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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-07 · Heft 2765 (7.11.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2765 (7.11.1926)
Date
1926-11-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 Polen t SS groszy j Wien: ZumAbholon in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder ineinorVorschloißstelle (Trafik) monathö Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, . I., Wollzoilo 11 Mit Postversand kür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho- Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich. Bo 1 gi en: Mon. Pres. 30 Naehtahlungen do> Preise r h ö 1i d n jr e n icrbehalton iiif-wiriiwi»i' M.?,m Preis 2S g 1 E n g 1 a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 20 Lire lUim&niem: Mon. 170Lei Buigar i en:Mon.lOOLewa. Schwei« und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Wim. Sonntag. 7. November 1926 (1. Kirlew 5687). Redaktion, Administration: Wien, If., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-10 Ab 6 Dhr: Tel. 31-209 M., lietchenfelderstraße 1 (Druckerei „In-va") Oesterrcichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. ZaHrgang Im ccbnfriüUcUcit Teil eitthnliette entgeltliche Mittoilüngen sind durch eilt vonmgesehtcs E gekennzeichnet. ALLEIN IQE ANZEIQSN - ANNAH MB ANNONCEN heT8 SCHALEK WIEN,!., WOLLZEILE 11. — TBL. 76-0-81, 76-0-8S Ubemahmsstellen In federn Bezirk •' Taglidier(Xu(overkehr Sn olle Bezirke zwecks , . , . . AbhoJung vom Hause! ® ■yjppv WM MWW^MWWWM £ E N^tfe Al & VP WAL lV'A. 'TEL - 3 5 ' Gummischlüpfer ih großer Auswahl In allen Größen lagernd W., Neubaugasse 26 Telephon 30-1-75 O0HHI0B®5!ffl_0SEI5IHB[BIHBiafflHHBBIBBBBHBa!iaHliHHtaSSKtHD B ,W-iij erlauben uns dem jüdischen: Publikum bejg ffl kanntzugeben, ,daß wir speziell -zu rituellem Gebrauche m § MeiÖfcAH-KERZEN | N in Verkehr bringen und solche in bester Qualität und g & zu billigen Preisen liefern. Unsere Kerzen sind in §j h blau-weißen Kartons mit der gesetzüch-gescliützten m M Marke: ..IVUiNORAH“ versehen und überall erhältlich, g Mendl Friedmann & Sohn, a Wien, 1., Hohenstaufengasse 17. g 8931 Telephon 63-6-50- SKLi«LLLLLL--'A^ÜlAaa»VV»«>»WWWW»äN«a«ch>IW>I«»^ E, Am besten sind doch die Ceschka-hote VII., KRlsersfraSe 123 WIEN IX., AlsorsfraSo Hr. 8 Wer a l l e m ö g l r ch e rr U « fnffrtfiiiiirfit » a m BaaMBWBHBBHMMNMHHHM ■ m durchgemacht hat und trotz großer diättschrr Entbehrungen keine Gewichtsabnahme erzielen konnte,' ■ W versuche Dr. Hoffbaners E'mfertnngStabletteu, die bor allem keine Aellderung der i RH gewohnten Lebensweise verlangen und in kürzester Zeit Gewichtsverminderung bewirken. — Devot r ■ Apotheke H. Bayer, Wottzeile Nr. IS see«ttsvye«eesee«es««»«a»s«.»«s«»s««syeeai Iie Lage der Werreichischen PsWattaffe. Jas Ablenkungsmanöver des PrWdentsn Reisch. — Ser gud' als AusreSe- Der Präsident der Natioualbairk D t. R e i j ch erschien gestern im Postsparkassenunterausschuß des Nati-onalrates, um eine "Art Vorder ich t über die Lage dieses staatlichen Institutes, dessen provisorische Leitung chm anvertraut wurde, zu erstatten. Er hat sich die Sache wirklich nicht besonders schwer gemacht. Von der der Postsparkasse erwachsenen Schadenssumme von 110 Millionen Schilling schiebt er rund 74 Millionen auf das Schuldkonto Siegmund Bösels, den er als ein spezielles Unglück für die Postsparkasse bezeichnet. Wir können gewiß nicht in den Verdacht kornmeu, etwa die Rotte der ex ofso-Berteidiger Bösels spielen zu wollen, aber der Versuch, die Schuld an den schlechte: Geschäften der Postsparkasse nur den Faiseure n, mit denen sich dieses Institut einließ, aufzypelzen, schmeckt zu sehr nach Ablenkungsmanöver, als das; man die Behauptlkngen des Nationalbankpräsiden-ten einfach kritiklos hinnehmen könnte.' Darüber, w-ie die.Postsparkasse ans die schiefe Ebene geraten ist, hat man wohl genug Aktenmäßiges mrs dem ZentraldankunLersuchnngsausschuß erfahren. Alan hörte da von politischen Interventionell, von Gefälligleitsgeschäften, mit den-eu verkrachte arische Banken vor dem Konkurs und die verantwortlichen Leiter, die häusig genug auch politische Mandatare waren, vor dein Kridap.rozeß und dein, Kriminal bewahrt wurden. Es. ist irrt Zentralbankausschuß wiederholt versucht worden, den. sehr naheliegenden Schluß: .Die Kridatare gehören ins Kriminal, vergessen zu inächen, indem man in irgendeinem Zusammenhang mit den schmutzigen Geschäften, die dort durchbesprochen. wurden, - den Namen eines Juden -nannte. Besonders die sozialdemokratischen Ausschußmitglieder haranguierten die Mehrheit immer mit dem Namen irgendeines jüdischen K o m m >i t t e n t e n einer der verkrachten arischen Banken. Dieses Motiv scheint nun der Nationalüankpräsidclrt freudig ansgegrissen zu haben. Das Wort „Jud" genügt, um auch die Rolle vergessen zu machen, die Dr. Reisch bis zum Tage des Zusammenbruchs der Zentralbank und darüber hinaus gespielt hat. 'Er hat Völkerbund-Kreditreste über die Postsparkasse verborgt, um mit d-cr Ziuseud i f fe r e n z die ärgsten Löcher der Steirerhank und ähnlicher Institute verstopfen zu helfen. Und schließlich, als ihin das der Zentralbank und ihrem JndustrjekoNzern gewährte Jmpegno für die Notenbank zu hoch , schien, hat er den Finanzminister veranlaßt, daß er mit mehr als 60 Milliarden Staatsgeldern in die.Bresche sprang, und so die Natiottalbank vor. einem schweren Verluste bewahrte. Seit Wochen und Monaten verkünden hie Sozial- ' demokraten, daß nach der Zentralbank die Postsstarkasse und insbesondere ihre Geschäfte mit Bosel unterspcht werden ' sollen. Der Skandal, der hier herauskäme, würde noch den Zentralbänkskandal übertrumpfen. Selbst auf. die Gefahr hin, daß die alte Ge s ch ä f t sverb i n d u n g der Sozialdemokraten mit B ose l, dem sie manches verdankten, im Laufe dieses Vcrfahtens der! Öffentlichkeit wieder in Erinnerung käme, suchen die Eldersch und Konsorten ihren Geschäftsfreund Bosel von sich abzuschütteln und ihn via Postsparkasse, offenbar um bie* Versippung von Judengeld und christlich-arischer Politik darzutun, als den Mann hinzustellen, der die Verlockung der christlich-arischen Leiter der Postsparkasse zustatutenwidrigen und verlustreichen Effekten- und Valutengeschäften am Gewissen habe. Die Sozialdemokraten haben dem Dr. Reisch den „Juden" hingeworfen, und der Nationalbankpräsident erweist sich als verständnisvoller Gegenspieler. . * j i Der Unterausschuß für das Postsparkassengesetz hielt gestern eine Sitzung ab. Unanzmünster Dr.Ki euch oft teilte mit,, baß er eürige Abänderungen des dem Unterausschuß t'jrliegenden Stccruienentwurfes der Postsparraisc für notwendch hatte, die er nach ÄLschlutzfassung durch den Ätinisterrat vorlegei, iverde. Präsident Dr. Reisch erstattete h.erarls einen vorläufigen Bericht, in welchem er unter anderem die Schwierigkeiten der Postsparkasse infolge der Inflation schilderte. Sie mußte sich bankmäßigen Transaktionen Uttvendeu, wofür!- üfi der entsprechende Hilfsapparat fehlte. „Ein spezielles-Unglück," sagte Dr. Reisch, „war es, daß um jene Zeit der'damals im Zenith feiner finanziellen Erfolge sichende ' Bmrkirr Bosel in den Gesichtskreis der Postsparkasse trat, der es verstand, ’Jüe Geschäfte Pöstsparkasscikamtes ausschlaggebend zu beei-nsiusscn. Neben großen Geldverlethnngen au Bosel, die stämdtg prolongiert wurden, entwickelte sich ein gro-ßes Effektengeschäft zwischen dem Pvstsparkassenamt und Bosel in der Weise, baß die Postsparkasse Bosel große Essekienbcstände abimhrn, sie''später wieder an ihn verkaufte und sie dann, allenfalls neuerlich znrückkauftc. Das Wießliche ttugüirssigr 'Exgebnis dieser Effektengeschäfte per zirka i B M14 1 sio n c n Schill i n g, das sich ürfolge der 5hrrssenknngen in den' Jahren 1923 und 1924 ergab, führte beim Po.ftsparkasftnaMr' z w eise 1 k-o s .w i oder., naut-ew dem Einfluß Bösels zu dem Gedanken, die Verluste an - Len Essektengesthäftön^ durch erfolgreiche Devif e n ix ansaktio n e n wetEunTchen, die von Bosel ii?beträchtlichem Atnsang für.'die PvMaÄasse durchgeführt wurden. Die Einzelheiten dieser Geschäfte, die ' mit einem weiteren Berlnst vvn rund 31 Mlttsnen Schilling endeten, sind noch., Gegenstand der Prüfmig. Ein P afs-ä'bsaldo Böselsaus diesen Geschäften bildet einen crheblichen Teil der jetzigen Engagements der Postsparkasse bei Basel. Im April 1926 dingte das Postsparkassenamt auf Abrechnurrg über die Transamonest. Bosel wendete sich mr das Finanzministerium. Damals ^at Münster Dr. .Ahrer von der Sache erfahren und bemühteßsich, die Angelegenheit zu regeln. Die betreffenden Versuche-waren nicht glücklich. Sie führten - dazu, daß die Postsparkasse | p noch größere sHrkeK von Effekten von Bosel-übernahm, die allerdings später Pixder rückverkanst tvurden. Sie bilden jetzt ein Pfand für b$! Engagements Bösels. Der W e v t der bei den Verpfändungen "und Verkäufen Bösels air das Postsparkassenamt in Betracht kommenden Papiere ist wegen -der Größe dieser Pakete schwer zu ermitteln." Präsident Reisch schrkderte - dann die Entwicklung bor Engagements der Postsparkasse bei der . Berkehrs^reditbank urrd Tvengerballk A. A. Die Postsparkasse wurde, u.m die Verkehrskredit-bank zu retr-cn, genötigt, neue emittierte Aktien der Bank Im großen UmfoMß zu übernehmen und. dabei auch noch besondere finanzkelle^Opfer zu bringen.. ' Dr. Reisch geiPnktl die Vorrehrskreditbank-und^d're'Trenga- . bank still zu liqu^dr^er-em. - - Die Goldttöfsttmrgsbilanz der Postsparkasse per 11 Jänner 1925 kapn nur als eine p-r o v rso rä-s ch e betrachtet werden und IM die Verluste aus mehrfachen Erwägungen nicht sichtbar in Erscheinung treten. Eine Bilanz per^ 30. September 1986, die . auf Veranlassung des 3ledners aufgestellt wurde, w?ist . bei einem Gesamtvermögellsstand vmr 387 Mill^one.rij’ßGilling einen Abgang aus, der bei Berücksichtigung D»erp«eingetretenen. Verluste und nach Einschätzung der oben bezeichneten schwebenden Ellgage-rnents mit 110 Milli o-ne n S chi l l i n g augenommen toerden umß. Brzegouvern^r Klimesch pensioniert. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt Ivird, ist der Bizegouverneur der Postsparkasse, Klimesch, der vor kurzem einell Krankenurlaub angetreren hat, mit 1. November d. Pension gegaMeu. MM Die Wäschereider Hausfrauen VI., Noilardgasse 72 f TDiophon Nummern 72-17 und 72 58 i'v^ammsisKuaufl Spezialität; Schrankfertige RoHwäsche — Kostenlose Abholungkund Zustellung 0963

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