Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2771 (13.11.1926)
- Date
- 1926-11-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. -2971 Wien, Samstag Wiener MorgenzeiLung M. November 16R SMeZ UW 80- M«lnrlch Welntoerger Wien, I., SlftfnntM*» 6 Ae Mutsche Regierung aeaeu SteUtett* Pttpaganramtfärn, 12. November (I. T. A.) In Erwtdenmg einer Interpellation des jüdischen Klubs in der Angelegenheit der vom antisemitischen Rozwoj - Verband öffentlich betriebenen antijüdischen BoykotLpropaganda erklärte der Minister des Innern, die Regierung lmißbillige jede Bohkott-Politik. Es ist dies daS erste Mal, daß eine polnische Regierung offiziell gegen Judenbohkott Stellung nimmt. Au tödlicher Lue«. Posen, 13. November. In einem Wäldchen in der Nahe oon Posen fand ein Duell Attischen dem Reserveoffizier Schränket und dein Verwalter der.Verkaufsabteilung der Gummifabrik Pepege, Adam Cohn, statt. Schon nach dem ersten Kugelwechfel wurde Cohn tödlich getroffen. Anlaß zum Duell gab «in Wortwechsel in einem öffentlichen Lokal, in dessen Verlauf Schrämet beschimpfende antisemitische Axußerungen gegen Cohn fallen ließ. .[ Es wurde festgestellt, daß Dohm gar nicht dazu wm^MWeßep irnd wahrscheinlich auch nicht schießen wollte. Dagegen zielte Schrämet direkt auf den Kopf seines Gegners. Die Polizei, verfügte die Verhaftung Schram eks, der sich zunächst verborge» hielt, aber gestern abends ergriffen werden konnte. Der getötete Cohn hinterließ eine Witwe mit vier kleinen Kindern. (I. T. A.) AMand fa Transsordanien? London, 13. Povernber. (I.' T. A.) Die „Daily News" bringt die Mitteilung, daß in Transjordanien ein Aufstand ausgebrachen sei, der sich gegen das Regime des Emirs Abdullah richtet. Führer des Aufstandes ist der Stamm der B e n i s a k k a r. Es wird weiter mitgeteilt, das Emir Abdullah nach der Insel Cypern geflüchtet sei, und zwar soll er dies unter dem Vorwand getan haben, daß er seinen auf Cypern untergebrachten Vater H u s s e i n, den früheren König von Hedschas, der erkrankt, sei, besuchen wolle. kr» Ueberfak auf de« javanischen Mnifterpröstventen. Paris, 12. November. Wie die Agence Jndopacifigue aus Tokio meldet, sind gestern drei Angehörige der revolutionären Partei, voll denen einer einen D o I ch bei sich führte, in die Dienstwohnung des M i n istterpräisidenten eingedrungen. Der Arierparagraph in England. London, 12. November. (I. T. A.) Die (von llns gebrachte) Mitteilung, daß der Midsurrey-Golfclub, dessen Oberhaupt der britische Thronfolger, der Prinz von Wal es, ist, seit einiger Zeit laut offiziellem Beschluß, Juden als Mitglieder nicht mehr mrftmnmt, hat in der Londoner Oeffentlichkeit großes Auffchen erregt und zum Teil stürmische Entrüstung hervorgerufen. Die Presse widmet dem Fall eingehende Erörterungen. Die Zeitung „Evening News" stellt fest, daß elf der wichtigsten Klubs des Mtdsurrey-Berbandes auch weiter Juden als Mitglieder ausnehmen. * Der Lortrag des Generalmajors Freiherr« von Schönaich über „PuilMnaoindvücka eiueö Pa-ziliMen" findet Mittwoch, Äon 17. Ä.M., um 8 llchr abends, in den OIymprafAen, 1. Woz., RvühMsse -5, statt. „Die Slovijuden." In dom am Freitag iberöffenÄichten ArtMl diosts Miels ist durch ein technisches Versehen der Name des Autors Eugen Holly, Preßburg, »vaggelaffen lvorderr. Zionistische Sektion Prater. Morgen. 8 Uhr abonds, inr' Heime, 2. Bez., Jungstvatze 8, Vortrag Dr.' N. M. Gelber über „Erziehung und KuktuDpooAenve aim Zionis-nrus". «ns dm rheatem, Bolksoper. Heute „Die Jüdin". Morgen rrachstittags 2 Uhr ,^Va Traviata", afento? halb 7 Uhr „Äe Meistersinger von ^Nürnberg. Lustspiektheater. Heute „ExzeNeW Jlonka" «nt Hansi Niese. Morgen OpevettonenserMe oeS Badener Stadtthoaterö, und zwar nachmittags halb 4 Uhr „Die Bqjadep^« und abends HM 8 Uhr ,LriugeßGrell". Dmiseuknrsr. Budapest, 1L. November. (Dediserl-SchltlMavso.) Amtstortwm 28610-06010, Belgrad 1066>S—1062, Bevvm 16888. 16980, Bukarest 387-967. Bvüssel 9606-6966, Kopenhaa«l 189S0—16040. Oslo 17606—17876, London 34Y66V-34ÜS60, Mailand A02—0862, Newyorik 71SO0-71S0Y, Paris S3S4, 2374. Pv^AlM-0116, Sofia 613-610. Stockholm 19030. [0090, Ärchhau 7835-9066, Wien 10046-IMS« Zürich [8766—16796, Berlin, 10. November. (Dovisen-Schlußkuos«.) HeMngfors mV (10J617), Wien 6SO6 (66.40), Prag 12/461 (10.461), Budapest 6.88 (6.90), Sofia 3.091-8,041), Holla>lb 168.26 (168.70), OSlo 1V6L0 (106.66), Kopenhagen L0.14 (113.40), Stockholm 110.00 (110150), London SoW(S0l46), Aewhovk 4.2066 (4L1Y6), Beilgien SLbS (68.70), ' Atollen 1786 (1740), Paris 18.66 (13.06), Schweiz 81.06 (8106), Spanien 63.60 (6396). Warschau 46.6Ü (Ä.67> 2.Q2H {mm, Japan 0.066 Portugal AE mm%), M 3.186 UlSY, Dairzi (8.r~ en 6.10 (6.21 »1.46 (81.06), Bukarest Belaraid 7.41 (7.43). 1), Konstmlitmopel I_ Wlj DER MODESPIEQEL 1 *aj Da« schöne Schausmfter. Me Kunst des Auslagonarvangements ist verhältnismäßig noch sehr jung, wie bk der Reklame Überhaupt. Beide find eigentlich Kinder kritischer, wechselvoller Wirtschafts- Verhältnisse. — Sie stammen aus Amerika, wo man schon frühzeitig den Wert des Kontaktes Mischen dom Erzener und dem großen Publikum erkannt hatte. Heute stchen in allen Kulturländern der Reklame und dem Aüslagsarrangement ein Heer von Künstlern des Pinsels und der Feder zur Verfügung, nicht zu vergessen die Architekten und Geschmackskünstler. Für den Aufbau des Schaufensters gibt es eine Menge Richtlinien und technische Kniffe, die in eigenen Schulen gelehrt werden. Letzten Endes aber ist es doch Sache des persönlichen Geschmackes, wie das Erlernte verwerte wird. E i n plump gelegtes oder nicht ins Farbensemble passendes Stück oder auch bloß ein Stück zuviel, vermag oft den ganzen Effekt eines Fensters voll schönster Waren zu zerstören, wohingegen oft ganz wenige Objekte, — vereint durch einen gutgestellten Hintergrund in konträrer Farbe, ein wirklich erfreuliches Bild zu ergeben vermögen. Ein weiterer wichtiger Behelf der Auslagenkünstler ist der sogenannte „Blickfänger". Ein Objekt also, daß so sehr auffällt, daß man der Auslage längere Zeit seine Aufmerksamkeit nicht entziehen kann. So zeigt zum Beispiel die große Eckauslage eines Wiener Modehauses'inmitten verschiedenster Abendkleider einen riesigen Chrysanthemenkorb, aus dem eine französische Modellpuppe enrporschwebt. Ihr Goldpaillettenklsid und ihr mit schwarzen Pailleten sternförmig bestickter Mantel sind von einem verborgenen Scheinwerfer bestrahlt, und wie hellew Sonnenschein leuchtets von ihr hinaus in den trüben Novenrbermorgen. Kein Wunder, daß die Menschen vor solcher Auslage sich ansammeln und im Anschauen des Glanzes ein paar Minuten des trüben Alltags vergessen. Eine andere Auslage des gleichen Hauses zeigt eine Jagdszene mit Sportbekleidung, und einem Arrangement wundervollen, französischen Mosaikkaschas. — Das Haus Krupnik, dem diese und noch viele andere, wirklich schöne Auslagen zu eigen, erhielt übrigens, — da der Winter nun' doch schon vor der Türe steht — bereits die ersten Frühjahrsmodelle; wie. stets, — allen um ein halbes Jahr voraus! G. O b e r l a e n t> e r. Aodker in Wien. Kaum ein- und ein halbes Jahr ist'ö her, seit die Bezeichnung „Kascha" zum erstenmale an unser Ohr drang. Dieser schlichte, erst nur dem Kenner tvertvollc Stoff wurde als willkommener Gegensatz zur damaligen, greller: Schottenmode mit Begeisterung von den Wiener Frauen entgegengenommen. Mit ihm hat die Pariser Firma Radier ihren Weltruf geschaffen. Das Kennzeichen des echten Kaschagervebes ist der besonders lveiche, schmeich.'lnde Griff, mit dem es sich in die Hand schmiegt, die verschleierte Farbe ,urib die einzelnen langen schwarzen Haare, die aus ihm., emporragerr. Diese speziell siird charakteristisch für die feine Ziegemvolle, aus der'Kascha gewebt wird. Die Kaschmirziege, eine besonders, langharige Rasse, stammt vom Pmmrplateau im Himalaya. ^Ein dort, unter den günstigsten Bedingungen, lebendes Tier vermag pro .Jahr gerade so viel Wolle zu liefern als drei Darnenkleider benötigen, also für die heutige Nachfrage recht wenig. Um aber zu üitjereit Stoffen zurückzukehrcn, sei erwähnt, daß Herr Albert Spitzhüttl, der in Wien über das tveitaus vollkommenste Sortiment an Rodicrwaren verfügt, mir auch schwerere Mantelqualitäten von wundervoller Weichheit zeigt, die Kaschadou, Belladou oder Nova Kascha benannt werden und die trotz starker Qualität flaumig wirken. In dieser: Mantelstoffen werden meist ruhigere Färber: tvie grau, beige und iveinrot getragen, während Kleiderkascha in Hellen Pastetttönen (naturell, peche, chavtreuse, erdbeer) am begehrtesten ist. Und für die Nächste Zeit stellt Herr Spitzhüttl noch manche Uebervaschuna in Kasckasovten in Aussicht. PARISER MODESTOFFE In Snldn und Wolle ABENDKLEIDERNEUHEITEN | PITZHÜTTL, I. NIWBR MARKT 16. Tfup das Besle at iaeieo, dulia hangt den Harne VlI.jKalserstr. 111,113,115. Auswahl, Qualität, ^rclswürdigkeit stehen an erster Stelle« Neue einzigartige Modelle in STRASSEN- und ABENDMANTEL, UMHÜLLEN,« NACHMITTAGS- und ABENDTOILETTEN vom einfachsten bis zum exklusivsten Geschmack sind aus Paris eingelangt Schare? Inhaber beMders feiner Nasen behaupten schon Mt Tagen, es läge Schnee in der Luft und man könne ihn riechen. Da sie immerhin recht haben können, scheint es hoch an der Zeit, die Sportgarderoben zu komplettiere!». Pulkover, Weste, Lumberjack, dazu Sportstrümpft, Schsl Gestrickte und gewirkte Jumverkostmne in großer Auswahl Albert Mahner l. Kohlmeffergass« Nr. 8 I., Reu«« Mar« S IV* DUedn. Lauvtflr. S m., Landfir. L«tptstr. 3 XVI* Lhattaflr. U und Mütze, von diesen unerläßlichen Bestandteilen der Sportbekleidung kann man nie zu viel besitzen. Jnsdcsondere, wenn immerfort Neues und Originelles darin gebracht wird, wie Herrn Albert Mahners reiche Auswahl snmfällig dartut. Für die Jüngsten, die ,wch. zu lvinzig sind, um aus Bretteln zu stehen (also unter zweijährig), gibt's allerliebste Spielhöschen und spannenlange Nachmittagstoiletten in bunten Farben. Cs ist interessant, zu beobachten, wie die Musterauswahl diesets Hauses stets alle in der Strickkonfektion erscheinenden Neuheiten umfaßt und so das kaufende Publikunr über diese immer auf dem Laufenden zu erhatten vermag. G. O. Sa» Hauskleid. Tie Da nie sollte ihm zumindest die gleiche Sorgfalt znwen» den wie ihren sonstigen Torletben, penn es ist gewissermaßen ein Bestandteil des Heims, in dem man ja doch die meiste Zeit des Lebens zubringl. Ter pompöse Schlafrock von einst, mit Spitzen, Bändern und ^Rüschen überladen, dünkt. nuferem heutigen Geschmack ein Greuel. Wie auf allen Modegebicten, ist auch hier ein Zug zur Einfachheit maßgebend für die Modülschöpfung. Haus Schernrann, die Wiener Spizialfirma für gediegene HauSkleidung, zeigt einfache, sehr aparte SMasrÄke aus Waschsamt mit großen Rosen in Handdruck sowie auch anderen sehr originellen Druckmustern.. Dann einfarbige, ganz dicke Wvlltrikot-Morgenkleider, in die man sich herrlich einwicktln kmin. Auch der vielbeliebte Zenana ist in vielen Pastrltönen hier vertreten. — Den Anforderungen des eleganten. Nachmittags-Teckleides wird schioarzer, orientalisch gesticktre Samt gerecht und auch -weicher, leichter Kascha in heline Farben, iwel Hletztere häufig Batikmuster zeigt. Und als letztes iKleidungssiiück des. Abends, knapp ehe man ins Bett schlüpft, bringt Frau Schennann einer: wunderhübschen, ztveifärbigen Pongisschlafrock, tvattiert rrnd Gesteppt und ganz gleichseitig ausgeführt, so daß er eigentlich deren zwei darstellt. — Uoberhaupt ist die Auswahl dieses Hauses reichhaltigst, die Preise aber konkurrenzlos!billig. Pelze. Di« heurige Wintersaison steht in: Zeichen des MmttM Man trägt den. jährlich steigend beliebten Pelzmantel ebens» wie den aus Stoff und Pelz kombinierten. Letzterer entstand aus der stets reicheren Berbränmng, die schließlich die untere Hälfte des Mantels zur Gänze bedeckt. Desgleicheü den trichterförmigen Aermel bis zur Armbeuge/ ivährend der geschoppte oder gezogene Kragen häufig so langgestreckt ist, daß er sich mit demmnteren Gesatz organisch vereint. Diebeliebtester: Berbrämungsselle sind Heuer Helle Füchse, Sealkanin in Schwarz oder Biberfarbe und Naturpersianer. Als ganzer Mantel ist nach wie vor . Favorit der schwarze Sealelektrik, der schmeichelt wie kein anderes Fell. Hingegen fiir höherfliegende Wünsche ist Nutria, Natr:rpersianer oder Naturbrsanr das gseig-- netste Objekt. Pelzhaus Blaufuchs, dessen Frttnmwcmte fich Ärs Gehör schmeichelt und die Erinneru:^ ivachrust an das wundervolle, bläulich-rveiche Fell seines Wappentieres, kündigt übrigens die baldige Rückkehr unseres einstmals nneMßlichen Begleiters, des Fuchskolliers, an. Diese ebenso gediegene wie graziös kleidende Mode wäre lebhaftest zu begrüßen. O. »er RWü. ist noch immer der Standcrrdhut der Dame. Er ist ÄS Miberrde Element im Wechsel der Moden und iMhveszeiiR::. Form, Fachen und Qualität unterliegen zwar häufiger Äler:^ devung, aber Unwandelbar bleibt das weiche Anschmiegen an die Kopfform, sowie die .Fähigkeit, sich jeglicher Doilettc- und Tageszeit anMpassen. NM zuletzt aber verdankt der Filzhut seine Wertschätzung bei den Damen seinem Äullingen ans fpvvtlich-herrenmäßige, das für alle derzeitigei: und kommenden Modelinien richtunggebend zu sem scheint. — Heuer gibt es eine ganze Reihe von seinen, seDig-welcheu! Filzsorten, unter denen der französische Solekhrlüsch an erster wuauf Schlafrockhaus 7* Bezirk, Mariahilferstraße 61 Peizbaus BlaafuGhs 5S*“"','ä Billigste Preise — Solide Bedienung Bequeme Teilzahlungen — Eigene Reparaturwerkstatte 23