Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2780 (23.11.1926)
- Date
- 1926-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Polen: 35 gros2y | Wien: Zum Abholen in der Spedition, II., Tabors tr. 1-8 )det in eineTVetschleißatelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Fostversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Mon.K 22. Jugoslawien: Men.Din.60. Pölen;Mon. 6, Zloty Deutschland: Mon. (jfm.1. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nsohsshlangen b«l ethebna»«a »»tbehaliop Nr. 2780 Wiener orgenicitung | Preis 510 g | En g 1 a n d: Mo«. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire Rum&nien: Mon. 170Lei Bulgarion:Mon.lOOLewa. Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborste. 1 Telephon: 44-0-88, 48-8-10 Ah 6 Ohr : Tel. 31-209 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Mr». Lieurtag, 23. November 1926 (17. Kirlew 5687). Oesierreichisches Posfeparkassenkonto Nr. 150.693 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilnnse« find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. 1 M neuer Depofitenbanlsall ln Sicht? Die Liqmdienmg der Zentralbank. Wir hüben in unserer gestrigen Nummer gemeldet,- daß bas Kuratorium der Zentralbank am 30. d. M. zurücktreten wird, nicht ohne vorher einen Entwurf über die Liquidierung der Geschäfte der Zentralbank vorgelegt zu haben. Wie wir erfahren, wird das K r e d i t i n st i t u t f ü r ö f f e n t -> liche Unternehmungen und Arbeiten mit der Liquidierung der Zentralbank betraut werden. Bekanntlich waren, als'die Regierung 62.5 Millionen: Schilling mobilisierte, um den Run auf die Zentralbank aufznMen, nicht alle Sparkassen befriedigt worden; die Sparkassen haben noch eine Forderung von 12 Millionen Schilling an Pie Zentralbank ausständig und es unterliegt keinem Zweifel, 'daß die Hastungserrmrqng der Regierung bezüglich dieser Post, im Zuge der Liquidation realisiert werden wird. An der Haftüngserktärung bezüglich der Einlagen läßt sich nicht rütteln tntb deuteln, dies um so weniger, als nach dem nunmehr vorliegenden Bericht des Untersuchungsausschusses der Stand der Einlagen bei der Zentralbank am 30. Juni etwas über 47 Millionen Schilling betragen ■ hat- Vom.den indie -Bresche geworfenem 62.6 Millionen Schilling' sind also nicht nur nicht- Btz Einleger -befriedigt worden, sondern, da noch die SpWWeWl2 MllioZen^ Schilling zu fordern^ habön, Pes- 'ganz offenkundig, daß 15 - Millionen an Gläubiger ' gefaben sirw, die nicht' in dem-Maße sorderungsbetechtigt waren, wie die Sparkassen. Dr der Status der Zentralbank-so schlecht ist, daß «ach mindestens 30 Millionen S. erforberkich lväreu, um die HaMngZexklärurrg.'der Regierung in volle in Umfange zu erfüllen, so darf mm:.darauf'gespannt sein, ivie sie in den .nächsten. Tagen .Rest ihre. HaftMrgserklärung interpretieren wird. ' ' Es verlautet schon jetzt', daß die übrigen Gläubige keineswegs mit 100-Prozent-befriedigt werden sollen,, sondern daß. man ihnen höchstens 30 Prozent gewähren wird. Sollte dies tatsächlich der Fall .feut^-fo droht ein neuer Skandal, demjenigen Ähnlich, als si die Gvoßbanketrdie die Depositenbanküberlwrnmen Hatten,- sich nm rhre Bürgschaftserklärung gedrückt haben: Der - Fall wäre aber - bei der Zentralbank noch krasser, denn -das CommuniqUe her.Regierung R a m ek- Ahrer war bei weitem deutlicher, als die etwas -kautschukartigen Erklärungen des Großbankenc-onnnunkqUes über die UebernahMe der Depositenbank. kxkaiser Wilhelm erkrantt. Amsterdam, 22. November. - (Wolfs.) Wie aus Do o r n 'gemeldet wird, ist der ehemalige Deutsche Kaiser ziemlich ernsterkrankt. - Bereits Sarnstag wurde er von einem derart starken Unwohlsein befallen, daß er zu Bett gebracht werden mutzte. Obwohl'.der behandelnde. Arzt sich über die Art der Krankheit noch nicht ausgesprochen hat, glapbt man doch, datz diese auf eine Erkältungzurückzuführen ist, die sich der Exkaiser in der: vorigen Wochezu» gezogen hat und von der er-sich anscheinend erholt hatte. Inzwischen mutz sich sein Befinden wieder verschlechtert haben und heute konnte er.sich nicht mehr bewegen» ohne heftige Schmerzen zu^ empfinden., Es wird erklärt, datz unmittelbar keine Gefahr, für das Leben des Mkrankten bestehe. KÄ« de« Strafgericht eingeiiesert. Prag, 22. November. Dt. Ei'sler würde heute dem Prager.Strafgericht überstellt, lvo Untersuchungsrichter Dr. Nowak die Untersuchung wetterführen wird. Das Abbröckeln des englischen Kohleustreiks. Die Bergarbeiter «ege« ihre Sewertschaft. London, 22. November. Bei dem Vollzugsausschuß der Bergarveiterföderation find auch heute wettere Meldungen über den Abschluß von lokalen Abkommen zwischen Grnbenarbeitem und Grubenbesitzern eingetroffe»r. Im Revier von T r e l e w i s haben die Arbeiter sogar beschlossen, ans der Bergarbeiterföderation anszntreten und die Arbeit sofort anfznnetznton, ohne die Genehmigung ihres Abkommens mit den Besitzern durch die Delegiertenkonferenz abzntvarten. In mehreren Bezirken haben die Arbeiter den Achtstundentag angenommen, obwohl die Arbeitsdimer unter Tag vor Streikaichbruch nur sieben Stunden betrug. DaS Gruvenminksterinm teilt mit, daß heute 3 9 0.600 Arbeiter, um 14.000 mehr als Samstag, in die Gruben eingefahren find. In der Grafschaft NorthnmVerland stehen fünf Schächte in Betrieb. Stallen Met gegen Frankreich? P a r i s, 22. November. Die heutige AbeUdpresse, darunter auch der „Temps", gibt sensationelle Meldungen Wieder, die der aus der Provence zurückgekehrte Direktor der Action francaise, Maurras, über große italienische Rüstungen längs der französischen G r e n z e. veröffentlicht; .sie besjj ättgon die seit einigen Wochen in Frankreich darüh^r bkitzits sinmgehtzrchen Gerüchte^strtzvMm Umfange. In oer-Provenve herrschte über diese italienischen Rüstungen Helle Die italienische Grenze bis 100. Kilometer ins Land hinein sei vollgestopft von Militär. Theoretisch sei es also ohneweiters möglich, Nizza-innerhalb 24 Stunden zu überrumpeln. Der Weg dahinwerde nur durch ein einziges Jagerbataillon gesperrt/Außerdem baue Italien gegenwärtig große. B e r ü i n d u 'n g s w e g e von allen Trup-penzentrem z-nr f-ranzösischeu Grenze Konfinierung oppofitiouellrr Politiker. Rom, 22. November. (Tel.-Eomp.) „Lavoro d'Jtalia" meldet, die nach .dem. neuen Polizcigesetz gebildete Präfekturkommission der Provinz Lucca habe dem früheren oppositionellen Abgeordneten B e n e d etti sowie fünf weiteren Personen, Zwangswohnsitze angewiesen. Me sechs wurden sofort verhaftet. „ Sine neue Lnmverek Sariinivir. Nizza, 22. November. (Havas.) In der.Wohnung Riccioti Garibaldis, wurden. Briefe.aufgefunden, die den Nachweis für enge Beziehungen des Beschuldigten zu Z a n i v o n i liefern. * Riceiott Garibaldi, der überführt ist, ein Spitzel der Fascisten zu sein und ihnen Provakateurdienste zu leisten, hat" unter anderem die Aufgabe gehabt, „Verschwörungen" gegen den italienischen Diktator zu inszenieren, wenn dieser sie brauchte. Nun hat General Zaniboni die erste vielbesprochene Attentatsberschwörung gegen Mussolini geleitet. Wenn nun der Spitzel und. Provakatern: Garibaldi. mit Zaniboni in enger Verlandung stand, so ist es offenbar, datz er die Verschwörung des Zaniboni auf Bestellung „gemacht" hat (die Permutung, datz. das Attentat des Zaniboni, das, wie noch erinnerlich, eine recht merkwürdige Inszenierung zeigte, ein Schwindel sei, wurde in unserem Blatte bald nach dem Eintreffen der Nachricht ausgesprochen). Damtt ist das System Mussolinis entlarvt und der Lächerlichkeit preisgegoben. Es ist nun, da das erste Attentat sich als Mache evlviesen hat, mehr als Ivahrscheinlich, datz auch das zweite und dritte Attentat „gestellt" waren (wobei in Bologna Ivahrscheinlich ein unschuldiger junger Bursche sein Leben lassen mutzte) .und Mussolini wird wohl künftig für die Durchführung seMer Aktionen gegen politische Gegner bessere Anlässe suchen müssen als Attentate. Sie Sicherheit in Ztalie». Paris, 22. November. In politischen Kreisen erfährt man, daß der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benes ch, der gegenwärtig zur Erholung in N i z z ä weilt, Mn s s o l i tri um eine U n t e r r e d u n g. ersucht habe. Der italienische Ministerpräsident habe aber Dr. Benesch mitteilen lassen, daß ihm eine solche Unterredung im A N'g-e n b l i ck e. nicht erwünscht wäre, daß er n i ch t ein- Mal ftlrd^ l i ch c Sich r h e i t des tschechoslowaklschen Außenministers - garantieren könnte, wenn dieser nach Italien käme. Nationalistische Unruhen in Kowno. _ Kowuv, -22. Novernder.:. Sonntag fand, wie Ätz „Litauische Rundlschau" mÄdet, im. hieisilgen VoMhaus eine öiffenWche Versammlung - n a t i o n a l r -st i scher Studenten "statt, die sich mit der fortschreitenden Polomsierunig und der.. boWjewisttschen Gefahr tn Litauen unter besonderer Berücksichtigung des Verttages ziwifchen Litauen, und . Rußland ' befassen . sollte. Gm öffenNcher St r atzen u.mzu'g,. der nach - der Versammlung geplant war, war. vom Kreischüf v e rb o t-en worden. Trotz dieses Veiibotes versuchten die. Versamm-- lunigsteilneihmer; die Demonstration durchzuifwhren. Die Polizei, die. Verstärkung heranziehen mutzte, wurde von der schätzungsweise 20 0 0 Pe rsio n -e n. zählenden Menge tätlich angegriffen. Es kam zu. eurem, höftigen Handgemenge, bis es schließlich der Polizei gelang, Äe Demonstranten zu zerstreuen. S r e b em P o l i z e i l e u t e sind bei dem Zusammenstoß b'e*~ letzt, worden. D r e %% eiT>m P c rs o ne -n w u r 8 e n verihMste-t. Ae „Sentsche Allgemeine Zeitung" offiziSs. Bon Preußen ans Reich übergegangen. Berlin, 22. November. (Wolfs.)" Der auswärtige Ausschuß des Reichstages trat heute nachmittags tzusamnren. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Reichsminister des Auswärttgen Dr. Strafe.manm folgende SrWrung ab:! „In einer Reihe von- Zestmrgen sind Mittrstungen über Beziehungen der Reichsrogierung zu der „Deutschen Mgemeinen Zeitung" verbreitet worden, die. in i^ep Einzelheiten nicht richtig sind. Im Einvernehmen mtt dem Herrn Reichskanzler stelle ich daMer das Folgende fest: Von dem gesamten Verlagsunternehmen der „Deutschen Allgemeinen Zeitung"» das seinerzett von. der preußisch en Regierung im 'August 1925 erworben wurde, ist im April Ä. I. d i e Z e i t u n g a u f d a s R e i ch ü b e rgegangen, soweit die.iMnderhett der Anteile nicht in Privatbesitz ist. Die durch-diese Veränderung für das Reich entstehende Ausgabe wird awß dem DrspositisnS'- f o n d s des Reichskanzlers und des ReichsautzemninisterS gedeckt. Zwischen dem früheren und dem jetzigen Besitzer sind Verabredungen Wer die allgemeine Haltung des Blattes getroffen Warden» die der aügemedwn Mattes entsprechen.'*' S"MSk" 5 Preis« Homespuns . Kostttmstoff . Sport-Schotten Shetland... Raglanstoff . . . . .8 1*00 » .^1*110 » 0*10 - 3*90 Brüder Schlffmarm Wien, II. Bez., TaboratraRe Nr. «8