Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2745 (17.10.1926)
- Date
- 1926-10-17
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Gell« n Wien. Sonn tan Wiener.Morgenzeitung 17. Oktober 1926 Nr. 2745 Volkswirt. Stoffen* und Balutenkurfe vom 1«. Sktober 1828. Ü# Visen Geld Ware Geld TV arg Geld Wate Amsterdam ... S. 283.07 284.07 Sofia .. S. 5.10 5.11 Franafisische Noten . ... S, Rolgtad.. . Berlin . ISJuiOSi* 12.5125 Stockholm ......... 188.05 180.55 Holländische Noten .... 168.12 162.02 Warsehan.. . . 78.15 78 67, Italienische Noton .... 28.03 2Ü.08 Brüssel .......... Budapest.. Bik&rest ......... 10.88 . 00,07 3.7725 20.- 09.87 3.7025 Zürich.. Voluten 136.67 137.17 Ja«reelawische Noten . » Polnlscho Noten ..... Rumänische Noten .... 12 18 78.— 12 51 70.- London . . . . , 2 ...... 34.34 34/44 Amerikanische Noten «. » 707.50 711.50 Russische Noten (Roman.). Mailand ... 20.- 39.10 Belgische Noten ...... Schwöllet Noten .... . 136.35 13715 New-York.. . » 707.85 700.85 Bulgarische Noten . . . . , Tschecho-slow. Noten . . 20.0150 21.0350 Pirls . . . . . . 20.85 20.45 Deutsche Noten . . . i . . 16$.10 168.70 Türkische Pfand-Noten . . Pfajf.. 20.37 20.47 Englische Noten. . ... » . , Ungarische Noten .... 09.10; 00.50 RohA oder Kohlt? In Den letzten Job re n IJ u'n eo. t-atz die .^oyienfrage. welche Ialn-Zetinte iami di? Eirtwick'iung der Weltwirtschaft gl-linAenend deein'flnßte, non der Rohölfrage verdrängt fei. Die steigcn'de Bedeutnng. welche, die Stein- Ae für die Produktign gewannen, führt? drzn.. dah alle Grvßprodmenten unter den Staaten der beiden Hemisphären sich an den Erdölvorl'onrmnissen. die die Natur über die Erde verstreut hat. größtinöglichsten Anteil sichern wollten. Amerika, dessen Rotzölvorkominnisfe die größten unter allen sind, formte durch diesen Vorteil einen riesigen Vorsprung gowinnen, und nicht zuiletzt ift neben der Entscrnimig Amerikas vom euro* päischen'Kriegsschauplatz und der sich daraus ergebenden . Wirtschaftsvorteile dem Rohöl Plus das wirtschaftliche Uebergenücht Amerikas in den letzten Jahren41t danken. Irr der Verwendung und Verwertung des Rohöls konrrte inan jenseits des Ozeans sozusagen ans dem Vollen rckropfen rmd selbst bei der nilökonomischen. geradezu verschwenderischen Art. wie Amerika die ihirr zur Verfügung stehenden Erdölquellen ansbeutetc und verwertete, vermochte es sein Ucbergewicht auf diesem Gebiete zrr behaupten; vor allom gegenüber England, das durch eine inerkwüvdige Lairne dar Natur in seinem ungeheuren Kolonialreich, außer am Roten Meere, fast gar keine End- Ölquellen besitzt, während es in der Koblenv-sriode der modernen Großwirtschaft durch hie ungeheuren Kohlenschätze ssines Mutterlandes einen fast niemals einzuholenden Dorsprnng gehabt hatte. Es?, ist klar, daß E n g l a n d ve-rfilchte. sich überall in der -Welt, ioo es nur möglich war. in Rumänien, in Gatizien, ln Mexiko un'd in Asien Rohölvorräte zu sichsrn. Da nnn in Amerika gewisse, wahrscheinlich aus Markt-inte reffen entstandene Berechnungen die Angstpsychose hervorriöfen, die amerikanischen Rohölvorräte lwükdenabäld versiegt sein, so begann auch eine amerikanische RöMexpension nach außen. Die anderen Länder. Frankreich und Deutschland vor allem, aber auch Holland und das kleine Belgien schlossen sich diesem Wettlauf um das Rohöl an und vor noch nicht langer Zeit Wen es, als sollte — war der letzte Krieg durch den Kampf um den Konsum hervorgerufen worden — der nächste, Krieg den Kampf um ein Produktionsmittel zur Ursache haben. Die Erdölvorikommnisse in Mexiko, im Mossulgebiet und in Marokko 'haben als. die aussichtsreichsten, die in der letzten Zeit gefunden wurden, den Frieden der Welt, wie noch allgemein erinnerlich ist, gewcMtz bedroht. Inzwischen scheint die Angstpsychose, Äe, von Amerikaausglng, ein wenig abgenommen zu haben, denn ernsthafte Forschungen haben ergeben, >daß es für absehbare Zeit.noch genug Rohöl gibt und überdies wurden in der letzten Zeit zahlreiche wichtige Nenentdeckungen von. Erdölvorkommen gernacht. In England übte es große Berubignng. daß in'Australien bie Bohrungen, die so lange ergebnislos waren, zu günstigen Erfolgen führten. Ebenso sind "Nord- und Südamerika die Träger ' von riesigen, bisher fast 'unangegrlffenen Erdölreserven und insbesondere dürfte V e ne zu e l a eines der ersten Petroleumiländer der. Erde wewen; es bat jetzt schon in der Waltprodnktion die sechste Stelle mit 2.3 Millionen Tonnen inne und verfügt über ölhaltiges Gebiet von 50.1)00 Quadrat-mei'len. Der bereits erwähnte mesopotamifch-persische Erdölgürtel, die Funde auf Sachalin, ferner im Innern Afrikas, vor allem dem Kongobecken und Angola und auch die günstigen Bohrergebnisse in Albanien lassen auf exweiterte Möglichkeiten der Evdölgewinn-ung schlief, Der Wettlauf, um das Erdöl hat nun ein reiches Betätigungsfeld — aber es ist mehr als fraglich, ob er notwendig ist. Denn in der allerletzten Zeit ist dem Erdöl ein neuer Konkurrent entstanden, der eigentlich der alte ist: die Kohle. Die Verfluche, ans Stein- und Braunkohle durch VerflüssiMUg Oele zu gewinnen, sind gelimgen, und befinden sich bereits heute in ciiwin derartigen Stadirvm, daß die Kohlenverflüssignng und Kohlenölgewinnung im Großbetriebe ohne weiteres durchführbar und rentabel ist. Die Verfahren, welche hier in Betracht kommen, sind sehr bedeutsam auch für die rationelle Ausnützung der Kohle, die bisher zumeist sozusagen in die Lniftverpufft wurde, indem ein Großteil der Energie, die das schivavze Mineral besitzt, unproduktiv verloren ging. Die deutsche Ru'hrbergbauindustrie hat bereits die neuen Ideen zur Rationalisierung der Kohlenverwertung und Gewinnung der Kohlenöle akzeptiert und ist daran sich auch auf diesem Gebiete zu genrinsamen Vorgehen zu bereinigen; das Ruhrkohlensyndikat ^beschäftigt sich. gegenwärtig intensiv mit den Fragen der Kohlenverflüssigung. Gewiß werden die anderen Kohlenländer folgen. Das natürliche Erdöl ist aber durch diese neue Methode der Kohlenvevwertuug durchaus nicht überflüssig geüvorden. -Aber König Kohle ist doch nicht mehr in seine alten aLsosittistischen Mviropolrechte wieder eingesetzt und auch König Erdöl hat sie nicht mehr. Kohlenöl -und Rohöl werden nebeneinander existieren und verbraucht werden; es wird feinen Kamps um ein Monopol mehr geben können. Dies ist mit ein Fortschritt zur Befriedigung der Welt, weit größer als die Fortschritte der endlosen Konferenzen der letzten Jahre. Die Weltwirtschaft wird nicht mehr aus einem Auge stehen, sondern mindestens auf zweien. Glücklicherweis-o arbeitet der Menscheirgeist gegen die Muskel- und Ränb'mstinkte, die zum Kriege führen. "Nicht lauge nach dar Entdeckung des Verfahrens zn-r Perftüssigung der Kohle wurde etwas Neues entdeckt: das k ü n st l i ch e P e t r o l e u m. Sind Kohle und Rohöl in zeitlicher Aufeinanderfolge bisher Alleinherrscher über die Weltmirtschaft und Weltpolitikmethoden gewesen, so sind sie heute nicht mehr. Je reicher an Gedanken die Menschheit ist. desto besser, freier und friedlicher wind sich ihre Wirtschaft entwickeln. Es gibt kein Königtum mehr, auch nickt in der Wirtschaft. Wo e§ noch-existiert, wird der Meufchengeist es überwinden. Sa« polnische Raphtakartell wird aufgelöst. Aus Warscha u wird uns berichtet: Bei der am 11. Oktober begonnenen Beratung der Vertreter des polnischen Naphthakartells, in der die Verlängerung des am 1. November d. I. abgelansenen Kartellvertrages den Hauptgcgenstand bildet, hat der Vertreter der staatlichen Naphcharassinerie, offenbar im Regierungsauftrag, sich, gegen eine Verlängerung des Naphthakartclls ausgesprochen. Somit dürfte der am 1. November zu Ende gehende Kartei,lvertrcig n i ch t in ehr v c r l ä ngert werden und das Nnphtpatartell auf diese Weise automatisch zu Ende sein. Lar StaWartell und die mitttltmopäischtn Werkt. Prag, 16. Oktober. An die lschechoslowalischen Eisenwerke ist vor kurzem vom internationalen Eiscukartell die telegraphische Einladung ergangen, an den heute in London beginnenden Kartellberhandlungen teilzunehmen. Diese Einladung wurde wegen der -Kürze der Frist abgclehnt und es wurde mrtgeteitl, daß die mitteleuropäischen Eisenwerke nach Abhaltung der notwendigen Vorberatungen selbst einen Antrag stellen werden. Die tschechoslowakischen Eisenwerke werden Mittwoch und Donnerstag Beratungey abhalten, worauf Verhandlungen mit den ö st e r r e i ch i s ch c n und ungarischen Werken statt» finden werden. ' Copyright 1926 by R. Löwct Verlag, Wien. Zajin Kiddusch. Eine Erzählung aus dem alten Prag. : (Schluß.) . Ter Rabbi der neuen Gemeinde, dessen Wohnung nahe der Altschul' lag, hatte eben diesen Brauch vollendet und; sich bald darauf zu Bette * begeben. Kaum war er entschlummert, da weckte ihn eine Stimme: „Steh' auf! Du hast nicht ordentlich Chomez gebattelt!" Der Rabbi erhob sich erschreckt, zündete die Kerze an und durchsuchte nochmals alle Winkel des Hauses; da. er aber nichts finden, konnte, nahm er es für einen bloßen Traum. Er legte sich nieder, doch kaum war er eingeschlafen, da ließen sich wieder die Worte vernehmen: „Steh' auf! Du hast nicht ordentlich Chomez gebattelt!" Abermals stand der Rabbi auf, suchte nach und fand wieder nichts. Als ihn die gleichen Worte zum dritten Male weckten, faßte er sich ein Herz und fragte, wo das Gesäuerte ftege. ,Hn der Altschül' unter der Bundeslade liegt das Gesäuerte und deiner Gemeinde Verderben verborgen!" antwortete die Stimme. Eisig weckte der Rabbi den Schammes. Beide betraten die Schul'. Es war Mitternacht. Der Rabbi nahte sich der Lade und nahm aus der unterhalb befindlichen Nische die Weinkanne und den silbernen Pokal, die für den Jajin Kiddusch, dem zum Segen bestimmten Wein bestimmt 'find. Mit Entsetzen sahen die beiden Männer, daß Blut darin war. „Gelobt seist Tn, Gott, der Du Dem Volk rettest, aus Gefahren und der Feinde Tücke zunichte machst!" sprach der Rabbi andächtig. „Dies wurde hergestellt, ttnß. zu vernichten," wandte er sich an den bebeyden Schammes. — „Komm', laß uns eilig das verderbliche Chomez wegschaffenl" Ein Feuer wurde angeschürt, das Blut verbrannt, Kanne und Pokal wurden rein gescheuer:, wieder mit Wein gefüllt und an ihre frühere Stelle gebracht. „Schweige und warte ab, was kommen: wird!" gebot der Rabbi dem Schammes. „Zeittg früh verkünde in meinem Namen, daß die ganze Gemeinde faste;. fragt jemand nach der Ursache, so sage, es sei unseres Sälom wegen, der im Kerker sitzt. Geh!" Am ersten Peßachabend waren die Juden der neuen Gemeirche in der Altfchul' zum Gebet versammelt. Angst urch Trauer lag auf der ganzen Versammlung, und man eilte, die Gebete zu beenden, um früher nach Hause zu kommen; denn man erwartete furchtbare Ausbrüche des Pöbels. Der Gottesdienst ging seinem Ende zu; da wurde die Pforte der Synagoge aufgerissen und eine große! Anzahl obrigkeitlicher Personen drang ein, hinter ihnen eine Schar Bewaffneter. In, wirrer Verzweiflung schrien die Juden auf. Da bestieg der Rabbi das Almemor und gebot mit kräftiger Stimme Stille. Niemand wagte einen Laut. Und der Rabbi begann: „Verzaget nicht, Söhne Israels; der Herr der Heerscharen ist mtt uns, die Feinde können uns nichts anhaben. Nun tritt hervor, Verleumder, du Kind des Satans, und vollende dein Satanswerk!" Langes Schweigen. Dann trat' aus der Schar der Eingedrungenen Jtzig Klebler hervor; schnell bestieg er die Stufen der Loche, nahm Kanne und Kelch aus der Nische und überreichte beides einem der Ratsherrn; dieser Hob die Kanne hoch über den Kelch, um ihren Inhalt so darein zu gießen, däff jrdes Auge es sehe, und — wie flüssiger Rubin sprudelte der reinste Wein, Wohlgeruch verbreitend, in den Pokal! „Was ist das? Treibt der Kerl sein Spiel mit uns?" erscholl es von mehreren Seiten. Jtzig stand starr wie eine Bildsäule. „Schurke!" rief der Ratsherr, „ist das Blut? Der Spaß soll dir teuer zu stehen kommen!" — „Weh' mir! Israels Gott kann Wunder tun! Ich habe doch Blut hineingetan!" schrie Jtzig auf und schlug ohnmächtig nieder. Niemand konnte sich den Vorfall erklären. Da nahm der erste königliche Kommissär, den der Statthalter entsendet hatte, das Wort: „Ein Bubenstreich ohnegleichen ist ans Licht gekommen. Ergreift den Schurken! Ins Gefängnis mit ihm! Wir werden dem hochwürdigen Herrn Statthalter melden, was wir gesunden." Die Beamten und Ratsherren schickten sich au, die Synagoge zu verlassen. Da hörte man in der Vorhalle eine Frau aufschreien und einen Knaben weinen. Alle Augen waren auf die Tür gerichtet. Da trat Dr. Leon ein, zu seiner Rechten dieweinende Ludmilla, an der Linken ihren totgeglaubten Knaben. „Ihr Herren, die Schurkerei, die ihr entdeckt habt, war nicht vollständig. Auch die Verhaftung des Juden Salom ist ein Streich dieses Elenden;, der Zufall führte mich zu einem seiner Spießgesellen, und durch freundliches Zureden gelang es mir, den zu bewegen, daß er mir die Niedertracht des Jtzig Klebler' entdeckte. Der Schurke ivollte den Knaben wirklich töten lassen, um Salom in den Verdacht des Mordes zu bringen; aber er wurde von seinem menschlicher gesinnten Spießgesellen getäuscht. Das ist der Knabe, beit Sälom in seinem Keller geschlachtet haben . soll. Sälom und die Seinen siud bereits .frei." „Tie Hand des Herrn und die Gerechtigkeit der Menschen in dieser Stadt hat uns die Festesfreude wiedecgegeben!" rief der Rabbi. „Gesegnet bleibe die Stadt Prag für ewige Zeiten!" Begeistert sagten alle „Amen" und freudig stimmte der Chasan mit seinen Sängern das Loblied „Hydal" an. Einige Tage später stand Salom vor dem Rabbi, um sich in wichtiger Sache Rat zu holen. „Rabbi!" begann er, „ich bin in schwerer Gewisfensquäl. Ihr wisset, wie gütig der Leibarzt des Erzbischofs an mir und an unserer ganzen Gemeinde gehandelt hat. Nun verlangt er meine Tina zur Frau. Ich habe ihm Vorstellungen gemacht, ihm mein ganzes Hab und Gut geboten, doch er besteht auf seinem Wunsche Was soll ich tun, um nicht undankbar zu sein und doch mein Kind nicht zur Abtrünnigen werden zu lassen?" Ter Rabbi dachte lange nach; dann fragte er: „Wie ist Euere Tochter gesinnt?" — „Rabbi, das Mädchen hängt mit ganzer Seele an ihm." — „Da wäre nur eines zu versuchen," sprach der Rabbi. „Schicket Euere Tochter fort von hier; fliehet selbst mit ihr; die Entfernung, die Zeit werden das ihre tun." — „Ich will Euch gehorchen, Rabbi; aber es schmerzt mich tief, daß ich in den Augen des wahrhaft edlen Mannes als Undankbarer dastehen muß..." „Fürchtet das nicht, Salom!" fiel eine volle, wohltönende Stimme ein; sie gehörte Leon. Das Erscheinen des vornehmen Herrn hatte den Schammes im Vorzimmer so aus der Fassung gebracht, daß er nicht tvagtq, ihn warten zu lassen, bis er ihn angemcldet hätte, sondern ihn sofort zum Rabbi eintreten ließ. Die in ihr Gespräch vertieften Männer hatten das Eintreten eines Fremden nicht bemerkt, und so hatte Leon den letzten Teil des Gespräches mitangehört. Er wandte sich an den Rabbi: „Blicket nicht so verlegen, ehrwürdiger Rabbi,: Tina soll meine Gattin werden und dennoch Jüdin bleiben. Dies Pergament wird Euch alles aufklären." Der Rabbi nahm die Rotte, die ihm Leon reichte, und las. Ueberrascht ließ er sie fallen und rief: „Was? Du.... Ihr... Du bist meines Bruders Sohn?" — „Ja, Oheim, ich bin der ungeratene Sohn, der seine Eltern und das Talmudstudium Lei Euch heimlich! verließ, um in der weiten Welt seinen Wissensdrang, zu stilleit." Freudig reichte der Rabbi dem Arzte die Hand zum Gmße: „Bist du denn noch ein Sohn des Glaubens?" fragte er nach einer kleinen Pause. — „Ich Lin es," erwiderte Leon, „die Umstände, die mich bisher über meinen Glauben zu schweigen zwangen, bestehen nicht mehr, und ich darf frei als Jude auftreten." Am Lag-beomer wurden Leon und Dina vom Rabbi .der Altschül' getraut