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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-09 · Heft 2767 (9.11.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2767 (9.11.1926)
Date
1926-11-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite R men, tieimm Wiener Morgenzeitnng Bürger Schtppel. Deutsche? BolksHvaStt. Stück Sternheitns muß taugliLye,'.?<,)««-- spietern anvertraut sein, ivenn di? muffetfdjnrfr 3atir; uurfat soll. Herr Edthof e r ist der Hauptrolle ge ruachsen,. gibt sogar dem Ausstieg des Proleten in die MSftfjc der saturierten Bürger starke, tragische Akzente, ganz besonders auch solche der Empörung. Aber alle andern — Herr Ey maun ausgenommen — haben 'uichr das Zeug für diesen schärfsten Sternheim. Herr Brandt nicht, Herr Ziegler nicht, Fräulein Lvovski nnd Herr Jaray schon gar aricht. Der Spielleiter, Herr Czokor, hatte die besten Jnteirtionen, aber sie kamen bei diesen Darstellern nicht zur Geltung. Mit anderen Schauspielern des Ensembles, wir nennen nur die Herren Forest und Schmöle, die Damen Loos wäre der Abend besser ausgefallen. O. «. Leffer llrh. Der große jüdische Maler wurde am 7. November 65 Jahre alt. Als er 1889 das erstemal ausstellte, wurden seine Berliner Straßenbildcr und Landschaften abgclehnr. Aber Adolf Menzel erkannte seine Begabung und half ihm vorwärts. Er erhielt dann den Michacl-Beer-Preis, vereiste Italien, und erwarb schon bei der nächsten Ausstellung (1893) allgenieine Anerkennung. Zu seinen hervorragendsten Schöpfungen zählen die biblischen Konrpositionen, insbesondere das Monurnentalgemälde „Jerusalem", die „Vertreibung aus dem Paradies" und ganz besonders sein herrlicher „Jeremias", der unter dem wetten Firmament ans der Erdkugel kauert. In den letzten Jahren hat Ury auch als Graphiker gewirkt und Ueberragendes geschaffen. Der Vielster, welcher Ehrenmitglied der Berliner Sezession ist, arbeitet gegenwärtig an einem großen biblischen Gemälde: „Jakobs Segen". Bon Kennern, die das Berliner Atelier des rüstigen, außerordentlich sruchtöareil Künstlers besuchten, wird dieses Bild, das nahezu vollendet ist, als sein Meisterwerk bezeichnet. Aus den Theatern. B«i r g:sh c ü : c v. Morgen, halb 8 Ahr, „B o l p o n e". O p c r tttbcta i-e t. Morgen. 7 Uhr. „D e r fliegend-e H oil ä n^o r"_init Fri. Moje Furbach vom LLnseSihLater in Stuttgart reenta) und Herrn Wilhelm Rode von der Staatsoper in München (Hollürrder) als Gast. — In Abänderung des sinelplanes gelcmgt Freitag „Lucia von Lämmer m o o r", hicrcntf das Ballett „C o p-p-e4 i ct" zur Auf« pühvnng. Deuts cu c s V olkst h c a t c r. -Froitag ftn&ci die Wicveranfsichrtum des von Karlheinz Martin neneinftueierten Dramas „Wallensteins Tod'' mit Albert Bass ermann <rls Watlenstein skatr. Z-.uit ersten Male spielen den TerAry — Otto schmoll', den schuiodischen Hanptmann — Pan! Mcdcrow, Den Fllo — Karl lrhmaiin, die Thekla — Cäcilic Lvooskh, den Max -- Harns Bau mann und den Octavio — Eduard Loibncr. S t a'd t t h e a t e r. Das Engagsrrvent der Tänzerin Dora D'A'n vom Casino de Paris wunde bis 8t. Dezember verlängert. V o l k s o p c r. Morgen „T ie f 1 a nd". L u si s pielthea : er. Morgen findet die .«veire Festvorjtellung mit .Haust Niese statt.-Zur Aufführung gelangt „Exzellenz Jlanka" von Armin Friedmann. K a nt nt erspiel e. Morgen, halb S Uhr, Cvstaufsühmng der Komödie „Marldorongh zieh; in den Krieg'' von Marcel! Achat«). Hans! Niese ist nach ihrer Krairkheit Sonntag zum ersten Atale wieder in: Lustfpieltheater ausgetreten. Das Publikum bereitete der beliebten Künstlerin, die im Schwank „Dev Autowildlmg" spielte, stürmische Ovationen. Nach dem zweiten A kt ^da nkte die Künstlerin in herzlichen Worten fün die ihr erwiesenen Ehningen. Die Bühne war in einen Blumengarten verwandelt. „Das Testament im Bilde" von Theodor Ehre nst e i n, ein bedeutendes Werk für Kunstfreunde und Altcruunsfonchcr, hat der Verlag R. Löwit, Wien, 1. Bez., Fleischmarkt 1, leben in ganz neuer künstlerischer Ausstattung herausgebracht. lieber 2000 Reproduktionen von Gemälden mrs sämtlichen (Valerien der Welt, die sich auf das -.alte Testament beziehen, zeigt dieses Werk, das in Ganzleinen gebunden zum Preise von 120 Schilling lieferbar ist. Vortragsabend des polnischen Humoriston Leon Wyvwicz. Ter in ganz Polen bekannte Vortragskünstler Leon Mrtvicz, der vor dem Weltkrieg kn Wien gewohnt hat ilnd lster ntehrmals mit Erfolg ausgetreten ist, gibt am Ul November l. I. in den „Olympia-Sälen", einen Rezitationsabend. Seine Spezialität ist die Medergabe polnischer Typen. Jüdisches KÄnstlerkabaicett, 2. Bez., Praterstraße 60. Tic hervorragende jüdische Soubrette, Frau Berta Liebg o l d, absolviert ab heute ein längeres (Gastspiel an dieser Buhne. Frau Liebgold tritt heute zum ersten Male rm „Penstonsmädel" auf. Das jüdisch« Theater in Riga. Aus Riga wird.uns gemeldet: Jp einer Versammlung der Mischen Theahergesetlsthaft rourde mit dem jüdischen Regisseur Morewski folgender Bortrag abgeschlossen: MorewsÄ, dem die Leitung des Theaters übertragen wurde, erhält die ganze von der lettlänoifchen Regierung für jüdische Theaterztvecke zur Verfügung gestellt: Summe von 1,500.000 lettländischen Rubel ltnd die von der Verwaltung beigesteuerten 250.000 Rubel. Von diesem Geld muß in dev nächsten Zeit der Dekovationssnndus« erneuert werden. MorewSki übernahm die Verpflichtung an Freitag-Menden nicht zu spielten. Vereine. Dortriige und Bersammümge». Wiener Beth-Hamidrasch, 2. Bez., Tempelgasse 3. Heute. 6 llhr, Lektor Dr. S. G elihh a u ä: ,historische ^P-sttlmon." - Jüdisch.atademische Bexbinvung „Uuitas". Mittwoch, halb 8 llhr abends, Seminar. Dr. Mar Kirc über „^uvenstaat xaex, SievlultHsgesell-schaft." - - Zionistische Bezirkssektion ÄrrNtterrru. Heute, 8 Uhx abends, rm SektionÄheim, Z0. Bez-, JÄgerstraßc 3t). Berichterstattung über den zionistischen Par. ieEly mst awsMteßender- Diskussion Refererrten Dr. Z. F. Finke! ft c i n aiti) Tr. Israel Taub cs. — Freitag, den 12. d. M., 8 Uhr abends, Vortrag Movdechai Gerstel: ,Tialmudische Literatur." Gäste willkomrnen. — Verband jüdischer Jngenie»»re nnd Techniker für den Aufbau Palästinas. Die Gcneralversanunlurtg -findet Sonntag, Veit 14. November, um bald 10 Uhr vorurittags, in der Jüdischen Leseuw) Rede- Halle, 0. Bez., TürZenstratze 9, statt. Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Morgen, Mittwoch, havh 9 Uhr aibends, im Gase Lovrana, 3. Bqz., Löwenyaffe 36, ein Bortraa Ludwig Dato: „Die Mavanuen mti» ihre Rückkehr zum Judentum." — Bett» lvaad Niwrim und Jüdisches Zentrum, 2. Bez., Untere Augartenstvaße 3ö. Die vereinigten Kurse zur Bervollkmumnung )er hebräischen Kemttnisse C'mrschüümim (Leiter Schl. Auerbachs sind bereits eröffnet. Dienstag, 8 Uhr abenids: Hiob; Mittwoch. 8 Uhr abends: Sasrnth; Donnerstag, 8 Uhr: Safah. Hebräische BorLenntnifse erforderlich. — Lese- und Nedehalle jüdischer Hochschüler» 9. Bcg., Türkenistraße Nr. 9. Heute, 7 Uhr, Vortrag Dr. A. Kaminlka: Hiob. Text mitbringen! Der Lesesaal wird um 7 Uhr geschlossen. Samstag bleibt der Lesesaal goschl-ossen, Mttwoch und Sonntag bis halb 10 Uhr abends geöffnet, SamStag, '8 Uhr abends, Konvent. — Zionistische Bezirkssektion 12—15. Donnerstag, den 11. d. Di., hallt 8 Uhr abends, itn Festsaale des Jüdischen Turnverbandes. lö. Bez., Hevklohgasse 21. Borträg Gemeind erat Doktor Leopold Pl-aschkeS: „Das Endziel des Zionismus " Serichtssaal. Meter eine KindesmSrderin sreigesprochen. Die 13jährige Näherin Hedwig E i L e n st e i n e r unterhielt bereits seit vier Jahren mit dem 20jährigen Alfred W a l i n ein Berhältuis. Im Frühjahr d. I. zeigten sich Folgen. Als dies die Eltern der Eiberrsteiner erfuhren-, wiesen sie die Tochter aus dem Hause; die Eltern des Walin ver-iveigerten ihre Zustimmung zu eiirer Heirat. Die Hedwig zog im Juli zu einer Frau auf der Landstraße uitb erhielt von ihren Eltern zur -Bestreitung ihres Lebensunterhaltes 15 Schilling lvöchentlich. Walin bezahlte 7 Schilling für die Miete. Anfangs August suchte sie die Klinik Pehain auf und ließ sich einen Aufnahmsschein gebet:. Das Mädchen blieb trotzdem der Klinik fern. Am 9. September brachte sie ein Kind zur Welt, das sie gleich nach der Geburt dadurch tötete, daß sic ihnr den Zeigefinger in den Schlund st e ckt c. Nach Angabe der Gerichtsärztc ist das Kind lebensfähig zur Welt gekommen und an Erstickung gestorben. In der Voruntersuchung gab die Erbensteitrer zu, das .Kind aus Verzweiflung über ihre Lage und weil keine Hoffnung b e ft a n d, daß sic W a l i n h e i r a t e rt könne, getötet zu haben. Der Mordgedankc sei ihr plötzlich gefommen. Gestern hatte sic sich vor einem Schwurgericht unter Vorsitz des OLGR. Dr. M i h a t s ch iv c g e tt Kinde smorb zu verantworten. Die Angeklagte blieb bei ihrer Berairtwortuttg. Die Geschworenen beatttworteten die Hauptfrage mit n c u n S t i m m e n „I a" gegen drei Stimmen „Nein", die Zusatzfrage ans Sinncsverwirrrtng zur Zeit derTattnitzehtr Stimmet: „Ja" gegen zwei Stimmen „Nein". Auf Grund dieses Verdiktes verkündete der Vorsitzende den Freispruch der Angoklagfen. Die Geschworenen bestürmten die Eltern der Eibensteiner, sie wieder bei sich aufzunehmen und nahmen dem Walin das Versprechen ab, daß er sie heiraten werde. Was ist der Busen eines jungen Mädchens tvert? Im Feber 1924 fand im Etablissement S t a h l e n e r ein Unterhältungsabend der Alpinen Gesellschaft „Hubertus" statt., bei welcher Gelegenheit auch eine Wildcretszene zur Aufführung! gelangte. Im Verlaufe des Spieles wurde mit blinden Patronen geschossen, wobei die damals 18jahvige Tont P. von dem Pfropfen einer solchen Patrone in die Brust getroffen wurde. Sic wurde an die Klinik überstellt und mußte sofort operiert werden und erlitt eine Deformierung des Busens durch eine ziemlich beträchtliche Narbe. Fräulein P. machte den unvorsichtigen Schützen Thomas Jarosch, sowie - den veranstaltenden Verein, beziehungsweise die verantwortlichen Funktionäre desselben für ihren Unfall haftbar und begehrte wegen verminderter Heiratsfähigkeit 20 00 Schilling und an Schmerzensgeld und Heilungskosten ebenfalls einen größeren Betrag,-tso daß sich das GesamtNagebegehren auf 3755 Gilling stellte. Die Vereinsfunktionäre glichen sich miä der Klägeritt gütlich 'mit 500 Sch i l li ng aus. Das Gericht holte ein Gutachten des Professors H a b e r d a ein, dev die Forderung von 2000 Schilling als Schadenersatz für angemessen erklärte, obwohl mit der Deformierung keine funkttonellen, Störungen verbunden sind. Tic dauernde Verunstaltung des Busens, der ein besonderes Geschlechtsmerkmal ist, bedeute aber für eine Frau einen großen Nachteil. Es sei begreiflich, wenn ein Mann hinsichtlich der Eigtmng einer solchen Frau als Gattin und Mutter Bedenken hegt. Das Gericht erkannte auf Grund dieses Gutachtens dek Klägerin den begehrten Betrag von 2000 Schilling zu. Ter Polizeidkrektor von Salzburg wegen Schmuggel verurteilt. Der Salzburger Polizeidirekto», RegieruugKrai! Fri cd rich, gegen den ein Verfahren wegen Verletzung dev Zollvorschriften anhängig war, da er am 2. Juli 1. I. bei einem Teppichschmuggel nach Bayern ertappt Imrrde, ist zu einer Geldstrafevon 8000 Reichsmark verurteilt worden. Negierungsrat Friedrich war vier Jahre hindurch Leiter der staatlichen Polizetexpvsitur Salzburg-Bahnhof und war für einen Posten als Polizeidirektion' in Littz ausersehen. Die gegen ihn anhängige DiszivlinarUntersuchung ist noch nicht äbgeMossen. Ter Stadtverordnete als MSdchenMnder. Aus Breslau wird berichtet: Das Schöffengericht in Glogau verhandelte Samstag in zwei Strafangelegenhetten gegen den Aadcwerordneten Paul Thiel aus Beutheu, dem zur Lastaetefii wird, sich an seiner Pflegetochter rmd mehreren Schulmädchen vergangen zu haben. Trotz Leugnens des Angeklagten kam d«s Geruht nachsechsstündiger Verhandlung, in der dreißig Zeugen einvernomme» wurden, zur Ueberzeugung von der Schuld des Angekkagten und erkannte nn ersten Fälle auf neun, im zweiten Fille auf sieben Monate G e f ä n g n i s. 9. November 1926 Nr. 2767 ' Bolkswitt. Staats, und Prtvatwirtschast. Zur Bewegung der Technischen Uttum. (Von einem Wirtschaftspolitiker.) Die Privatwirtschaft Oesterreichs hat erleichtert aufgeatmet, als das Kompromiß in der Beamtettfragc zttftande kam. Die Privatwirtschaft braucht vor allem Ruhe» wenn sic ihre Arbeit gedeihlich fortführen soll; sie hat genug au den uttvemneidlichen Reibungen, die aus rein ökoitomischen Ursachen cntstehert; gerade darum ist cs für sie von größter Wichtigkeit, daß ihre Lage iticht auch durch außcröko n o - mische Kämpfe erschwert werde. Die Bewegung der Technischen Union und der Arbeiter in den Staatsbetrieben erweckt zwar den Anschein, als ob cs sich hier um matcriellf Fragen handelte und um Fordermtgen, die tticht so ohiteivettercs wie bei einer Bewegung der Staatsbeamten durch Hittweisc auf die Pflichten der Hoheitsverwaltung und auf die Versorgung, die deit int Dienste des Staates Stehcifdeu zuteil -wird, aügewicscn tverdcrt könuett; eine Bewegttug der Arbeiter nt der Staatswirtschaft erweckt leicht den Eindruck, als ob sie lediglich ökottomischen Charakter hätte und tu dieser Hinsicht sich von emer Bowegung der Privatarbciterschaft nicht unterschiede. Es besteht jedoch in Wirtlichkeit ein gros; erUnte rschied zwischen der Staats- und der Privatwirtschaft. Der Staatswirtschaft steht, sofern, sie ihrcit Hauptzweck, das Gleichgewicht, nicht erreichen kamt, das gesamte Reservoir der Vokkslvirtschaft zur Berfüguitg, atts dem sie im Notfälle schöpfeit kaitu. Gerade die Fälle der Postsparkasse und der Z e n t r a l b a n k der deutschen Sfp a r k a s s e iv Ivo der Staat Exkursionen auf das baukgeschäftliche Gebiet ttitteruoinnteit hat, habeit es jedem Bürger dieses Staates zum.Bewußtsein gebracht, daß für alle Mißerfolge -der Staatswirtschaft letzten Endes die Privatwirtschaft auf-kommeu muß. S i c wird die Kosten auf jeden Fall bezahleit! Das Defizit in der Gebaruitg der Staatswirtschaft wird direkt oder ittdirekt voit ihr bezahlt werden, sie wird es in den Steuerleistungeu der uächste'.t Jahre empfindlich gcttug zu spüren habeit. Man wird ja versuchett, ihr die Opfer durch Hinweise auf die Segnungen des Gleichgewichtes im Budget, ohne die eittc stabile Valuta nicht möglich ist, zu versüßen. Aber das schafft die Frage nicht aus der Welt, ob die Opfer gerade, so groß 'fein mußten, wie sie es sein werden, und ihre. Zweifel werden nicht abgewiesen werden könuett. Die Privatwirtschaft befindet sich im vorhinein gegenüber der Staatswirtschaft in einer schwächeren Posttion; der Privatwirtschaft steheit nicht außerhalb ihres Bereiches irgendwelche Quellen zur Verfügung. Hat sie schlecht gcwirtschaftet, daun bezahlt sie. -das unter llmstäudeit mit dem eigenen Ruin; ist sie nicht imstande, ihre Arbeiter genügend zu bezahlen, so rtützeit keine Arbeiterbewegungen, keine passive Resistenz, keilte Streiks. Die rein wirtschaftlichen Gesetze erzwingen sich Geltung und der Älrbeitcr steht int großen und ganzen e t tt c in M c dt a it ts m u s g e g e nü b e r, der sich v o n s e l b st r e g u l i e. r t. Eine Bewegung der Staatsarbeiter hat dagegen die gleichen- Chancen wie eine Bewegung der in der Hoheitsverwaltung tätigen Beamtenschaft. Auch zu ihren Gunsten kann man. auf das große Reservoir der Privatwirtschaft zurückgreifen. Der selbständige Regnlierungsfäktor, der in der Privatwirtschaft den Ausschlag gibt und die. Privatarbeite.r mit den gewerkschaftlichen Mitteln hauszuhälten zwingt, fehlt in der Staatswirtschaft. Daraus erklärt es sich, daß die Technische Union der Verlockung, mit den gewerkschaftlichen Mitteln verschwenderisch umzugeycn, ebenso schwer widerstehen kann wie die Beamten der Hoheitsverwaltung. Die Privatwirtschaft, die immer die Zeche zu bezahlen hat, muß aber verlangen, daß die fortgesetzten Reizungen, dctten sie durch die Bewegungen auf dem benachbarten Gebiete — der konkurrierenden Staatswirtschaft — unterliegt, von ihr ferngehaltcn werden; daß endlich einmal die Organisatwnen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit den Organisationen der Staatswirtschaft in Fühlung treten, damit der regulierende Faktor, der in der Staatswirtschaft fehlt, durch anderweitige Verernbarungen geschaffen werde. Das wäre nicht nur im Interesse der Privatwirtschaft, von der doch endlich der fortgesetzte Druck der Beamtenbeweguug und der Bewegung der Technischen Union genommen werden muß, sondern auch im Interesse der Staatswirtschaft selbst, da sich auch diese vor Augen halten muß, daß die Leistungsfähigkeit jener Quelle, auf die sie kraft der Hoheitsgewalt des Staates zurückgreifen kann, ihre Grenzen hat. Htztzolhekarrecht auf Mobilien in Ungar«. Schaffung eines Registerpfändes zum Zwecke der Krediterletchtentng. Budapest, 8. November. Das Justizministerium hat der Nationalversammlung den Gesetzentwurf betreffend das HtMthekarrecht auf Mobilien bvrgelegt. Der Gesetzentwurf besttmntt, daß Mobilien auch ohne BesitzüVer^- tragunng als Pfandobjekte dienen können, wenn das Pfandrecht des Gläubigers durch Eintragung in ein äffc—^iches Register gesichert ist. Durch die Rechtsinstitution des Registerpfandes wird eine neue Kreditguello für kapltalsschwache Elemente der Wirtschaft eröfftret. Berlegung der Imiä«.KommWoa nach Wien. Wie. die „Pol. Corr." erfahrt, hat die Internationale Du naukom Mission in ihrer gestrigen, in Preßbürg äbgehältenen Sitzung beschlossen, für die Dauer der nächsten fünfjährigen Amtsperiode ihren Sitz nach Me» zu verlegen. Die Vorbereitungen für die Uebevsi d'nng wer* > den sofort m Angriff genommen.

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