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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-30 · Heft 2758 (30.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2758 (30.10.1926)
Date
1926-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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j Polen r SS groszy] Wien: Zum Abholen inder Expedition, II., Taberstr. 1-3 ndof in einerVerschleißstelle (Trafik) raonatl.b Schilling Stralienverkauf in Wien durch die Kolportenre der Firma Goldschmied. I., Wollzeile 11 Mit Fostrersand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tschecho-Slo wakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om.4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 N4ch*ütlnnfren bei Preiset h 0 h tt n # e t) »erbebeiten Nr. Z7S8 Wien, Samstag, 30. Sktober 1926 (22. «Heschwan 5687). [Prels_*0_gj England:Mon.4SchiUing. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bul gar ion:Mon.lOO Lewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II.» Taborstr. I Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 VH., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. Jahrgang Sefterreichr Budget. 47 Millionen Schilling für Unterricht, 8« Millionen für Heerwesen, ISS Millionen Abgang. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vvrangesetzteS E gekennzeichnet. 'wmmm Sin Fememord in Budapest? Eine Anzeige aus Wien. Budapest, 29. Oktober. Die OVerstadchauptmannschaft beschäftigt sich mit einer um 1% Jahre zurückliegenden; geheimnisvollen Mordaffüre, die durch einen Brief einer in Wien lebenden Dame an die Budapester Polizei wieder aufgerollt wird. Im Juli vorigen Jahres verschwand der Großgrundbesitzer Viktor Hondl spurlos aus dein Bn-> dapester Hotel Esplanade. Die Polizei vermutet^, daß es sich um ein Berbrechnr handle, doch schlief die eingei leitete polizeiliche Untersuchu ng^rasch ein. Der Großgrundbesitzer Hondl hatte zur Zeit der rumänischen Okkupation Ungarns auf seinem Castell in Nagy- Kalo rumänische Offiziere beherbergt, mit denen er offenkundig fraternisierte. Als die Rümänen abgezogen waren, wurde gegen Hondl ein kriegsgerichtliches Verfahren wegen Spionage und Hochverrats,eingeleitet und der Großgrundbesitzer saß. 11 Monate lang in Präventivhaft. Da kein Beweis gegen ihn konstruiert werden konnte, wurde Hondl schließlich auf freien Fuß gesetzt. Er hatte aber auf seinem Gut nunmehr schtver zu leiden, da er von jungen Äutcn der weißLerrorist i s ch e n D c tachements auf Schritt und Tritt verfolgt und am Leben bedroht wurde. Hondl sah sich daher genötigt, seinen Besitz zu verkaufen und übersiedeltr im Sommer 1924 nach Budapest in das Hotel Esplanade, von.wo er im Juni 1925 spurlos verschwand. . Heute erhielt nun die Öberstadthanptmannschaft einen- Brief aus Wien,' worin eine.Dame mitteilt, sie keime persönlich die jungen Leute, die Hondl.um die Ecke gebracht haben. Die'Dame behauptet, mit einem Msch ''WüLÄÄs-'.) der ein Verhältnis unterhalten^ zu chcchen. iJhr Gewissen! gebiete es, den Mörder namhaft zw nmchen. Die Oberstadthairptprannschaft hat sich . nnt der Wiener Pol r z e i d i r c k t i o n in Verbindung gesetzt, damit diese die An,""'""'n einvernehme. Zie Küburg-Affaire. Prmz Cyrill verschollen. Prag, 29. Oktober/Das Abendblatt des „Ceske Slovo" Meldet: Einer der neuen und seltsamen Umstände in der Coburg-Affäre ist die Unauffindbarkeit des gegenwärtigen Aufenthaltes des Prinzen E y r i l l. Einige Blätter brachten die Meldung, daß Prnrz.Cyrill seit Dienstag in Prag weile und im Hotel Passage unter dem Namen S.oko.lsky logiere. Mittwoch habe sich der gegcwvärtige Rechtsvertreter des Prinzen. Cyrill, Doktor N v s e n b a u m, auf der Staatsanivaltschaft eingcfunden und gefordert, daß Prinz Cyrill auf de.m bulgarischen Konsulat verhört werde. Gestern - abends sei Prinz Cyrill aus Prag ab gereift. Dem- 1 gegenüber wird behauptet, daß Prinz'Cyrill seit Ausbruch der Affäre überhaupt nicht in Prag war, daß er vielmehr' v o l l ko m m en verscholl e n sei. Uebrigens, sagt das Blatt, hat der Prinz auch gar kein Recht, zu fordern, auf dem bulgarischen, Konsulat ver-' hört zu werden, weil er bei uns kein Exterritorialitätsrecht genießt. . - Der Cobnrgsche Grundbesitz nicht freigegeben. Prag, 29. Oktober. Das staatliche Vydvnamt teilt mit: Zn den verschiedenen Nachrichten,, die im Zusammenhang mit der Affäre des Advokaten Dr. Eisler in derDresse aufgetaucht sind, konstatiert das Präsidium des staatlichen BodenamteSr i Der Großgrundbesitz des verstorbenen Philipp Coburg (Sstchsen-Cohurg-Gotya) ist' vomstaatlichen Bodenamt beschlagnahmt worden und ivnrde von der Beschlagnahme nicht freigegeben. Das zwischen den Erben des verstorbenen Eigentümers über die Verteilung des Ftdeikommißhesitzes abgeschlossene Neverelnkommen ist vom staatlichen * Bodenamt n i ch t g e n e h m i g t worden. Allo gegenteiligen Nachrichten sind unrichtig.. Danftt entfallen auch die hie und da gezogenen Schlüsse bezüglich des staatlichen Bodenamtes. Zu den sehr mageren Mitteilungen, die der Finanzminister Dr. Kienböck Donnerstag im Nationalrat über den Bundesvoranschlag für 1927 machte, wird jetzt amtlich eine Hauptübersicht über die Budgetziffern mit einjgen kurzen Bemerkungen verlautbart. Die gesamten Ausgaben beziffern sich demnach auf 1.702,622.305 Schilling, die BnudeseinnahMN auf 1.507,173.722 Schilling, so daß sich ein Abgang von insgesamt 135,448.583 Schilling ergibt. An Investitionen iverden um 22 Millionen mehr ins Budget eingestellt als im heurigen Jahre. Sie betragen insgesamt 179,786.150 Schilling, so daß sich die laufenden Ausgaben auf insgesamt 1.522,836.155 Schilling stellen. In der laufenden Gebarung ist das fast um 216 Milliouen mehr äls im Jahre 1926. Auf der Einnahmenseite werden dementsprechend auch 224,390.843 Schilling mehr präliminiert. Eine sehr erhebliche SteigeOmg weist das Kapitel „Soziale Verwaltung" auf infolgL des Mehrerfordernisses für die ArbeitslosenfürsMge und die Invalidenrenten. Vom gesäurten 1; JnvestitionsersorLerniS per rund 180 Millionen entfallen -rund 80 Millionen auf die Bundesbahnen, hievon wieder' mehr als die Hälfte auf die Elektrifiziaru ng. Weiters figu- - rieren P q st u u d T e l JMstitiöns- ^.epfordÄNiMn.^nfrftge' Hnsbaües^ dlP. Fpr n k ab je lrretze s. Für die. .Hesunttinvestitiou«i werden rund 44> - Millionen der lausenden- Gebarung eninomnren, während zirka . ■ 13S Millionen aus den Kreditvesteir de§ Bülkexhundes stmnmen. Von den einzelnen Posten sind bemerkenswert: Für das Unterrichtswesen sind insgesamt rund 47,25 Millionen vorgesehen, während für das Heereswesen fast 80 Millionen ausgeworftn iverden, also fast das Doppelte. Für die Förderung von Handel, Gewerbe und Industrie hat das Budget reicht mehr als ruu «' -! Millionen übrig. PMWe BanÜouti Die letzte Sitzung des Zeni ralb an!unters u ch u n u g s a u s s ch u s s e s war n. a. mit einigen intercffrtntcn KontiS v o n Politikern bei der Industrie- und Handelsbank beschäftigt. Die Mehrzahl der Konti ist ausgeglichen, eines, das des bekannten HakcnkrenzlerS Dr. Walter Riehl, ist sehr umfangreich. Es wurden darauf große. Spekulationen vorgenommen. Also hat auch der arische Reiniger Niehl vorn Giftbaum der Börse genascht! Es liegt, wie der Vorsitzende rnitteikte, ferner ein Konto des gegenwärtigen großdcutschen Vizekanzlers Dr. D i n g h v s e r vor. Es ist im Dezember 1925 ausgeglichen,, nachdem, am 11. Dezember ein Zinse unachlaß v o n 13.500 Schilling gewährt worden ist. Hofrat Stern legte hiezu eine'Photographie. des Kontos der Kompaßbank vor, in welchem Dr. Dinghofer am 8. Juni mit den: Ankauf von 2000 Steweagaktlen Itntb cim ,14. Juli mit dem Verkauf dieser Aktien genannt wird. Der Kauf erfolgte zu 2 9 00, der Verkauf zu 7 30 0'Kronen. ES wurde hierauf der ehemalige Sekretär Dr. Timzhofers, Ministerialrat Schachermayer, augehört, der ein kleineres Effektenkonto hatte, das aber am 24. April 1924 eine Frankenspekultttion in'.der Höhe. von 5000 Dollar - ausweist, j Dr. Schacherumyer gab dazu an, durch di^ verWchenen.Verkäufe und Käufe von Effekten sei sein Konto Nicht gedeckt gewesen und da habe man ihm bei der Jnduftriebank gesagt, nran werde etwas für ihn machen. Daß cs sich gerade um eine I r a nkenfpeknlation handle, habe er nicht gewußt. Es ivar nur von einer Francsaktion die Rede. Eiye 'weitere Angelegenheit betrifft die Firma La::- go th, Sadled er u. Co. in Linz. (Es ist dies die igroßdeutsche Parbeidruckerei in Linz.) Sie schuldete der Linzer Filiale 49.802 Schilling, kam dann in Schwierigkeiten und die Bank für Oberösterreich und Salzburg mußte ihr eine Forderung von 360.000 Schilling zinsenfrei stunden und noch ein weiteres Kapitel von 50.000 Schilling zur Verfügung stellen. Vizekanzler Dr. Dinghvfer gab einige Auflläruugen über sein Kortto bei der Industrie- und Handelsbank. Er habe als vermögender Mann feinen Anstand geiwmmen, bei der der großdeutschen Partei nahestehenden Bank eine Einlage zu machen. Diese kaufte für ihn verschiedene Papiere. Sein Kvnto wurde dadurch notleidend. Nach jedem, Halbjahrsschluß sah er mit Schrecken, daß ihm ungeheure Passiv zinsen angerechnet wurdett, etwa 20 bis 24 Prozent. Er habe sich daher im Oktober 1925 entschlossen, diesem Zustand ein Ende zu machen, und erhielt darauf einen Brief der Bank mit der Mitteilung, daß sein De bet saldo 357 Millionen betrage und daß man ihw nun für die beiden cketzten Jahre Gr o ß b ankko'nöitronen als Freund 'der Bank berechnet habe.' Es wuröe ihm dann auch ein Betrag von-13.507 Schilling a.bgeschrieben. ),Jch habe", sagte er, „keine Llhnung, was man unter Großbankkowditionen versteht. Bon dern An- oder Verkauf der Steweag-Aktien habe er überhaupt keine Kenntnis gehabt. Dinghofer schloß: ,>Der Präsident der Kompaßbank, mein Frcmld Kraßl, hat das Recht gehabt, .für mich zu kaufen und zu verkaufen, und erst aus eirier Rechnung, die mir nach Karlsbad nachgeschickt wurde, habe ich ersehen, daß für mich überhaupt Steweag-Aktien gekaufte wurden. Meine öffentliche Tätigkeit hat mit diesen Privatangelegenheiten gar nichts zu tun. vntsrl? zchMg ver Berhavvluugen Mil den Beamten. Bischer lein Refuttak erzielt. Amtlich wird Verlautbart: Die gestrigen Berhandlun-- gen der Regierung niit dem 25er-Ausschuß und der Technischem Union haben zu keinem.weiteren Ergebnis geführt. Die Besprechungen wurden daher zum Zwecke der Berichterstattung und weiteren Beschlußfassung unterbrochen. Bttrrdesmt. Dr. Seipel stellte gestern sein Kabmettdem-^Bundesrat vor. Aus diesem Anlaß hielt er eine längere Rede, in der . er unterstrich, daß trotz des Umstandes, daß die Länder ihre Vertreter in den Bundesrat entsenden, fö Zusammenberufung von L ändevko nserenzennicht überflüssig getvorden ist. Ohne Debatte wurden dann die Berlän.gerung. des Moratoriums.d«!x Zentralbank bis 30. NoveurLer und das Gesetz Mer die Altersversicherung d'ör Noiare genHnÄgt. Brr enMche KohlenarbeiterftreS. Dev erste Sabotageakt. London, 29. Oktober. Heute ist «S zum erstenvml eurer Grube in der Grafschaft Somerset zu ehwm ornHM Sabotageakt gekommen. Im Maschinenraum der Grabe wurde eine: D y n a m i t &<o m b r gefunden, bis bei ihrer Explostan die Pumpen zerstört hätte tvas das Ersaufen der Grube binnen kurzer Zeit zur Folge gehabt hätte. Hf onsafloneile erbst-Angebote OuallMM u. AuswdlelT Telephon 47-179,43-408 Es m k» Ml i \ i

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