Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2754 (26.10.1926)
- Date
- 1926-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I^Potetn g5 gfosay t Wien: ZuinÄbholen indor Expedition, II.» Taborstr.1-3 oder in einerVerschleißstellc (Trafik) monatl. 5 Schilling Straßenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. I., Wollsseile 11 Mit Postversand tür Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Ts che oho - Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4.Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Nachzahlungen bei Pt*\ rbObao^en to*b chatten Wiener orgenfettuna 1 Preis gQ g| En gl an d:Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire Ettttknien: Mon. 170Lei B n 1 g a r i e n: Mon.100 Lewa. Schweix und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion» Administration: Wien/ II., Tatiorstr. 1 Telephon: 44*0-38, 43-3-18 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 Vll., Lerchenfeldorstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreich!sches Postsparkaasenkonto Nr. 150 693 Rk. 3754 Wien, Lkenstag. 26. Sktober 1926 (18. SHefchwan 5687). 8. FaHrzang Im redattieuellen Teil enthettme enigelMche MMettmrgen stick durch ein vorangesetztes E gÄennzerchnet. 600 Tote auf Havanna. Die Opfer der Wirhelftttrmkat«str»phe. Paris, 25. Oktober. Wie auS Havanna gemeldet wird, sind bei dem Wirbelsturm in der vergangenen Woche nach amtlichen Feststellungen 600 Personen ums L eben gekommen. Die Zahl der Verletzten beträgt 9000, die der Obdachlosen 5000. Kn nener krdftoß in Sa« FruuzlÄo Sau Francisco, 28. Oktober. Hier wurde in neuer Erdstoß -erspürt, der jedoch keinen Schaden anrichtete. Der erste Mutliche Fe«em»»8proreß. Die schwarze Reich-wehe. Berlin, 25. Oktober. In Landsberg begann heute ein ueNer Fernemvrdprozeß, dessen Seustition darin besteht, daß er in voller Oeffentlichkeit behmckelt wird. Es handelt sich hier!mn einen versuchte n Giftmord. Drei ehemalige Mitglieder der schwarzen Reichswehr beabsichtigten, ihren Kameraden kFanke, den sie für einen Verräter hielten, zu vergiften. Der Chauffeur Thvm hatte die Ausführung des Verbrechens auf sich genommen, das m letzter Minute vereitelt tourte. Kaufmann Buchhvlz hch Beihilfe gcktjpt, der Mpochckr Rathma'nn das Gift herbeigeschaffk. Gleich bei Beginn der DerhmMrny fleMe ,-st Mckrd-.. d^K^^'Untrag- Äuf Ausfchluß der OWzMch-üt wegen iGesähMmg der Strratssichecheft. Das Gericht beschloß jedoch nach längerer Beratung, den Prozeß in voller Oeffentlichkeit äbzuheckten. Der als SachverflKMger geladene Reichswehroberst Gudovius beantragte,^ die Oeffentlichkeit wenigstens' dann auszuschließen, wmu die' Geheimnisse der schwarzem Reichswehr erörtert würden, da sonst politische Gefahren entstehen könnten!. Dev Oberst mußte jedoch auf Befragen des Vorsitzenden erklären, daß dies nur seine persönliche Meinung sei und nicht etwa die Ansicht des Reichswehrministerrums. Daher verfiel auch sein Antrag der Ablehnung und der ganze Prozeß wird in aller Öffentlichkeit verhandelt werben. Der Staatsanivalt beantragt, gegen den Angeklagten Thon wegen versuchten Mordes 4 Jahre Zuchthaus, gegen den Angeklagten Rath mann wegen Beihilfe 3 Jahre Zuchthaus und gegen den Angeklagten Buchh o l tz wegen Bedrohmig 6 Monate Gefängnis, allen mit mit Einrechnung der Untersuchungshaft. Das Gericht war milder. Die ehemaligen Unteroffiziere Thvn und Ratsmann wurden wegen versuchter Tötung bzw. Beihilfe dazu zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Buchholz erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten, die durch die Untochrchrmg-Hast bereits verbüßt ist. kisenbahnunglstlk ia Ungarn. Budapest, 25, Oktober. Auf dom Bahnhof S z o l n o & fuhr heute abends der aus Budapest kommende Debreziner Schnellzug in die Lokomckive Änes dort stehenden Güterzuges. Die Lokomotive wurde umgeworfen und zerstört. Die Lokomotive des Schnellzuges wurde gleichfalls zerstört. Der Führer des Güterzuges wurde schwer verletzt, während der Heizer noch im letzten Augenblick abspringen konnte. Die Reisenden kamen mit dem bloßen Schrecken davon. Schwerer Unfall durch einen Sturm. Jrciburg i. SB., 25. Oktober. Durch plötzlich auftretende« Staun wurde heute abends auf dem hiesigen MeffemmK die Rutschbahn zmn Einsturz gebracht, wobei ein Stüde n t u m s L e b en kam, ein 12jähriger Knabe einen schweren Schädelbruch erlitt, weitere zwei Kinder schwer und drei Personen leicht verwundet wurden. «Sensationelle erbstAngebofe Kohlennot und Waggonmovgel. Sie Wirkunsen de, englischen Streit« ~ Sie heutige Snonete. Die vstercekchifche Politik, deren Grundzug der Leichtsinn und der Mangel jeder Voraussicht ist, hat über den Katzbalgereien der Parteien vergessen, daß in England schon seit fast vier Monaten ein Kohlcustreik herrscht. Während alle anderen europäischen Komsumstaciten rechtzeitig in der Tschechoslotvakei und in Polen ihre Kohlenbestellungen vorgenommen haben, hat Oesterreich zugewartst, und so steht jetzt seine Bevölkerung und seine Industrie am Beginn des Winters vor einer Verschlimmerung der Situation. Die Vorräte schmelzen in rasendem Tempo zusammen, und die Zahl der verfügbaren Waggons im Ausland ist durch die eben im Gang befindliche Rübenkampagne weit rmter das nottvendige Maß herabgedrückt worden. Vielleicht finden die Volksparteien doch die Geneigtheit, sich außer mit den Kontis der Steirer- und Bauernbank, außer mit der Anfertigung von zugkräftigen Wahlparolen auch noch mit der Kohlenkrise zu beschäftigen. Seit Wochen veröffentlichen alle Zeitungein die Berichte über die für Polen angestiegene Konjunktur, und seit Wochen weisen alle Sachverständigen auf die Gefahr für Oesterreich hin. Die Regierung ist auf der Höhe der Situation. Sie hält, wie sie in einem Communique mitteilt, ständig Beratungen und hat für'heute eine Enquete einberufen. Da aber au dieser doch nur Vertreter aus Oesterreich teilnehmen, so wird die Aussprache ergeben, daß zu wenig Kohle da ist, daß man zu wenig Waggons besitzt und daß eS im übrigen nicht so arg ist. Denn die Kohlenpreise find bisher doch nur um ,4 Prozent gestiegen. , . «* Bö» fachmännischer SeitvtzrWrÄG dag» mitgekE Die Kohlenvetknappung in Wien und Oesterreich überhaupt nimmt lveiterhin zu. Die Vorräte auf den Rutsche« gehen andauernd zurück und betragen heute nicht nrehr als 40.000 Tonnen. Die gegenwärtige Situation wird gekennzeichnet durch einen katastrophalen Mangel an Verkehrsmitteln. Der Oesterreich für Kohlentransporte zur Verfügung stehende Waggonpark ist vollständig unzulänglich, zumal ziemlich viele Waggons für die jetzt im Gange befindliche Zuckerkampagne bereitgestellt sein müssen. Uind ausländische Waggons zu erhalten, ist heute überaus schwierig. Die Ursache dieser Transpovtmittelkrise ist im englischen Bergarbeiterstreik zu suchen. Der Ausfall der englischen Kohlonbelieferung hat viele Staaten gezwungen, oberschlesische und tschechische Kohle einzukaufen, deren Abtransport nun viele tausende Waggons auf lange Strecken bindet. Niemals früher smd derart zahlreiche Kohlenzüge beispielsweise von Oberschlesren nach Italien, von. der Tschechoslowakei bis nach Holland und Dänemark gegangen; diese sogenannten Randgebiete ivurden z-umeist von England aus per Schiff versorgt, der kontinentckke Waggonspark wurde hiezu nicht hexangezogen. v -Die heimischen Werke können zur Kohlenöerforgung nicht in erhöhtem Maße herangazogen werden, da der österreichische Bergbau bisher immer vernachlässigt wurde und diese Sünde nicht von einem Tag auf den andern gutgemacht werden kann. Die Kohlonenquete, die heute vormittags im Handelsministerium stattfmdet, wird sich mit den Fragen der Kvhlenvevforgung befassen. Da aber keine Vertreter <«S OSerfchlesien daran teilnchmen, wird die Konferenz, die im übrigen jedM Monat regelmäßig Kattftndet, keine iML«M»Wten ltzrgsbntsse zeitigen. * Eine von amkLIchep Seilte auSyHeiche DarsteSlsng bestätigt den Kohlenmangel und bomicht sich, die in der letzten Zeit eingetretene Erhöhung der Preist zu Lasten des Auslandes zu legen. Es wird u. a. gesagt: Die Preisfestse-ung geschieht auf Grundlage der von i>en polnischen Grubenunterneh«ungen jeweils verlautbarten Grnbenpvetse, aus deren Höhe den inländischen Stellen keinerlei Einfluß zusteht. Zu beu vütuojiipressen werden die jeweiligen Fracht- und Nebenspesen hinzugerechnet slUvie die nach Einlangen der Kohle am Wiener Nordbahnhofe anfallenden Regiekosten des Rutschengeschäftes, wie RutschenzinS mid Russchenarbeiterlohn. Ans diesen DerechnuugSgrundlagen ergab sich mit Gültigkeit vom 5. Oktober l. I. ein Russchen'preis für oberschlesisch« Hausbrandkohke, <& Nordbahnhof, von 7.95 Schilling für 100 Kilo gramm. Am 10. Oktober trat «ine Älgenw'me Erhöhung der polnischen Grubenpresse um 10 Prozut ein, die von den Ärubenunternehmungen als Folge zahlreicher Lohnerhöhungen bezeichnet wird. Die darauf unter Anwendung der gleichen Berechnungsgrundlage vorgenomme« Preisermittlung führte zu einer mit SO. Oktober in Wirksamkeit getretenen Erhöhmrg des Rutschen- P««stS auf 7.5b Schilling für 100 Kilogramm, also zu einer Erhöhung um 30 Groschen pro 100 Kilogramm oder etwas über 4 Prozent gegenüber den bis dahin geltenden Rutschenpresse. Me Erhöhung des Grvbenpresses um 10 Prozent wirkte sich nicht voll aus, weil die übrigen Grundlagen der Preisbildung wie Fracht- und Rutschenspesen unzeändert geblieben sind. Schon als die ersten Anzeichen einer AagemmmgeE sich bemerkbar machten, wurde, um diese Schwierigkeiten tuuRW z» mildern, mit inländischen und ausländ sschsn maßgebenden Stellen Verbindung gesucht. Die Herrmziehvng ein« erheblichen Anzahl gedeckter Wagen für den Kohlenverkehr zvr Deost^ckung d'eS österreichsschen Wagenparkes soll «. a. eine Gntlastuuz der Lage herbeiführen. Diese und andere Maßnahmen verkehrStechnifcher Natirr sind Gegenstand ständiger Beratun». gen inr Rtirifirrinm für Handel und Berkehr, die in der heutige« Suguete, der alle für die Kochkenversorgung Oesterreichs und AtenS maßgebende« Faktoren beigsgsgen werden, ihre Fjsrssp-img finden sollen. Ser ensMe BerghaukonM vor dem Anterhaus. Die Re-iOemss wrk nicht «ehr inLeWemeren. L»nd»n, 23. Oktober. Das NrckerhavS ist heute zu einer außer ordentlichen Sitzung z»chamm«eseti^ten, rwr über die Verlängerung d-S Ausnahmssustarrd e S Beschluß zu fassen. Ar der Debatte erKävte Mnisterpräsident B a l d w i n, die Kohlengrubenbefitzer hätten d«mm gehandelt, indem sie es achelvhnt haben» «r dev Dvet-Pacdeien- Konferenz teilsnnchwen. Nach so viele» RnimckTechunge» der Berhcm>dlungen könnte nichts den FriedenSauSsichbe» mehr schaden als der Berstch, die Verhandlungen wieder «rstunöhmen, ohne Hohfi««g, zur einem Ziele zu gelangen. Die Regierung habe mehrere BsrMäge gemacht, da jedoch pi«ttiche <ck«el«hnt tooviden streu, werde die Regierung im dam Konflikt nicht mehr!ntevvO«ieren. Ser gekfall der enslffcheu NLeraleu Partei Änfchlusi KwtivortHhS Mt bis Arbeiter. * London, 24. Ottodsr. Das Nborake VarlmMMlMgKed Äenwortihy beschloß, emo Fortschrittspartei zn gründen. Kenworchy «sttüvte, er Awsde mR der Arbeiterpartei zusammewwirken. Dev Arbeiterführer Thomas «KMe, werde heute zum erstenmal als AsLeitermitglieb im Parlament sitzen. In ein« Untsrvedmrg mit Presiedsg-l timtern erklärte Sentoorßhtz, e» sti Pflicht jede» Liberalen und Radikalen, feinem BesspWt z« folgen. Nr Oeem-e einige, die bereits SeWofstn ihättsn , die» zu dmr. * ÄvMvorHy ist time!bsc enchMeideckN« Mtzckckon. England», der «. o. -noch seinen Kampf gegen den DStatu frieden von BersaikleS bekannt geworden ist. Ne hat sich auch Kl toeedechotten Malen al» Freund de» Monismus deklariert und ist im PmLamont We die Dnrchführmlg d« Vakfonr-Dsttaratton emgetreten. Ouolifäl u. Auswahll WelOu. leiRenwareii. Oerbsf-Stolle. WascliQ. Strick- DBd WirkwarenetE. LMM Telephon 47-179,43-408 Es gros kv dotail