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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-04 · Heft 2762 (4.11.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2762 (4.11.1926)
Date
1926-11-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Polen* 25 groszy | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in ein6rVcrachleißstelle (Trafik) wonall. 5 Schilling Straßenverkauf in Wien dnrch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho- Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Men. 6 Zlöty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Nachxahlnngon bei Preiserhöhungen Vorbehalten Nr. 3762 Wiener Morgenzeitung Wien. Jonnerstag. 4. November 1926 (27. KHefchwa« 5687). | Preis 80 gf England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Liro Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien: Mon.100 Lewa. S c hw e i 7, und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr : Del. 31-209 VH., Lerchenfetderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. FaHrgang Der Kampf am dm Alkohol. Die Wahlerfolge der Demokraten in den Vereinigten Staaten. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vvrangefetztes E gekennzeichnet. Sfuhlverstopfung Darm-Bad Verdauungsstörungen Mt IX Borr^läj.96“s'8 Dar m k a t a r r n n? Prospekte auf Wunsch, zamboni unschuldig? Der gelynchte Gymnasiast. Paris, 3. November (Havas). Aus- Genf wird dem „Paris Mdi" gonreldet, daß der junge Z a m b a n i gar nicht der Täter des Anschlages auf Mussolini gewesen sei. Die erregte Menge habe sich eines furchtbaren Mißgriffes schuldig geinacht. Nach der neuesten Version sei der junge Zamboni zufälligerweise neben einem A n a rchisten gestanden, der dieselbe Figur wie Zmnbom hatte. Dieser Anarchist habe geschossen, woran fZamb o n i erschreckt d i e F l u ch t ergriffen ha v e. Darum sei er von der Menge für den Mörder gehalten worden. Während Zamboni gelyncht wurde, sei der lvirkliche Verbrecher, der vollständig, kaltes Blut bewahrte, zum nächstgeleg-enen Telegraphenamt gegangen, wo er eine Depesche mit dem Text: „Ich bin wohlauf 1^ änsfiM Auf dieses TeteEanim sor'die H^lrzoi ausyrercksam geworden. Äe habe dann die MmÄe ZapOonr, Äe durchaus f a s ch i st i's ch gesinnt sei, nur deshalb verhaftet,um den Empfänger des TelegrammeS in die Hand zu bekommen, den sie auch gestern festgenommen habe. Die Verhaftung des Aufgebers des .Telegramme^., des wirklichen Attentäters, sei nur mehr eine Frage v on S t u n d e n. Faschistische Feme. Mailand,, 3. November/Der „Popolo d'Jtalia" meldet den Ausschluß aller faschistenfeiudlichen Professoren von den italienischen Universitäten und sonstigen Bildungsanstalten, namentlich .jener Gelehrtem die anläßlich der Mat t i o t t i a f f ä r e ein antifaschistisches Manifest veröffentlicht hatten: > Außer der, geheimen Lifte der im Falle eines tödlichen Attentats' auf Mussolini dem Tode verfallene n P a r t e i g e g ne r ist von den Faschisten in P a r m a der Vollzugsausschuß mitaußäordeutlicher Vollmacht zur V o llzie.h u n g der H in richt n ng bestellt worden. Gleichzeitig wurde die Bildung einer fa sch i sti sche n- G ehr i mp oliZ e ii genehmigt. Da» Urteil lm Landsberger Fememordvrozetz. Die Anstifter — freigefproche«. Laudsberg, 3. November (Wvlff). In: Fememor-dprozeß go-gsn S ch >u-ll %, K l aM> rot h und Genoss-sn wnrhe honte aben-ds das Urtoll gefällt. Die Angsklagton Oib-erlou-tncl'nt Paul Sch«ulz, R-e>h>m, Willis Klapproiih >ll!N'd Vo «ge t w>n>r«don frci ig e-s p roche'n. Wegen Kövpevverte-tzunig -durch «m gMhr-liches: Wertze-ng wurde Sch i eb-ur zu eine-m Jahr Gefängnis, Gr ätz zu vie-r Dto-naben u.n.d Frick-e zu acht Monaten Gefängnis vevurteM. Becke r ivuvde wogen A>n!sti'ftung zur gesähnlichotr Körperver'letznng in Tateinheit mit Nötigun'g zu neun Monaten Gefängnis, R a p h aeil wegen W:-pevverletz:mig in Date'mheit mit Nötigunig, Meineid itnd Beihilfe zu Mord zu acht Jahren Zuchthaus, G ü aser wegen Beihilfe zürn Mond zn drei-Bahren Zucht- Hans, Erich K,lapproth -weM.n Beilhi'l'fe &um Ndord zu fünfzehn Jahren Zuchthaus vovurteilt. Willi KlaPProth und. Vogel wiwdim auf f r e i e n F >u ß gesetzt. Gegen Paul Schulz , läuft in einer anderen ^Sache, noch Unters-uchnng. Eine St>ra'faus!setzu-ng , wurde m deinem > Falle als angeinessen erachtete. New-Aork, 3. Novernber. Die Wahlen m das Repräsentantenhaits und für ein Drittel des amerikanl'schent Senats standen im Zeichen:des Kampfes um den AIk o ho l, irnd fanden daher unter nng-cheuver Beterligung statt. Die Zahl der Ägege!bene>n Stimmen übertrifft die des Jahres 1924, welches die stärkste bisher beobachtete WiahWeteiligrmg brachte. Da die Demokraten die Aufhebung der Prohibition als WahNofung anfgsnonrmen haben, konnten sie in einer Reihe von Staaten bedeutende Erfolge erzielen. Sie vermochten sogar in dem bis'ber stets republikanischen Massachnfet? dem Heimatsstaat Cvolrdges, das Manidat des bisherigen reprMikanischen Gouverneurs F u I >l e r mtd des republikanischst: Senators Butl er, deren Kandidatur vom Präsidenten der Bereinigten Staaten unterstützt wunde, zu gefährden und erst die in letzter Stunde eingelcvtWten Berichte können einen kna-ppon Sieg, dieser beiden republikanischen Kandidaten vermelden. In Ne w - D o r>k wurde der Demo-, krat Sm ith zum drittenmal zum Gouiverneur,gewäW. Dort und. in den Staaten Massachusets, Kentucky und Marylar-d gewinnen die DWokratuw Sitze Mr ' dcn Senat. Nach der bisherigen ZäW-uNg, haben die Demokraten vier Senatssitze gewonnen und benöttgen zrtr Erlantzping,der Mehrheit fünf weitere Sitze. Ob sie diese eÄangen werden,'hängt von den Ergebnissen aus den ländlichen .Gemeinden ab. In. den Städten sind die demokratischen Mehrheiten * ansehnlich, so erzielte Smiths in New-Work über.,' seinen ,.repnblikonischen Gegenkandidaten Mills eine Mehrheit von einer halben Million Sttnrm>en. Ebenso, hat die.' AntrproWi-- tionlosnng den Demokraten in den andererr östlichen Staaten bsideuteuden Stintimenzuwachs verschafft. Bisher haben sich im Senat die Republikaner 19, die Demokraten;44 S i h e gesichert. In: Nepräfentantenhcms ftü-rsten >die R-epublikaner die Oberhand behalten, doch wird ihre M e h r h e i t schätzungsweise von 33 auf 25 St im-mpn znfammenschrumpsen. In eitrigen Staaten wurde die Siedehitze des Kaurpfes noch -dadurch gesteigert, -daß gl-eichizeitig ' Volksabstimmungen über die Abänderung des -Prohibittonsgssetzes sta-ttfan- »den. Ihr New-Pork errangen bei dieser DoUsahlstiimmung die G -e g n e -r der Pro h i b i t i o n einen überwM. genden Sieg im Verhältnis 3:1, ebenso in Missouri; in Wisoon>siir siegten die NntiprohibitionHsttn mit einem Stimmverhältttis von 2:1 -und in Illinois gar in VerlMtnis 4 :1. Die republikauische Mehrheit im Senate . -r verlöre«. New-AorH 3. November. Im Senat lMven die 0t«c* p ublikanet bis jetzt 47, :die Demokraten W Sitze un-d die Soz-iali st>ein 1 Sitz erobert. Man rechnet, daß sowohl die ReprMikaner wie die Demokraten noch je einen Sitz gewinnen-werden. Die Repubksck a n e >r lhätten in diesen: Fall ihre frühere Mehr heM von 9 Stintm^n im Senat verloren. Der aintzige sozialiMchtz Senator hätte es in der Hand, den Senat zur Beschl'uHunifähi'gkei.L zu verurterlen. Jnfolgie der Niederlage der Republikaner hevrscht-in poWschen .Kreisen die Ansicht vor, daß dje Stellung des Präsidenten Coolidge zu schwach sei, als daß er «bet den tuichsten Wahlen .für die Präsidenteirschaft als Kandidat artftteten könnte. A-ermaKge BeMSrfung des Konfliktes mit den Beamten. Kein Ultimatum, aber eine befristete Antwort. Im Lattfe des gestrigen Nachmittags machte Bnndeskunzler Dr. Seipel den Vertretern der Beamten einen neuen Bor sch l a g, , der von . den Organisationsoertretern abgelehnt wurde, weil die Regierung über eine 12I^prozeutigc Erhöhung der Gesamtbezügerächt hinausgehen will und andererseits der neue Vorschlag, einigen.Dienstklassen sogar eine Minderung des ihnen von Dr. R n m e k zugcsagten Gehaltes für 1927 bedeuten würde. Der Beschluß der Beamten, der unter anderem die Verbesserung des Regierutlgsanbotes von 12.5 auf 15.4 Prozent und einen Spannungsausgleich sür die mittleren Dienstklassen fordert, endet zwar nicht in einem formellen Ultimatum, erbittet aber unter Hinweis aus wichtige Beratungen der Organisationen eine Antwort der Regierung bis morgen mittags. Für heute ist der ZentralaktwnsauSschntz der Bnndrsangestelltenorganisattonen einbernfen, das ist jene Körperschaft, welche die Streikvorbereitungen zu treffen hat. Dar kndergeünis der englisch«» Gemeiudewadleu. Lotwon-, 3. November. Die endgültige Wahlstatistik ergibt, daß bei beit Gemeinderatswahlen in England die Arbeiterpartei 146 Sitz-H. gewonnen hat, und. zwar 76 von den Konservativen, 53 von den Liberalen und 17 von den Unabhängigen. Jn 80 w ichtigen Städten hat die Arbeiterpartei fast die Hälfte der 800 von ihr aufgestellten Kändidatet: durchgebracht. Die Konservativen haben 338 von 569 Kandidaten, die Liberalen 166 von 291 Kandidaten und die Unabhängigen 95 von 194 Kandidaten durchgebracht. Zer katatonische Separaiisnms. Eitle Verschtvörung gegen Spanien? Pecpigttnn^ 3. 'November. Ättßer den bereits gemieb» betet: 38 Berh-lftuNgert erfolgtet: gestern nachmittags tm Bahtrhof von Msllas (Departement Ostpyrenäen) H Berhaftungetr von - Sp a niern, Engländern ,u»wd I t a l i e n e r tr, - eitler revoluttonären Verschwärerorgattisation angehoten. Der Führer dieser OrgatriLatton soll ein gewisser Jrsie Corillo sein, der angeblich die Absicht hatte, eit: gattzes Bataillot: vor: Verschtvörern in Spanien eitttttarschieren ju lajjen, um itt Katalonien eine separatistische Bewegung - zu entfachen. Es tvird beharzptet, daß die Aufstätldischen i»t verschiedenen füdsranzösischen Ortet:, vorlviegend'in der Landschaft Cevdagne im Departemetlt Ostpyrenäen, M u n i t i v n s- und W a f f e n d epots at'Lelegt haben, die im Lattfe der Bewegung nach Kataloniet: geschafft werden spllletl. Die Behörden, d^e seit einigen Tagen'durch zahlreiche chiffrierte Telegramw-S' auf die Bewegrurg aufnterffam wurden, haben den lieberivachtltlgsdienft cur der franKiffifch-spanischen Grenze verstärkt. I:: eitten: gestern abends ans Narbonne itr Perpiguan eintzetrofsenen Ersenbahrtzuge tvnrden noch weitere Aufständische festgenvmm«l,.die auch katalanische Fahnen tnsihattett, darunter der Führer der katatonischen Separatffteu, Boche, der Lm Begriff war, tmch Spanien zu reifen. Bei ihm wurden Dokumente gefundetr, die auf eine re-P-riblikanische und sopcvr<rttMi.siche B^we-gmnt.g stn 'Mrfiveifen. n j - Sllrchümra: drk«m am Schwarzen Meer. Bukarest« 3. November. Nach Meldtutgen aus K omstamza herrscht auf dem Schwarzen Meer ein furch-tbarer Orkan, Die Funkstation entpfängt andaue-rmd Hilferufsignale in Seenot befindlicher Schiffe. 888,888! 8888 n Smsailoiulle ■Angebote QuolHOl U. AinwoIiIY Wsid-ii. leiDemren, UeMofle, WäsEht, Stricktintl Telephon 47-179,43-408 En Wr En dettil "!U!? "!?""!?>V>P

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