Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2746 (18.10.1926)
- Date
- 1926-10-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j p0ien t 25 gf032y l Wien: Züm Abholen in de? Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in einorVeraehleiß8telle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma - Goldschmied, I., Wolleeile 11 Mit kostversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Ts che cho -Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. P o 1 e n: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich» Belgien: Mon. Free. SB N&chzehlentrea bei Peel«- N^ehiehlttncten bei Peel«- arbonanffen Tataenxtan Nt. 2746 Me«. Montag. 18. LNober 1926 (16. Sheschwa« 9687). I Preis «Ob| En gl an d:Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire. Rumänien: Mon. 170Lei Bnlgari on;Mon.lOOLewa. S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr : Tel. 31-209 Lerchenfeideratraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichiachea Postsparka8senkonto Nr. 150.693 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find Ae bevorstehende Wirtschasttdella« rattw Für de« Abba« dev Zollmauer«. London, 17. Oktober. Die vom Renterschm Bureau für nächste Woche angeWdigte bedeutsame Kundgebung hervorrageuder Dank, und G esch äftsmänner wird sich ans den Abbau der Zollmau ern inEnropabeziehen und unter anderem vom Gouverneur der Bank von England, Montagne-Norman, ' McKenna und Loch I.nchta$e Mterfortigt ®'Ci Msdsrigaib'e Der ersten MÄ'ÄMg Alber die Mittwoch 'bevorstehende Deklaration der eurorpärschen und amerikanischen führenden Männer der Wirtschaft haben wir bereits daraus hrngewiesm, datz der Angelpunkt einer homogenen Arbeit der europäischen uuö amerikanischen WirtschaftsipMtrker das Problem der Zollgrenssn bilden würde. Die Kundgebung, der mmr in der ganzen Welt mit Spannung entgogewsisht, wird sich nun zunächst mit diesem wichtigsten Problem befassen. E8tvopaS Schulde« au Amevkka. - Rewi-Iork, 16. Oktober. Der dem Bankhau.se M o rgan angeihötende -Bankier Lawo.nt^hielt gestern in einer Versammlung der. New-Z)orker Studenten eine Rede, in der er darauf hiuwies, es sei lächerlich, M glanben, daß Amerika, das bereits die Hälfte des Goldes der ganzen Welt besitze, noch die Summe von 20 Milliarden Dollar, die ihmGuropaschrckdet, ausuchmen könne; Europa könne amh diese Zahlung nicht leisten.' Eine Revision des Schuldentzroblems fei daher u nvermerdlich. llnterwerfmig der bolschewistische« Lvpofttion? Eine Deklaration. Moskau, 17- Oktober. (Tel.-Ag. der Sowjetunwtt.) Die Oppositionsführer Sinvwjew, T rvHkt, Kamenew, Pjatako w, Sokolnikow und Jewdokinoto Habei; «sitte DeklaratiOn veröffentlicht, worin sie ihre vrFrbh altlo sc Unterwerfung unter sämtliche Entschließungen des 14. Parteikongresses und die Beschlüsse des Zentralkomitees sowie der Zentralkommission erklären» sich verpflichten, diese durchzuführen und alle tfjne. Anhänger zur sofortigen Auflösung sämtlicher um die Opposition gebildeten fraktionellen Gruppierungen auszurufen, sich von der rechten Schljapnikow-Gruppe entschieden loszusagen und jegliche Unterstützung der fraktionellen Gruppen oder einzelnen Sektionen der kommunistischen Internationale, sei es Ruth Fi scher und. M a s l o w ° in Deutschland, So u- D aut u l in Frankreich Mr Bordiga in Italien, aufgeben. ' Re sugoflawische Regierungskrise beendigt. Das Kabinett Uzimovic bleibt. — Die slowenischen Klerikalen treten der Regienmgskoalition bei. Belgrad, 17. Oktober. Zwischen den beiden Regierungsparteien (den Radikalen und der kroatischen Bauernpartei des Stepan R a d i c) ist es gestern in später Nachtstunde zu einer Einigung gekommen, infolge deren die Regierung die Demission zurückzog. Wie die Blätter melden, werde die Koalition durch den Beitritt der slowenischen Klerikalen (Korosec-Pavtei) erweitert werden; das bedeutet eine weitere R ech tsorieu ti e ru ug in Jugoslawien. : Besuch ameManlscher Finanziers in Pole«. Warschau, 18. Oktober (P. T. A.). Wie i>ie Blätter melden, erwartet man hier für die allernächste Zeit den Besuch des Gouve r n eu r s d e r Fe de raI -R eserve-BanL unh des amerikanisches. Finanzmannes Hard ing. Wie verlautet, hängt der Besuch der beiden Fina>n§männer mit Fragen der Elektrifizierung zusammen. Das Kabinett Seipel wird Donnerstag fertig. NenbSlk der künftige Finanrmluifter. — Re Beamten gegen die Grobdeutschen. — Baldige Reuwahle« r« erwarte». Dienstag wird die Sitzung der Parteileitung der Christlichsozialen stattfinden, in der Dr. Seipel zum Chef der neuen Regierung gewählt werden soll. Man dürste ihm freie Hand bei der Auswahl seiner Mitarbeiter lassen. Nach dem Beschlüsse der Großdeutschen, in der Koalition zu verbleiben, werden wohl ihre beiden Minister dem Kabinett Seipel wieder angehören. So wird uns Dr. W a b e r erhalten bleiben und Dr. Schürff dürste wieder das Handelsportefeuille übernehmen. Beinahe wäre es übrigens dazu nicht gekommen, da Dr. Schürst am Sonntag bei einer Autofahrt verunglückte; glücklicherweise blieb er unverletzt, und den Großdentschen ist chr einziger Vertreter erhallen geblieben, der einigermaßen ministrabel ist. Für das Finanzportefeuille im Kabinett Seipel gilt Dr. Kienböck als Favorit, die Kandidatur Waneuta, welche von Bank- und Jndustriekreisen lanciert wird, scheint stark in den Hintergrund getreten zu fein. Dr. Seipel wird auch seine B ed i n g u n g en für die Uebernahme der Regierung bei der Konferenz der christlichsozialen Parteileitung angeben, und sie werden ihm wohl alle glatt bewilligt werden. Die Hauptschwierigkeit toitb er mit der Beamtenfrage haben. Die.Beamten. haben .Hi» Eufttge Taktik bereits in einer gestern abgehaltenen. Sitzung ihres HauptausschufseD festgelegt. Es ist bezeichnend, daß sie den Großdeutschen, die nur von der Gunst der Beamten ihr armseliges Reststimmendasein fristen, die F t e u n dsch a f t rechtener.grsch gekübigt haben. Nachdem sie in ihrer Entschließung festgestellt haben, daß an den bisherigen ergebnislosen Verhandlungen nicht Dr. Ramek, sondern die politischen Parteien schuld seien, und insbesondere auf . das eigenmächtige Schalten der Landesregierungen verwiesen haben, deren Eigenmächtigkeiten abzustellen scheinbar keine S t a a t s a u t o r i t ä t vorhanden ist, weisen die Beamten darauf hin, daß die-politischen Parteien verpflichtet seien, darauf Bedacht zu nehmen, daß nur eine solche Regierung gewählt werde, die sich von vornherein verpflichtet, den finanziellen Ansprüchen der Beamtenschaft Rechnung zu tragen. Mit diesem ersten Teil der Resolution ist schon ein kräftiger Hieb gegen die neuerliche Koalitionsgemeknschast mit den Grotzdeutschen geführt. Noch deutlicher wird der zweite Teil der Resolution, in dem es heißt: Haben die Parteien den ehrlichen Willen, das Beamtenproblem in einer die Beamtenschaft zufriedenstellenden Weise zu lösen, dann mögen sie der kommenden Regierung die entsprechenden Aufträge erteilen. Haben sie diesen ehrlichen Willen nicht, dann mägen sie es künftighin unterlassen, durch ihre Vertreter im Parlament beamtensreuudlichs Erklärungen abgebev zu lassen. Dieses Doppelspiel mutz endlich einmal aufhören. Am Schluffe der Resolution wenden sich die Beamten bezeichnenderweise an die Opposition um Hilfe. , " Dr. Seipel wird also keine sehr rosige Situation vorfinden, und insbesondere die neuerliche Koalition mit den Großdeutscheu wird für die Situation rtoch unerträglicher sein; cs ist daher anzunehmen, daß Dr. Seipel wohl nichts anderes zu tun haben wird, als zu dem immerhin nicht sehr trostreichen Auskunftsmittel der Neuwahlen zu greisen. - Da die formelle Entscheidung über das neue Kabinett Seipel erst Dienstag in der christlichsozialen Partei fallen wird, so ist die parlamentarische Neuwahl der Regierung wohl frühestens erst Donnerstag zu erwarten. Die Port»- und Telephouerhöhung verschoben? Die in Aussicht genommene Erhöhung der Post-, Telegraphen- und Telephongebühren, die bereits am 1. November in Kraft treten sollte, dürfte, wie die Korrespondenz Herzog vermutet, wahrscheinlich auf den 1. Jänner 1927 verschoben werden. Die Erhöhungen müssen erst vom Hauptausschuß beschlossen sein, der aber in der kommenden Woche mit der Neuwahl der Regierung beschäftigt sein dürfte; jedenfalls kan wohl der Termin des 1. November wohl kaum mehr eingehalten werden Bor der Annahme Shanghais durch die rote Kantonarmee? London, 18. Oktober. Auf dem gestern eröffnetenKommunistischen Kongreß, der eine Entschließung für die Beseitigung des Parlamentarismus annahm, wurde U. a. ein Begrüßungstelegrammj aus Kanton verlesen, in dem die ünmittelVar bevorstehend« Einnahme von Shanghai durch die roten Kantontruppen angekündigt wird, wodurch, wie es in dem Telegramm tveiter heißt, die Herrschaft Englarchs einen neuen schweren Stoß erhalten werde. ' i : Menschenopfer ««erhört ... Paris, 17. Oktober. (Havas.) „Sunday Expreß" meldet aus Schanghai, daß der chinesische Dampfer „Kuangfung", an dessen Bord sich ein für den Gouverneur von Schanghai besÜmmter Truppenuud Munitionstrausport befand, im Hafen von Kmkiaug in die Luft geflogen sei. Durch die Explosion seien i200 Personen getötet worden; zahlreiche andere feien verbrannt oder ertrunken. * Truppen und Munition zusäntnieu zu befördern, ist der GÄvissenlvsigkeit jener Mächte Vorbehalten geblieben, die für Geld und Gold in China Heere aushalten, um ihre „Interessen" zu wahren. Und 1200 Menschen eines Volkes, das das menschlichste der Welt ist, da es den Krieg verabscheut, werden skrupellos hingeschlächtet; es sind wehr an Zahl als die Todesopfer her „GeneralKkriege" in einein vollen Jahr. Seelensonlerung. V-ovd wegen einer Schuld von 1 Schilling. Wir mÄdebön vor einigen Tagen, daß irgendwo in einem galizischen Dorf zwei verrohte Bcm-ernjuu'gHN einen dritten wegen einer Schuld von 3 Zloty (etwa 2 Schilling) ermordet haben. Dieses „Minimalmotiv" für den Mord am Schuldner wurde in einer Gegend, dry nicht im „VE-rrMen rmö rohen Osten" liegt, unterboten. Gestern wurde nämlich in Felixdorf bei bei Wiener-Meu'stadt von Jägern auf einem Maisfeld die Leiche eines jungen Burschen aufgefunden. Der Tote wurde als der. fün-stzohneircha'WäHrige Hilfsarbeiter Heinrich Sonntag agnosziert. Der Gememdeavzt Dr. Stanzl stellte fest, daß Sonntag e rdrosselt worden sei. Im Laufe des Tages konnte der Täter, der 20jährige Hil-fsarbeiter Msred H a u b a, ausgeforscht und verhaftet wevden. Nach anfänglichem Leugnen gab er die Tat M, die er wegen einer Schuld von einem Schilling verübt habe. Sonntag hätte sich von ihm' vor kurzem einen Schilling ausgeliehen und diesen trotz wiederholter Ma>hmmgen nicht Mrückgegeben. Gestern abends hätte er ihn neuerlich zur Rode gestellt und sei dabei so in Wut geraten, daß er seinen Freund bei der Garrgel gefaßt und erwürgt habe. Um die Tat zu verbergen, habe er den L-.e.i chnu-m ttn e r n Mnä s if el-d versteckt. Sxplofio« dmch einen Selbstmord- Die 36jährige Oberwachmannsgattin Marie Dvnx- Der hat gestern vormittags in ihrer Wohnung, 3. Bezitt, Dietrichgasse 55, Selbstmord begangen, indem sie sich mit Leuchtgas vergiftete. Aus denr geöffneten Hahn des Gaskochers drang das Gas in die ganze Wohnung. Als der ahnungslose Gatte heimkehrte urck au der elektrischen Klingt läutete, vernahm er eine Detonation. Die Scheiben zersprangen,Rauch und Gasgeruch drangen aus den Türritzen. Die Wohnung wurde gewaltsam geöffnet. Da und dort schlugen noch Flammen empor. Man berief die Feuerwehr, die alsbald kam. Man fand Frau Draxler mit schwersten Brandwunden leblos auf. Der Tod muß schon Stunden vorher eingetrete» sein, die Brandwunden hat die Tote erst erlitten, als klhr Mann an der Wohnungstüre läutete. Es ist MeifelloK daß der Funke, der injolge des Anläutens an der elektischen Klingel übergesprungen' war, das in der Wohnung angesammelte G-a-s zur ELtzMs^O-n &•>, -irx v'j, - Vtmm i/nff