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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-26 · Heft 2754 (26.10.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2754 (26.10.1926)
Date
1926-10-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite fl 26. Oktober 1026 Wien, DienStag Wiener Morgenzeitung Nr. 2764 tierten Duette bringen. Herr Mittler, der als Purytz m Jyracf und Monokel erscheint, wird trotz seiner fürstlichen Wciberlnnneu. die eine schöne Jüdin in fürchterliche Seelenarral versetzen, von; Publikum mit Wohlwollen behandelt (während seinem Nöten Geist, den; rothaarigen Adjutanten Adrian sHerr B. Weiß m a n nj arls dem Theatersaa: ei?; kräftiger Fünb enlgegentönt). Herr Koste! spielt den «Karten der Jüdin, auf die der Purytz spitzt, und soll, um nicht den Weg zu ihrem Schlafzimmer zu verlegen, geköpft werden. Dies gibt Anlatz zu einer Abschiedsarie vor der drohenden Hinrichtung. Er singt sie, mit obligatem Chor hinter der Szene, sehr ergreifend und das sonst nicht gerade disziplinierte Parterre ist bezwungen, duldet nicht das zarteste Sesselrücken. Herr A. W e i tzm a u n hinwiederum, der einen edeln, jüdischen Arzt mimt, erweckt mit «eiltet prozionistischcn Propagandarcde helle Begeisterung. Und alles Interesse wendet sich dem Judenmädchen zu (Frau Dreiblatt), das über Treue. Und Helderutmt verfügt. Der Lohn bleibt nicht aus. Das Lebensbild kann mit einem Schlager.schließen. — Schwere -Zeiten! Man kann nur hoffen, daß die Mitglieder des jüdischen Künstlcrkabaretts die Chance nützen. Da das Publikum sichtlich mitgeht. v. .'y:t sic beginnen, es zu führen, '-aii ''ich von ihm führen zu lasse - O. A. Aus Den Theatern Burgtheate r. Morgen 7 Uhr „Der junge Aar" (Abonnement 6. Gruppe). Aka d em i eth e at e r. Morgen Uhr .,DaZ grobe Hemd". Operntheater. Morgen %8 Uhr „Die Boheme". Beschränkter Kartenverkauf. Th e at er i n der Iose fstadr. Heute 26. Aufführung von „Fannys erstes Stück" von Bernhard Shaw. L u st s p i e I t h e a t e r. Donnerstag zum erstenmal „Die Warschauer Zitadelle" von Gabrhela Zapolska. K a m m e r s p i e I e. Die Nachtvorstellungen mutzten wegen Erkrankung eines Hauptdarstellers vorläufig unterbrochen werden. Sonntag um %4 Uhr nachmittags „Kopf oder Schrift". Bürgertheater. Morgen 75- Aufführung der Operette „Das Land der Liebe". Jeder Besucher erhält eine Schlagernummer. Ein Theaterkrawäll in Warschau. Aus Warschau wird uns gemeldet: Während der Premiere des dramatischen Romans von Stefan Zeromski „Die Geschichte einer Sünde" im Polnischen Theater kam es zu wüsten Krawallen, die ein Eingreifen der Polizei notwendig niachten. Gegen die Aufführung hat allerdings schon seit längerer Zeit die Rechtspresse gehetzt. Die Demonstranten bekämpften das Stück, das übrigens von dem namhaften Regisseur L. Schiller originell und interessant inszeniert wurde, mit faulen Eiern, die sie gegen die Bühne schleuderten. Nach Abführung der Ruhestörer konnte die Vorstellung zu Ende geführt werden. Perez Hirschbein, der bekatmte jiddische Dichter, der aus einer Weltreise Afrika, Südindien und Japan besucht hat, ist vor kurzem in Palästina eingetroffen. Serichtssaal. Ein Nachspiel zu dem Neinitz-Prozeß- Die Morde im Wald von Ezatmar. Aus Kasch au wird uns berichtet: Die Verhandlung gegen die in den Mordprozeß Reinitz verwickelten litt’ tersuchungsHäftlinge Matej und Kollar, die im Verdachte der Mittäterschaft an der Ermordung des Gastwirteil Leichter standen, ist am 23. d. M. zu Ende gegangen. Beide .Angeklagten ivutden nach längerer Beratung frei gesprochen. Sie waren zweieinhalb iJahre in Untersuchungshaft gesessen. Nach der Verkündigung des Urteils bat Kollar den Richter, nicht zu gleicher Zeit mit Matej freigelasfen Kr weiden, da er sich fürchte, von Matej ermordet zü werden. Dieser erklärte im Gcrichtssaäl, er werde seinem Schicksalsgenossen nichts antun, da er „schon mehr als genug" vom Gefängnis habe. Mit Nutz und Mut gefärbte Wurst. Bei dem in der Dianagasse etablierten Fleischselcher Josef Pirgle wurde am 19. Mai von einem Organe des Marktamtes eine sogenannte Bauernwurst beanständet, weil diese eine merkwürdige Färbung aufwies. Es stellte sich heraus, daß der Selchermeister bei Herstellung der Wurst die WursMlle mit Kren ruß und mit Blut gefärbt hatte. Durch diese Färbung hatte der Selchermeister eine Uebertretung der Farbenverordnung begangen, wonach es bei Erzeugung von Wurstwaren nicht gestattet ist, eine Färbung vorzuneymen, durch die eine eventuelle schlechte Beschaffenheit der Wurst verdeckt werden soll. In der vor Weise gefärbt zu haben, doch habe er hierin nichts Strafbares erblickt. Der als Sachverständige vernommene Borsteher der Selchergenossenschaft, Herr Rudolf Vieröckl, erklärte, daß es seiner Ansicht nach gestattet sei, bei Er- Mung von Selchwaren gewisser Art die Wursthülle in Blut elnzuivetchen, und nachher die Wurst stark zu wuchern. Die Beimengung von Blut sek nicht als Färbung anzusehen Ter zweite Sachverständige, Professor an der tieramttichen Hochschule, Hofvat Henneberg erklärte die für verboten, nicht aber das Einweichen der Wursthülle in Bllut. Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Uebertretung der erwähnten Jarbenverordnung, jedoch nur begangen durch die FStbung der Bauernvmrst mit Ruß, zu eurer Geldstrafe von 30 Schilling eventuell zu 24 Stunden Arrest. Kein Stmfprazeß wegen Wollersdorf. Zu der in unserer Sonntagsnummer erschienene Notiz betreffend den Wöllersdorfer Strafprozeß, ersucht uns Rechtsanwalt Doktor Verb er a!S Anwalt der Firma Sch ostal und Härtlein, um folgende Mitteilung: 1. Herr Neuhöfer ist m« keinem der Firmenchefs verwandt; 3. auf Grund einer mit dem Bundeskanzleramt getroffenen Bereisbarung wurde die Firma Mostal und HZrtlein am 33. April E aus Mer Haftung kur die - Fluchttautton vollständig rntfoffc», so daß |te seither für diese Kautton nicht mehr vbligtert erscheint. Vereine, VortrSge unD Versammlungen. Leopoldstädter Volksheim, 2. Bez.» Zirkusgasse Nr. 48. 7 Uhr: Radiotechnik. 8 Uhr: GestM'.heitslehre. — Brigittenauer Bolkshcim, 20. Bcg., Stromstrahe Nr. 78. %8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Walter Schiff: Die Britzi'ttcnauer Bolkshochschnle. — Zionistische Bezirkssektion Wievtn- Margareten. Dkvvgen, Mittwoch, findet um 8 Uhr abends im Terrasseickaffee, 6. Bez., Margaretenplatz, ein literarischer Abend statt, bei welchem Herr Dr. Siegfried Schmitz über „Jüdischen Humor" sprechen wird. Gäste herzlich willkommen. — Talmud Thora „Misrachi", 2. Bez„ Praterstvatze 48. Der Unterricht für Kinder (Knaben und Mädchen) sowie für Fortgeschrittene hat bereits begonnen. Es wird — unentgeltlich — Bibel mit Kommentaren, jüdische Geschichte, Talmud uflv. sowie hebräische Sprache (A n s ch a u u n g s u n t e r r i ch t s m e t h o d e) gelehrt. Einschreibungen täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags. (Außer Freitag, Santstag und Sonntag.) — „Lese- und Rede- Halle jüdrscher Hochschüler", 9. Dez., Türkenstcaße 9. Rabbiner Dr. A. Kaminka beginnt heute um 7 Uhr abeuds seinen Kursus über das Buch Hiob. Der Kurs dauert ganzjährig. Einige hebräische Sprachssenn tnisse erforderlich. Der Kurs ist unengeltlich. Originaltext mribringen! — Zionistische Jugcndgrnppe Leopoldstadt, 2. Dez., Zivkusgasse 93. Heute, Vi8 Uhr aiber.d, Eröffnung des jüdischen GeschichtsseminarS, morgen, 8 Uhr abends, Plenarversammlung mit Vortrag des Herrn D r. Klaber über „Die Juden in der LeopoldistM". SiiuglingSpflegeikurs. Der von Dr. Heinrich Keller allmonatLch abg^alt-ene Kurs des Bundes für Mutterschutz über Pflege, Ernährung und Erziehung des Säuglings mit praktischen Ueibungen beginnt am 6. November. Teilnehmerzahl beschränkt. Anmeldung täglich, außer Samstag, 5 bis 6 Uhr in der BeratungsstÄle des Bundes für Mutterschutz, 6. Bez., Mollardgafse 8. Volkswirt. Sie StalftiRenmg des belgische« Frsuken. Neue Münzbezeichnung: Belga — 5 Franken. Brüssel, 24. Oktober. Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, ist die belgische Stabilisierungsanleihe von 190 M i llionen Dollar auf. 30 Jahre bei einem Zinsfuß von 7 Prozent zuzüglich einer Tilgmtgsguote von einem Prozent abgeschlossen. Außerdem sind für die belgische Nationalbcmk Kredite in der Höhe von 36 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden. Der Stabi-lisrerungskurs wird 174.31 Franken für die Parität des Pfund Sterlirrgs betragen. Die Deckung für die Noten der Nationalbank wird 60 Proz e n t an Gold oder Gold gleichwertigen Devisen betragen, von denen 40 Prozent die gesetzliche und 10 Prozent die Ergänzungsreserve bilden. Das Franikensystem soll beibehalten werden, nach dem Vorschlag der höchsten Finanzautorität des Landes soll jedoch das Geld nach einer Einheit von 6 Franken gezählt werden, die den Namen „Belg a" erhalt. An der Eröffnung von Krediten für die belgische Nationalbank sind folgende ausländische Noteninstitute beteiligt: Die Bank von England, die Bank von Frankreich, die Federal Reservebank, die Bank von Japan, die Deutsche Reichsbcmk, die Niederländische Bank, die Bank von Schweden, die OesterreichischeNationalbank und die Ungarische Nationcrlbank. Diesen neun Institute« dürfte sich auch die Schweizerische Bundesbank anschließen. Wirtschastinachrichteu aus Palästina. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Die Baubewegung im Lande ist gegenwärtig nicht sehr umfangreich, was aus der Jahreszeit und aus den wirtschaftlichen Verhältnissen zu erklären ist. In T e l - A w i w wird jetzt sehr wenig gebaut; im September wurden Baubewilligungen nur für 38 Zimmer und.4 Geschäfte erteilt. Die einzige größere Arbeit, die in der nächsten Zeit durchgeführt werden soll, ist der Bau von 6 0 Häusern für die Siedler von Kfar Jecheskel (im Emek Jesreel), für den das Arbeits- und Landwirtschastsdepartement der Zionistischen Palästina-Exekutive 10.0 00 Pfund zur Verfügung gestellt hat. An Neugründungen sind in der letzten Zeit zu verzeichnen: Zwei Strumpfwaren er zeugunge.n in Tel-Awiw, die bereits in den nächsten Tagen in Betrieb gesetzt werden sollen; die eine, die der Wirkwareuindustrielle Braun, einer der ersten Gründer der seit zwei Jahren bestehenden großen Strumpfwarenfabrik ..Lodzia" in Tel-Awiw, begründet hat. wird 10' bis 15 Ar- JJj Der elektrische Stuhl | IDie Zauberin von Kastilien Mottke, der Dieb IEin Glaubensmartyrium Onkel Moses I Die fünf I Ineuen Romane! iSchalom Asch! « I sind soeben erschienen Preis pro Band brosch. 8 5*-~ geb. S 8'- | Verlag R. Löwit, Wien, 1. Bezirk Rotenturmstraße 22 | beiter beschäftigen; die andere, eine gemeinschaftliche Grün- I düng des Lodzcr Industriellen Friedmann und eines Herrn Edelstein aus Südafrika, ist auf größeren Betriebsumfang eingerichtet; zunächst foUeii 20 Arbeiter beschäftigt werden, der Betrieb soll jedoch sukzessive bis ans einen Arbeitsstand imn 60 Personen vergrößert werden. Die maschinelle Einrichtung der Friedmann-Edelstein'schen Fabrik wurde aus Chemnitz bezogen, von wo auch der Meister bereits in Palästina einpetroffcn ist. Ebenfalls vor der Betriebseröffnung iteht ein Unternehnrell in T e l - A w i w für die E r z e n g u n g v o n k ü n stl i ch e n Z a h n e n, dessen Maschinell bereits montiert und die elektrischen Jirstallationsn bereits Occnbet sind; es wird 20 Arbeiter beschäftigen. Die ehemalige Schokoladenfabrik „R an a a rl" in T e l - A!v i tv, die, Ivie bereits berichtet, von dem Leipziger Industriellen Lieber erlvorben wurde, hat mit neuer maschineller Einrichtung und unter fachmännischer Leitung bereits zu arbeiten begonnen imb kann zufolge reichlicher Jnlandbestellimge:: ihren derzeit 26 betragenden Arbeiterstand auf 70 erhöh:".; im November sollcr: 100 Arbeiter beschäftigt luerden. Das Gebiet von Haifa hat eine Anzahl von Arbeitslosen aus Tel-Awiw aufnehmen können, da die „Haifa B a >) D e v e l o p m c u t C? r.t p a u ij" an verschiedenen Punkten ihres Geländes Trockenlegungsunb Wegeüanarieiien beginn:, für die 700 Arbeiter, darunter 200 aus Tel-Awiw, überdies 150 aus Asulch eingestellt Ivurdeu. Einer: guten Aufschwung hat die „Palästinensische S a! z - C' c s e l l s ch a f t" gerronimen, deren Produktiorr im herrrigen Jahre das 5500 Tonnen betragende Quantum d:s Vorjahres um 20—25 Prozent übertreffen dürfte. Der Absatz ist gut und die Ouolität des Salzes ist zufolge von V.'rbeficruugcn in der Arbeitsmethode besser geworden. Lira und Franc steigen weiter. Die Auswärtsbeweguna der Lira und des französischen Franc machte gestern auf den Devisenmärkten weitere Fortschritte. Die Lira stieg in Zürich von 22.571/2 auf 22.75, der französische Franc von 15.57*6 auf 15.73%. Der belgische Franc machte die Steigerung nicht mit; er schwächte sich von 14.60 auf 14.5314 ab. Der Leu befestigte sich von 2.81)4 auf 2.85. Bei festerem Dollarkurs (518.25) war dev Schillina.mit 73.05 unverärwert. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet gegen B. u. O. Freud, Kleidermachergewerbe, Wien, 15. Bez., Markgraf Rüdiger-Straße 14 (Passiven 163.245 Sch., davon ein Viertel bevorrechtet, Aktiven 106.316 Sch. Anbot 40 Prozent in 12 Monatsraten). — Gegen Kellermann u. S Ha tm a n n, Wien, 1. Bez., Franz-Ioscft-Kai 47. H. B r e i tn, Wien, 1. Bez., Franz-Josefs-Kai Cafetier und Hotelpächter, Wien, Oesterrei^Histtzes Kapital in Rumänien. Wie wir ererfahren, haben einige Wiener Banken zusammen mit Budapester Instituten mehreren rumänischen Zuckerfabriken einen kurzfristigen Kredit von 6 Milionen Schweizer Franken eingeräumt. Budapester Getreidetrrminmarkt. Trotz schwächerer Berichte von den amerikanischen Börsen eröfsnete der Budapester Termin- Markt in fester Haltung bei steigenden Kursen. Weizen per November 3960, per Mai 4330; Roggen Per März. 3340 bis 3350. Der Diskontsatz wird herabgesetzt — in der Tschechoslowakei. Aus Prag wird uns berichtet: Wie. in hiesigen finanziellen Kreisen verlautet, wird im Hinblick auf die dauerno günstigen Verhältnisse auf dem tschechoslowakischen Geldmarkt die anfangs November stattsindende Sitzung des Generalrates der tschechoslowafrschen Nationalbank eine Herabsetzung des Diskontsatzes beschließen. Uober das Ausmaß' dieser Zinsfußherabsetzung ist noch keine dofinitive Entscheidung gefallen, es dürfte y2 Prozent betragen, so daß die jetzt 6 Prozent betragende Bankrate sich auf bV2 Prozent ermäßigen wird. Im Zusammenhang damit dürften nicht nur die Debetsätze der Banken eine Reduktion erfahren, sondern auch die Kredttsätze um Y\ bis y2 Prozent ermäßigt werden. Die Konzontrationsbestrebungen in der tschechoslowakischen Papierindnttrie. Aus Prag wird uns berichtet: Im Zusammenhang mit oen als Folgen der allgemeinen Wirtschaslssituation des Staates auch in der tschechoslowakischen Papierindustrie fühlbaren Krisenerscheinungen (geringe Aufnahmssühigkeit des Jnlandsmarktes und verminderte Exportmöglichkeiten), finden derzeit Beratungen der führenden Unternehmungen statt, welche darauf abzielen, .durch einen engeren Zusammenschluß der Fabriken die Produktionslage zu sanieren, insbesonders durch Rationalisierung der Produktion und Herabsetzung der Erzeugungskosten. In einer kürzlich abgehaltenen Vollversammlung wuroe über dieses Ziel bereits eine grundsätzliche Einigung erzielt und beschlossen, die Beratungen fortzusetzen. Der Terminhandel an der Prager Börse. Aus Prag wird berichtet: Obzwar die Einführung des Terminhandels an der Prager Börse schon grundsätzlich beschlossen worden war, hat man sich bei den letzten Besprechungen dahin geeinigt, eine neue Prüfung des großen Fragenkomplexes vorzunehmen. Die Einführung des Terminhandcls wird daher nicht schon, wie geplant, am 1. November, sondern erst am 1. Dezember er-, folgen können. Es wurde auch entschieden, daß vorläufig die S t a a t s p a p i c r e nicht in den Terminhandel einoezogen werden sollen, da man erst aus dem Handel mit Mvidendenpapieren Erfahruirgen gewinnen will. Errichtung einer Mineralölraffineriv in Prerau. Aus Brünn wird gemeldet: Die Vacuum Oil Compagnie projek« tiert mit einem Kostenaufwand von über 30 Millionen tsch. Kronen in Prerau eine große, moderne Mineralölrassinerie. Die Pläne sind bereits fertiggestellt. Man wartet nur noch aus die Entscheidung der Zentrale in Amerika, die in den nächsten Ta- “it eintressen soll. Im günstigen Falle könnte noch im Frühhr 1927 mit dem Bau begonnen werden. Berlnstbilanz einer slewakischen Zuckerfabrik. Aus B r a t i-. slava wird uns gemeldet: Die Daagthalcr Zuckerfabrik in Trencianska-Tepla, die zum Konzern der Zivnobanka und der U n l on ban k in Wien gehört, weist bei einem Aktienkapital von 8 Millionen Kronen einen Berluswortrag von 3.6 und für 1925/36 per 30. April einen Verlust von 1.7 Millionen tsch'. Kronen aus. Wiener Börse. Geringe Umsätze. — Schwach. Die Umsätze waren an der gestrigen Börse sehr gering und betrafen nur einige bevorzugte Papiere; die Montantverte gaben nach, insbesondere als Gerüchte über einen bevorstehenden Fri§- densschlutz im engilischen Bevgbaukonflikt einttafen, die auch an den Nachbavbörsen einen starken Rückgang dieser Werte hervorriefen. Die schwache Tendenz übertrug sich auch a^f andere Attienkategorien, vor allem fielen Staatsbahn, die in der Vor* Woche kräftig angesogen haben, um 14.000 Kronen; auch Langer jah i

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