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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-22 · Heft 2750 (22.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2750 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Polen: $35 groszy | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder In cincrVersehleißstello (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma G o 1 d*s c h m i e d, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.!< 22. J u g o s 1 a w i e n: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankrei ch, Belgien: Mon. Pres. 85 Nach sah langen bei P r einer li 0 h n n er e u »erbebalten Nr. 8780 ~ [PjelsJOjJ En gl an d:Mon.4Sckilling. Italien: Monat!. 20 Life. Rumänien: Mon. 170Lei Bn}garien:Mon.lOOLewa. Schweis und das übrige Ausland monatlich Pres. 6 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 48-3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 81-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) OesterreiChisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 Wien. Freiing. 22. Lttober 1926 (14. «Heschwnn 5687). 8. Fahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind dnrch ein vorangesetztes E gekmnzeichnet. ft. <& T. PiowaO s Winter s pezialitäten weiße und braune Gansleberwürste, geselchte Gansbrüste und Bügel, Bratwürstel u. Augsburger, Zungenpreflkopf sind wieder in allen unseren . 562 Verkaufsstellen täglich frisch zu haben, Kolonial- und MaadatWem. Die britische ReichSkvnferenz gegen VaS KontroNrecht der MandatSkommisfiorr. X-London, 21. Oktober. Üeber den vertraulichen politischen Bericht, den der britische Außenminister auf der Reichskonferenz erstattete, Und die sich daran anschließende Debatte, wird kein Communique ausgegeben; die Blätter wollen wissen, daß Chmuberloins Bericht sehr optimistisch war, wobei er hauptsächlich auf die befriedigenden Beziehungen Englands zu Frankreich und Deutschland.• sowie auf die Beilegung des englisch-türkischen Konfliktes bezüglich der Mosulgrenze hinwies: : : Heute wurden die die Kolonien und die Mandatsgebiete betreffenden Fragen behandelt. Dazu meldet der diplomatische Berichterftatttzr des „Daily Telegraph^, daß bei diesen Besprechungen die Premierminister der Dominions sich gegen die Forderlmgen der Mandatskommission des Völkerbundes auf. Erweiterung ihrer! Kontrollbesugnisie ausgesprochen hättet, . .'! r - Wie noch 'erinnerlich^ ist der britische Außenminister ChiMberlam .bei der letzten BAkerhundstaguing in Genf setz? energisch dagegen aufgetreten, daß die Resolution der Mand'atskominission bezüglich des 118 Punkte , umfassenden Fragebogens an die Mandatsregierungen, welcher der Mandatskommission einen stärkeren Einblick in die Mandats- Verwaltung geben soll, sowie bezüglich des direkten Petitionsrechtes der Mandatsbevöllerung, das ebenfalls die Befuguiffe der Mandatskommission vermehren wiirde> vom Völkerbundrat genehmigt werden. Es wurde damals eine jener üblichen Kompromißlösungen gefunden, welche die gqnze Frage vertagt. Da nun zu erwarten steht, haß die „dir minor um gentium", (nämlich die-Vertreter der mandatlosen Länder m der Mandaikonlmissron) die Frage neuerlich anfS Tapet bringen werden, so hat die britzische Negierung die Reichskonfere-nz dazu benützt, um die Dominions von denen Neuseeland auch Mandatarnmcht ist, für die Unterstützung seiner Haltung im Völkerbund, dem fast sämtliche britische Dominions angehören, zu gewinnen. Bei dieser Gelegenheit wurde eine mehr oder minder verhüllte Drohung gegen den Völkerbund ausgesprochen, um auf diese Weise die neuerliche entschiedene Aufrollung der Kontrollfrage zu verhindern. Es wurde, wie sich der Berichterstatter des „Daily Telegraph" umschrieben auSdrückt, „von kolonialer Seite der Standpunkt vertreten", daß es, um derartigen Unannehmlichkeiten des- MandatSshstems ein Ende, zu setzen, an der Zeit sei,. donr Mandatssystem überhaupt. ein Ende zu setzen; vorläufig wurde jedoch noch von diesem letzten entscheidenden Schritt abgesehen. In der Besprechung der Handelsfragen erklärte der Vorsitzende des Handelsamtes Cü nl ii fe-Lister bezüglich des Handels des britischen Reiches, daß sich im ersten Halbjahr 1928 ein Drittel der Einfuhr und die Hälfte der Ausfuhr Großbritanniens mit Ländern des britischen Reiches, abgewickelt hätten. Dabei betonte der Minister die Notwendigkeit der Produktton im großen. .Werwolf" und -Stahlhelm" in der Reichswehr. Berlin, 21. Oktober. In einem litt der „Breslauer Volksmacht" veröffentlichten Artikel über „Heeresersatz der Reichswehr schreibt der Reichstagspräsident. Lo.ebr.!u. a.: „Stahlhelm", „Werwolf'und.ähnliche Verbände sind hmte die entscheidenden Stellen, die über den Heeresersatz verfügim, dessen.Anstellung nach Paragraph 3 der Heeresergänzungsbestimmungen. vom 4. Juni 1921 in die Hände der Kompagniechefs gelegt wurde, da diese besonders in der Lage sindpersönliche.'Beziehungen auszunützen. Dieser Zustand.ist unhaltbar,, wenn sich die RelNiblik nicht von ihrer eigenen Reichswehr auf der Nase herumtanzen will. MdMe Fragen vor dm Völkerbund. Me MnorMemechte. — Me Staatenlosen. — Me Srstrandete«. London, 20. Oktober. (I. T.-A.) In der letzten Sitzung des Deputiertenrates der britischen Inden (Jemish Board oif.Deputies), die unter dem Vorsitz von d'Avigdor Goldsmid stättfand, erstattete Herr Lueien Wolf'Bericht über die Tätig'keiit dies Joint Fore'vgn Commilttas ^Komitee für auswärtige A-ngelegiM' höiten der Ju-den) und stellte fest, daß nunmehr eine Zusammenarbeit zwischen dem Joint Foreign Committee und dem Amerikanisch - Jüdischen Kongreß gesichert 'ist. Es sei, sorgte er, zu begrüßen, >dvß diesH Art Zusolinnreniirbeit, die nicht so leiW zu bewerkstelligen wvir, nun endlich Tatsache ist. Es sei nur daran zu erinnern, daß sich die Vereinigten Staaten nienrals an ivgiendwelchen M i n o r i täts >ve r h and >lu n g e n betMigt batten. . Ein Beamten für jüdische Miuderheiisfragen beim Bölkerbund. Herr Lueien Wolf berichtete weiter, daß bei der Minderheitsabte:'iil.u>nrg des. Völkerbundes ei-n besondsrer Beamte % mit. der Sam m'<u n g . von I n.f o rmationen ü^e-rdie Lage -d>sr jüdischen M'i ndirrhei.t e n jn jenen. Ländern,. die- -Deklarationen Wer dve Minderheiten' abgegeben "und' Bsrkräge 'sinte-.W^i-eben^ .hMn,-. betraM^Ist, ^Die'^-jüÄschp- Arbsit in Uenf bezog sich auf. m-enW Ä-r^Hgenheiten: Reform des-.RateS^ .-Fchgen 'der ^StaatÄbürgerfchnst-/- die jüdische Not in: Polen, das rumänische StaatSbürgerschaftsgesetz, den ungarischen Numerus clausus, d«ts Verfahren bei Abschluß von Minderheits- Verträgen, Reform des Kalenders, Schutz der Emigranten und Flüchtlinge. lieber alle diese Themen wurde mit disn führenden Mitgliedern des VÄIkerbun'dfekvetairiots und den hilplomoti-. scheu Vertretern der interessierten Staaten Diskutiert. Dem BMerbuNdsekretariat wurdr der Vörs'chfog unterbreitet. •daß den Mitgliedern des reorganisierten R ates die Wichtigkeit der Erfüllung der Minoritätenderträge durch die verpflichteten Staaten dargelegt lwevde und daß bib RotAniitg'Ueder in dieser Hinsicht sich.'binden. Es sollte eine Bestimmung angenommen 'werden, wonach Sine Delegation der Mifchen Kaufmannschaft beim polnische« StaatrprSstventen Warschau, 20. Oktober. Heute mittags empfing der Präsident der Republik eine Delegation der organisierten jüdischen Kaufmannschaft in Polen, bestehend aus den Senatoren Schereschewski und TrUsker, dem Wgeordneten Wislicki, den Richtern Friede und Himmelfarb und dem Ing. Seidemanu. Die Delegation betonte, daß' sie nicht gekommen sei, um die Forderungen der jüdischen Bevölkerung zu übermitteln, sondern um den günstigen Eindruck und die Anerkennung der jüdisthen Bevölkerung für die von offizieller Seite abgegebene Regierungserklärung über die gleiche und gerechte Beharwlung. aller Staatsbürger ohne 'Unterschied der Konfession zU' "dolumentreren. 'Die jüdische 'Bevölkerung zwölfte nicht, daß diese Regierungserklärung, die auch die Schädlichkeit eines wirtschaftlichen Judenboykotts anssprach, verwirklicht werden und zur Richtschnur für das Verhältnis der Behörden zur jüdischen Bevölkerung wechen wird. Um den Prüsidentert der ReMblik über die Tätigkeit der Zentralvrgcmisativn der jüdisä-en Kaufmannschaft zu inforimeren, überreichte ihm die jüdische Delegation ein gÄnuckhes Memorandum. ' j Der Präsident der Republik drückte seine vplke Befriedigung über die Feststellungen' der jüdischen Delegationaus und betonte, daß das Wohl des Staates die gerechte und gleiche Berückstchttgung dev Fordenmgen aller Grup-. pen verlange und somit eine der vornehmsten An fgahen der Regierung sein müsse. In dieser Mdienz wurden zipei Fragen besprocheir, upd zwar der Entwurf' für ein Jndustriegesetz Und die Frage der Revision der Konzessionen. In beiden Fragen nahm der Präsident der Republik einen Standpunkt sin, der den vdn'itzn aufgeftellten ein Staat, der die Minderheitsverträge nicht erfüllt, nicht Mitglied des Rates werden kann. In Äesor Session konnte hierüber kein Beschlich ge'saßt Wörden, doch, wird >der DorsilHag der nächsten Sitzung >des Dölkerbundrabes gewiß, zur Beschlußfassung vor- EUegen. Sieben Jahve nach Abschluß der Min'de.rhesisverträge gnibt es noch Hundörttv-u-s,ende - von Menschen, die st a a t e n l o s sind. Diese Frage ist jetzt im Zuge und wird demnächst den BMerbund intensiv beschäftigen. Die neueren Feststellungen erweisen, daß allein in der kleinen Bukowina lö.090 Inden als staatenlos gelten. Herr bAvigidor Go'lÄsmid berichtete sodann über die Lage der infolge, der EMwM7bermngse''mschränkungen in -den Vereinigten Staaten in englischen Häfen verbliebenen Emigranten und sprach dsm Mtnister'des Jnnörn d>sn Dank isiir feine fr«und.-liche. Haltung geigennber di^en Emigranten chrs, denen nnnm'chr B e w e g u n g Af r e i ih e i t .^ÄvüHr-b'. worben.' ist.. Dem Pavlamentskonritee-des Board os Deputies'.. ging e'm Briefs des Innenministers , Sir William Joynson-Hicks zu, in welchem-mibg-öterlt wird,, diatz die im WrSland ge-' borensn Kindier Än Alter von 16 bis 31 Jahren von - der PftW ^Mreit.siWd, sich in ^diL Rsgister der. AusW« üer einKÜtragen. '^Hsrr. Fmbllvgh bevichdsbe, daß . Äii Jnnemmmfbsrimn.'dre. Gesuche um NatMalisierung vv-n Ausländern iM ^Äer Regel günstig. eÄe-digt wsrderft wie überhaupt in diesem Ministevmm «ne dexv Katzen' fre-rmdliiche GlSsinnrmg herrscht.' . ' Herr Felix Rose, 'der Borsi^enÄe Äes WrMWn und . ParlamentMomitTes, •berichtete, daß das tym 'derbritischen R-eg-ierung jetzt durchgisfuhrte Jndustriegesetz für jüdische Arbeitgeber günsOge BösttwWWnjgtzN W$ . halte. So wurde die Klausel des Jndulstviegesetzes van . 1901 mit überno-minen, wonach j üdischen Arbeitg e b e r n, die den Sonnab e.nd K-be« ih re Betriebe geschlossen halte.u» erlanhch sei, ihre Angestellten am SanmLrrg, z.u b-esch ästigen. allgemeineu Regierungsprinzipien.entspricht. Er drückte.die Hoffnung aus, daß' beide Fragen ohne Schaden $Bp eure Bevölkerungsgruppe gelöst werden können. Mn Mohbrief an Rnnmminifter Sr. SnMch Prag, 21. Oktober. In der 'heutigen Sitzung des Budgeta-usschusses teilte FinanMninister Dr. Englisch mit, daß er -in den letzten Tagen aus den Reihen der Invaliden einen Drohbrief erhalten habe, in welchem er und sein FinanzminisLeriimn gewarnt ttürd, sich in die Frage der KrregAbeschiädigtw etnzumischen. /^Insbesondere bringen loiir Ihnen zur •5-enntms," heißt es dann weiter, ,Krß, wenn dieses Gesetz verschlimmert werden sollte, Sie der erste sind, der. dies so 'bezahlen 'würde wie Ra schliß Darm kommen andre Reihe . . ." Es folgen nmr die Namen von vrerschn Männern, „die ich," sagte der FmanKminisLer, van der Kenntnis dieser Drohungen bewahren -will. Und auch damit ist die Reche der mit dem Tode Bedrohten noch nicht abgeschlossen, da es in der Juschrift heißt, „und auch andere d'oeser nsuen Koalition". Sine neue große Keren Hajeffod- Svende Bernard Aarons. . Aus L o n d o n meldet I. L.-Ä^r Der beöamtte Mische Phklantrop Bernhard Baron, der vor kurz«» B.OW Pftmd Sterling für den Keren Haseffad geGen- Lei 'hat, hat soeben dem Hcmptbltvemk des Keren Hajeffod mitgeteilt, 'daß er dieser Institution -ysitvr 25.000 Pfund Mgewendet hat. (Herr Baron hat beVcmntKch in der letzten Zeit für die Hebräische Universitat 10.000 Pfund sowie größere Beträge' Wr andere jüdische Jnstitutvonen gespendet. Die Red.)

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