Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2757 (29.10.1926)
- Date
- 1926-10-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981844--28006-3015999- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Serbe 6 Mvn, Freitag Wiener Morgenzeitung 39. Oktober 1926 Nr. 2757 iche Bolkspomschu-c: e'.i/.nrkchren. Diese werden, nach Tun-- -schkett die gcjor:-.' rhii.ipt^arj&cft itmfdffen. E-5 uwtöeu. folgende Riffelt‘;vl " c vorgelrcofen werden: 1. Jüdische Ge schichte, 2. Gegentt^rrtskunde, 3. Jüdische Ethik, Relistioilsphitosophie. Bile>visscnschasteu. -1. Svzialwissen- .schasten rmd Se-wloche, i>. No-iona.iitäten-'Prvbleme rmd Völkerbund. 6. i. Moderne jüdische Littratnr und TülVnh'-.;;;mü Bor der Zonserenz des Brith Hanoar. 'Di; Te-e'j.a:?u crr Wienrc Gruppen des B ri * l» Hä itoar.. der tm sich die mit der Chaluziuth mü> einer svr.ialistiscken Weldanjch'Niunq basierende Jusiendbewegung vereinigt, werden >nn 2. November zu einer Konferenz, gemeinfanr mit dein Heckn 1 u & mfatnmmtiYtoit. Tic oinzelnen ©n^pen Micfat auf eine erfotgreiclx' Tonnnerarbeit zurück. An der L e r n- und Arbeit ss i c d 1 u n g .. T e ckt i j a h" des T <ir e l e t h - L a v a u ttteiligten sich 45 Angehörige do-> Wiener Bundes, welck>- noch durch weitere Tei1neh:n?r an der einer ideologischen Auseinandersetzung ge- . widmeten ..Bimdeswoche" de." Gesaintbuntes Tcheleth-Lavail vermehrt wurden. Ticse in P artschend-orf (Tschecho-Glotvakei) in enger Verbindung mit der Chaluzfarm in 'Aeuritschein Lbgchattene Siedlung zog ebenso Hebräisch-Ilnterricht, Feld- und Äerksrattarbcit in die norm jugendlichem Siedlungslcbcns, als sic durch Ausspraeben über jüdische und anderen Lebensfragen, Musik und Tyeftc Geist und Herz der Siedler ganz erfaßte. In ähnlicher Weist verlies die vom Ha schon,er Hazair ge mernsam mit dem Brith Hamischntar «^gehaltene 901 a* schawa h in Dörfles am Fuße der Hohen Wand, an der /ich rat Lause von vier Wochen über 80 Jugendliche' "beteiligten. 9ticht zu vergessen ist der in ihren K w,No k h l^efindlichen Ungehörigen der Brith HanöärW die kin SourMer ihröv Hachscharah bereits in praktischer, lanL'.v-KtschästUcher Arbeit'oökagen (z. B.'Ämuzah AthidL Auch ist oic iitz prü mehrmals gestür-, '&ptr I irgend blättc rü ,',i!n(ct^ct^ sich ÄiNrü^ M- ' senve Kulturtäcigkeit zu cvrähncn, wozu neuerdings außer den Blättern des Gesamtbundes Tcheieth-Lavin die Blätter des Wiener AcheKth-Lavan getreten sind. Im Mittelpiinit der bevorstehende!:' Konferenz werden zwei Fragen stehen: die Form der politischen.Aktion in Verbindung nrrr dein Verband der jüdisch sozialistischen Arbeiterjugend, der auch seinerseits sich den spezifisch jüdisch j kulturelle kt Tendenzen des Brith Haiwar anschließen soll, anderseits die starke Betonung der Pädagogischen. Ziele, insbesondere des jüdischiulturcllcn, wobei der rlcuecstarkende Haschomrr-Hazair in den Miticlprmkt gestellt werden wird. Was die Fragen der zionistischen Landcsorganisation anbelaugt, so hat der Brith Hanoar noch nicht den Rahmen gefunden, in ihren Reihen im Sinne seiner Tendenzen zu arbeiten; es ist ein Weg zn suchen, auf dem her Brith Hanoar seine Funktion innerhalb der jüdischett Jugend weitestgehend erfüllen kann. , Ter Brich .Hanoar wird nach dem ersten, durch manche .Hrndcrnijse gekennzeichneten Jahre seines Bestandes durch die Konferenz sür die zielbewußte Fortführung seines Weges sorgen. - - -- - Dr.- -Stephan.Krauß. RrAKner, Bauech gestorbene Herr Dr^ Phil. .-Herinann Baneth, Rabbiner in Gablonz a. N., ist gestorben. Durch mehr als drei Jahrzehnte hat er das Rabbinai, in der Gemeinde verwaltet. Eine jüdische Hochschule in Rom. An Rom wurde eine Hochschule für jüdische und allgemeine Wissenschaft ins Leben gerufen. Die Anstalt führt den Namen „Bcth Hatalmud Haibri" und steht unter der Leitung des Dr. Naftali , Hei uro wiez. Wie die Leiter der Anstalt versichern, wird sie in streng jüdischem Geiste geführt und will ein Heinv für jüdische Hörer der Hochschulen sein. Mhine Auskünfte über das" -Institut erteilt Siegmund HigHch,, Roma 34, Corsa bT?ttatia 25. MarsthaU Pilsuoski und der jüdische Invalide. Der jüdisKRche Invalide Josef Tenenbaum aus Lemberg der unter Pilsudski in den Reihen der polnischen Legionen seit deren Besteben «jekämprt hat und im Kriege zwischen Polen und Sowjerrugland schwer verwundet wurde, wandte sich auf Grund der ihm als Jndaliden zustehenden Rechte an die zuständige Stelle rnit der Bitte, ihm, der praktischer Landwirt ist, S t a a t s b n d e n zuzuroeisen. Als einige , Jahre dahingingen, »hnc daß sein Ansuchen erledigt worden ist. wandt.« er sich an Marschall Pilsudski, mit dem er peinlich bekannt isr. Der Marschall antwortete sehr freundlich. es 'verde seine Bitte erfüllt werden. In der Tat "thielt er unlängst neuneinhalb Hektar besten Ackerbodens in per Kolonie Veteranolvka zugeteilt. Er nähvn seinen Boden bereits in Bearbeitung. Mhneuad Kunst. Kürzung der Subvention für die Sundestbrater. Jur NatwArckrat teilte gestern Ftoanzmimster Dr. Kienböck mit, daß im Budget für 1927 der Bundeszuschuß für die Bundestheater von '***? Millionen im laufenden Jahr auf dreieinhalb Millionen Schilling herabgesecht wird. Der Mirnster 'ügte hinzu, er hoffe, daß die neue Bech-aliung der Bundestheater in der Lage sein werde, het». ^''tricb so verbessern, daß si". mit dem gekürzten -lrfichuß das Auslangen .finden werde. „Sie muß «ebe'r", sagte D- Kienböck, „mit dieser Ziffer das Auslangen Hinö en". Rudolf Ltzrolt hat sich nach fünfzigjähriger Bühnentätigkeit entschlossen, feine Bühnenlauf-ba-hn abz-n-. schktietzen. Bei voller geiftiger und körpevlicher Wfche. Er pt Anspruch darauf, nach fünfzig Jahren im Dienste der Kunst, ins Privatleben zurückkehren — aber seinen Verehrern wird der AAchied schwer. Wrnn «dieser, große Gestalter, der Charakter!.' so bezwineenÄ Erstellt, weil er ein Gharatter ist, leine Meiste-rrollen -gaH, satz nmrr iw rer '$'&■*'-m', auf ^r- „Theate r' gespielt" lvird, unl sich rwckj "-r .4Ldir-'§arbert am-d vor -dem NacksturM drei odör in* ■; Alle lang rühren oder erhoite-vu zu -lassen: Ddrn saß RlddE Tyroli zu Misten. Wie di-e Direktion -es Den i scheu -Volks, t h e a i e r s, Lassen Ehrenmitglied Dr. 'Rudolf Tyrolt ist, mitteilt, «hat sich der Künstler iiber die erfolgte Ern» lüHirng bereit ge.ftl.nben, o«us Anlaß foin>»s Mschiedes von der Bühne rwch an vier Abeniden anfzutveten. Dieses Abschiedsga st s viel Meister Tyrolts wird ftn Lanfe -des Monates 'Dezember i-m Dentscherr Volks- Water stattf-mden. Programm der Vorlesung Heinrich Manns. lieber (rinlaburrg des KulturbnudeS hält bekanntlich Heillrich Manu am Samstag, den 30. -Oktober 1926, um 7 Uhr abends, im Großen Musikvereinssaal eine Vorlesung aus eigenen Werken. Nach einem, cinleitendeit Vortrag Ernst Lothars über „Die Silhouette Heinrich Mann" wird der berühmte Romancier eine Novelle „Der Jüngling" llnd eine Novelle „Felicitas", welche die Jugendgeschichte der Heldin des neuen, im Frühjahr 1927 erscheürenden Romans „Mutter Marie" behandelt, vorlesen. Beide Novellen sind bisher unveröffentlickn Aus de« Aeatem. p e ru. thea t e r. Morgen, 7 Uhr, gelaugt neu ein studiert das Delibcssche Ballett „Coppelia" zur Aufführung. IBurgthealer. Morgen, 7 Uhr, „Ter junge Aar". (Llbounemeut 2. Gruppe.) Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr „Das grobe Hemd". (Abonnement 6. Gruppe.) B o l k s o p e r. Sonntag, nachmittags, „Carmen", abeirds „Rig.vletto"; Montag.nachnnttags „Hoffmanns Erzählungen", abenos' „Der Troubadour". Deutsches Volkstheater. Heute — in dieser Saison zunr ersten Male — Nestroys Posse „Das MLoel aus der Vorstadt". — Morgen Uraufführung der Komödie „Eines Tages....!" von Hans Chlumberg mit Albert und Else Bassermann. . I>ohann -Stran ß-- Theater. Sonntag als diackpn'.'- tags-Borstellung „Die Försterchristl. — Freitag, den 5. Novem ber znm ersten Male: „Alexandra", Operette von Marios, dRusit von Mbert Szirmai. Gastspiel Emmy Kosary. Lustspiel theater. Son.ntag^; nachmittags lMb -1 "Uhr „Ein Hcrbstmanöver^^, abends halb 8 Uhr „Die Bajadere", als Gastspiel des Badener Operetbenensemble. Theater in der Joscfstadt. Morgen, viertel 11 Uhr nachts, Tanzabend Harald Kreuzberg und Elisabeth Grube, Solotänzer der Berliner Staatsoper. Modernes Theater. Heute Erstaufführung des Lustspieles „Das Fräulein ohne Namen" von Hans 'Bachwitz. Ausstellung der Faistauerschen Entwürfe zum Salzburger Festspielhaus. Samstag, den 30. d. M„ eröffnet die. Neue Galerie in ihren Räumen, 1. Bezirk, Grünangergassc 1, ihre 26. Ausstellung: Anton Faistauers Skizzen und Entwürfe zu den F-resken zum Salzburger Festspielhaus und zum Benediktinerkolleg St. Peter. Die Fresken znm Salzburger Festspielhaus waren bisher nur wenigen bekannt, die Gelegenheit hatten, f:c anläßlich der Festspiele in Salzburg zu sehen. Jascha Cheifetz nicht krank. Wir brachten vor kurzom die uns und auch an'oe>.en Blättern zugekommene Meldung, daß der berührte Geigenkünstlec Jascha Cheifetz in Ncwvork nach einer Operatiorr schvcr erkrankt dmuriederliege und daß' sein Zustand besorgniserregend sei. Wir registrieren mit Freuden di« uns nunmehr aus Ne'-vyork zugekommeiw Mitteilung daß die Meldung von einer Erkrankung des großen Künstlers auf einem Irrtum beruht habe, indem nicht Jascha Cheifetz selbst, sondern bejf*' JRater vor einiger Zeit eine schwere Operation durchzumachen hatte, rrunmehr jedoch völlig hergestellt ist. Ter Geigenkünstler Jascha Cheifetz selbst erfreut sich, ständiger Gesundheit. , '• Tovfchlag bei der SchaM. Vor dem Schwurgerichte des LandeSgerichtes II unter Vorsitz des Hofrates Dr. Haerdtl hackte sich gestern der 22lährige Mechaniker Johann Binder wegen Totschlages und der 21jährige Hilfsarbeiter Matthäus Safar wegen gefährlicher Drohutrg. versuchter schwerer Körperverletzung und- Uebertretung des Wasfenpatents zu. verantworten. Die Angeklagten wurdeir von Pegierungsrat Dr. Liszt und Dr. Schwarz verteidigt. Wie in der Altklageschrift ausgeführt wird, hegte Safar gegen den Schaukelburschen Leopold Berthold größc Feindschaft. Am 7. Juli erschienen Safar und Binder mit einigen anderen Burschen bei der Schaukel auf dem Kendlerplatz im 17. Bezirk, es kam zu einer Auseinandersetzung, und Safar rief dem Berthold zu: „Wenn du heut' durch den Kendlerpark gehst, so bist es! Zehn Kugeln Hab' ich «nd zehn Kugeln mußt du heut' no kriegen. Wannst a Mensch bist, kummst fput' um •* .jeljuc in Park!" Zur airgogebenen Stunde kamen die beiden zu >e.r Schaukel und Safar gab nach .einem Wortlvechsel aus einer.Frommerpistole vier Schüsse ab, verletzte aber niemand. Niln ergriff Binder die Partei seines Freundes Safar und versetzte dem J-osef Bast, der für Berthold Partei ergriffen hatte, zwei Messerstiche, in d?n Rücken. Bast brach zusammen und starb bald ander tödlichen Verletzung. Safar verantwortete sich dahir.. «7? habe nur viermal in die Luft, uw je-ne Gegner abzuschrecken. Binder sagte er in ^otw'hr gehans.eÜ, weil Bast gegen ihn mit einen: Revolver ''"-^gegans-rn sei. Die Geschworenen er^rrrnten Angeklagten Binder nur des Vorgehens der fahrlässigen Tötung, den Ärigeklagten Safar dagegen des Verbrechens t-* gefährlichen Drohung, der Uebertretmrg gegen die ">perliche Sicherheit und der Uebertretung des Waffen Patentes schuldig. Binder rvurde zu zehn Monaten strengen Arrest, Safar zu elf Monaten schwerer Kerker verurteilt. Beide meldeterl Berufung an. „Kriegsgewinner" keine Ehreubeleidigung. Der Hausbesitzer mw Kürschnevmeister Max Z. trat gestern beim Straf* 'bezirksg-ericht 1 als Privatlkläger gegen den Dapezierermeifter Alois B. auf. Nach Inhalt der Klage hatte der Beschuldigte als Vertrauensmann der Mietpaxteren in einem dem Kläger gehörigen Hause vor der Mietkommission sich enarMch gegen eine Erhöhung des Jnstandhaltungszinses ausgesprochen und hatte im Verlaufe seiner längeren Ausführungen die Ae'uße?' rumg gemacht, daß Herr Z. ein ausgesprochener K r i c g s g c»tv l r: » c r fei. Jti teiefam An druck erblickt der cinc. cmpfmdlichc Verletzung seiner Ehre.. In der vor vent K'rüger derzeit drei Häviser besitze, von denen er;.wei im Jahre Lmrd-esgerichtsrate Dr. A r i c stattgehabteri VerhanNung aalo der Beschlftdigte z«, das; er im Verlaufe einer Rede vor der MietkomMission den Kläger als einen ausgesprochenen Kriogsgcwinner bezeichnet habe. Cr habe als Verirauensmanr. der Mieiparteren die^ Wicht gehabt, das Interesse Ser Mieter gegenüber dem Hausherrn zu wahren und sei dafür eingetreten, daß ein Teil der vom .HauHerrn beantragten Jnstv'ndhaltungÄosten auf den Hausherrn, der das fragliche HauS erst im Kriege billig eoworben habe, Merwä-l-zt weride. Der als Zeuge vernommene Hausverwalter gab an, daß der Kläger den' Vorwurf verächtlicher Eigenschaften, demnach tOlfi und das dritte i'm Jahre 1628 gekauft Hab.'. Der Richter spm.iden AngÄÄagten von der Uebertretung der Ehrenbcleirigung frei mit der Begründung, daß der Ausdruck „Kriegsgewinner" nicht als eine Ehvenveleidigung im Sinne des Strafgeisehes zu qualifizieren sei. Adelige Bankgrünver. Gestern wurde das Urteil in dom Prozeß wegen fahrlässiger Krida gegen die Bankgründer Theodor Bucha l und Eugen (Gras) Hardegg gefällt. Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten, Artur (Markgraf) Pa'llavicini mußte ausgeschieden werden, weil sich dieser in Angora aufhält. Theodor Buchal wurde vom Verbrechen der Veruntreuung freigosprochen, jedoch wegen des Begehend der fahrlässigen Krida und der mangelhaften Buchführung zu drei Monaten st r e n g e ft Arre st, Hardegg unter Anwendung des außerordentlichen Mildcrurrgsrechtes zu 14 Tagen einfachen A r r e.st, ireidc bedingt, verurteilt. Der Staatsanwalt meldete die Richtigkeitsbeschwerde an. Bereine, Bortrage und Bersnmmlungen. Zionistische Bezirkssektion 20, Jägerstraße 36. Heute, V28 Uhr, Vortrag Dr. N. G o Idsteins über „Midrasch". — Dienstag, den 2. Navembec, 8 Uhr, Vortag LöM Taubes' über Talinuiftsche Sprichwörter. — Leopoldstädter Bolkshcim, 2. Bez., ZirkuSgasse 48. 8 Uhr: Rechtsfragen des tägjlichen Lebens. — Brtgittcnwn.cr Bolkshcim, 20. Bez., Stromftratze Nr. 78. 7 Uhr: Privatrecht vom Standpunkt der Sozial- Politik. Zeichnen und Malen. Weltgeschichte. Bolkswiü. Polnischer Wirtschaftsbriej. . D'" Kohlenfrage. — Abnahme der Arbeitslosigkeit. — Hypoth'dkenscheine für staatliche Investitionen. (Von unserem Warschauer Korrcispondewten.) Warschau, 24. Oktober. In der ftlbr aktzirellsn Kohlenfrag.e fand am 22. ifr. M. im Vevk. hrsmimstsrvum mme Pressekonfevenz stacht, der Demister R o m o c f i die durch den engtischen KcMenstveilk hervorgLrufene anroPäische Kohlenkrise besprach, rnid wt 'diesem .Zlusriinunelrhang auf den größten Mang?.! der in- und auZländischen Kvhlenversorgung verwies, lWnlich auf die n.ng enügende u Transport int itt e 1 Der polnische Staat lerdet jetzt sehr «unter diesen: Wag>gon.mang>e«l, der auf einen . großen Fehler d>er Eisetfoofynveriwaft.-ung in den Zeltender Konjnirktur zurückzuführen Ist, da si-e es damals versäunlt hat, dien Woggonipark z>ll vergrößern, inr Gegensatz zr» DLutschland, das die Jnslationskanjunikbur in d-veser Hinsicht voll ausgenützt hat. Polen lvar daher gezwungen, so.wr.'hl «im Inland gvötzere Wa.ggonüestellungen zu machen, die aber niuir zum Teil ausgeDhrt wurden (auf 2520 ^ggonbestellungen wurden nur 360 geliefert), als auch i«n; Ausland 4608 Kohlenwaggons zu mieten, «wofür pro Waggon täglich 'wt Durchschnitt 1.20 Schwerer Francs zu zahlen sind. Die Situatian hat «durch den dringend gewordenen Tmnsport der Riliiöen und Kartoffel noch eine Verschlimmerung erfahren. In diesem Zusarmirenhang der-'«chibete der Verkehrsministelr über die geplante Bev.'.'ßu>ng pe§ Direktors Czapskr auf den Posteir emes 5?VhT>m5ommissärs, dessen Kompetenzen schr weitgehend sein 'sollen. Denr Kohlenkommissär wird sogv-r ein Strafrecht bis zur Höhe von 100.000 Zloty übertragen werden, und von seirrem Urteil wind eine Berufung nur an den Vertehrsuninister zustehen. Die Gesamtkolh'lenProidvHtion vnrd nach einem bestnnmien System verteilt wevdsn, wobei in erster Linie «die StaatsbrHnm. die Hochöfen, die Wasserleitungs- und Elektrizlitätsan'tatten, «die Landes- und Gem«e'mdeinstitutionen, die Zuckersabrike.-. und die g>voßsn Industrieanstalten «in Betracht g^og^n werden. Für den Export kornmt erst.ein eventueller Uebevschuß '«v Betracht. Dre ste'^nde Bess^.'ung der polnischen Wirtschaft drückt sich zunächst in dmr Sinken de r A rbe it sl o s «i g k e r t aus. Na-ch den Statistiken der staatlichen DevmiMnngsämtrr beträgt die allgemeine Zahl der Arbeitslosen in Polen 206.629 Personen. Diese Za«hl gilt sür die Woche gonr 2. bis 9. Oktober. Im Vergleich mü der porhergehsnd«en Woche verei-ngerte sich die Arbeitslvstg'keit «um 4699 Personen. Und ztvar stcht an erster Stelle die Textilindustrie, wo sich die Geischästslage am luoisten gebessert 'hat (die Arbeitslosigkeit hat sich «hier um 1688 Menschen verringert) und an zweiter der Bergbau (eine-Abnahme ai«nt 948 Arbeitslose). Jrn Zusalmrren'hang ruit dem Kampf der Ar- «beitslosigkett, beabsichtigt die Negierung eine Reihe vor: I n v e st «U i o n s a r b e i t «e n «iu größerem Maßstabe duvchzusühren. Es sollen neue Reg ier imgsg ebaude gebaut, die Straßen und Brücken errreuert beziehunigslveisv neu gebaut und neue Eisenbahnli'n/isn gelegt .werben. Es ist der ernste Plan aufgetaucht, sogenannte Hypot hekenschein e nach «dem Muster der deutschen Nent>en>m'avk auszu-geben, die ihre Sicherung tot Vermögen der Staatsbürger haben sollen. Diese Hypothekeni