem Angebot kein genügendes - Gegengewicht gegenüber. ES herrschte Verstimmung, -weil man wegen der Angriffe gegen Stresemänn. innerpchitifche Schwierigkeiten befürchtete. Die Verkäufe übten auf alle fpMrlativen Umfatzgeb-iets einen rechts empfindlichen' Druck aus.. Hoch im Kursse stehende Papiere, wie FastbenLndustrie.,, Rhein.- 'Braunkohlen und Ilse. Bergbau erlitten Einbußen von 7 bis 8 Prozent. Knapp lägen insbesondere auch Stoli* werte. Auch Vle/ktriKitäitSpaprere gingen zurück. Von Bankaktion waren.' besonders Berliner ' HaNdeilZgefellfchaft in Mstleidemchaftgezogen undverloren. 7)4 ■ Prozent. . Darmstädter büßten 4» und Deutsche Dank,'3-L Prozeist, ein., Später Machte sich etwas mehr Widerlständsfähigkeit -bemem-. bar. Erholungen von Bedeutung-traten aber nicht 'ein. Deutsche Fonds wurden nur'-weyiig, meist z,ü etwas ermäßigten Kursen nmgefetzt. Wertsbandige Anleihen konnten sich im allgemeinen gut behaupten. Von ausländischen R-'-nten, wurden Lissaboner Stadtanleihe-Aktien zu gebesserten Kursen gekauft. Der Geldmarkt behielt seine Ilüffigikeit ' bei. Die Zinssätze änderten sich nicht. — Prag. Die Börse eröffnete auf dem Markte der Jnbuftviewerte in überwiegend abge- .fchwächter Haltung, die von den Rückgängen der Zucker- und Eisenaktten ihren Ausgang nahm. Am Etsenmarkt verstimm-' ten namentlich die Meldungen von dem Ausblafen eines Hochofens der Prager EisengefMchast in Kladno.,DaS Geschäft entwickelte sich pur iu einem mäßigen Tempo und nahm auch im weiteren Verlaufe keinen größeren N-mfang an. Durchaus fest tendierten dagegen heimische Bankaktien, v-ie mit Kursbesserungen den Vevkchr verlassen konnten. Im weiteren Verlaufe machte sich auch auf dem Jndwstrieaktienmarkte eine bessere Stimm-ung bemerkbar» doch konnten die gestrigen Schlußkurse nicht mehr erreicht wetöett und Einbußen von 2 Prozent waren nicht selten. Das Geschäft war aber auf allen GMeten in Anbetracht der Zurückhaltung der Spoku'latton minvmal. Nnlagewerte tendierten weiter fest. In Exoten war unbedeutendes Geschäft. Der Devifenmavbt war meist befestigt. — Buidap est. Die Mvse begann in freunUicher Stimmung und die meisten Effekten konnten mit höheren Kursen emsetzen. Im Verlaufe nahm aber der Markt auf ungünstige Wiener Marktberichte und RealisationSverikäufe der Spelkulatton ein flaues Gepräge an und die Kurse fast sämtlicher Papiere muhten ihren anfänglich erzielten Gewinn wieder abgeben, doch gingen die Embußen nur ganz vereinzelt Über 2 Prozent hinaus. Ung. NationalbaiÄ, Deosginer und Zuckevaktien konnten den VerÜohr dagegen mit kleinen Gewinnen verlassen. Der Schluß gestaltetsich wieder freundlich, der Verkehr blieb aber minimal. Levlsenkurse. Zürich, 33. .November. (Devisen-SchluMurse.) Parit- 18.4224 (16m London 26.1454 (26.14^), New-York 618.76 (518.76) , BeWen 72.12)4 (72,10), Italien 21.70 (21.27)4), Spanien 78.56 (78.60), Holland 207MH (20720), Berlin 123.11)4 (128.12). Wen 76.17H (78.10), Stockholm 188.88)4 (188.40), OSlo 188.46 (183.10), Kopenhagen 198.16 (13620), Sofia 3.74)4 (3.76), Prag 16.36 (16.66), Warschau 5726 (—.—), Budapest 0.007666 (0.007260), Belgrad 0.14)4 (9.14)4), When '6.46 (6.40), Konstantinopel 2.60 (2.62), BuDarost 3.82 (2.82)4), Finnland 16.07 (13.07), Avgentiniien 811.— (210.76) . Budapest, 23. NoveimLer. (Devifenkurse.) Amsterd. 33400/ 28590, Belgrad 1266.—/1262.—, Bevlin 16980/16970, BuÜareist 387.-/397.—, Brüssel 0906.—/ÖÖ3Ö.—, Kopenhagen 18976/19036, Oslo 16680/18440, London 346660/346660. Mailand 2972/8018. New-York 71260/71460, Pavis 3689/ 2569, Prag 2111.—/2117.50, Sofia 813.—/619.—, Stockholm 19015/19076, Warschau 7810/6010, Wien 10081/10081, Zürich 13746/18786.—. Prag, 23. November. (DebisenÄrrfe.) Amsterdam 1366.67 (1S86M, Berlin 805.37 (60526), Brüssel 473.76 (478.60), Zürich 653.87 (668.37), QSlo S71L0 (Wim), Koperchagen 903.— (908.12), London 164.70 (164.70), Madrid 611.50 (514—),. Mailand 142.6250 (140.-). New-York Kabel 34.— (34.—), Paris 121.70 (121.98), Stockholm 906.37 (904.87),. Belgrad 60.— (60.-^). Budapest 4.7970 (4.707), Bukarest 18.90 (18.6260), Konstantinopel 17.3260 (17.3260), Sofia 24.6350 (24.60), Warschau 877.37 (677Z7), Men 476.N (478.87). Belgrad 23. November. (Devisen.) Pavss 202.—-204.—, London 275.1—275L, New-Aort 56.61—66.66, Mailand 236.-7—^-237.—. Prag 166.—466.10. Men 769.—799.60, Budapest 0.0796—0.07976, Berlin 1846^60—1346.—, Genf 1094.-1094.26,: Brüssel 766.-—700.—, Bukarest 80.75— 81.—, Amsterdain 26.71-^-22.76» Sofia / Warschau» 23. November. - Belgien 125.84—126.66 (für 100 Be'lga). Holland 069.715-861£6, London' 48^7—43.79, New-DoÄ 898.-908.—, Paris 38.02—82.18, Schweiz 173.47—174.88, Prag 26.66-26.78. Wien 126.86-427.60, Italien 37.86-37.94, Stockholm 8776.-3004.—. fchine her zugereicht würden, die ungleichmäßigen Ränder weggiHolbeln. Das tat er denn, fleißig, ununterbrochen, init unheimlicher Mschwindsg-keit. Die V?afchine arDeit-ete ja glleichmäßig, warf ihr ProdEL in' ein WÄlleWir, das von zwei Uribeitern, sdbald es gefüllt war, auf Schienen herangerollt wurde. Und nun müßte der Wte mit einer hunderttausendmal ausgeWxten Beweguü-g einen Kuchen nach de-m andern Mernchmen, den Handihokbel ansetzen und im Verlaufe dieses schon völli-g ausgeleierten Griffes den Kuchen Wereck drohen, so daß er eine Kante nach der andern unter die niedersähelnde Schneide bekam. — Das war alles. Wer ein grauenvolles Bild, daß eine Stunde später, als Stephan dieseWe Stelle passierte, der Mann immer noch dastand, immer noch dieselben Mucke vollIWrte. Und morgen? Utch gestern? Uchermorgen? ' ' . Wie kann ich es nur anshckten, daß es so etwas gibt — noch dazu in Meinem Dienlst! Und noch dazu verdiene ich daran! Die Frage quälte, wiewohl Stephan sich Mühe gab, vor sich seWst nicht allzu rührselig zu erscheinen. Es ist ja so merkwürdig. Wir haben eine Gabe, zu vergessen. Wir vergesstzn, daß in diesem Augenblick, jetzt, gleichzeitig mit unfern frohen Atemzügen' millionensaches Unglück und wilde Sklaverei herrscht. Nur wenn wir daran denken, daß wir diese Gabe des Vevgessens haben — und warum sie uns gegeben und nötig ist -> dann, gevM dann vergessen wir' nicht. Wer dann stMen sich wyhl ^wieder ändere Fragen ein, die allerdings nicht beruhigen, die aber doch jeder qualvollen Fmge auf irgendeine goheimnisvolle Art in den Weg treten und' Widerstand leisten, fragen etwa von solcher Art: Was soll ich, Stephan, nun ei-genÜich tun? Was verlangt man von mir, was verlange ich selbst? Soll ich etwa die Fabrik aufgeben — verkaufen — anzünden? Niemandem wäre damit gcholfen. AuS freiem Willen führe ich sie ja nicht. Ich mußte sie übernehmen, als' mein Vater starb. Viel lieber hätte ich in Berlin meine Studien an der Technik fortgesetzt. Aber was soll jetzt geschehen? Sozialismus? Nun gut, ich bin Sozialist. Was Wetter? Mßte nicht viel mchr kommen als bloß Sozialismus, um diese Arbeltshöllen zu sprengen, den Mann, vom KuchenhobeL fortzuziehen und ebenso die Mädel, die jungen, aus dem Packraum unten, wo sie täglich qcht Stunden lang eine Reihe von Pappschachteln, die untzMich auf bewegtem Band heranlaufen, eine nach Her pudern unter ein Ausgußrohr-halten, das sekundenweise etwas Speisefett ausfpritzt? — Bessere Maschinen vielleicht? Wären die das Erlösende? Aber bessere Maschinen würden ja sofort wieder in die unerbittlichen Berechnungen mit einbözogen es kommt immer wieder aus dasselbe heraus! Nirgends Kraft, nirgends UeberschWges, da das Geld alles sofort auf seinen nackten Geldwert reduziert. Mes ist ausgemessen, alles streng ausgewinkelt, alles ist erklärbar, alles ist berechenbar — wie qualvoll und langweilig alles dadurch wird. Unsre Kraft reicht gerade noch aus, daß wir erkennen, so müsse es sein und könne nie anders werden. Und wenn wir das erkannt haben, sind Wir ferttg. Fertig in jedem Betracht. Wohl waren ja Zeiten gewesen, in denen Stephan anders gefühlt hatte — mit einer gewissen Zuversicht, die im Grunde ebenso rätselhaft und nicht auf ihre letzten Gründe vevfolgbar warwie die Verzweiflung jetzt. In solchen Zeiten spürte er, daß es still schassende Kräfte gab, die um jeden Stein, um jchy Blume, jedes Menschenpntlitz spielten, die allem immer wieder ein neues Aussehen verliehen, zumindest bewirkten, daß man ganz anders, mit erhöhtem Widerstand der Seele, gefaßt, getröstet auch auf -das Grauenvollste sah. Auch wenn man's nicht ändern konnte — man ertrug es und hatte doch Hoffnung, in irgendeiner fernen Zukunft oder vielleicht sogar sofort würde sich vieles bessern lasten. Rings um Mathilde machten sich ihm solche Kräfte kund, eine Luft von Ungeahntem, Neuem, das mit jedem Pulsschlag überraschte und entzückte. Ja, manchmal schielt tzs ihm, daß Mathilde ausvekche, um über alle diese Fragen, Wer die FaVriksMo und über Bergesten oder Nichtvergessen dieser Hölle hmwegzulkommen. Mathildes ganz einfaches Dasein schloß die Lücke der Welt, glättete die schreckliche Welt — ja mehr, N.och, es läßt sich allerdings kaum mehr in Worten ausdrücken und muß wohl mißverstanden werden: es war ihm gelegentlich, Wtzmoisö so zumute, als hätte nun beides feinen Sinn, zumindest für ihn; beides — das WH der Welt und die engelhaft schöne liebe Frau. Die Frau war da, um das WH der West zu glätten, MrtjetztM f otgy

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