Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2744 (16.10.1926)
- Date
- 1926-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 Polen r SS gros2y | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in einerVetschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteüre der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Töchecho-Slowakei: Mon.K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4. Fr an kr ei oh, Belgien: Mon. Pros. 35 Nachsahlnngon bsi Prelsothöhangen Torbehaltea Wiener jpr'eis BilB sI England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire. Rumänien: Mon. 170Lei 8 ul g ar i e n: Mon.IOOLewa' S c hw e i z und das übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43*3-19 Ab 6 Ohr: Tel. 31-209 Vll., Lerchenfel der straße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 Nr. 2744 äBten, Samstag. 16. Sttsber 1928 (8. Stzrschwa« 5627). 8. Fatzrgatig Rücktritt der Regierung Ramek. Das Kabinett Ramek Hat gestern, da die Beamten das letzte Anbot der Regierung abgelehnten «nd ihr mit Samstag befristetes Streiknltimatum aufrecht hielten, die D emifsion beschlossen. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein Vvrangefetztes E gekennzeichnet. SsCHMEESCH(JHE,fiA10SCHEMl TRETORN |; ^EI^NGBORG^ Schwere antijüdische kxzesse an der Sndavefter AniverütSI. B u d a p e st, 15. Oktober. An der Universität ist es heute vormittags wieder zu A n s s ch r e i t u irgenßegen jüdische Studenten gekommen. Als die Studenten nach Schluß der Vorlesungen ans den Hörsälen kamen, wurden sie aügehalten mit dem Verlangen, daß jeder Hörer sich legitimiere. Die jüdischen Studenten wurden mit G um m ikn n 1 t e l n verprügelt. Der Krawall..dauerte etwa fünfzehn Minuten. Als das Dekanat sich ins Mittel legen wollte, waren die Ruhestörer f p u r l o s p e r s ch w und e n. Angeblich wurde der Angriff von einer außerhalb der Universität stehenden T e r r o r g r u P p e ausgeführt/ Nntkrrichtsmnrister Graf K leb e ls v e^ g hat, wie'- er meldest läßt/den Rektor der ÜstiveHttät und den Dekan der voMwirtschästlichen Fakultät; „nachdrücklich" angewiesen, die dringendsten Maßnahmen zur Wi ad er Herst e l l u n g d e r O r d n u n g zu treffen. Der Minister hofft, das ruhige (!), jedoch energische Auftreten der UniversitätsVehörden werde bald ,nm Erfolg fuhren. Bethlens JemWonslomSdie. Die Regierung bleibt im Amt. Rakovszktz und Pesthy hinausgelehut. Budapest, 16. Oktober (U. Der Reichs. Verweser nahm die Demission des Kabinetts Bethlen nicht an, versicherte es seines v o l I st e n D e rt ra u e n s und ergänzte die va ka n te n Min ist erp o st e n folgeudermaßen: Meußeres: V al k o (ibishör Handslsminister), Inneres: So i t o v s s.k Y Gisl-er Prästdent 'der Nationalversammlung), Handel: Abgeordneter Professor, H e r m a n n. Die neue.Rögievung w-iiid.sich Montag' der Nationalvevsammlung, diie. an diesem Tage ziu ihrer Hewbstseffion zttsanlntentnitt/ vorstellen. H er P roreb 8M verschöbe«. Genf, -16. ' Oktober. (Schweiz. Dep.-Äg.) -Der Strafprozeß gegen JwanJufth ist xttfotge Erkrankung des; Angeklagten auf! u n besti m(m tc Z eit vestsch'y b e n worden. Bekanntlich findet der Prozeß vor dem schweizerischen Gericht statt, weil die ungarische Regierung das Begehren um SlrafverfioTgung tvrgerr Beschlinlpfung der ungarischen Regierung an dös .schweizerischen Behörden gerichtet hat. Verhaftung eines Erzbischofs In Mexiko. Mexiko, 14. ^Oktober. Der Erzbischof von Puebl a und eine ganze Anzahl von katholischen Geistlichen wurden, wegen fortgesetzten Wwerstandes gegen die 8kirchengesetze verhaftet. Die amtliche Mitteilung sagt hierüber: Gestern nachmittags, nm A6 U-Hr, trat der Minist e r r a t unter Vorsitz des Bunideskanzlers Dr. R a m e k zusammen. Der "Bundeskauzler berichtete, daß ihm um 4 Uhr nachmittags eine Vertretung.-des Postizentra'lausschusses die Erklärung abgegeben habe, daß der Postzentralausschuß nicht in der Lage sei, das letzte Angebot der Bundesregierung zu den bekannten Forderungen der Bundesangestellten an zu n eh men. Der Bundeskanzler machter ferner- Mitteilung davon, daß ihm um 4 Uhr 18 Minuten nachmittags Direktor Hold urtib Abgeordneter Zelenka namens des 25 e r - A -u ss ch?u s s e s und der Technischen Union ein Schreiben folgenden Inhalts Übergaben haben: .Der 25er-U/nsschutz und die Technische Union he* ehren sich, Ihnen mitzuteilen. daß sie in den heutigen Erklärungen -der RöMvung bettend die seit' 12. Oktober in Verhandls'n/, stöben^--" Forderungen der Bun-. desangestellten ^eine geeignete Grindlage für Mt Fortsetzung der Verhandlittche-n erblicken können. Sollte eine Aendevurrg in dem . von Ihnen,' hochverehrter. Herr BundeskäMer, namens . der . Regierung. .MMMLi.chWLssN-.-S'^n'^Mt dis Samstag, ' "Sen'Ist. Oktober ck...^, ll2'Uhk Mittags nicht.e.iWgetreten d 'sein, so . müßten.' der' Stzer-MsWnß <rmd die Technische Union zu 'diesem Zeitpunkte ihre bisheri-gön Bemühungen. die notwendigen Erfordernisse der Bundesangestellten ans friedlichem Wege d-u>rchzns'etzen, als g e s ch >e i t e r t b e t r a ch te n, und aus diesen Tatsachen die gewerkschaftlichen KonsequenFsn ziehen." ' : Der Bundeskanzler stellte fest, daß im Hinblicke aus diese beiden Erklärungen diie von ihm mit -den Bertretn-ngen der Bundesangestellten ^geführten Verhandlungen zu einem Ergebnisse nicht tgesi'chrt haben. Eine W i e d e r a >u f n a h meder V e r h a n d l u n -g en durch ihn halte er siir a «u s s i ch t s l o s, da er mit Rücksicht auif d i ic budgetäre La g. e des B at ndes und die S o r g e ,u m d a s G l e i ch g e w i ch t i m -Staatshaushailte weiter e Zug e'stän'dn is se n i cht m e h r v e ra n tw o r t e n k'ö n n e. Der Bundeskanzler beantragte sohm den Bun despräsidenten zu ersuchen, die BundeAregierrrng gemäß Artikel 74 der Bimdesverfaffung vom Amte z« entheben. Dieser Antrag wurde vom Minrstorrat einhellig angenommen. Dor Bundeskanzler.teilte schließlich mit, er werde dem Präsidenten des Nationalrates von 'diesem Beschlnsse verständigen. -Der Nationalrat wurde darau'Wn Dienst ag, den 19. O k t och e r, embsonsen. Das Kabinett Ramek war nach dem durch die Landeshauptleute herbeigeführten Sturz Dr. Seipels vor Die morgige Nummer der «Wiener Morgenzeitung» wird außer der WOCHENNOVELLE, dem «BUCH DER ZEIT» und der Rubrik «AUTOMOBIUSMUS» unter anderem Aeußerungen einige? Persönlichkeiten der zionistischen Organisation Oesterreichs Über die P-robieme des bevorstehenden zionist ische n Parteitages enthalten, mit denen die «Wiener Morgenzeitung» eine allgemeine Dikussion über die den Parteitag beschäftigenden Fragen eröffnet. zwei Jahren als Miulsterimn des gemäßigten Föderal i s m u s ins Amt getreten. Der föderalistischen Idee trug auch die unter Dr. Ramek beschlossene Verwaltung s r e f o r m in weitem Maße Rechnung. In die Zeit der Amtswirksamkeit des zurückgetretenen Kabinetts fallen der Abschluß der Genfer S a n i e r u n g s e p o ch e, der neue Zolltarif,. einige Handelsverträge, darunter der mit Ungarn, der .Abschluß diverser Schiedsgerichtsverträge, die Aufhebung des Visumzwanges im Verkehr mit Deutschland, der. Abbau einiger, die Produktion hemmender Steuern u. a, m. Bis zum Juni d. I. konnte Dr. Ramek mit stillschweigender Unterstützung der Sozialdemokraten ziemlich reibungslos die Geschäfte führen. Erst sein „auf höherem Befehl" erfolgtes Eingreifen in den Wiener Schulkorrflikt brachte die Opposition gegen ihn auf, die von >da ab jeden Verkehr mit ihm a b b r a ch und gegen die Regierung den Kampf auf der ganzen Linie eröffnete. Sein Rücktritt kommt ihr aber jetzt kaum gelegen, da nun allem Anschein nach Dr. S e i p e l wieder die Mchrung der Re-- gieritngsgeschäfte übernehmen wird. Trotz Demissio« — Streik? Der Zentr-alakttonsausschuß der Bundesangestelltev hielt noch abends eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, für heute vormittags die Amts- und Gruppmaktionsaus- ' fchüsse"zü. einer Sitzung einzuberusen. Der Zenträlaktlonsausschuß hat bereits' vor zwei Wochsn die. vorbereitenden Arbeiten für die Anwendung des letzten g ewerkschaftlichen Kampfmittels getroffen. Es wird ihm nunmehr die Leitung der weiterenAkt i o n e n übertragen. In' einer Versammlung des Bundes der öffentlichen Angestellten erklärte gestern der erste Vorsitzende des Verbandes Janicki: „Es wird nun eine neue Regierung kommen, die aber mit der soeben abgegangenen politisch verwandt sein wird. Wir erklären daher schon jetzt und mit a IIe r Deutlichkeit, daß das, was uns die Regierung Ramek als das Letzt e" angeboten hat, n i ch 1 zur B e s e i t i g u n g des Konfliktes a u s r e ichen wird. Die neue Regierung wird daher über.das Anbot Dr. Rameks wesentlich hin aus gehen müssen. Wir werden die Strecke, die wir bereits gegangen sind, -nicht nochöinrnal zurücklegen. Die neue Regierung wird daher'nunmehr das letzte Stück dieses Weges gehen müssen, und daher nicht mehr Zeit zur Verfügung haben als sie die Regierung Ramek gehabt, wenn sie nicht vorher demissioniert hätte." Nie Regierung Uzmovir Und Radic auch. Belgrad, 15. Oktober. Stefan Radic ist heute früh in Belgrad eingetroffen, wo er zunächst mit den kroatischen Ministern und sodann mit dem 'MitiisierpräsidentLn Uzunovie verhandelte. Hierauf erschien er beim König in Audienz. Abends sind , die in Demission befiiidlichen Mtglieder der Regierung zu einer Beratung zusammengetreten, in der der. Text des. Eommuniques über den Agramer. -Zwischenfall festgestellt wurde. In gut informierteil Kreisen wird mitgeteilt, daß das Communique, ohne den Namen Radic' zu ireilttdu, das Verhalten des Führers der kroatischen Bauernpartei verurteilt. Damit soll der Z w ische u fall sowie die hreraus entstandene Regierungskrise eine Erledigung finden. Uzunovie wird seine Demission zurückziehen. Tie Zusammeilfetzung der Regierung wird keine Tende r un g erfahren. Bloß der Radrc- Parteiler Krajae dürfte ausscheiden. QuolMtif tl. Auswahl? Herbst-Stolle. Wascbe, Strickuqü Wirkwaren etc. zu staunend tülligsn Preisen im Warenhaus llaWnM Telephon 471-79,43*408 Eq gros E(i dotal