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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-13 · Heft 2771 (13.11.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2771 (13.11.1926)
Date
1926-11-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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©eH 2 Wien, Samstag Wiener Msrgen-ettnng 13. November 182g Nr. 2771 Sk österreichische Arbeiterdelegation über Rußland. Tlniangs 1926 machte eine österreichische ArbeiLerdeleftation eine mehrwöchentliche Studienreise nach Rußland. Ihr Bericht, 198 Setten stark, liegt vor. Selbstverständlich ist er, tvie alle Ähnlichen Berichte, in den rosigsten Farben gehalten. Dies ist vollkommen verständlich. Die Leistung der Sowjets ist in politischer, orgoirlsatorMer und erziehlicher Beziehung angesichts der inneren und äußeren Schwierigkeiten, wie des Menschen- Materials, das ihr zur Verfügung stand, eine unvergleichliche. Welcher Weltanschauung rnan immer sein mag, man muß restlos anerkennen, daß die russische Arbeiterklasse ge- »valtige Potenzen aus sich heraus entwickelt hat, daß in ihr ein brüderliches Solidaritätsgefühl lebt, wie es sonst nur etwa in etlichen religiösen Sekten zu finden war und ist, daß sie ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung voll bewußt, von einem hinreißenden Elan beseelt wird. Umso schwerer wiegt es, daß sie ihren Weg nicht ohne Terror und Grausamkeiten gehen zu müssen glaubte und daß sie auch jetzt noch allem, was ihr „bürgerlich" scheint, mit unmenschlichem Hasse begegnet. So berichtet zum Beispiel die Delegation, daß die kriegsinvaliden Offiziere, die aus den bürgerlichen Klaffen stammen, von der Jnvalidenuntersiützung für immer ausgeschlossen sind. Aus ihren Ausführungen gcht auch der Haß der Kommunisten gegen die „Nep"-Leute hervor, während sie doch selbst 'die „neue ökonomische Politik (Nep) einfühcen mußten, um die Wirtschaft zu rette». Was uns im Wesen Lei Beobachtung der russischen Vorgänge jedoch am meisten interessiert, das sind nicht die rein Politischen, sondern die Wirtschafts-olitischen. Fragen. Tenn trotz aller Deklamationen auf Parteitagen ist die Arbeiterschaft Westeuropas nicht, wie die ruffische unter dem Zarismus es war, versklavt und bedrückt, sondern sie ist überall ein ausschlaggebender Faktor im Staatsleben. Die blutige Revolution zur politischen Befreiung, wie sie in Rußland vielleicht notwendig war, ist hier nichts wie ein leeres Schlagwort. Aber gerade auch die wirtschaftpolitischen Fragen geht der Bericht mit keinem Worte ein. Rußland ist kein Industriesondern ein Bauernstaat. Aus dem Bericht kann man entnehmen, daß die Zahl der in Gtoß-Rußland (ohne die verbündeten Republiken) tätigen Arbeiter zirka sechs .Millionen beträgt, das sind aber nur sechs Prozent der Bevölkerung! Der Landwirtschaft, die 94 Prozent der Bevölkerung beschäftigt, werden in dem 138 Seiten langen Bericht nur einige Zeilen gewidmet. Und aus diesen wenigen Zeilen kann man ' cherauslesen, daß die Bauern erst dann Getreide über den Eigenbedarf anbauten, als ihnen die völlige Privatwirtschaft zugestanden wurde. „Erst die Nep schuf hier Wandel zum Besseren". Ueber eine andere grundlegende Frage, die des Mißverhältnisses zwischen den Preisen der industriellen und der landwirtschaftlichen Waren (die sogenannte „Schere") wird nur ein Satz gesagt, daß dieses Mißverhältnis den Aufbau schwierig mvcht. (Seite 46). Hier liegen aber die wesentlichen wirtschaftspoliti'chen Fragen' verborgen. Kein Mensch zweifelt daran, daß es möglich ist, die Großeventuell auch die Mittelindustrie zu Verstaatlichen und bureaukratisch zu führen. Die Frage ist nur: mit welchem wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg. In Rußland werden hoch zu schätzende soziale Einrichtungen für die Arveiterklaffe und die Jugend auf Kosten des Staates und der Betriebe geschaffen, aber nicht aus den Erträgnissen der Industrie. Diese ist erstens passiv und wird nrxh immer vom Staate subventioniert, zweitens sind ihre Produkte trotzdem noch viel teurer, als in Westeuropa. Nur das Zwangsmonopol des staatlichen Außenhandels verhindert es, daß die europäischen Waren zu billigen Preisen in Rußland Eingang finden, wo dann die staatlich-bureaukratische Jndustriewirtschast mit ihrer teuren Gttterproduktion, sowie die Stpatsfinanzen in eine schwierige Lage kommen müßten. Wer zahlt aber letzten Endes dafür? Natürlich die Ncplente und die Bauernschaft, welche erstens Steuern abliefern muß, mit denen Industrie und soziale Einrichtungen in den Städten fubvenitoniert wer- . den, zweitens die Jndustrieartikel teurer bezahlen muß, indeß sie für ihr Getreide Vom Monopoleinkäufer Staat nicht den Weltmarktpreis erhält. Die Fwge erhebt sich, ob die staatlich geleitete Volkswirtschaft mit der Zeit doch imstande sein - wird, billiger zu produzieren, und wenn dies nicht in absehbarer Zeit möglich wäre, ob sich die neunzehntel der russischen Bevölkerung — die Bauern — weiter bereitfinden werden die Kosten des Staatskommunismus zu tragen. Dies hieße nichts anderes, als daß er durch'- UeberschÜsse, die aus der Privatwirtschaft fließen, erhalten wird, ein Zustand, der sich ja vielleicht durch politische Gewalt eine Zett (lang aufrecht ' erhalten läßt, aber vom wirtschaftlichen Standpunkt aus sinnlos wäre. Denn wenn, man auch durch politische Macht immereine Klasse zwingen kann, für die anderen zu zahlen — und dies ist ja nach der materialistischen Geschichtsauffassung . der tatsächliche Zustand bis aus den Heu-Ngeu Tag gewesen —■ so ist es in jeder Wirtschaft gleichgültig, ob sie sozialistisch oder kapitalistisch ist, der Hebel jedes Produktionsfortschrittes die Akkumulation. .Kann eine Wirtschaft keine Ueverschüffe erzielen, so ist sie zur Stagnation verurteilt. Und deshalb ist die Frage, ob die Soivletfabrlken inrstande sein werden, zu durchschnittlicher: Weltmarktpreisen zu produzieren und noch Ueberschüssc zu erzielen, eine yitale., Die UeberschÜsse, welche die Bauernschaft vielleicht mit der Zeit erzielen wird, können dem PrivaKreditmarkt, aber nicht dem Staat als Unternehmer dienstbar gemacht werden. Ueber alle diese Fragen (die auch dem jetzigen Zwist Ovischen der »nentwegten Opposition und der Regierung Stalin, die zu immer neuen Kouzeffiünen. an die Bauern ' bereit ist, zugrunde liegen) erfahren wir aus dem langen Berichte nichts. Nur an einer Stelle (Seite 61), werden die Preise einer lleinen Anzahl von Jndustriearttkeln angegeben, mit dem Bemerken, daß sie teurer sind, als in Oesterreich, weil es sich um Textilien handelt, die meist aus dem Ausland eingeführt werden. Dagegen beschäftigt sich der Bericht fast ausschließlich mtt den Tatsachen des ArDeiterlebenS in Rußland, das in jeder Beziehung auf hoher Stufe steht. Der Großteil der Arbeiter ist gewerkschaftlich und genoffenschastlich organisiert, das Bildungs- und Fürsorgewesen ist sehr hoch entwickelt, die Löhne, soweit sie angegeben werden, bewegen siä) ungefähr auf dem österreichischen Niveau. Bon Jnteresse ist, daß der nichtkommunistische Fachmann (Ingenieur) viel höher entlöhnt wird (bis zu 1400 Schilllng im Monat) als der „Rote Direktor", der höchstens 225 Rubel (800 Schilling) beziehen darf. Wir hören jedoch gar nichts von der Produktivität und Rentabilität der Betriebe. Nur einige Ziffern über das allgemeine Ansteigen der Produktion werden gegeben. Damit ist aber nicht gesagt, mit welchen Kosten diese erzielt wird. DaS ist, wie schon oben erwähnt, der muttbe Punkt, aber eßeit der entscheidende. Im übrigen sind auch die Ziffern über den Stand der Produktion usw., so imponierend auch ihr Wachsen von Jahr zu Jahr ist, nicht Überwältigend. In der landwirtsck-astlichen Erzeugung ist, in Geldwert auSgedrückt, bei den Hauptgetreidearten noch nicht die Hälfte (iß der VorkriegSproduktkon.' ^-o^em die Anbaufläche schon 90 Prozent der Vorkriegszeit beträgt, erreicht. In der Viehzucht steht es bedeutend bester, wahrscheinlich wegen Zersthlagung des Großgrundbesitzes. (In dem nicht sowjettstischen Oesterreich ist der Ernteertmg fast in allen Getreidearten bekanntlich schon erheblich überschritten worden). Bei Steinkohle ist etivas über die Hälfte, bei Oel sind schon 70 Prozent, dagegen bei Erzen erst eineinhalb Prozent der Vorkriegsproduktion erzielt worden. Beim Außenhandel sind 1924 bis 1925 erst 40 Prozent des Exportes, dagegen 60 Prozent des Jmpottes erreicht. In diesem Jahr war auch das' größte Passivum: 162 Millionen Rubel (bet 1286 Gesamtumsatz) zu konstatteren. Ter Expott Oesterreichs nach der Sowjetunion wird für 1924 bis 1926 mit 16, der Import mit fünf Millionen angegeben. Ueber die Zahl der Beamten im Sowjetstaat, ihre Nolle, ihre Kosten, usw. wird kein Wnt gesagt. Im großen und ganzen kann man, obzwar die Delegatton die vollste Bewegungsfreiheit genoß, doch konstatieren, daß sie wn den Kommunisten sehr leicht beeinflußt werden konnte. Denn vielfach wird in tm-chtigen politischen Fragen nur wiedergegeben, was ihr gesagt wurde, ohne daß sie sich zu einer Kritik aufrafft. Zum Beispiel geschieht dies bei der Frage der Preßfreiheit. Nachdem im kapitalistischen Staat jeder das Geld hat, eine Zeitung zu kaufen, so ist die Preßfreiheit in diesem von Hebel. So sagen die russischen Führer. Ist das wirklich ein Grund um im lenü-.-uni'ttschen Staat die Preßfreiheit zu unterdrücken? Und welches moralische Recht haben die Sozialisten, die das billigen, dazu, dem fafciftiffh.cn Staat die Unterdrückung der Presse vorzuwerren? . Da im Bericht kein Wort über das Staatsbudget, die Finanziernng der Industrie usw. enthalten ist, so kann rnan aus ihm nicht das mindeste Urteil über die Wirtschaftsvvlitit der Svtpjots und über die aus den verschiedenen -Auffassungen über deren Führung - entstandener schweren inneren Kämpfe gewinnen. Nachdem der Marxismus sein ganzes Gebäude auf die Oekonomie stützt, so müßten seine Sachwalter Nachweisen, daß . unter der Herrschaft ihres Systems (das ja keines des Marxismus ist, da 95 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft und von dem Rest auch noch ein Teil — infolgeder Nep — privatwittschast- Ikb arbeitet) im Vergleich zu anderen Produktionsweisen ein Maximum an Gütern bei . einem Minimum von Sachanfwand produziett wurde. Daß dies nicht der Fall ist, zeigen schon die angeführten Produktionszifsern, ferrrcr die gettnge Entwicklung des Exportes, die hohen Preise für Jndustrieprvdukte und die noch in? . . tenbe starke Warennot. Obzwar aber zu wenig produziert wird, hat dennoch die Arbeitslosigkeit, die sonst überall angeblich durch das Versagen der privatkapitalistischen Methoden verursacht ist, im sozialistischen Rußland erschreckende Formen angenommen. D>er Bericht spricht von 900.000 Arbeitslosen in Großrußland mit seinen sechs Millionen Jndustrieararbeitern, eine Ziffer, welche jene des höchstindustriealisicrten Landes der Welt, England, ::nahe erreicht. ' Der Bericht der Delegatton, der zwar zeigt, daß die entsandten Arbeiter über ein Hohes Maß von Einsicht und Bildung verfügten, der aber auf all diese Punkte nicht eingeht, ist daher im wesentlichen lückenhaft. Was er bringt, ist ein sehr sympathisch tV:4 Bild von der Kraft und dem BorwärtSstreven der ruffischen ArbeitersclMft, eine Erscheinung, die auch demjenigen, der die bolschel nstischen Methodezr ablehnt, tiefe Achttmg Vor solchem Aufstieg einer früher entsetzlich unterdrückten Klaffe aus eigener Kraft avnötigt. Auch bei einer etwaigen Umbildung des Regierung i >J wird sich die Arbeiterklasse ihre sozialen Errungenschaften nicht nehmen lassen. Sie wird wahrscheinlich stets dev treibende Faktor in der Entwicklung Rußlands bleiben. ad. bin. * Oberrabblner Prof. Dr.'H. P. Chajes in Jugoslawien. Me man uns aus Zagreb (Agram) meldet, wird dort Obervabbiner Dr. H. P. .Chajes am Sonntag, den 14. d. M„ in einer öffentlichen - Bersamnrlung über das Thema „Warum ich Zionist bin?" sprechen. Ae Veschlüffe der gahreskousttear der Sfoniften Weft-Klelnpolens trat Schlefleos. $m Anschluß an rmseren Bericht über die Jahres, konferenz der Zionisten W e st - K l e i n p o 1 e n s und Schlesiens Gehe Miener Morgsnzsitung vom 4. November) gelben wie hier die wichtigsten Beschlüsse -er Konferenz: Die Konferenz 'stellt fest, daß die EirHÜIhriMH, Festi. guilg und Erweiterung der DWplin in der Organisation eine Notwendigkeit der Zeit und eine Daseinsfrage unserer Arbeit ist. Die Konferenz wendet sich an die Exekutive in L o i» ö o :jt mit dein Borschilag, alle Jugendgruppeu innerhalb der zionistischen Organisation zusammen,,?, fassen, und ein zentrales Referat für I u g e n d s r a ® e n bei der Exekutive in London zu schaffen. Die Idee des Judenstaates in Palästina ist nach der Meinung der Konferenz das f u n d a >m e w t a l e Ziel des Zionismus und ein Pol unserer Bemühungen und Bestrebungen. Die ewige Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina, die alle Völker anerkannt haben, ist das politische Zeugnis, durch das die Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina anerkannt wurden. Die Verwischung dieser Rechte im Lande der Juden berL'h rt kein Recht des arabischen Volkes in Palästina. Nicht das Streben zur Verwirklichung der zionistischen Idee, sondern ihre Bekämpfung durch einen Teil des arabischen Volkes, widerspricht den Grundsätzen der Selbstbestimmung derVö Her; darum»müssen wir jetzt den Glauben an die moralischen und polittscheu Fundamente unserer Bestrebungen festigen, denn nur durch den Mauben wird das Volk sein Land neu aufibauen. Bezüglich der ,$ ewi s h Agency" ist die Konferenz der Ansicht, daß ihre Erweiterung gemäß den Beschlössen des Kongresses eines der Mittel ist, unsere Arbeit i*m Lande zu beleben, gleichzeitig betont sie aber, daß der ,,Kern Hajessod" wegen seiner Volkstümlichkeit das Haupti'nstrument unserer Arbeit in Palästina ist. Die Konferenz betont wieder die Notwendigkeit der Einigung der vier polnischen «Provinzen zum Wähle der zionistischen Bewegung und der Mischen Gesellschaft in Polen. Die Zioniften-Revifionisten Polens gegen Felix Rosenblüih. Warschau, 13. November. (I. T. A.) Die Zionisten- Reriffoniften hielten in Warschau eine Versammlung ab, in der eine scharfe Protestresolution gegen die Rede des Mitgliedes der Zionistischen Exekutive Dr. Felix Rosenblüth auf der Tagung der österreichischen Zionisten gefaßt worden ist. In der Resolution wird insbesondere gegen die Erklärung Roscnblüths Stellung genommen, daß Herzt selbst die Idee vom „Judenstaat" fallen ließ und daß das Baseler Programm darum nicht mehr vom „Judenstaat", sondern von einer „öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte" spricht. Die Exekutive wird aufgesordert, eine Erklrung abzugeben, daß Herzls Judenstaats-Jdee noch fortlebt. Ferner wird der Rücktritt Dr. Felix RosenblAhs gefordert. Traue, sei« «llr Hosrat Shrmana. Mittipoch, den 10. November, veranstaltete die So» „iale Vereinigung jüdischer Aerz-te in Wien eine solenne Trauerseier für ihren verblichenen Präsidenten Hofrat Prof. Ehrmann. Der Saal am Bennoplatz war schwarz drapiert und mit einem Porträt des toten Gelehrten geschmückt. Der erste Vizepräsident, Herr Prof. Dr. Liä»- ivig Braun konnte unter den Erschienenen die Professoren Dr. Neumann, Dr. Schur, die Dvzenten Dr. Ullmannjünd Dr. Zilz, ferner die Präsidien zahlreicher.jüdischer, ärztlicher" und studentischer Korporationen begrüßen. Pttmarius Pros. Dr. König stein würdigte in seiner Trauerrede den Menschen, Forscher und Künstler Ehrmann, besten ed^es Wesen di«' ^-»-monie des von der Assimilation zu eine n jüdische' Volkstum h'ü»'gekehrten Mannes auf res mit» schloß mit einem u^eli an die akademische »Jugend, diesem glänzenden Vorbild zu folgen. Es tourden dann beträchtliche Kranzablösungsspenben für den Ehrmann- Fonds gewidmet, der in dieser schweren Zeit eine,für der: jugendlichen Aerztenachwuchs wichtige Aufgabe zu erfüllerr hat.! Die Soziale Bereinigung jüdischer Aerzte betraute mtt ihrer Leitung provisorisch den ersten Vizepräsidenten Herr» Prof. Dr. Braun, welcher selbst den Wunsch geäußert hatte, f)'e Präsidentenstelle für ein anderes, hiezu designiertes Mitglied des akademischen Senates freizuhalten. Rücktritt Lr. Lndwlg öingr». Prag, 13. November. Der Prager Advokat und Stadt» rat Dr. Ludivig Singer hat aus den Vorsitz und auf seine Mitgliedschaft im jüdischen Nationalrat spwie alich auf die Mitgliodschasl im zionistischen Distriktskoinitce verzichtet. Die Resignation ist, wie eine Lokalkorrespondenz erfährt, auf Meiunngsver-schiedew h e i t e n znrückznführen.

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