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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-17 · Heft 2745 (17.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2745 (17.10.1926)
Date
1926-10-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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[polen: SS groggy 1 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in einer Versehleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollreile 11 Mit Postrersand für Wien Und Oesterreich monatlich B Schilling Tscheche-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Clm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Nachzahlungen bei kreiserhflhnngen rorbohalten Ar. 2745 Morsemrttung Wie«. Sonntag. 17. Sktober 1926 (fl. «Hefchwan 5687). | Preis aa s | En g inn d:Mon. 4 Schilling. Italien: ttonatl. 20 Lire. Rumänien: Mon. 170Le! B u 1 g a r i e n: Mon.100 Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pres. B Redaktion, Administration: Wie«, II., Taborstr* 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes P gekennzeichnet. ALLEINIGE ANZEIGEN - ANNAHME ANNONCEN STc°K SCHALEK WIEN, I., WOLLZEILE 11. - TEL 76-0 81, 76-0-82 Ubernohmsstellezt In Jedem Bezirk I Täglicher Autoverkehr In alle Bezirke zwecks Abholung vom Hause! . k- L ■Ä.'SWa ’ Z,ENT,PÄLEjVI'WALLG*4;TEL- 35 -20 5CP1E Der große Erfolg unserer volkstümlichen. Abteilung im Ti efptarf erre liegt in der außergewöhnlichen Preisherabsetzung, für^ - Qualitätswaren ' 1 * . Aus guten englischen Stoffen für Herbst - und Winter s S9> S 55*“ -?ius Schofwoll.V.lour, dridee Fotons s65*- S 72sllO- Au» O&oman.Rips, reine Wolle, oute TD’ » 108*— Verarbeitung Aus Velour de leine, reine Wolle, mit-Pelz- 82’-—, 89*—, 110’— besatz Aus Offoman» Rips, reine Wolle, , mit, Pelzbesatz Kleiden 30 s 18' s29 - Aus Crepe de Chine in allen modernen, 39 — Farben Aus SchafwollsRips, cbicke Fatpons 39 - Die Sensationswoche im III. Stock, Stoffe, Seide, Bänder, Spitzen, verlängert Sonntag, den 17. Oktober, 4 Uhr 30. nachmittags,- tanzen Sie in unserer Konditorei zu den besten Original-amerikanischen Tanzorchestern Eintrittfrei! 18t 1046 HELTM9RRE Gummischlüpfer in großer Auswahl In allen Größen lagernd VII., Neubaugusse 26 Telephon 30-1-76 nette Wege der internationalen Polltll. Sine SrtlSrnng der führende« Wirtfchaftstrelse Snropas und Amerikas bevorstehend. London, 16. Oktober. Das Reutersche Dnreau bringt folgende Meldung: Me loir von einer kompetenten Persönlichkeit der City erfahren, wird nächsten Mittwoch seitens hervorragender Bank- und Geschäftsmänner aller führenden Nationen Europas und d er V e r e in i g t en Staaten eine Erklärung von der größten Bedemtung v e r l a u t b a r t worden. Die betreffende Persönlichkeit fügt hinzu, daß die Lage Europas äußerst schwierig sei, und daß die Mittel zur Uebertvrndung dieser Schlvierigkeiten ohne jode Verzögerung gefunden werden müßten. Die seitens der Nationen bisher v e^rfolgte Politik habe die Schwierigkeit e.n vermehrt, statt sie zu vermindern, und etsei eine völligeKursänderungdreser Politik notwendig, um den Kredit wiederherzustellen, und jene große Entwicklung des Handels und der Beziehungen zu schaffen, die die Lage dringend erfordere. Man werde die Bedeutung dieser wichtigen Erklärung begreife«, sobald die Namen und die S t e l l u n g ihrer Mkterzeichrrer bekannt sei« werden. * «Die iMÄeiLungen des ReUteEtvos, das haWoM-- Mlen Gharakter Jfyoi, weisen sns eine natze bevorstchervde bedeutsame Kunldgebung der- .führenden Personen der europäischen und amen- 'scheu Wirtschaft hin. Es kann möglich sein, daß diese ... iürimg mit der Dienstag beginnenden britischen R e i ch sk o n f eren z in Zusammenhang steht, ans der die Wirtschaftsfraigen und Wirtscha'ftssorgen des großen britischen Imperiums sicher werden behandelt werden. Aber weit über diesen Rahmen hinaus wurde die offiziös von London aus angeNnidigte Kundgebung Bedeutung dadurch gewinnen, daß zum e r st e n Make >Me Vertreter der Vereinigten Staaten zusammen mit denen Europas die wirtschaftliche und damit auch Hie politische Gesundung der Welt erörtern und vorbereiten helfen wollen. Bisher ist Amerika in Wirtschasts- und politischen Fragen seine eigenen Wege gegangen und hat diese seine besondere Stellung wiederholt betont. N>un sind, wie bekannt, die Vereinigten Staaten Europas größter Gläubiger und gerade das Problem der Verschuld u n g Europas an Amerika, die der Weltkrieg hervovgeruifen hat, ist heute das brennendste; idozu kömmt die gesunkene Kaufkraft der europäischen Märkte und ihre Zerklüftung durch Zollmauevn. Hier ist wirklich eine radikale Aendevung der bisherigen' 'wirtschaftsporitischen Methoden notwendig; weim die Bereinigten Staaten dabei aktiv mitwirckvn, so kann eine übereuropäische Entwicklung >der WÄtpoktik angebahnt werden, die bedeutsamer ist, als alles, was ' Diplomatie und Kanonen bisher geschaffen haben. MMW Vorläufig kein Bemnteuftrev. — Die Grobdevtschen bleiben m der Koalttio« Amtlich wird verlautbartr Bundespräsident Dr. Harnisch hat mit Handschreiben vom 15. Oktober die Demission des KabimAs Ramek zur Kenntnis genommen und die Regierung v o m Amte enthob e n. Gleichzeitig betraut er die zurückgetretenen Minister mit der Fortf ü h r n n g der von ihnen bisher innegehabten Aewter. * Der lauge erwartete, aber WDeWch doch unvermutet plötzliche Rücktritt Dr. Rameks vom Amte,!hat den Schluß gerechtfertigt, daß die Bemühungen Dr. Seipels, eine neue Regievmrg zu bilden, bereits weit vorgeschritten sind. Dr. Ramek, der sich auf auf Geheiß des christlichsozialen Parteichefs seinerzeit aus den KanzlerstM -setzte, wird woM nicht plötzlich die Geduld verloren und sein Portefeuille hiutziewovferr haben, ohne sich zuvor des Eiuverständnisses des Führers seiner Partei versichert zu haben. Dafür, daß Dr. Seipel die Dinge als so weit gereist anlsieht, daß er selbst wieder ins BnndesvcMzlerarnt einziehen kann, spricht auch der Umstand, daß es doch noch möglich gewesen 'wäre, den Konflikt mit den Beamten einige Zeit hinzuziohen. Im Dause des gestrigen Tages «hatte Dr. Seipel bereits Besprechungen mit den großdeutschen Whreru. Vor- und nachmittags war die Reichsparteileiturrg der Großdeutschen versammelt. Sie beschloß mit Stimmenmehrheit das Verbleiben der Partei in der R e g i erungskoalition. Das war natürlich zu erwarten, denn bei der politischen TaleMosigkert dieser Gruppe könnte sie als Opposition absolut nichts erreichen und zieht es daher vor, die zchn Stimmen, über die sie verfügt, den Christlichsozialen zuzuführen, die damit die Mehrheit im Mtionalrat bekommen. Ms Gegenleistung erhalten die Großdeutschen wieder ihre beiden Minister Dr. Waber und Dr. Schürft und dürfen im Uebrigen an den Vorteilen, die eine österreichische Regierung bieten kann, mitnaschon. Gin Teil der Partei hätte es allerdings gerne gesehen, wenn man jetzt, da doch im nächsten Jahre Wahlen sind, rasch in die O p p o si t i o.n g eg a ng e n w ä r e, um den Central- - bankskandal agitatorisch ausschroten zu können. Da hätte man aber auf manchen liebgewordenen Besitzstand verzichten müssen und so bleiben die Grotzdeutschen bei der Stange. Dr. Seipel wird.es natürlich bei seinem Regievll'NgsantM sofort wieder mit den Beamten zu tun bekommen. Zwar «haben gestern der 26er-Ausschuß und die Technische Union den Streik vorderhand abgeblase-n und beschlossen, die N e ub i l d u ngderRegie t uarg abzuwarte n. Sie haben aber hinzugefügt, daß der StaNdpuM der Beamtenschaft der gleiche bleibe wie vor dem Rücktritt ider Regierung Ramek. Wie aus christlichsozialen Kreisen verlautet, soll Dr. Seipel bereits ein Konzept besitzen, nachdeui er in der Beamtenfratze Vorgehen will. Er werde die Verhandlun-gen auf der von D r. Ramek gegebenen Grundlage sortsetzen und sich ebenfalls a u ß e r st a n d e erklären, über die gemachten Zugeständnisse noch -hinauszugehen, denn jede wertere Konzeffion müßte das ganze Saniermngswerk in Frage stellen, da das Bndgetgleichg e'wicht neuerdings gestört würde. Sollten die Verhandlungen sich als aussichtslos erweisen, so werde D r. Seipel dem N a t i o n a lrat die Gesetzesvorlagen übermitteln, welche die bereits igöwährten Zugeständnisse an die Bea>nrt-en enthalten, und damit d e m N a t i o n cSt r a t d i e L-ö s u n g d e r B ea mt-e n f r a ge z u -s ch i ab en. 8kn Dienstag versammelt fia, dir christlichsoziale Reichsparteileitung. Sie wirb voraussichtlicher. Seipel mit der Ausgabe betrauen, die Koalition mitt den Großdeutschen zu erneuern und das neue Kabinett zu bildert. Bis dahin dürften auch schon die B e d i n g n n g e n erfüllt fein, die der neue Kanzler für die Uebernahm^ seines Amtes gestellt hat. Die Erneuerung des Koalitionspakts mit den Großdoutschen wird wohl keine Schwierigkeiten bereiten. Die anderen Bedingungerr müssen von d e r ch r i st «l i >H s o z i a l e n P a r t e i s e l b st e r f ü il l t werden. Dr. Seipel verlangt eine straffe Partei d i s-ziplin und Unterordnung aller E i n z e l - u n d S o n d e r i n t e r esse n unter eine einheitliche Mhrung, keine B >e r k tt lii P f u n g von P o l i t i k u n d G e s ch ä f t. und schließlich v o bist ä nd i g e U e b c r c i n ft i m m u n g d e r P o l itik i n d e n Lä n d e r n u n d i m B u n d. Sind diese Voraussetzungen bis zum Dienstag erfüllt, datrn wäre es nicht ausgeschlossen, daß schon übermorgen der Hauptausschuß Dr. Seipel offiziell mit der Kabinettsbildung betraut und dieser noch am selbem Tage, aber jedenfalls im Laufe der kommem- 7

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