Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2755 (27.10.1926)
- Date
- 1926-10-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Polen t gs groggy! Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr 1*0 oder in einerVerschteißatelle (Trafik) monatl.6 Schilling Straßen vorkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ooldschmied, I , Wollseile ll Mit Postrersand für Men und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Mon K22 Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 86 Nachsahlnneea bei Prals* srüftbaaget) terbebatteD Ülr. 8788 ffflHeitr* orgcitfciftmn Wie«. MIttwoA. 27. Lktaber 1926 (19. «Heschwan 5687). [PreUjnjJ England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monat!. 20 Lira Rumänien: Mon. 170Lei Bul gar ien:Mon.lOO Lewa. S o hw e i z and das übrige Ausland monatlich Pres. 6 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44*0-38, 48*8*10 Ab 6 Ohr: Tel 81-200 TU., Lerchenfeldoratraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postspar* kassenkonto Nr 160 608 8.gahraana Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltNche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Las Moratorium der Aentralbank wird verlängert. Bis 30. November. Der Minist.rrat hat gestern beschlossen, dem Ratio, nalrat in seiner am 27. d. M. stattfindenden Plenarsitzung den Entwurf eines Dnndesgesetzetzur derfaffungsmätzigen Behandlung vorzulegen, durch welches das im Zentralbankgvsetze verfügte Moratorium und die anderen mit 31. Oktober 1926 befristeten Bestimmungen dieses Gesetzes auf einen weiteren Monat, bis 30. November 1926, erstreckt werden sollen. Rn KrzbeMrmSrder kn Kalmar verhaftet! ‘'•.Q'itfctQ mslbsten die Times", Latz m Kalmar ein Mann verhaftet wurde, drr vevdächUg ist, einer der bsiden Mörder (Svßcr^tS (Schulz und Tyl-esfen) zu 'sein, welche die deutsche Justiz im Jalhre 1921 hatte LN'tflichen llassen (Vvn einem ist es sicher, daß er in Ungarn Unterschlupf güsu-ndsn hat). Die Ag nve -Zovas hatte die „Times"-MMuug enischisden in Zlbrsde gestellt, muß aber jetzt Aug^ben, daß in Kalmar Samstag ein Mann, der sich F o n r n i e r nannte, wogen Verstoßes g-'ssn die FreNidenpolMi-vorschriften verhaftet wurde, und daß Vevschiedene Vavdachlsgvünde' die Annahanie röchHer-tigen, daß dieser angebliche FollruM än der Ermor^dung Erzbeegers tei l gen o m m e n habe; die B.Hoden hatten sicheve Auskünft-s verweigert U-eber diesen Fournter berichtet „Le Journal": Der angMiche F-ournier hat sich im Juni dieses Jahves in Kalmar niedepg-Äasien und. wohnt mit einer Kellnerin aus dem Saarland zusammen. Er 'hat ror kurzem AUsamimen mt Änem verdächtigen Manne namens Zi n tz eine Garage errichtet imd dies veranlaßt« eine urnauf fällige Pol^.-eilicho Untersuchung, drvrch die festgestellt wurde. Laß der angebliche Fournier ein Deutscher ist und nicht so Heißt, wie er angibt. Ferner wurden bei ihm Dokumente gefunden, aus denen 'hervorgeht, daß Fornier Kirm'indest in engen Beziehungen Su den Elementen st.'ht, die im Jahre 1921 den 'dsMch'en Nnanzminister Erzberger . ermordet haben, wenn nicht dieser „F-curuter" stllbst an dem Mord beteiligt war. Der Verhafte'te hat jede Auskunft über die bei ihm gefundenen kompromittierenden Papiere ab» gelchn-t. . .. . Die' Kalmarer SühsoheitsPoliM hat die Photographie deZ Veahaflelcn an die dsulsche Polizei und an das Gericht in Offenburg gesandt, das die Untersuchung in der Mordsnchjo Erzbclger geführt hat, um sich AMlärrmg darüber zu v-örMffen, ob der Varhastete mit dem Mörder Erzbergers oder vinem seiner Mitschuldigen identisch ist. 115-flOO Sfotn Ißt drei Millionen 8udi« in Polen. Warschau. 86. Oktober. In dem Staatsvoranschlag pro 1927, der dem am 30. Oktober znfauunenlre n^e.c Sejm vvrgelegt wird und der Einnahmen von 1898 Millich Und Ausgaben von 1668 Mil tonen Zloty ausweist, ist di« einzige jüdische Au? gaben oft im Budget des MmlsteriumZ für Kultus und Unterricht; sie beträgt im ganzen 115.000 Zloty, davon 35.000 Zloty für die Erhaltung der jüdischen Gemeinden und 80.000' Zloty für die Err-alchng des Seminars für jüdische Re'lgionslel)rer. Untergang eine» englischen Krlegrschiffes. 84 Mann ertrunken. London, 26. Oktober. DaS englische Kriegsschiff ,,Valerian" ist in dem schweren Sturm vor hen Bernmoas gefunken. Der Untergang dieses mod rnen, erst in den letzten Jahren erbauten Kriegsschiffes, stellt eine der schwersten Katastr?plien der englischen Kriegsflotte in Friedenszriten vor. 84 Mann der Besatzung sind ertrunken, dann!er auch der Marineoffizier Asqukth, ein Sohn des früheren Müästerprästdsmen D.uith, 'Am selben Tag 'ist auch dev cnglischs Damsifer .'E a strah" gefunken.'Mur 13 Mann "bet Besatzung wuAen ge- Palästina vor der brlüschen Relchrkonferenz. Ser Bericht Amerv«. — Ansetzung einer Mandalekommiifton- London, 26. Oktcber. (I. L.-A.) In der gegenwävlüg ioger^en britischen Reichskionf'-venz berichtete dar Minister für die Kolomi-en, Herr L. S. A m e r y, über die Lage in >dsn Kolom-en uu>d im den Mandatsländern rmd widmete einen großen Teil seiner Aussühvmigen der Lage in Palästina. Er stellte feist, daß Palästina aufallen Gebieten voranschreitet. „Ich will," sagte Herr L. S. Ame-ry, ,,-einiges über den Mittleren Osten b.vichlan. In 'dies.m nonen Gebiet britischen Einflusses haben wir es mit der ältesten Heimat dsr Z'ivf's'isist'ion zu tun. Es sind Länder von großem natürlichen Neichbum, mit einer Bevölkerung von starker, nat-ürlicher Begebtn-g; jrdoch Länder, die jahrhimdert^lang vernachlässigt wurden und die' sich nur langsam aus der Rllckständ'g'keit empomrbe'lt'sn können. In erster Ndethe will ich über.Palästina sprechen. Die politische L a ge m -diesem Lande hat sich bedeutend verbessert; dies als Ergebnis einer fünf- oder sechsjährigen, sich stets glerchAeibend-en am-parPiischen Dcmmrltung. Die Araber, die, von ihren politischen Führern beeinflußt, der Valst-ur-Deklara^l'-IN und M r . E r r ich t u n g e i n e s j ü d i scheu N a Nv nä l kj e i m s/ i n P ä lä st i n ä sehr kritisch und gMerisch/gegenüberstanden, sind nun endlich doch z,u der Ginstcht gelangt, daß ihre Befürchtung, als ob unsere Politik 'eine Drvdräng'ung der Bevö'lkemng des Landes durch Horden jüLischer Einwanderer beAchsckte, ganz grundlos gewesen ist. Sie sehen nun ein, daß das Hereinströmen jüdischen Kapitals und jüdischer Siedler mit Kapital ebenso den Wohlstand der arabischen Bevölksvung wie den der jüd'is>5.im Gemeinschaft erhöht hat. Obwohl die fort dsm Kricgsslvds vor sich' gehende nelue jüdisch; Einwanderung die bishsri-g« jüdische Bevölkerung im Lande fast verdoppelt hat, hat infolge der verbesserten, ökonomischen und sanitären Zustände ein noch größerer Zuwachs' der arabischen Bevölkerung stahtgef-un'den. Ich. hoffe su-V^rstchtlich, daß die Taktik politischer Verhetzung, die bisher das Funktionieren repräsentativer Institutionen gehemmt hat, allmählich aufhören wird. In sozialer urch in anderer Hinsicht ist bereits eine freundschaftliche Zusammenarbeit eingetreten." „Palästina," setzte Mr. L. S. Amerh fort, „be. kommt heute keinerlei S u b s i d i e n mehr vom britischen Finanzamt; es deckt die Kosten seiner Verwaltung selbst. Die Regierung muß noch die Kosten des dort stationierten kleinen Luftdetachement-- tragen und im Verein mit der Palästina- Regierung zu den Kosten der Verteidigung des Territoriums TrrnSjordanie», beitragen. Sonst aber braucht das Land keine Zuschüsse mehr zu Zwecken seiner Verteidigung seitens des Reiches. Ungeachtet der ernstesten Lage in Syrien herrscht in Palästina vollkommene Ruhe. Wirtschaftlich hat das Land iu^ den letzten Jahren eine sehr bemerkenswerte EnüVcklung dnrchgemacht. Orangen und Tabak werden jetzt in ausgedehnten! Maße gezüchtet und neben der Entwicklung der Landwirtschaft, die der HauptarbeitSzweig im Lande sein muß, wurden von jüdischen Einwanderern zahlreiche Industriezweige begründet." „Diese grmze Entwicklung ist zu einem sehr großen Teil dom Wirken des ersten Qberkommissärs für PÄästima, Sir Herbert Samuel, zu banken. Seine Begabung, sem immenser Fleiß, seine absolute UnpavteilichkeiL unp fiiw Begsistsrnng für das Land selbst haben es dahin gchrächt, daß das Antlitz diesekleinen Sandes vollständig perändert worden ist. Aus -de-m verna'ckILssigien Sand, das es -unter -d« ÜüMfchen BevwaLtung war, wurde Palästina ein wirklich fortschrittliches, sufriedetves imt wohlhob md:s DerriiorilU'M, daS von TouMen mit Vorliebe besucht wird. TranSjordanien wird unier dem Emir Abdullah getrennt von Pala» stina verwaltet. Das Hru-ptereignis in der Geschichte dieses Terri'toriuurZ seit der'letzten Nstchskonsevenz ist die Eim»ecrle'ibung des M a a n - D r l a j e t s, wodivrch Tvansjordcmiens bis zum Roten Meer reicht, fcwie die en'd'liche ' Grenzvcg'ulierumg zwischen TranSjordanien und dem Sultanat Nejd, die Ende vor Den Jahres nach Ver>haEu-n,gen zwischen Sir Gilbe r-t Clayton und d.'m Sultan Ibn Saud erfolgt ist. Gin wsitores Mkommen sichert d'^'se Länder vor GLensüb^rfällen Lmrch Banden." Nach Be-endigung des Berichtes von Mr. L. S. Amrry und nach einer Diskussion, an der sich der Premier Austmliens, Herr Bruce und der Pwm-ier Südafrikas, General Herzog, beteiligten, beschloß die ReidMonferens, eine Kommission emMsetzen, die sich mit den Fragen der Man» dato zm befassen hat. Hin „Provaläftina-KümiteL" englischer Parlamentarier. London, 26. Oktober. (I: T.-A? .Wie der JüLW'ey Telegrr!ipheu-Ug>2N»I»ur. mitg.tsilt wwd, wurde tAsser T<Ue auf JniMve des jüdischen Deputierten Sch. F i n b u rg h (konservativ) und des Obersten Kenwort Hy (Merall) ein inter Parlamentärs, sches Palästina-Komitee aus Mtgliedern deenglischen Parlaments geschaffen, das sich -um Ziel gesetzt hat, die VerwiMWung der Balfour-Deklar a t i o n im Geiste des Mandats zu fördern und das Parlameint äber die Entwicklung des Aufbaues tn Palästina und über die Lage in diesem Lande zu insor> mieren. Ms jetzt sind 70 Deputierte aller Parteien dem Komitee beigetreten, Konservative, Liberale und Arbeiter°D«'puHerte, <bk alle ihr Interesse an dem Mufbau sines Mischen National- Heims in Palästina bekundet halben. Unter den 40 konservativen Mg? ordneten befinden sich Sir LeÄie Scott, Sir Charles Wilson, unter den Liberalen Lloyd George und K e n w o r t h y, unter d^r Arbeiterparteilern R a m s e y M a c d o n a l d, der fri'cheve Ministerpräsident, sowie -der frühere Kolonienminister T o m a s, Philip S n o w d e n, R. C l y n e S und Colon-öl Wedgwood. Die erste Sitzung des Komitees wird zu Beginn der Herbstsession des Parlaments abgchvlten werden. Weizmann hei Brian». Paris, 26. Oktober. Der Präsident der zionistischen Welt-ovgan'isa-ti'o.n Dr. Weizmann, der am 23. 6f> tcbvr an Bord der „Beve-ngar'ra" von Gherbourg aus nach Amerika abgereist ist, wurde wührend s.'mer A'nw>,tsenheit in Paris von dem Minister des Ä-ynsiern BrianÄ empfangen. Weizmann, der von dsm sozialistischen Mgeo-udneten und Mitglied der französischen Keren Hajessod-Kvnimission Leon Blum begleitet war, setzte m o'mer ei-neinhalbsüüindigen Besprechung die Probleme des Jüdischen Nationalh e i m s. i n P a l ä sti na und die dauvit 'Nusammew hängenden Fragen auseinander. Herr Briand drückte -um Schkutz das tiefste Interesse und die wärmste Sympathie Frankreichs De die zionistische Arbeit und den Aufbau des jüdische NationadhsimL in Palästina aus. -vrangel wieder auf Belsen. Belgrad, 20. Ortobw. Der ruMiche Monarchiftengenerut vrangel befindet sich feit eimgen Tagen wiwer in Jugosiawien, Ivo er mit den gegenvevolutianären russischen Emigranten.in Verbindung getreten ist. General Wraw« gel, der offenbar über größere Geldmittel verfügt, 6*« avsichtigt, wie aus seiner Umgebung erklärt toiäy bfe Fühlung mit den Resten seiner ehemalige» Armee ta btn Balkaustaateu wieder siiisKiinfhWst,