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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-21 · Heft 2749 (21.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2749 (21.10.1926)
Date
1926-10-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Polen r SS gfossy j Wien: Zum Abhölen in der Expedition, fi.,TabOrstf. 1-8 oder in cinorVeraehleißsteUe (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 NechiehlaiM'en bet Preiset hob anffoavorbehslten Rr. 3749 Wiener Wien, voaaerrtag, 21. Lktober 1938 (IS. Shefchvan 3687). iPrelaaPafl Engl an d:Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire. Rumänien: Mon. 170Lei Bulgatien:Mon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 6 Redaktion, Administration: Wien/ II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-8-19 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) OesterreiChiscbes Postsparkassenkonto Nr. 150 698 8. Jahrgang Die kranke Weltwirtschaft. Sie BorschlSge der gnternatlonale« Handelskammer an die Weitwirtschastskonferenz. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind 1 durch ein vorangesehteS L gekennzeichnet. SMtlWRtopfm Darm-Bad VerdauiingsstSrungan teilt IXBo™e*>“f«se8 Dar m ka t a r r h 11? Prospekt« auf Wunsch Sie britische Rekchslonserenr. Vertragliche Berichte über die politische Lage and. über . Aegypten. London, 20. Oiktdber- (Reuter). Auf der britischen' ReichskonfevLnz hielt Außenminister C h a m b e r l ä i n - eine Rede Wer die Evcii'g nisse seit der festen Konferenz vom Fahre 1923. Der OberLommissär für Aegypten, Loch L l o y d. legte die Lage in A e gypt «en dar. Die beiden Reden sind vertranilich. Gin Bericht darüber wird nicht veröffentlicht werden. ' Nachmittags traten die WirtschaistMchverständigen der Mich skonfe reu z im HanidÄsamt z>u einer Erörtevnng - der w i r t s ch t f It l i ch e n Fragen zusammen. Ser englische Ausnahmsznstand verKngert. London, 20. Oklüben (Reuter).- Der König hat eine Kundmachung unterzeichnet, mit der der Aus nach ni s. zu st an d' infolge Ändauerns der K o h l.e n k r i s e für einen w eiteren M o na'tern-en ert wind, des. gleichen reine Kundmachung^ mit der das P a r ta m ,e nt fürden'.23. Ott o.ber einbemvfen Wird, um die ' Be-, stimm'ün'gen, die entspvochend dem Äusnachmszuftand verössentlicht wurden, zu genehmigen. " ' ° .’ eine versShnliche Rede Kramarsch'. Prag, 20. -Oktober.-..Düs WgLordnet'etthäüs hat heute die'Debatte über die Regierungserklärung zu Ende geführt und die Regierungserklärung mit einer Mehrheit von 46 Stimmen, zur Kenntnis genommen. Die slowakische Volkspartei stimmte für die /Regierung. Der heutige Tag der Debatte bracht eine Reihe angesehener Redner aller Parteien auf die Tribüne. Besonderes Interesse erweckte die Rede des Führers der Nationaldenrokraten, Dr. K r a m a s ch. Jm Gegensatz zu der Haltung einzelner führender Nationaldemokraten, die noch vor kurzem mit einem faschistischen Umsturz für den Fall gehroht hatten, daß die Deutschen in die Regierung emtveten, bedeutete die Rede Kramasch' eine B er so nun g m i t de n ge g eb e n e n Tatsache n. Kramasch sagte ü. a«, daß die Mehrheit des tschechischen Volkes die Mitarbeit der Deutschen begrüßen, denn im Volke lebe das Bewußtsein,' daß js ei,re Sünde wäre, die Mitarbeit der Deutschen ahzulehnen. Er, Kramarsch, habe sich niemals gegen einze Beteiligung der Deutschen an der Regierung ausgesprochen. Die Rode Kvamarsch gipfelte in einem Vertrauensvotum für die Regierung Syehla. Ser Bürgerkrieg in «hina General Feng übernimmt den yherbefchl. Paris, 20. Oktober. Wie die Agentur Jnhopacifique meldet, veröffentlicht General Feng ein-Manifest,.worin er ankünßigt, daß er den.Oberbefehl der 'Volks-, a r m e e. übernommen habe, um im Einklang mit den Kuomitschou-Truppen den - Mlitarismüs zu vertreiben, den Imperialismus zu stürzen und China frei und unabhängig zu machen. - . -, Frankenhaaffe. Paris, 20. Oktober. Dir Frankenhausse hat heute ganz außerordentliche Dimensionen, angenommen. Bon 165.60 zu. Beginn der Börse ging das Pfund aus 160.75 zurück, um nachbörslich wieder aus 101.50 änzusteigen. Aus Grund dieser .Hausse werden große Frankenkäufe auf ausländischen Plätzen angegeben, sowie die Li.uidation von Devisen durch französische Geschäftsleute, die wegen der Wirtschaftskrise und der Krediteinfchränkungen' Barmittel nö,tig haben. Paris, 20. Oktober. .Heute trat der Verwaltungsrat der Internationalen Handelskammer zu einer Sitzung zusammen. Der geschäftsführende Vorsitzende Sir Allan Anderson erstattete den Rechenschaftsbericht aus den Mitteilungen der einzelnen Landesgruppen. Das Institut für Konjunkturforsch ung — berichtete Sir Anderson — hat als Ergebnis seiner Beobachtungen festgestellt, daß sich die Wirtschaft anfangs dieses Jahres beim Uebergang aus der Krise in einem Stadium der Wirtschaft!ichen Depression befindet, daß die Erscheinungen des akuten Absturzes den Erscheinungen des stationären Deprefsionszustandes der Wirtschaft gewichen sind, der für alle Teile der Wirtschaft an sich zu-' nächst in seiner Wirkung große Ähnlichkeit mit dem Zustand der Krise hat. Wir sehen, schloß Anderson, daß zwei große Gebiete, Amerika und Europa einander gegenüber stehen. Nach Größe der Bevölkerung, Produktio'nsfähigkeit, Unternehmungsgeist und Betriebsamkeit hat keines von beiden Veranlassung, >auf das andere neidisch zu sein. Das eine, Amerika, hat eine stab i l.e Währung und keine inneren Wiirtschastsschranken, das andere, viele Währungen, diö Pichtalle stabil sind, und ist in - t-1 ... . : 28 Zollgchiete - zerteilt.'Wann, Kratze ich mich,.-wM 'Europa.- estdHch genuggelitten hasten, um die Tür-n zukWen^'Äm'däMG-e-s ä n A' nis sein er Wirtschäftsfchran ken zu verlassen. Rach. Schluß der Sitzung wurde ein Communique äusgegeben, in dem u. a. erklärt wird: Beschlüße von sehr großer Bedeutung für das K a p i t a l, die Arbeit und die ö f f entlichen Interessen sind von dem Ausschuß zur Beseitigung der Astern hat der NativNalrat die nvuv:'Regieru u g gewählt. Um 2 11hr nachinitt^s trat der Hauptaüsschuß zusammen und genehmigte nach kurzer bebakte die - von Dr. Seipel vorgeschlagene "M i nr st erliste. Doktor Dannev erg stellte den'Antrag.Im Hinblick darauf, daß Dr. Rämek die Forderungen "er Bimdesangesiellten zum . Drlaff seines Rücktrittes genommen lsäbe, die Buridesmrgestellten ihre Forderung^ aber unverändert aufrecht' erhalten haben, 'daher die neue'Regierung vor erselben ^Aufgabe ftche, vvr deren Lösung die alte abgetreten ist, möge Dr. Seipel zuerst mitteilen, wie er sich zU den Forderungen der BrmdesangestMen verhalte. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Eine Stunde später versammelte sich der N a t i o n a l r a t, um nach dem in der Geschäftsordnung Vorgeschriebenen Ritus die Regierung zu wählen. Mgeo' - netek "Fink legte tilgende Mi n'rst erliste vor: Bundeskanzler: Dr. Ignaz Seipel; Vizekanzler: Dr. Franz D i n g h o f e r; Unterrichtsminister: Dr. Richard Schmitz; Soziale Bevtvalliunü: Dr. Josef R e s ch; Finanzminifter: Dr. Viktor Kienböck-; Ackerbaumimster: Andreas T h a l e r; Handelsnünister: Dr. Hans Schürfft Hooresmimster: Karl V a u g o i n. 'In namerrklicher 'Abstimmung wurde diese Liste rmt 91 Stimnren"der Christlichsozialen,"Großdeuifchen mid Laiidbündler gegen 59 Stimmen' der Sozialdemokraten a n g e- Handelsschranken und dein Verwaltung°?rnl der Internationalen Handelskammer gefaßt worden. Diese Beschlüsse sind in einem Bericht zu' ngefaßt, der von Sir Arthur Balfour der Internationalen Wirtschaftskoltsereuz des Völkerbundes unterbreitet werden wird. Unter anderem werden für die Auslänber überall die gleichen Rechte gefordert, wie für die Bürger der betreffenden Nation, weiters -vollkommene Bewegungsfreiheit sowie das Wohn-, und N ied er lassun gs recht. Der Ausschuß gegen die .Handelsbeschränkungen fordert endlich die Schaffung eines st ä n d i g '2 n A u s s ch u s s e s s ü r Zollun dH a n d e l s a n g e l e g e nh e i t e n unter den * Auspizien des V ö l k e r b u n d e s. Der-Bericht, den Lord Balfour der Internationalen Wirtschaftskonferenz vorlegen wird, besaßt sich auch mit der Einführung der Vcrkehrsfreiheit auf der Donau und fordert für den Handelsschiffsverkehr auf der Donau die Befreiung von allen Einschränkungen und Formalitäten-, die seiner Entwicklung hinderlich werden könnten. Sehr ausführlich befaßt sich der Bericht mit dem finanziekle n Problem, besonders mit der Preis- und Kred i t f r a g e, mtt ' den Ein- und Ausfuhrbeschränkungen usw. Im Handelsverkehr-wird, besonders für Ue... Ho.Mofie!der fteie^Derkehr gefordert. - - - ' Auf Vorschlag des Vorsitzenden des. deutschen KomiteÄ, Franz von M eind elsf-ohn, dem sich der Präsident Clement el anschloß, hat der'Berwaltungsrat die llebereinstimmu.M der Leitsätze des Manifests btx i n t. e r n ationalen W i r t s ch a f t s f ü h r er mA den von der Internationalen .Handelskammer vertretenen Grundsätzen festgeftellt. nontmcit. Dr. Seipel erklärte namens LtzS GefäMWp> inttS, die Wahl anznnehmen und begab sich E den Ministers zur Augelvbüng ins Bundeskanzleramt. Dr. Seipels Programm. ^ärchdem die neue Regierung vom Bundesnvkmster Dr. Hämisch in Eid irnfc Pflicht genommen war, wurde die N ativnalratssitz ung wieder ausgenommen und Doktor Seipel ergriff das Wort zu ferner. Antrittsrede. ^Dt.1 Seipel gedachte der Beendigung 'der Völkerbundkontrolle, die keine Erleichterung, sondern eine Belastung mit größerer Verantwortung bedeute- Von seinen Regie rUng'sgr ü n d sähen "hob er 'drei besonders hervor: Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes im Staatshaushalt, Führung der Bündesbetriebe ochne Defizit, Herabsetzung der Steuerlasten Urü» Be rm eidun g un not wendiger Erhöhung der Staatsausgaben, solange die günstige Entwicklung der Staatseinnahmen astchält.!Er<gherzigq zentralistische Tendenzen lägen ihm ferne, doch dürfe dev Föderalismus nicht Selbstzweck sein. Die aus dem Zentwlbank-Untersuchungsausschuh' bekannten Schweinereiesti beztzichnete er als Entgleisungen'pv lit'ischer Persönlichkeiten, bezw. zwerdeutige'Süüairouen, aus 'denen diese Ehrenmänner nicht oder nicht rechtzeitig den Ausweg gefunden hätten. Um das A'N's'chen der 'parürmenta>rischen EimÄhtuN' gen wieder Herznstellen, fei es notwendig, 'das U n v e «r- H Sensationelle erlist Quollfttt u Auswohl? Wein u.LeiBBnwaren, Herlst-Stot(e,W9Scli8, Stritt und “' «i Telephon 47-179,43*408 Es sfos En detail Jas Kabinett Seipel III. Wahl der mae« Regierm». — Herabsetzung der Steuerlaften. — Sas Parlament mch arbeiten oder es wird aufgelSst. ,

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