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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-11 · Heft 2739 (11.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2739 (11.10.1926)
Date
1926-10-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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[ Poleti Vas groszy] Wion: Zorn Abholen indetr Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in oinerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkaüf in Wion durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzoile 11 Mit Festversand fiir Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche - Slowakei: Lion.K22. .Ingoslawion: Men.Din.60. Fvlen:Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Om. 4.Frankreich, Belgien: Mon. Bros. 35 Nachzahlungen boi Preissrhfthnngen »orbehalton Wiener Nr. 2739 Me«. Montag. 11. Lkwber 1926. [PrelsJO 2j En gin n d:Mon.4$chiHing. Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei B n I gar ien rMon.100 Lewa. S c hw e i 55 und das übrige Ausland monatlich Eres, ö Redaktion, Administration: >Vien, II., Tafoorstr* 1 Telephon: 44-0-38, 43*3-13 Ab 6 Ohr : Tel.« 31-209 VU., Lerchenfclderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichische3 Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. Jahrgang Graßderrtsche und khriftiichsoziale. Ae Koalition in Gefahr. — Landtagswahlen in Steiermark? Ser faschistische Ad. Rom, 11. Oktober. Gemäß einer neuen Verordnung hat jeder neneintrckende F a s ch i st den folgenden Eid zu leisten: „Ich schwöre, die Befehle des Duce Mussolini n n b e d i n g t auszuführen und mit allen meinen Kräften und nötigenfalls mit meinem Blut der Sache der faschistischen Revolution zu dienen." Mussolini hat anläßlich der Ucbernahme des Oberkommandos der Miliz einen Tagesbefehl erlassen, mit den Schlußworten: „Jetzt heißt es nrit unbedingter Ergebenheit zu gehorchen und zur Verteidigung >des Faschismns, der heute das Vaterland ist, bereit zu sein-" D n m i n i, der Mörder MatteoLtis, wurde gestern nom römischen Strafbegirksgericht wegen Ehrenböleidignng gegen Mussolini zu 14 Monaten Zuchth a n 8 verurteilt. Die Verharldlung war geheim. Konferenz zwischen Bartel und dem Wischen öeimklnb. Warschau, 10. Oktober. (I. T. A.) Der Vizv-Premier ver eben vom Marschall Pilsudski gebildeten Negierung, Prof. Bartel, empfing heute den Präsidenten des jüdischeil Klubs Mg. Hartglas und die Vize-Präsiden-- tcu Abg. Fa rbstein und Mg. Kirschbraun utrd unterhielt sich mit ihnen über die Form der Beziehung der neuen Regierung zur. Judenfrage. Die. mit der früheren Regierung Bartel gepflogenen Verhandlungen wurden noch einmal durchgesprochen und, Prof. Bartel erwiderte den jüdischen Deputierten, daß sich /hierin nichtsgen n dort hat. Me .Angelegenheiten seien i m S t ad tu Inder A ilsarbeitun g und werden allmählich zur Erlediugung gelangen. Zu.bemerken ist, daß Professor 'Bartel die Leitung des Unterrichtsministeriums dem Unterstaatsse) retär GaYczak überlassen hat. Stzalato unv Fiume. Rom, 11. Oktober. Die Ankündigung des jugoslawischen Anßennrinisters N in eie über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit Jugoslawiens mit Ungarn und Gewährung des freien Hafens in Spalato für Ungarn ruft in ganz Italien umso größeres Aufsehen hervor, als Nincic zugleich erklärt hat, er betrachte die Adria- Frage durch das Abkommen mit Italien noch nicht als gelöst. Der Secolo ist besonders beunruhigt über das Schicksal Fiumes und verlangt, daß Italien mit allen Mitteln versuche, den ungarischen Handel über Fi um-" yn leiten. Re Sbera«. Im Ackerbauministerium hofft man, daß heute oder uorgen die neuaufgenommenen Verhandlungen mit den Kolonisten von Ob erau zu Ende geführt werden können. Aus diesen: Grunde werden die für heute angesetzten R äu mn ngs maßnah men noch verschoben. Doch ist das Gendarmerieaufgebot auf 250 Manu verstärkt worden. Dagegen ist die Zahl der Siedler weiter znrückgegangen. Alle Passierscheine sind eingestellt, Lebensmittel werden nicht zugelassen. Bei der Reichsbrücke wurden gestern zwei Autos, die Lebensmittel zur Oberau führen sollten, von der Wiener Wache ungehalten und zurückgeschickt. JemonftraNo« der Freidenker. Vor dem Rathause fand gestern vormittag ein Massenaufmarsch der Vereine des Freidenker Hundes statt. Es waren etlva 2500 Menschen mit Standarten und Jnschristtafeln erschienen. Das Meeting protestierte gegen die im klerikalen Sinne beeinflußte Schulgesetzgebung und forderte die Trennung von Kirche und Staat sowie die Reform der Ehegesetzgebnng. Eine Gruppe von Teilnehmern an der Demonstration geriet vormittags auf der Landstraße, vor der Rvchuskixche in einen Konflikt mit Kirchenbesuchern. Es entstand eine Schlägerei, der die Polizei ein Ende machte. Jus jüdisdke Mmm dms iüdisdke föiatt In der gestrigen Sitzung der st e i r i s chen Großdeutschen wurde, wie man ans Graz meldet, in Anwesenheit des -Obmannes der Neichsparteileitung Dr. W o t a w a und sämtlicher Abgeorneter sowie von Vertretern der Parteiorganisationen eine Resolution angenommen, in der es unter anderem heißt: Nur bei gleicher Auffassung über Notwendigkeit und Bürgschaften der Reinigung unserer öffentlichen Verhältnisse ist die GrosDoutsche Volkspartei bereit, mit anderen bürgerlichen Parteien woiterhin zu arbeiten. Die Partei ist aber ebenso entschlossen, falls dieser Weg nicht gangbar ist, einem Appell an die Bevölkerung — Auflösung des Landtages — zuzNstinrnrcn. Dieser Beschluß wird wahrscheinlich' auch a>uf die Situation im Nationalrat zurückwirLen, da sich doch die Forderung von Bürgschaften nicht auf Steieermark lokalisieren läßt. Viel' wird davon abhängen, ob Dr. R i n t e I e m heute vom Grazer Landtag zum Landes- ... .. Untertan Vorsitze London, 10. Oktober (iF. T. tzü). Heute beginnt in London eine Koiferenz führender Mischer Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern. Ziel der Konferenz ist es, die wirtschaftlichen Aussichten des indischen Nationalhoims in Palästina zu erörtern und über Maßnahmen zur Kräftigung des Nationalhemts zu beraten. Sir Herbert Samuel, der frühere Obevkommissär für Palästina und ehemaliger Minister in der Koalitionsregierung, führt den Vorsitz. Die Initiative zur Abhaltung der Konferenz ging von Sir Herbert Samuel aus, die Emlckdiungen sind von Sir Herbert und Dr. Weizrnann tt'Nterschieben. Man erwartet, daß Has Unterhausmitglied und frühere Minister Sir Alfred Mond, der sich auf der Rückreise aus den Vereinigten »Staaten befindet, an der Konferenz teilnehmen wird. Ihre Teilnahme haben unter anderen zugesagt: Der Führer der französischen Sozialdemokratie Deputierter Leon Bin m, das Mitglied des Obersten Gerichtshofes in Holland Dr. L. A. Visse r, Senator S ain u c 1 van den Berg aus Amsterdam, Senator D e l I a T o r r e aus Mailand, der Direktor der Deutschen Bank in Berlin, Herr Oskar Wassermann, Herr Dr. Ernst Kahn aus Frankfurt a. M., Albert B e l i s h a aus London, Herr Nathan L a s k i aus Manchester, Direktor Armin Weiner aus der Tschechoslowakei, der Direktor der Neshe Cemmtt Factury in Haifa Herr Mchael Pollak. Die»zionistische Organisation wird durch die Mtglieder ihrer Exekutive und ihres Finanz- und Wirtschaftsrates vertreten sein. Als Ziel der Konferenz wird unter anderem auch angegeben, die zionistische Organisation, die nach dem Mandat als die Jewish Agency anerkannt ist, bei der Verwirklichung ihrer Aufgaben zu beraten und m stützen. Lord Plumer nach gernsalem znMgekehrt. Jerttsalem, 10. Oktober (I. T. A.). Der britische O'berkommissär für Palästina, Feldmarschall Lord P l u m e r, der seine Ferien in Italien verbracht 'hat, ist mit seiner Galttin nach Palästina zurückgekehrt. Ae Wische klnwauderung in Palästina. Palästina, 10. Oktober (I. T. A.) Im Verlauf des Monat September sind in Palästina 1000 Personen eingenmndert. Das bedeutet eine Zimahme der Einwanderung gegenüber August, deren Ziffer 910 betragen hat. Die Zahl der Einwanderer im Juli betrug 1060. die int » Juni 1500. ' 1 h auptma a n u gewählt werden wird. Die Sozial dsmokraten haben bekanntlich die O b ftruktt i o n angokünditzt. Sie Beamtenfrage. Heute Miuisterrat. Heute nachmittag soll der M intste^r^att zu» sammentreten, trat die Vorschläge der Regierung an die Beamten festzustellen. Morgen werden dieVerhatrdlungen wieder ausgenommen und man Kauüt, daß es . zu keinem Streik kommen wirb. In den Kreisen der Industrie wird noch besonders auf die bevorstehende bedeutende Erhöhung der Post-, Telephon- und TelegraphengvWihren hingewiesen, die teils am 1. November, teils zu Nenfahr in Kraft treten rmd der Wirtschaft neue bedervtende Opfer anserlegen werden. Gin Streik der Beamten würde der gesamten Wirtschaft solchen Schaden znfügen, daß eine Reihe von Betrieben sie ü'berhanpt nicht mehr tragen könnten. M Herbert Samuels. Wie die Palästinensische Teleg>rapheit-Agent-ur er» fährt,^ ihat «das e ng lis ch e Kolo u ien m in t« ft er tu m zrtggstttnlnt, daß die Pevmits Section, deren Amt es ist, Erlaubnisscheine für die Einwanderung anszngeben, a u f g e l ö st wird und daß ihre Befugnisse der P o l i z e r ü b ertragen werde it. iUvsprünglich wurde die Einwandevu-ng von >d.er Abteilung Dr Immigration rmd Handel kontrolliert. Diese wurde im April 1924 liquidiert, rmd die Kontrolle der Immigration der neugeschaffenett Pernrits Section des Regierungssekretariates übertragen, deren Leiter, Mr. Albert M. Hyamson, gegenwärtig von einer Europatour a-nf >der Rückreise nach Palästina begriffen ist. Araber restaurieren das Rahel-Srab. Jerusalem, 10. Oktober. (I. T. A.) Unter der In» denschaft Palästinas herrscht große Erreguttg, iveil die Regicrmtg die Restaurientng des Rahelgrabes eittent arabischen Unternehmer, der arabische Arbeiter beschäftigt, übertvagen hat. Mitglieder des Rabbinats Und der jüdischen Gemeinde von Jerrtsaletn erschienen beim Gouverneurvvtt Süd-Palästina und legten offiziell Protest gegeit die Maßnahmen der Regierttttg ein. Das Grab der jüdischett Stamm mutter Rahel, so. führte die Mordnnng ans, ist eine jüdische heilige Stätte, und nur Juden hätten das Recht, hier Verbessernngsarbeiten vorzunehmen. Bekanntlich wurde das Rahel-Grab im März d. I. von Dieln-tt heintgesncht, die die Maiuern beschädigten ttnd ntattche Kostbarkeiten stahseri Dadurch ist die Restanriernttg notlvettdig getvord.-n. Ruinen einer alten Stznagoge in PalWna ansgearaben. Jerusalem, 10. Oktober. (I. T. A.) Bei du- Ansbessenmg der Synagoge in Pettüt wurde die Muitie einer alten Synagoge mtsgegrabett. .Ans Steintafeln warett eilte Mettorah, ein Esrog und ein Schofar dargestellt. Ae vorWrkge Labakernte von Lnbliner angekanft. Jerusalem, 10. Oktober. (I. T. A.) Die. M-ükah-Tabakfirma in Berlin, deren Chef der Tabakittdustrielle Herr S. Lublin er ift, hat mehr als 220.000 Mo Tabak der 1924er-Ernte itt Jttdäa, Santaria uttd im tzXbiet hier Esdraelon-Ebeno erworben und auch schon nach Europa versandt. Durch diese Transaktion hat sich die Lage der Tabakbauer Palästinas erheblich verbessert- Der von Herrtt Lnbliner angekaufte Tak-ak macht mehr als 80 Prozent der Gefamternte von 1924 ans; die restliche Ernte von 1924 wurde schott früher angekatlft mtd expediert. Sitte zionistische WirtschaftÄonserenz in London.

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