Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2760 (2.11.1926)
- Date
- 1926-11-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Polen* 25 gfosgyl Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in einerVcrschleißstello (Trafik) monatl.ö Schilling Sttaßenverkauf in Wien dnrch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschocho-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. . 6 Zloty Deutschland: ' Mon. Gm.4.Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 NachxahlnnRon bei Pxeiesrbvbi, " " " „ TorbohaJteu Nr. «öS Morgen;eitung 1 Prel» 80 g| England: Mon. 4Schilling. Italien: Monatl. 20 Lite Rumänien: Mon. 170Bei B u 1 gar« n: Mon.l 00 Lewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Pres. 6 Redaktion, Administration: Wien/ II«, Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr : Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Invä") Me», Dienstag. S. November 1926 <28. ßheschwan 5687). Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. Fahrgrmg 3)09 Attentat auf Mussolini. Kn FünfzehnMriger gibt zwei Schüsse ab. — Ser MinWerprüftdent ««verletzt. — Ser Attentäter gelyncht, vom Vater agnosziert. — Rom miMrisch besetzt! Jt«t rcdnktivtrclle«r Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein dvrangcsctiteS E gekennzeichnet. Wahlen in den Bereinigten Staaten. Newyon, ' ''lvvcmber. Morgen beginnen auf dem ganzen Gebiet der Union die Wahlen. Es ist das ganze Repräsentanten h a n s mit 435 Sitzen und ein Drittel des aus 90 Mitgliedern bestehenden Senates zu wählen. Das Schwergewicht liegt bei den S e na t s to> a hlen, da das Repräsentantenhaus nur geringen Einfluß besitzt. Es ist möglich, daß die bisherige republikanische Mehrheit des Senates erschüttert wird. Es kommen sieben Demokraten und 25 Republikaner zur Neuwahl. Die Demokraten, die hauptsächlich aus dem konservativen Süden stammen, gelten für sicher, während die Republikaner leicht zwölf Sitze verlieren können. In diesem Falle wären die Demokraten in der Mehrheit, was wieder für die im Jahre 1928 stattfindcnde Präsidentenwahl von sehr großer Bedeutung wäre. Die Wahlkanlpagne dreht sich in der Hauptsache um die Alkoholfrage. Die Demokraten finb Gegner der Prohibition und schon, die Primärwahlen im Mai, bej denen die Kandidaten aufgestellt wurden, brachten in vielen Bezirken einen Sieg der „Nassen". Die zweite wichtige Wahlparole betrifft das Verhältnis zu, Europa, doch ist in dieser Frage keine strenge Scheidung der Parteien zu beobachten. Auch die Einwanderung s frage wird in den Versammlungen besprochen und die Demokraten nehmen im großen Ganzen für eine Milderung der. Beschränkungen Stellung. , m : Gemeinüewahlen in fttglot*. SLarLe Wahlpropaganda der drei Parteien. London, 1. November.. Heute, finden in Eng band, mit Ausnahme von London und Schottland, die Gemeinderats wählen statt, um für bie freigewordenen Sitze Gemeinderäte, zu wählen, von denen jährlich ein Viertel ausscheidet. . . Die Arbeiterpartei entfaltet eine außerordentlich lebhafte Kampagne. In gewissen Grafschaften, wie Lancashire und Aorkshire, haben sich, die Konservativen und die Liberalen gegen die Sozialisten auf ein gemeinsames Programm geeinigt. Konferenz der ständigen Mandatskomrnisfton. Genf, 1. Novenlber. Am 4. November tritt hier die Permanente Mandatskommission, wieder zu einer Tagung zusammen. Ms Vertreter der englischen Regierung beim Bericht überden Irak wird der dortige High Commissioner Sir Harry Dvbbs und beim Bericht über Kamerun und Togo der Unterstaatssekretär im Colonial Office, Ormsby Gore, fungieren. Die französische Regierung hat für den Bericht über Syrien den früheren Generalsekretär beim Oberkommissariat in Syrien, b c Caix, sowie für den Bericht Mer das Mandatsgebiet des Kongo und Kamerun den Direktor im Kolonialministerium Duchene ernannt. Die japanische Regierung vürd für den Bericht über die Inseln im Pazifischen Ozean durch ihren Gesandten in Warschau, Säte, vertreten. Die Frage Palästinas sieht diesmal nicht auf der Tagesordnung der Sitzmrg. Mit Rücksicht darauf, daß die syrische Frage auf der Tagesordnung steht, werden auch, diesmal Vertreter des palästinensischesyrischen Komitees in Genf erwartet. Rn Rfenbahnrng in die Asch gestürzt. Mailand, 1. November. Wie der „Corriere della fern" aus Trient meldet, ist ein Passagierzng der Linie B 0z e n—M e r a n infolge eines vom Hochwasser verursachten Geländeeinbruchs beim Bahnhof Lana in die höchgehende Etsch gestürzt. Die Lokomotive und 4 Personenwagen versanken zum Teil, wobei der LokomotivfüHeer und der H e i z e r u m s L e b e n k a m e n. Wie viele Opfer der Katastrophe zu beklagen sind, ist bis zur Stunde noch nicht bekannt, da Einzelheiten noch fehlen. Die Linie fteht auf einer Strecke von 2VV Metern , unter Wasser. Bologna, 31. Oktober. Als Ministerpräsident Mussolini heute gegen 6 Uhr abends vom Erzgymnasium, wo er den Kongreß für die Förderung der Wissenschaften eröffnet hatte, unter begeisterten Kundgebungen der Menge zum Bahnhof fuhr, feuerte am Anfang der Bia Jndrpen-- denza ein junger Mann zwei Revolverschüsse ab. Der Ministerpräsident blieb unverletzt. Der Akten täterwurde v o n d e r M e n ge sofort umringt und gelyncht. Ministerpräsident Mussolini setzte die Fahrt zum Bahnhofe fort, wo er an die auf dem Bahnhofplatze versammelten Offiziere der Garnison eine Ansprache hielt. Sodann trat er mittels Sonderzuges die Fahrt nach F o r l i an. Es ist anfänglich nicht gelungen, die Jdsntität des Attentäters, der seinen Verletzungen erlegen ist, feftzustellen. Später wurde festgestellt, daß . der Attentäter ein 15; ä h rid.5n g ü e. namens Anteo Zamboni, der Sohn eines wohlhabenden Buchdruckers in Bolgona ist. Die Feststellung der Persönlichkeit des Täters wurde dadurch ermöglicht, daß der Vater, der seinem Sohn den Ausgang nur bis 5 Uhr nachmittags gestattet hatte, in den Abendstunden bei der Polizei nach dem Verbleib seines Sohnes Nachforschungen anstellte, und schließlich die argverftümmelte Lerche als die seines So hneser kannte. Wie das Attentat vor sich girrg. Der Täter hat unmittelbar, nachdem es ihm gelungen urar, die Absperrungskette zu durchbrechen, - den Revolverschuß aus den Ministerpräsidenten Mussolini abgegeben. Ein Karabinier: und mehrere Faschisten stürzten sich sofort aus den Attentäter, so daß er nur fallend einen zweiten Schuß abgeben konnte. Die vom Attentäter Jos kr'öffnungszeremoniell im polnischen Sejm. Warschau, 31. Oktober. Die Eröffnungssitzung des Sejm nmrde für Mittwoch, den 3. November anberäunch Der Konflikt zwischen der Regierung und dem Sejm in in der Frage des Zeremoniells ivurde. in der Weise geregelt, daß'der Staatspräsident das. Eröffnungsdekret persönlich vorlefen wird, das die Wgeordneten daher stehend anhören werden. Der Regelung ging eine eingehende Debatte in der Obmäimerkonferenz voran Beschwerden des Wischen Eejmkinvs. Warschau, 1. November. Der jüdische Sejmklub befaßte sich gestern mit der Frage der Verteilung der Referate in der Budgetkommission. Dem Mischen Sejmklub wurde das Referat über den Obersten Rechnungshof zugewiesen, obwohl der Klub das Referat über das Justizministerium oder Handelsministerium verlangt hatte. Abg. Färb stein betonte, daß sowohl darin als auch in vielen anderen Angelegenheiten eine feindliche Stellung der Regierung zu deni Juden zum Ausdruck komme, die sogar die früheren Regierungen in dieser Hinsicht übertrefse. Die antijüdische Politik habe sich verstärkt, und besonders auf dem Gebiete des Unterrichtswesens herrschen ärgere Zustände als zu Grabskis Zeiten. Nachdem sich für die Mlehnung des deni Abg. Hausner zugelviesenen abgefeuerte Kugel zerriß das Band des Großkreuzes de-- Mauritiusordens, das Mussolini um die Brust trug, sowk ein Stück seiner Uniform in der Höhe der Lunge und drang dann durch den Aevmel des Rockes des Bürgermeisters vor Bologna, der Mussolini begleitete. Nach einer anderen Schilderung des Attentats wollten Gruppen von Faschisten den Leichnam an einem Laternenpfahl au sh an. gen. Das sei aber vom Unter stnatssekretäv Bälde verhindert »vorder:. Me Leiche mm'bc hierauf zur Polizei überführt. Bei den: H a ndg-e - mengte wurden, drei Personen verwundet. Die gesamte Familie des Attentäters umritt frstgttwmmen. Obwohl man keine Anhaltspunkte dafür hat, hält man persönliche Initiative von seiten des Attentäters für ausgeschlossen. Auf Drohbrioste hin hatte mar: große Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die Durchsuchung der Leiche des Attentäters ergab nichts, was zu seiner Identifizierung hätte -dienen können. An der Leiche wurden W ü r g e s p u re n mH 14 t'i ef e Dolchstiche festgestellt. Es wird angenommgu, daß von der Ausführung des Anschlages biß zur TAmtg..des Attentäters eineinhalb Minuten vergingen. Unmittelbar nach seinem Eintreffen auf den: BckhnW hielt Ministerpräsident M u-f s ol l n r eine Anfp r ach-e-an die Offiziere, in der er das Attentat ni ch-t erwähntes Berh«ft«rrgen. Wie verlautet, wurden in Rom und inderMUMnz e-i-n i g e Verhaftungen.vorgenommen. In Rom, das einem MMärlager gleicht, hatiderrWencralfekretär dev faschistischen Partei Turn di eine Kundgebung erlassen, worin er zunächst von dem Attentast und der hierauf erfolgten L y n ch u n g des Attentäters Mitteilung macht und mit den Worten schließt: „SDer e-rste Akt der Gerechtigkeit ist erfüllt. Jetzt AeM nur die Bestrafung der Mitschnldrgem" Durch das -Attentat wurde eine 'Reihe von ZwrfchMrfällen, Angriffe gegen antiöschistifche Blätter und Personen, sowohl in Mai land, alsiauch in andere:: Städten hervorgcmsien. Referates auch die Abg. Reich, Grünbamm und Sommer st ein ausgesprochen hatten, erklärte Abgeordneter Hausner, daß er an den Vorsi^nden der Budgetkommission einen Brief richten werde, in dem er ihm von der Nichtannahme des Referates Mitteilung macken wolle. Sie sSchfische« Lan-tagrwntzie». Dresden, 1. Novenlber .Be: den gestern in Sachsen stattgefundenen Lrrndtagslvahlcn wurden 2,357.699 gültige Stimmen abgegeben: Die Mandate verteilen sich wie folgt: Alte sozialdemokratische Partei Sachsens 4, Deutschnälivnale 14, Deutsche Bolksparte: 12, fozimdernokratifche Parte: 31, Kommunisten "1'4, Demokraten '5, Wirtschaftspaüei. 10, NationalfyMlistische Arbeit-Sparte: 2, Anfweriung-.ck-.-'-- tei 4. Rücktritt des Lberften Richters Palöftinas. Jerusalem, 28.. Oktober (J.T.A.) Inoffiziell wird nütgeteilt, daß herMberste Richter Palästinas, Thos. W. Haykraft, wGemMeinungsverschiedenheiten in der palästinensischen RegHrung seinen Posten medergelcgt hat. Er soll demnächst Palästina verlassen. Herr Hay kr aßt hat vor kurzem seinen arabischen Dolmetsch zum Richter in Tiberias ernennen lassen, obzwar dieser kein Jurist ist und mehrere gut qualifizierte jüdische Bewerber zur Verfügung standen. H Sensationelle erbst-Angebote Oiu«Bliiifetf U. Auswohli Weiß-u.Leinsinwaren, fleriist-SloKe, Wasctie, ülrick-und Wirkwaren etun staunend irillipPru üttWarendaus lUiulraM Telephon 47-179,43*408 Eo ps En Mail