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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-18 · Heft 2775 (18.11.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2775 (18.11.1926)
Date
1926-11-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i ..im.. I Polen 4 a® groszy I Wien: gnm Abholen. in 4®r E*pedition,II., Taboratr, 1-3 oder in einerVefschleilSstelle (Trafik) mönatl.5 Schilling Straßenverkanf in W i o ft durch , die Kolporteure der Firma Goldschmied. I , Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich Monatlich 5 Schilling Tscheche- Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. <3^.4. Frankreich, Belgien: Mpn. Frcs. 3b N&ehsshluagen bel'PralserhOhnngen, rorb«halten rgref» LS sl England:Mon.4Schniing. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien:Mon.lOOLewa. Schweis und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr : Tel. 31-209 Wl., Lerchesfelderstraße 1 (Druckerei „Inva,“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 180.693 Nr. 8778 W«. KMerstag, 18. November isrs (IS. ftfeteto 5687). 8. Jahrgang Im redaktumelleit Zell entHattene eutgeMLche MrtteiknNgen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Re Fhrill.Affare in der Tschecho- MwaM. Beschttlhisunge« gtztzeitß Beuesch. Prag.:. 17. - November. /-ÄtzK^W.-AMre?des verhafteten. Dr. Ei s le der «ritt MMs ih-MpHmm M Exploitrerung des Koburgerprinzett Christ gebildA. M Wen:fqWtwachst otit; großer - politischer 0cmbat; herauf. -Es >' ist bekachrt, Laß einige hervorrageiche MiWeder-dqr.Hra ma r sch-Pa rtei in den Verdacht gorattik sind, , das Mp b c nresormtz e setz, das die (wtteignhng des.Großgrundbesitzes porsieM und gegen jüdische ° Besitzdr sehr ngprös gHaMchaßt würde, dem Prinzen gegenüber' sehr l iberal aüsMchj:- zü-Haben. D^r Deniokrat Dr. Järnstav StriansW Hin SoM des bekannten Brünften 'Ädvofaten .Dr. ÄDolf Gtransky, ist ftun in den „LWove- -Roviny" und iU': öffentlichen-. Reden mftder Behauptung chervargetteten,: daß bas BodeNMsetz sftgar durch' eine Abänderung 'der DurchfithMügswarschrfft, dftW.HLe so-, genannte -l i 1*£; itt einem' für die adeligen: Wleiköinmisse und.speziell für den.Vw.-bgä. r.i'j'Men:-K'x^-nz'.Lv auf feine Ansprüche zugeschnMn Wörden sei. Es fost weiters e.i n e A k i e n f ch.ie b u n.g .erfolgt Mn/ um ' zü: verhindern, daß ein riesigesFideikomNftß des üerstorbenen Miftzim Wikipp von Soburg ldef GÄM.'>^er Prinzessin iÄrffe-AWtiv. chW qn Hen Prinzen J.o^si.a.san Cyrill?, faste.i Der. Minister' Wlqn .Hotzza .iHh'/HWr - ÄchW HeMet. -Da auch KinisiMBensWfn.^M-MSÄte 'gezogenmEe.- er Habe Hie sch CyrMWMi^MWrKüM'' WDDn. VÄ>!, anlaßt —,trat, 'sein Drtzan/^''^.Ee^e.Olovo" mil-einem scharfen Dem en-t-i äüf.-- - /' ' -- ■, Gestern ' griff1 mm; Hr'.MrWchprHLM Och e Hl.a .in - die Erörterung ein. 'Sein LZrgan/deL 'agönKsche. „Penwv" L>vftäi i g t a u s dr'ü ckl i ch/. Haß. 'Minister'Be sie .sch sogar nach der Bortage des Gesetzes^über/ die ÄmkHebüng der Fideikommisse' ' die .Aufnahme^ besonderer Bestinrmiungen verlangte, wobei er auf das Hftexqffe.d^s---.Prrsiztzw.Ch<zllhürgewiesen habe. .Das ist zweifellos ein -schwetzex Schlag g e g e n-B e n c s ch, dessen Position ohnedies.eine sehr schwierige ist/ Nach - der^ „Boh'emia"^^ '.beharrt .dus.'Außennnnksterinm aus seinem 'Dementi:- - ' . ' Neue Erilärungeu rm Bndgetausschuß. Prqg> .17.. Novenrber." .Ein neüep.auf.seh'enürrßgender Wechsel ist.in: >dür .Untersuchung.her Affäre Eisler tzrfolgt. Nach, dem Untersiichungsrichter chy.t nun auch, der Staatsanwalt-Dr. Dr o ft sein. 'Mandat:', niedergelegt,! da -er Mitder Behandlung mehrerer.'anderen-großen: Falle' beschäftigt sei. - - ' ' " '/ •' :; . Jft. Vertretung des. erkrankten bepostmächtigten Ministers Girfa gab heute. Gisfantzter. P.a.llher im Budgetausschuß des 'Abgeordnetenhauses einen Bericht scher die Koburg-Äffäre'.- Me offiziellen und1- .haWoffiziellen Erklärungen werden darin.in' Abrede' -gesMt. Gesandter Pallier leugnet, auch die Harftellüng.' $<$■■ ichÄnaligep Vorsitzendender. PeLka, Ltnkavsky, und -des^'Sektionschefs Hartmann und erklärte, daß chie -lex Cyrill nicht - von 'Penesch sondern.' von. 'der Petka forciert .worden sei. Bei Benssch seien allerdings von bü-lgärrscher Seite- 'Schritte unternommen worden, und er habe'-pflichtgemäß als Minister des Äeußern den Wunsch Bulgariens an die Petka weitergeleitet, habe aber erklärt, daß ep an'der Sache nicht weiter'interessiert sei. Die'Petta.'selbst sei aber an ihn herangetreten und habe, ihm nahegelegt, sich an der Sache für interessiert zu erklären,' was Benesch sedoch. ablehüte. Tschitschllin kommt uach Psrd. Paris, 17. N-ovenMr. Me ^JntrjLnsigent^ nreldet/ werdecher vusfische BpUskolumissär siir. Amcheres ^schits che r i %. ider - in den nächsten 'ÄÄgvn .vtzft. 'Moskau abreisen - dürfte, ‘ «mit zunächst in -Firach k-.f u r-.t>wegen fernes er,schlitterten GesinrdheitAzUstandes leinen -Sipesialüsten m kowsttltieren, «un 24. d. m Paris erwartet, wo er eine U nt er re d m n g m!l t B. r i a n d haben werde. \ BlllMB (POST- K weo» «I Die kommMistische Spionage in der ’JhfiK .ir.. ' nt#- » WMer«Mraag«l im Prag« Budgetiwrschoß. — Mschaffuas der MiMSr-Wshlkrchtee. Prag, 17. NDvember. Gm Mchgetaushchuß hielt heute der ^ndeAverteWiAMgKmrnrster Udrgal }em Exposee, in welchem ett sunächst nriti-eÄte, daß das GefaMdUdgei der Militärverwaltung firr 1W7 . 1685 MMoueu -betrage, während es sich noch tut Vorjahre aurf 1933 Millionen Kronen belaufen habe. Sodann böschäftigte sich der Minister mit der SpwnWe-NmgelegenHeit Simune k, die nur lim. Zufamwenhang mit eiiner ganzen Reihe änderer Erscheinungen beuxjLilt werden könne. Dieser Fast sei rmr^-em-MiÄ in der Kette'verbrecherischer Umtriebe gegen die RepMik, die afftwiftchtl'lch -von einer Ventrale^- näMich- / von der Dritten KomumMstischen Jntrrnatdpnate, geleitet werden. ÄÄs deren Wesen ,g^he deuLich hervor, Laß sie sich «mit aller-^raft/ aktiv rmd.^W, für den 'B n r g.o r kr i'e -verischaßfesie sich nicht nur durch '^)lEgge,. sondern, auch, durch Entl sentzmiUl ihrer P^eimMWMey. rn - perMetzM. .shrat- - MiiLtwNßN: :ÄW^WWWMFWsxk''W - -'-'F'or-rr^L ry'-n m Pasich fchßHche sie 'dre - WvdtzMLüchZDäst her ^WDirbM Lsirch-- .Berbr^-ung.. van - '.uich'-' LÄM/ZöEerrürg-cher Drsz-iplin m Nethlem WahllSder. Budapest, 17. November. (Bon unserem -Budapester Korrespondenten.) Die mit Spannung erMrtetc. Progranmrrede des. Grasen.Bethlen bei dernl von der sogenamrten.g.emäßig-- t e it £ t b c r ä l.c nO p P o s i t i o nveranstalteten Bankett hat selbst seine Freunde enttäuscht. Der Zweck dieser Propagandayersammlung. war ja,. in Birdapest' Stimmung für die Bethlenregi-erung zu machen und besonders die. Judenschaft,, die in Budapest in vielen Bezirken bei den Wahlen ausschlaggebend ist, mit Berstzrechungen für den' Fast.' eines Sieges. - Bethlens - heranzttlocken. Für tzie Mischen' Wähler ist. die A u f h e btt n g d e § Rum e r u s clausus-Gesetzes eine: Wahlparole geworden und die Anhänger des Ministerpräsidenten und. seine haWiberälen Koriesche kündeten ein .sehr .weftxs/ Entgegenkommen in dieser brennendsten Frage an. Bethl'en .setzte sich aber in seiner Rede über aste Rücksichten hinweg- Was er über den Numerus clausus, zu .sagen hatte, .war .nichts als eine. Beleidigung der ungarischen Jüdenschaft. . : . Bor allem' bekannte .er' sich. ganz. unuuftmtnden zu der ' vom Unterrichtsminister.. K l e b e l s b e r g vor ' dem ' Völkerbund vertreiKneu Auffassung, daß das Nmnems clausus-Gesetz keinen antisemitischen, sondern en neusozialpolitischen' und Wirts ch a f t l i ch e n ' U n t e r-- grund . Hape; ebenso :wie Graf Klebelsbe.rg und seinerzeit der Innenminister 'Rakov.szky, - erklärte auch der Premier, daß von einer Aufhebung - des Gesetzes insolange keine Rede .sein köime, als . die sozialen mtd Wirtschaftlichen Verhältmsse in Ungarn nicht eine radikale „Beschneite Spinnweben“, die - jüngste Novelle von MAX BROD (von dem wir in unserem, heutigen Blatt eine feuilletonistische Arbeit veröfentlichen), wurde uns vom Autor in liebenswürdiger'Weise zur Veröffentlichung überlassen und Wird von Samstag, den 20. d. M. an, in der. „Wiener Morgenzeituug“ erscheinen. Wir hoffen, mit dieser feinempfundenen Ehegesebichte unseren Lesern eine willkommene Gabe zu bieten. Heer, in den Aemtern und unter den Bürgern. -Zum Zwecke der Zerrüttung der Moral der Soldaten sei in der letzten. Zeit sogar eine c i g e n e Zeitung geschaffen wo-rden, die Abg. Haken leitet. Dieisent Herrn, schloß' der Minister, handelt es sich einfach darum, alle Mittel zur Lahmlegung unserer . Abwehr in die Hand KUbekommen. Alle ^staatsbildenden Elemente ohne U nt e r s ch i e d der Na tio.nal H ä t müssen zur gemeinsamen Abwehr gegen diese; Umtriebe Mammenstehen. / . -' Zur Frage -'des Sol-datenMMrechtes bemerKe der -Mn-rster' noch, die MrWärve'vwaltimg ihobe nach dien bis- -heri,gen > Erfahrungen beschlossen,. i'' ' das SMuten-Wahlrecht a-bMchaffv«, >da, -man der. Ansicht sei, daß die Armee nicht irr politische Läger gefeilt werden dürfe. Je. ciher.-diese Frage. gEst werde,'desto besser sei.es. V ' 'In Vertretung des Außeruniiristers verwahrte sich GestrAdter Pa.llier 'dagegen, daß die Simrmek-AMre iMMiert zoorihen sei. 'In.dieser Angelegenheit sm ^n tznffcheirwnder. Pr o t e st sowohl -an! die Sow!jet---Mssion, ';ni®-tt-fi-.b äs--Ms s k au e r PoW s'k o m nriffs a Mat. .'dLssA eirße^r en.gerichtet worden, und von dem Er° gDnis der Mw^tevsuchuNg werde es abhan-geft,. ob ..sich weitere-«Hhriste .als notstiendig erweisen. Ae nd er u ng' erfahren haben. Bethlen bekannte sich in seiner Rede ' als gläubigen Protestanten, aber mit emenr JesuitiÄttus, der selbst 'Loyola zur Ehre gereichen würbe, bestagte er es, imß die Juden begreistichertveisc die Handhabung des Numerus clausus-Gesetzes als e-dne n giestb-v n Fleck empfänden, aber man müsse astf der-anderen Seste ebenso begreifen, Naß der nmgyarische Mittelstand sozial und wirtschaftlich geschützt - werden mMe. 'Mit anderen Worten: Der iFude in Ungarn ist d-aS MrnÄr-rnD, daßder magyarische Akittelstand wirtschaftlich und sozkalpolittsch nicht vvrtvärtäkoinlnen kann. Der Nirmerus clausus soft nun, diese Nivellierung herbeiführen. Mer BeMen weiß einen Ausweg. Die Juden , sollen -7— auch diese Leber wurde, -wiederholt gespielt — d as an.s-bä-n-di.-sch.e! Kch- . pit al h c r b-e i s ch aff e n, den a u-s l ärrd-if-ch-e-.n Hamde-l mit Ungarn wieder beleben, überdies G e bd he^vgeben und die ihnen zur Verfügung stehenden privaten Sollen offen halten für die Söhne des ma.g-yarischen Mittel st an-des, der sonst, moch mehr verbittert, zugrunde gehen müßte- Wenn die Juden all das tim und ihrem Patriotismus noch dadurch die. Kwne aufsetzen, haß sie ihre Stimme. der Partei des Grafen Bühlen geben, dann — ja dann wird der Numerus clausus von selbst Werslüsfig werden und Graf Bethlen p-e.r s-p r ichrt sich dafür «inzusetzen, daß er in diesem' Zeitpunkt auch nicht Mehr, in Wirksamkeit sei. Wer. soft nun unter solchen Umständen bei fc&fem Zynismus und bei dieser unerhörten Erpresseppolitft' noch daran glauben, daß es Bethlen ernst sei darum, daß dex Friede, wie ik sagte, nicht nur unter den ch-ristlichen Konfeffioneu,- sondern auch zwischm den : Christen und. Jüden wieder hergestellt - werde, fftrder besteht ivenig Hoffnung, daß die reicher: Uuden SeWachtuW genug aufbringerr werderr, mtt Bethlen die gebührende Antwort zrr geben. Einer ihrer Führer, der Chefredakteur des „Pester Lloyd", Josef Beszi, hat bereits kaptiviert und zerfließt in seinem Blatt vor BÄvundermng und Begeisterung für ddn liberalen Bethlen. Bisher hat nur der jüdische Abgeordnete Paul Sa n d o r die ZNrrmtun^, Bethlen bei den Wahlen Gefolgschaft zu. leisten, mit Entrüstung zurückgewiesen. Andererseits Wrt tnan bereits versteckte Drohungen gegen die Juden, wenn sie „d ie d-argebv be-n-e F^-^i'e'd e-n-s'ha-nd" Bethtens zurückweison sollten. 7.il' .. V"r"*mm! , V ' Homespuns ... . Kostllmstoff . , . . Sport-Schotten. . . Shetland. ..... Raglanstoff .... .8 * » n f i» |j|§ Brüder Schiff mann slo Wl«n, II. Bin,, Taborstraft« Nr. 48

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