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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-08 · Heft 2766 (8.11.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2766 (8.11.1926)
Date
1926-11-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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j Polen.» 25 groszy | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-8 oder inoinerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der i'irma Goldschmied. I., Woüzeile 11 Mit Postvorsand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon.Gm. l.Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Saahaahinngoa boi Prei«- 8 * h 6 h u n g e n rorbbh»lten Nr. me Morgensettung Wien, Montag, 8. November ISA <8. Kirlew 8687). I Preis ap g 1 Sit g 1 a nd: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei B u 1 g ar i en: Mon. 100 Lewa. Schwoiz und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL, Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 31-209 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. Fahrgang Passive Resistenz der Staatsarbeiter! Sin llltimntn« der Technischen llnio«. Gleichzeitig wurde ein ÄtreikfonM'.e gebildet, daT heute Eine gestern vormittags abgehaltene BorstanOssitznng der Technischen Union hat an die Bundesregierung ein bis Dienstag früh befristetes Mtimalnm unter Androhung der passiven Resistenz ^richtet, in dein neuerdings mit die Gewährung einer NfitstandsauShilfe für bic in der Technischen Union zusmnniengefaßten Arbeiter der Staatsbetriebe' gefordert wird. Diese Notstandsanshilfe beträgt euren Aveinrochenlohn und erfordert im ganzen 360.000 Schilling. Der VerbandSvorsstzende, Abg. Zeleuka, bl.irrc.vlte in dieser entscheidenden Sigmig der Technischen -Union, das; dje Regierung die Gewähni ... nner joulvcu NotstandsanShilse n'ir die Staatsarbeiter aogelehnt habe, wiewohl alle übrigen Angestellten eine Aushilfe im Ausmaße eines Bierwochenlohncs ' erhalten haben und die Staatsarbeiter ihvc Forderung um die Hälfte reduziert haben. Das Ultimatnm wurde sofort der Bundesregierung und dem ^eueralv ostdirektor übermittelt. miiii'iiini n i n imn ■ ii i ii iwiiHHiHMiimi uHiiiinimwiMii in Bin mn Hin 611111 iw im ■ ui nimm tmiibiiih ni im nrnn bornkrttags ferne erste >srtzung abhalteu tvird, um die für einen Russland notwendigen Maßnahmen sestznsctmr. Sollte die Regierung die Forderungen der Technischen Union nicht annehmen, so tritt ab morgen 8 Mir frrch im gesmitteu österreichischer, Telegraphen- und Telephonbetrieb imd in dm Wiener Bnndesbetrrrben^ rrn Zollamt. im Danptmünzamt, in der Itaatsvrttckerrr nur! in der ..Wiener Aritimg" Sir passive Resistenz ein. In all diesen Betrieben soll die Arbeit mir mit Wv» Haltung aller DienstcSvorschristen, also außerordentlnh schleppend vor sich' gehen. Sollte auch dieses gttrrerMiaftnche Mittel keine günstig,.' Erledigung der Arb'e.tterchrderungen zur Folge haben, dann soll ab komv'.eichrn Montag in ganz Oesterrekchder -S'tveik der Staatsarbciter einstlzen. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mtteilnngen sind durch ein vorangesebteS E gekennzeichnet. Ae Komvromitzformel für den Kohlenfkieden. Festsetzung durch das interministerielle Kohlenkomitee. London, 7. November. Das Kabinett hat sich .heute n ievernm mit der Lage in der Kohtenindüstrie beschäftigt. Die Grubenbesitzer und das interministerielle Kohlen komitee haben Grundsätze für ein nationales Ue b c r c i n k o m m e n f e ft g c st e l lt, die den Vertretern der Bergarbeiter vorgelegt weiden. Man glaubt, daß das interministerielle Komitee eine L o in p r o m ißformel zwischen den Vorschlägen der Bergleute und jenen der Griibenbesitzer ansaearbeitet hat. Neuerlich 500.000 Rubel Unterstützung. London, 8. November. Der Bergarbeitersntzrer Cool sagte in einer Rede in Liverpool, er sehe noch kein .Fried e,ns z ei ch e n im Kohlenbergdankonfiilt. Verhandlungen sind kein Zeichen einer Niederlage. Wir sind nicht geschlagen und wir werden niemals, ein Abkommen »m itcrzeichncn, das einen längeren Arbeitstag bedeuten ivüra.'. In seiner Rede ,kündigte Cook weiter e OOO.OOO Rubel ttmerftützuiup-gelder der russischen Bergie-lte an. Cook fügte, hinzu, die f in a n zietle :ö i lse. a u s Am e ,ri.ka sei cnt.tä n schend und auch die englischen "Ge-- nu'rkschaften ln'itie» mehr tun -küm'-cu. . Nmi deMWt. - Todesopfer der Sturm sltttkataftrophs. R o m, 7. November. Die- Regengüsse und die Sturmflutkatastrophe in dev ■ vergangenen Nacht iit Bari haben nach den letzten Nachrichten noch größeren Umfang angenommen, als bisher bekannt ivrrrde. Die Z a h l d c r T o t c n ist von 14 auf 20 gcsticgcn, davon 10 in der Provinz. In der Unglück «.lach! sind trotz aller Anstrengungen von Truppen und Feuerwehren die Fluten i n v c r s ch i e d e n c St ad t t e i l c c r n gedrungen und gegen 2 Uhr 30 Minuten sind zah i reiche Häuf er ein g e st ü r z t, die viele der Inwohner unter sich begruben und andere schwer verletzten. Die HUfSzüge von auswärts mußten vor der Stadt halten, und konnten nicht zuden Unglücksstätten gelangen, da der Bahnhof v o l l st n u d i g u n t c r Wasser war. Um 2 Uhr früh ungefähr, ließ der Sturm nach, der Höhepunkt des Hochwassers wurde aber erst um 3 Uhr früh erreicht, ns" in mehreren Straßen das Wasser bereits die Höhe des Balkons erreicht hatte. Sobald das Wasser sank, traf Hilfe von der.Umgebung ein. Der große S a m m c l k a n a l, der nach den Erfahrungen des Hochwassers pon 1908 und 1916 errichtet worden war, hat sich als weitaus unzureichend erwiesen. . Infolge Vernichtung der Lichtleitung lag die Stadtdic ganze Nacht im Dunkel, wodurch die Panik beträchtlich vergrößert wurde. Am Morgen bot die Stadt ein furchtbares Bild der Verw ü st n n g. In eiper-Straße wurden die Leichen eines Ehepaaren und ihres kleinen Kindes in den Fluten treibend anfgvsunden. Am Molo wurde die Leiche eines Wickelkindes angeschwemmt. Interner Hütte der Finanzwache wurde die Leiche einer alten Frau aufgefunden. Der letzte Zug, der noch nach Bari abgcgangerr war, wurde um 20 Uhr von den F lute n n m g e w o r f e u. Ein .Hilfszug blieb stecken, eine 'Hilfslokomotive ebenfalls, ihr Führer ist ertrunken. Sechstausend Obdachlose sind in Schulen und Kirchen iZltergebracht. Auch in der Umgebung sind zahlreiche Häuser, Gisenbahnbrucken nf>w. eingestürzt. Der Verkehr ist unterbrochen. Der Dampfer „W i e n" des Triester Lloyd, der gestern um 13 Uhr von Brindisi abgehen sollte, konnte erst um 21 Uhr 30 Minuten nach Aegypten auslaufen, loeil er auf de» e n g l i s ch e n H o ch k o m m i s s ä r für Aegypten warten mußte, der in Bari eingeschlossen war, und von dopt durch ein italienisches Torpedoboot nach Brindisi gebracht werden mußte. Erholungsreise Masorhlr «ach Aegypten. Pratze 8. November. Präsident Masaryk betzibt sich Mitte nächster Woche nach Aegypten. Er wird die für einen Monat berechnete Erholungsreise als Privatmann unternehmen. Ende Dezember wird der Präsident ivieder in Prag sein. sie Wahlen m Griecheulans. Große. reptttztilanifche Mehrheit. . Aktz.-.rr. 8. Roveivb. r. Die bis kurz vor Miueruacht bekannt gewordenen Wahlergebnisse iM'scn eine t« - tz u b lila n isch e Wi h r h en t v o n'.W' P r v z b' n t aus. Es ist nirgends zu Zwischenfällen gekommei,. Die Revnbüraner glaubeil, daß ihnen vun dm 286 Sitzen der he'lenlschr-r Ntttiottatversaminning eriva 200 znsaisen iiu'vivr ■ Poluisch-Seutsche Berhundlnuge« in Berlin li'iu Vre Chorzower Stlckstoffwevte . Warschau, 7. Aorciuber. (P. T. A.) Dir d/utsthr Regie' rung Hai in Beantnoriuiig der polnischen' No-N brtrcffeud eine srenndschLÜliche Beilegung das Lonstilis um die Chorzower S t i ct st o f f a b r i k die polnische. Regierung davon vecstLndigl, daß sic ihren Vorschlag annehmo, wonach als Sitz der V-r'yandlnngen B e r l i n vorgeschlagcn wird. Polen ohne Jestzit. W-rschau, 7. November. (Poln. Tel. Ag.) Die Eingänge «ns Stenern und Monopolen im Oktober d. I. betragen 151.1 Niillionen Z o t y und übersteigen den Voranschlag um 22 Millionen. Der erzielte Ueberschuß bietet die Gewähr dafür, daß das De sizivdes ersten Halbjahres 1926, das Ende Juni 79 Milionen und am 8. Oktober 36 Milliionen betragen hatte, im Laufe des «Jahres vollständig gedeckt sein wird. Ein neuer Wirtschaftsberater. Warschau, 7. November. (Poln. Tel. Ag.). Der Direktor des' Verbandes der Verbandes der Schwerindustrie und der Hochfinanz, Mg. Wierzbicki, ist zum Vorsitzenden des« dem Wirtsthaftskonritee des Kabinetts beigegebenen' Sachverständigen-Ausschusses cvnannt worden, der! die AusMve hat, Gutachten über die auf die Volkswirtschaft, bezüglichen Vorschläge abzugeben. Me Untersnchnng gegen RirrloM Garibaldi. Eine AirSsprache mit seinem Bruder. Paris, 7. >Nvivem!ber. Ricciotti G<irrb<a verbrachte die Nacht in einem dom Mmisterinm des Innern benachbarten Hotel. Er wurde von zwei Polizisten bewacht. Das Verhör wurde in den heutigen Morgenstunden, wieder ausgenommen. VovnEags erhielt Santo Garibaldi, ein Bruder Nicciottis, die Ermächtigung, mit seinem Bruder zu sprechen unter der Bedingung, daß die Unterredung ausschließlich in französischer Sprache «unk in Anwchen* yeit von Vertretern der GerichtMchörden stattfinde. Me der „Teanps" «schreibt, war die Znifammenkrmft der beiden Brüder außerordentlich erschütternd. Ricciotti GaribaBi bekräftigte neuerlich, daß er niemals Kameraden verraten habe und. wen« er Eeld erhalten habe, so sei es nur geschehen, um der großen Sache der italienischen Freiheit zu dienen. Ricoiotti bat seinen Bruder, jetzt nicht zu versuchen, die Ansicht der französiischen Polizei zu widsrLegen und erlaubte ihm bloß, auf private ArÄel zu aniwovten. Die Teilnehmer an der Ä» stninneniunft, sagt das Matt, halten den Eindruck, daß aairze Bosprechung abgekartet war.. Wie Garrbaldi „rrrbeitete". P a rj.S, 8. .November.. Man besitzt .jetzt auch genaue Mus-- lunst ü'ber. die Ar rnvd Weise, wie,tzaribaldi fäd §[jtri joer^muendieK Antifaszisten' der italienischen PolM pnDMchrt hat. Gär», baldi überzeugte die Antifaszisten, sich 'nach' Ftaliv« ,M begeben und an dort wohnende AntistlMsten FlugölÄttec und Instruktionen zu überbringen. Ms gcgenstitrges ErkcurrungK. Zeichen mußte jc'.vÄlS eine in zwei DcKLe g-crii-fDet-we P o st t arte dienen. Ein Teil dieser Postkarte wurde dein Eurrssär, der andere Teil in eipenr eingeschriebenen Briest au Den Parteifreund in Italien gesandt. Garibaldi denunzierte sie hieuauf der italrelüsthwr Pv^i, die sie sofort nach sbem Ucberschreiten »der Grenze verhaftete und ihnen die halbe Posckacte abnahm. Diese ivurde sodarln pon einem Polizisten dem Parteisreimd überbracht, der hierauf über' alle Pläne der Antifaszisten auSgefragt und sodann verhaftet wurde. Dem „Avenir" zufolge sind auf.diese Art V!AnKsasziften sozusagen in einer Mäusefalle gefangen worden. Dr> Seipel über die Postsparkaffe und BosN. Eine Neve des Bundeskanzlers. Bei einer.Versammlung in PöggstwN inEeder-» öfterreich hielt gestern Bundeskanzler Dr. S erpe.1 eine politische Rede, in der er ans die in letzter Zeit wieder- 7)olt im Vochergrunde der Diskussion stehende Postsparkasse zu sprshen kam. Dr. Seipel gab dabei zu, daß die Postsparkasse, ebenso wie andere Sparkassen, in der Zeit der Verwirrung der Begriffe nach dem Umsturz Fehler gemacht habe. Der hiefür eingesetzte Parlamentsausschuß wird alles ausdecken. „Fest steht aber," sagte Dr. Seipel, „daß die PostsparkWa nicht erschüttert ist und niemand etwas zu fürchtem braucht. Es hat sich nur gezeigt, daß das FeHletn eines neuen Statuts verhängni-svoU war, weil die leitenden Männer der Postsparkasse, die kerne Bankleute waren, sich von solchen beraten ließen» die die ganze Welt ivegen ihres raschen Gekdverdienens als Genies angeschen hat, wie beispittsweise Bvsel, der mit dem Gell», das er sich von der Postsparkasse ansgeüchen hat, den Sozialdemokraten die verkvachtewH<Mkvw^ brotwerke abgekaust hat." KonummisientrnwM. Die lkomAvuMisttsche Pavtej hiett gestern arckWkch deS neunten Jahrestages der rnWisihen RevÄutian eine Bersanmttrrng in der VoÜHalle des Rathauses ab, nach deven Schluß einige Teilnehmer eine« Dormmstratiousgug Wer täc Ningsitvatze vevanstatton wollten, wiewohl -im solcher von der Poligei verboten worden war. Mehrere WgendKchc Konumrnisten zagen vor dar PoLize-rPräisidin-m, tim eS M einem scharfen Zuisammettstoß mit der Wache Ürm. Mehrere Radaubrüder mußten berhastet werden. Auch bei dev Dell«-' via kam es zu einem Tumult, als mehrere der Berjamrulungsteilnehmer ihren Zug nicht auflosen mch w«dsvmmWe-> ven wollten. Auch hier mußten g en vorgenoimnen werden.

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