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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-22 · Heft 2750 (22.10.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2750 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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( «ette « Wien, ^rcrloit Wiener Morgenzettttttg 62. OUMr M6 Nr. 2760 und B ö h r»), nfio auf d?r böiy.', ein Abend ohne Mißklang. Merkte man's, daß hu* Publikum nicht n tcmpo mit sinkendem Vorhang las apvwndierte, wie sonst bei einem Prominentengastspiel, weil es bezwungen war, daß der betretene, zaghafte Beifall tiefere Wirkung anzeigt, als das konventionelle brausende Losklatschen? 9. A. „Her Mann ohne Maral " Theater in der Josefstadt. Ein köstlicher, wundervoller Lustspielabend, zu dem Robert de Flors und G. A. de Caillavet den Text und der außerordentliche Romanowsky die Hauptgestalt, den in seiner Kleinlichkeit überlebensgroßen Humor, die Seele lieferte. Es ist in keiner Beziehung eine Uebertreibung, zu sagen, daß Romanowskys Gestaltung des bald unglücklichen, bald seligen Hauptkassiers des Bankhauses Herrar, Herrn Brotonneau, eine der bedeutendsten Kreationen der Schauspielkunst ist. Wie der Künstler den pedantischen, selbst schon zur Zahl gewordenen Beamten mit allen Kleinlichkeiten des begrenzten Lebens ausstattet, um immer im richtigen Augenblick mit einer Gebärde, einem Wort oder einer Miene den Kontrast zum „normalen" Leben, bezw. zur Idee der betreffenden Handlung, zu demselben Vorgang aus einer breiteren Lebensfläche betont, das ist höchste Meisterschaft auf dem Gebiete der humoristischen Gestaltung. Es gibt einen Augcnllick, da Brotonneau, dem es gelungen ist, feine Gattin, die ihn betrogen, mit feiner geliebten Freundin, die in ihm den starken, aufrechten Mann aus dem Bureau liebt, zu versöhnen und in idyllische Eintracht zu bringen, vor Glück, vor innerem Jauchzen avflacht: dieses Lachen von Romanowsky, der Ton, die Grimasse, die zuckende« ‘ Körperbewegung enthüllt alle Geheimnisse, den tiefsten Ursprung der Komik. Man muß dieses Lachen gehört und gesehen haben, um die ewige Verschmelzung von Glück und Leid, von freiestein Ausjauchzen und impotenter Hilflosigkeit im Menschen und im Leben zu begreifen. Und wie er dann plötzlich wie ein Wrack, wie eine Pflanze zusammenbricht, weil die bürgerliche Moral der Menschen seine naive Herzensmoral nicht will und sie zur Morallosigkeit steinpelt, ist weit über das Lustspielmäßige hinaus erschütternd und bedingend. So stirbt der Mensch einigemal im Leben, wenn er das verliert, was er als seinen Sinn und Wert glaubt. Eine glänzende Partnerin hatte der Mnstler in der tvefslichen Dagny S e r v a e s, die sich auch als Darstellerin innerer Anmut und zarter Naivität voll bewährte. Nur noch S t r o b l und B i e g l e r schufen Menschengestalten, während F r i ed ell eine Episodenrolle, aus der etwas zu machen wäre, unbekümmert heruntersprach und Lina W oiwode der Figur der Gattin nicht viel abzugewinnen vermochte. Die Spielleitung Kalbecks dezent, einfach, bescheiden, auf Romanowskys Spiel abgestimmt. l. th. rlus den Theatern. O p« rn the a t e r. Morgen, halb 8 Uhr „T utanbo f1. >Bu r g lh e a t e r. Morgen, halb 8 Uhr: „V n f a n i a f-c-it a". Ak ad e m i et h e a ie r. Morgen, halb 8 Uhr, „D ä e Durchgänge rin". Kam «erspiele. 10 Uhr 10 Mm. abends Premiere der Revue „Die fleißige Leserin" von Marcellus_Schiffer, Musik von Paul Straßer. Die Wiener Lokalisierung besorgt Robert Blum. Ende gegen 12 Uhr. Modernes Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: „Die Art sich hinzugeben..". . Theater in der Josefstad t. Sonntag nachmittags zu kleinen Preisen „Der Igel" mit Hans Moser. . Lustspieltheater. Im Rahmen eines Wechselgastspieiles — Direktor Jarno gastiert mit seinem Ensemble mehrere Tage im Monat In Baden, während das Badner Ensemble im Pratertheaierspielt — brachten die Gäste Millöckers Operette „D er'Bettelstuden t" zur Aufführung. Das Ensemble gab sich sichtlich Mühe, auch den erhöhten Wiener Ansprüchen gerecht zu werden und brachte eine sehr gute WreLergabe des unverwüstlich schönen Werkes zustande. Besonders hervorzuheben sind die Mitglieder des Ensembles: Thea Klein, Anny Reß sowie Herr Diestl. Es gatz viel Beifall, ein Beweis, daß sich, die Badner hier gut eingeführt haben. Bsrtvag Paul Balery. Der größte Lyriker, der repräsenraüvste Geist Frankreichs. Paul Dal erh, hält heute, der: -2. Oktober, um halb 8 Uhr abends, über Einladung des Kulturbundes im Vortragssaal, 1. Bez., Annagasse 5, einen Vortrag „Souvenir d'ecrivain et de peintre". Gäste willkommen. Talvtä. Diesem französischen Mimen flicht die Nachwelt Kränze, denn' in Frankreich, insbesonderS in Paris gedachte inan seines hundertsten Todestages, der auf den 19. Oktober siel. In Bahrs Komödie „Josef,ine" wird humorvoll geschildert, wie Napoleon bei dem"großen Akteur der Coinedie Franeaise ibic für drei Tage ihre Pforten schloß als er starb).die berühmte Napoleon-Geste einstudrerte. Satirisches Bonmot. Tatsache ist, daß der große Komödiant, wenn er einen Römer zu spielen hatte, die BMiotheken besuchte, die alten Historiker las, Münzen und antike Statuen befäh. Tatsache ist, daß kein Theaterbesucher zu lächeln wagte, als ihm in der Rolle de.s Orest die Perücke vom Kopfe fiel, Tatsache ist, daß er in seiner letzten Lebenswoche alle seine Schmerzen beobachtete, um sie beim erhofften Wioderauftreten in „Karl 6." zu verwerten; Tatsache ist,' daß 20.000 Menschen seinem Sarge folgten und 13.000 den töten Talma auf dem Pere Lachcnse erwarteten, Tatsache ist, daß er souveräne Theater schuf. Vereine. Borttstge «md Versammlungen Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl." Samstag, aen 28. d., halb 0 Uhr abends, im Cafe „Schottentor": Generalversammlung Hauptpunkte der Tagesordnung: Neuwahlen und Mitgliedorausnahme. — Leopoldstädter Bolkshelm, 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uyr: Besprechung praktischer Rechtsfälle, Algebra, 8 Uhr: Rechtsfragen des täglichen Lebens. — Brigittenauer Bollshe»m, 20. Bez., Stromstraße 78. 7 Uhr: Privatrecht und Sozialpolitik, Weltgeschichte, Zeichnen und Malen, Schönschreiben, Slaütsumwälzungen des 19. Jahrhunderts, Maler der Neuzeit. 9 Uhr: Vorführung und Besprechung nmsikalischee Kunstwerke. Mitgliederaufnahme in allen Häusern ß~~9 Uhr abendsi -• Jugendoerein „Erez-Jsrael", 2. Bez., Zirkusgasse 33. Sonntag, 7 Uhr abends, findet em literarischer Abend statt, ausgesührt vom hebr.-.M. Klub „Kol". Eintritt frei. Gäste willkommen. Für die hebräischen Kurse werden noch einige Teilnehmer ausgenommen. — Tülmud-Thora-Gchnle, 2. Bez., Pazmanitengasse 6. Samstag, halb 8 Uhr abends, Elternversammlung. — Vereinigung zionistischer Studenten „Hcchawek". Heute, Freitag, im Siale, 9. Bez., Türkenstkaße 9, Eröffn nu'ngsvcrsammlung dieses Semesters. Alle Mitglieder, alte Herren, sowie Gäste sind geladen. Beginn 8 Uhr. — Zionistische Bezirksfektion Alsergrund. Montag, den 25. Oktober, um 8 Uhr abends, im Cafe City, 9. Bez., Porzellangasse 1: Vortrag Dr. Karl Schwager aus Beth-Alpha, über das Thema: „Gibt es eine Krise in Palästina?" — Zionistische BeMsMio« Drk. gittenau. Alle Frauen des 20. Bezirkes sind zu einer gemeinsamen Aussprache eingcladen, die SamStag, den 23. d. M.. um 3 Uhr nachmittags, im Vereinsheim, Jägerstraße 30, stattfinbek. Gerichtssaal. Wenn das Stoueramt von einem Juristen eine zu gute Meinung hat. Dem Rechtsanwalt Dr. W. wurde im Jahre 1926 von der Steuerbchordv der Vorhalt gemacht, daß das von ihm sür das Jahr 1923 fatierte Reineinkommen von 79 Millionen Kranen zu gering erscheine, weil er e.in tüchtiger Jurist fei und Daher eine sehr gute Klientel habe. Sein EirÄommen werde daher in dem Gutachten auf 260 Millionen Kronen geschätzt. Glöichgeitig wunderer aufgefovdert, eine detaillierte EinkommensauDellung vorzulegen. Der Zenisit war über die steuer'üehordllche Anerkennung, daß er ein tüchtiger Jurist sei, sehr erfreut, verwahrte sich aber dagegen, daß diese Tüchtigkeit auf 260 Millionen eingeschäht werde. Gerade das Hahr 1923 sei ein schlechtes gewesen. Zahlungsfähige Klienten feien zahlungsunfähig geworden, er habe keine einzige Sache gehabt, die als groß bezeichnet werden könne. Der Anwalt machte sich erbötiig, vorbehaltlich seiner aidvokatorischen Verschwiegenheitspflicht, entsprechende Auskünfte zu erteilen. Das Einkommen wurde daraufhin mit 200 Millionen Kronen eingeschätzt, die Berufung hatte nur den Erfolg, daß da-s E>mkommen auf 160 Millionen Kronen richtiggestellt wurde. Begründet wurde die Entscheidung der. Derufungskommission damit, daß im Hinblick auf den Kan^lemmfang, Qualität der Kausen und Anzahl der beschäftigten KanzleihilfSpersonen 'die Einschätzung nunmehr nicht zu hich erscheine Gegen >ncfe Entchseidung brachte Dr. W. die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof ein, der nunmehr die Beschwerde als u nb e g r ü nd e t a b g e w i e s c n hat. Darlehensgeschäfte aus russischer Kriegsgefangenschaft. Der Zivilrichter des Bezirksgerichtes Leopoldstadt Dr. Bader hatte sich gestern mit einer interessanten Klage zu befassen, welche der in Berlin wohnhafte Kaufmann Dittvich Harder gehen drei Wiener Kaufleute, die sich während des Krieges in russischer Gefangenschaft befunden hatten, auf Rückzahlung^ e i n e s Betrages von 600 G o l d in a r k, bzw. 1058 Schilling angestrengt hatte. Wie in der durch Dr. Desider Friedmann vertretenen Klage ausgeführt wird, war der Kläger während des Kvieges Mühlenbssitzer in Omsk (Sibirien) und daselbst bis zum Jahre 1918 wohnhaft. Als Deutscher habe er über Aufforderung des Roten Kreuzes und des Lagcrkommandos den Kriegsgefangenen Geld geborgt, um ihre Lage zu verbessern und ihre Flucht'zu ermöglichen. Die Gefangenen stellten Schuldscheine aus, in denen sie sich solidarisch verpflichteten, sechs Wochen nach ihrer Rückkehr rn die Heimat beim Wiener Bankverein die Darlehen in der Relation 1 Rubel — 1 Mark zurückzubezahlen. Die drei Beklagten hätten insgesamt -400 Rubel als Darlehen erhalten, weshalb sie nunmehr verpflichtet feien, 600 Goldmark zurückzuzahlen. Die Beklagten wendeten ein, daß das Darlehen eher im Interesse, des Darlehensgebers als der Darlehensnehmer gegeben wurde. Es war nämlich damals in Rußland verboten, Geld ins Ausland zu bringen. Das Darlehensgeschäft sei deshalb nach russischem Rocht als ungültig zu bezeichnen. Uebrigens wurde es tu wertlosen Kerensk-i-Rubeln zugczählt, die zu jener Zeit in Rußland in jeder privaten Druckerei aus einseitig bedrucktem Papier hevgestellt wurden. Der K^agevertreter Dr. Friedmann bekänDpfto die Einwendungen der Beiklagten ^und stellte unter Beweis, daß der Kläger sich aus nationaler Solidarität ter österreichischen und Nur S1- IHr ledsn Band neuester fränzAslscher Literatur Blütenweißes Papier Herrlicher Druck Wundervolle Illustrationen Neu elngefroffen folgende Bücher: CLAUDE ANET: Ariane Quand la terre trembfa HARRY: Le petite kille de Jerusalem La divine chanson JALOUX: La fin d*un beau jour LOUYS: Les aventures du roi Pausole La femme et le pantin COLETTE: Cheri MAURIAC: Le baiser au lepreux BOUTET: Le reklet de Claude Mercoeur BOURGEf - D’HOU VILLE-DU VERNOIS- BENOIT; Le roanan des quatre Versand nur gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages von der franzttstuben Hbtelluns der Dnchhandlunil ß. LOWIT WIEN. I RoienlormstraOe 22 reichsdeutschsn Untertanen in der Gefangenschaft angenommen häbe und daß dadurch vielen Kriegsgefangenen die Möglichkeit geboten worden sei» zu flüchten. Zur Durchführung der angebolenen Beweise vertagte hierauf der Richter die Verhandlung. Ist der Telegraphenbste eine Amtsperson? KürAich hat ein Richter entschieden, daß Telegraphenboten wie Postbeamte überhaupt, nicht als Beamte im Sinne des § 68 des Strafgefetzbuches anzusehen fimb, weil die Post keinerlei RegierungSgeschäfte betreibe. Gestern hat dagegen der Richter desselben Bezirksgerichtes 1, ODGR. Dr. E r t m a y e r mit Urteil ausgesprochen, daß der Tolegraphenbote, wenn er auch nur Vertragsbeamter ist, den Beamtencharakter trage und erhöhten Ehrenschutz genieße, weil er die Zustellung von Telegrammen im dienstlichen Aufträge zu besorgen hat uns die Post zu den öffentlichen Geschäften des Staates gehört. Es handelte sich hiebei um folgenden Fall: Der Telegraphenbote Josef ZworanSky hatte gegen 2 Uhr nachts in einem Hause in der Böcklinstraße ein Telegramm zuzustellen. Er kam dabei müt dem Portier Roman Ziegler in «inen Streit, weil dieser ihn nicht einlassen wollte. Bei diesem Streite beleidigte der Portier den Telegraphenboten wörtlich und tätlich. Der Richter veruvteilte den Beschuldigten wegen AmtSehrenbeleidigung zu 10 Schilling Geldstrafe, eventuell zu 24 Stunden Amit der eingantz-s angeführten Begründung. Volkswirt. Das steirische Mtzwirtschastsprogram«. Von Dr. Heinrich Schreiber. Von^ öen Dingen, welche im der Zenlmlbanr-Unlersuchimg m die Aug-en stschen und sich ails Quelle des ganzen U-nHeils entp.up.pen, fimi inAbesondere hervorzuheben: Erstens Hie Tatsache, das; d'neKonzession i e r u n,g der S t e t r c r 6 a n f sich a,Is p o 14 t.i - scher Schacher erwies, als Preis des Koalitions- Paktes zwischen den beiden großen politischen Parteien gefordert und gewährt wurde. Da spreche man noch van der ungebührlichen Dsrquickimg. von Politik u.nd Geschäft, die angeblich die Sitten der Pölitiber verdeube, wenn selbst die Verwaltung sich, nicht scheut, ihre Gerechtsame und ihre Gewalt zum Gegenstand politischer Gefälligkeiten und Li-eb-sd-ienirrei zu 'machen, das Konzession swrisen zu einem luogo bi trasico herabzuwüvdl'lgen. Das zweite greifbirre Element der UmgM'chrlichkeit lag in der Genchmlginng der Fusionen, die es der Zentralbank möglich machten, die Steirerbank, die Ba-uernbarvk, die Handels- und Jnidustrieban'k zu schlucken, ohne diese Bissen froilich verdauen zu können. Aluch hier hatte die Regierung als Aus-sichtsbehövdL ihre Hand im Spiele. Da ohne ihren Willen und ihre Gutheißung kein Blatt vom Baume des Wienwesens fallen darf, jed>e Fusion somit von ber staatlichen Bewilligung abhängt, hat sich dem Schacher, mit der Konzession auch die S ch ach t e l n n g m' i t F u s i ö neu zngesestt und jene Verstrickung und VerknüPsung verschuldet, di« heute derart verknotet und verschlungen ist, daß sic nicht mehr einfach durch Fingerfertiigkeit gelöst, sondern nur mit Gewalt zerhauen werden «kann. Eine weitere böse Erfahrung rei>st darin, das; die B a n £ e n f o ntrol-lko m missio n, die mit so viel Aplomb ins Leben gerufen wurde, völlig enttäuscht hat, daß zirr Ueberprüfung der Tatbestände ein eigener Parlamentarischer Untiersu'chungsausschuß eingesetzt werden mußte, um die Geschehnisse von Grund aus zu verfolgen und die Verschuldungen und die Schuldigen an der Katastrophe ausfindig zu machen. Alles hafalso versagt: das Konzessionssystem, die Fulsionsbegjä'nstigungen und die Bankenkontrolle. Selbst die Schutzgesetze, welche die Krise geboren hat, wie Bankenhaftung und Konzessionsergänzung, sind ohne ' Wirkung geblieben: auch sie haben es nicht verhindern können, daß es bei der Zentralbank und ihpen affilliierten Instituten drunter und drüber ging und heute nur mehr ein Schutthaufen dalirgt, in welchem die „Beinlstierer" herumstechen, um da und dort nach einem Restchen der alten Herrlichkeit zu schnuppern. Die Aus-, beute ist fr-Mch gering; desto. Penetranter der Modergeruch, der aus der Grube aufstc>igt. Tie ganze gesetzliche Phalanx hat also nichts genützt, alle Prophylaxe nichts gefruchtet, >imr eiinen Zusammenbruch zu verhüten, der selbst die Regierung in MitleldLNsckjaft gezogen und ihr ungezählte Milliarden abgezap.ft 'hat, üjv sie mit Müh' und Not wieder znsammenzukvatzen trachtet. Man kann mit voller Berechtigung sagen: das Unglück für die Zentralbank ist aus der Richtung der Steiermark aufgezogen und auf ihre führenden Männer -urückzusühren; es wurzelt in der St ei re rb a n k und der S t e w e a g - A k t >i o n, aus denen sich eine Staubwolke von Unregiölmäßigkeiiten und Mißbräuchen erhob, sin Hagel von Bsrfehtungen niederprasselte, daß einem Hören und Schen - vergeht. Der Schaden, der von diesem Unwetter angevichtet ist, wird kaum wieder gut zu machen sein. Die Zent r a l bank und die Institute, die sich!unter ihre Patronanz begeben 'haben, scheinen dem Untergang yrÄKgegeben au fein; denn sie haben nicht bloß ihr Geld eingebüßt, sondern auch, was unter Uurständen noch schwerer wiegt, ihren Ruf verloren; dem: 'hat dieser einmal gelitten, dann ist es schiver, ihn zu reparieren -und wieder aufzu- 'rischen. Und die leidige Äldoral von der unleidlichen Gechichte? In Banksachen, sind sie einmal persa'hren, kommt jede Hilfe zu s-Pät. Der Feueübmnd, der einmal ausgebrochen ist, ist nicht" zu löschen; höchstens ist er auf feinen Herd einzudäin'men und zu lokalisieren. Die Schutz- und Mbwchr, ^welche'die Gesetzgebung ervichtet

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