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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-10 · Heft 2738 (10.10.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2738 (10.10.1926)
Date
1926-10-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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yct. SVS8 DKsn, GoMtas Mem» MorgenzetL««g K. OkkvVer 19S8 'Sme 7 vollen Ihre Wäsche sauber haben sollen Ihre Wäsche schonen müssen daher waschen lassen bei der fbinwaschanstalt BIANCA Ml.. L1NZER8TRA99E «0. TELEPHON St-S-lN holen und stellen jedes Quantum Wäsche kostenlos au. waschen Ihre Wäsche gana separat. schonend und blütenweiß, halten Ihre Wäsche gegen jedes Risiko vollversichert. 156 u Die ersten „Kunden" im neuen Geschäft. In der TAliastraßc 101 Hai Frau Ncgiue Pollak ein neues Konfektionsgeschäft errichtet; das Portal ist noch nicht ganz vollendet; aber Kunden haben schon in der Nacht zum 6. d. M. das Geschäft ausgesucht. Allerdings waren es Einbrecher; sie sind durch Einsteigen beim Portal in das Geschäft gelangt und haben KonfektionSwaren im Wrete von 600 Schilling gestohlen. Als Täter wurden der 19jährige Hilfsarbeiter Josef Mayer und der LOjcvhrige Schuhmachergehilfe Wilhelm K r a u ch e r verhaftet. * Der grohc Erfolg unserer Mantelwoche veranlaßt uns, den Verkauf zu verlängern. Sie finden bei uns eine NiesenauSwahl vom einfachsten bis zum vornehmsten Genre, nur erprobte Qualitätsware zu konkurrenzlos billigen Preisen. Damenronfektionsabteilung A. Gerngvoß A. G., Mariahilferstraße 38 bis 48. Beachten Sie unser heutiges Inserat. * Radio—PreOiurg. Der Radiosender in Pretzburg ist bereits fcrtiggestellt. Die Probesendungen haben ein so gutes Resultat erzielt, daß die Inbetriebsetzung für den 1. November geplant ist. Mit der künstlerischen Leitung der neuen Sendestation wird Oskar N e d b a l betraut werden. * Apollothcater. Im Rahmen des sensationellen Oktoberprogramms vollfiihren Rodella Ruis u. Artix täglich Spitzenleistungen der Akrobatik und Technik auf dem Fahrrad. Desgleichen produzieren sich „Breke R's Bären" mit Wundern der Tierdressur. Madame Gauthier auf ihrem Pferde „Orlow" führt alle Gangarten der hohen Schule und alle Schritte moderner Tänze vor. Sonntag, den 10. d. M>, um 3 Uhr nachmittags findet eine Aufführung des vollständigen Programms bei kleinen Preisen statt. * Der schwedische Zirkus Adolfi, dessen Ensemble aus internationalen Zirkuskünstlern aus allen Weltteilen nebst einer großen Menge Pferde und anderen Tieren besteht und gegenwärtig mit größtem Erfolg in Antwerpen auftritt, wird nächste Woche hie reintreffen und bereits ab Freitag, den 16. d. M., in dem auf das glänzendste hergerichteten ZirkuS-Renz-Gebäude mit einer Galapremiere seine Vorstellungen beginnen. — Die Darbietungen sind eine Sehenswürdigkeit allerersten Ranges und werden sicher auch hier das allgemeine und lebhafteste Interesse finden. Zur Bequemlichkeit des Publikums sind bereits Montag den 11. d. M/'Billets. an der.Zivkuskäffe des Renz- Gebäudes, 2. Bez., Zirkusgasse 44, sowie in den bekannten Tyeaterkartenbureaus erhältlich. Mische Wett. Sine neue jüdische Gemeinschaft in M xlko. Aus New Nook meldet Ae I. T. A.: Herr Dr. S. Margosches, einer der Herausgeber des „The Day", der soeben von einem längeren Besuch inMexiko zuvückgekehrt ist, berichtete der jüdischen Telegraphon- Agentur, daß die Flüchtlinge, die m den letzten Jahren in Mex'vko eingewandert sind, im B-griff sind, eine organisierte Mische Gemeinschaft zu bilden. Etwa 8000 jüdische Flüchtlinge haben in den letzten Jahren in Mexiko eine neue Heimat gefunden. Sie passen sich allmählich an die neue Umgebung an und halten die Bezichungen zu i h r e r a l t e n Heimat in Osteuropa aufrecht. Ich konnte — sagte Herr Margosches — einen gesunden Geist in der jüdischen Gemeinde von Mexiko-Stadt feststellen. Das HrlfAwerik,- das von dsm „B'nai B'rith" mit beschränkten Mitteln so glänzend gesühnt worden ist, wird bald abgeschlossen sein. Die mexikanischen Juden werden selbst die Lasten fiür ihre Genieinde und sonstigen Einrichtungen übernehmen. Es existieren eine vorsüglich geleiwte jüdische Schule und Zwei Synagogen. Die zionistische Organisation ist sehr aktiv. Jetzt wird die Einrichtung eines jüdischen H o s p i t a l e s geplant; Die Organisation einer Kehilla wivd von einer Anzahl jüdscher Führer in Mexiko-Gity energisch betrieben. Die Synagoge als Arbeiterklub. Me die I. T. A. aus Moskau meldet, wurde am 8. Oktober die Große Shnagooge von Puliawa dem jüdischen Arbeiteklub zwecks Schaffung von kulturellen Einrichtungen in dem Gebäude übergelben. Der ersten in ler Synagoge abgeh-altenen Kl ubv e rfa m mlung wohnten etwa 1000 Personen bei. Eine Pension für SobolS Mutter. Me Gowjetregierung hat, wie die I. T. A. meldet, der greisen Mutter des jüdischen Schriftstellers Ad reo So bot, >r«er im Juni d, I. durch Selb st m o r d geendet hat, eine l o b e n s l ä n g l i che P e nsion ausgosetzt. Landesverband jüdischer Frauenvereine in Siebenbürgen. In Cluj (Klausenburg) fand die Generalversammlung der dortigen jüdischen Fraaenvereines statt, in welcher Oberrabbimrr Dr. Matthias Eisler den Organifationsenchwurf für den gu bildenden Landesverband der jüdischen Frauen« vereine für Siebenbürgen und das Banat beleuchtete. Zweck des Verbandes ist n. a. die sein- und des Gefühls Eer „ w ____ die Jnitvatve zur Schaffung sograler Wohlfahrtsanstalien im ganzen Lande und die Organisierung der jüdischen Frau zu diesem Mecke. Me Gründung bez Lant-esverbandeS wurde einstimmig bMlofsen und nach Referaten dsr PrSsideutin, Frau Sgmund Neuberger. und der Vigeprä-jidentin,Frau Emil Weißburg. Ker die Erziehung jAtsthtzr Waiftnmäd' chm und der großen Notlage unter den Klausenburger Juden wurde die Errichtung eines jüdischen MädchenhauseS und eine msverne Regelung ides jüdischen r m e n w e s e n s zum Beschlüsse erhoben. Bühne «nd Kunst. tt* a Mt Rächt ift nn'er. Kammerspiele. Mir diese Uraufführung einer Komödie Henry K i st e m a e ck e r s habe ich nichts übrig. Für das Bühnenwork nicht, für die Darstellimg nichts. Die Diroktrice einer großen Aiitomobilfivma, ge schaftsbüchtig, bienenfleißig und Mersterfahrerin, ist eine .Vollnatur, hält sich aler die Männer vom Leibe. In den Expositionsszenen vertraut sie ihrer Tippmamsell man cherlei an. Daß sie sich sehr gelangiwM Mit, daß ihr Nenn- und Geschästserfwlge wenig Freuds machen, daß sie für Liebeleien nimmer zu haben wäre, für eine ganz große Liebe hingegen ja; und 'daß sie, wenn ihr einmal der Nmnmel dieser Erde über die Hutschnur geht über ein taugliches Mittel verfüge, um fchmevzlos und in Schönheit zu sterben: eine Phiole, vom Vater ererbt, enthält einen Jnjektionkstosf, mit dem sich ins Jenseits zu befördern direkt eine Wonne ist. Während dieser Ge ständnisse hat die Direktrice unentwegt Geschäftsbriefe unterschrieben, diesen und jenen auch als untauglich zer rissen und für seine neuerliche Konzipierung kluge Wei sungen gegeben. Es ist aber auch ein junger, eleganter Aristrokrat in ihr. Büro und als cg lei ch entscheidend in ihr Leben getreten. Während sie ihm mundfertig. ein Auto mobil anhängt (gegen Vorzugspreis), hat sie die große Leidenschaft akquiriert und verlebt dann fern von Geschäften herrliche Flittevtage. Sic ist so Hingeg6ben, lo sentimental, u>m den Ausgang der Affäre so bekümmert, daß man die Erinnerung an jene Giftphiole nicht los wird. Wann wird sie nach ihr greifen? Kistemaecker gibt ihr bald Anlaß; der Geliebte ist verheiratet/Gatte einer Dollarprinzesfin, diese kommt samt ihvc>m Advokaten über das große Wasser ins Boudoir der Direktrice und besteht auf ihrem Ehesche-in. Es bricht ein Herz. In einer blauen Rivieranacht läßt sich die Direktrice von dom ahnungslosen Geliebten die todbringende Injektion Die beste Figur macht ein G AA 11439 vmdkk weltberühmten Finna „Henriette-Funo" Wien, IV., Margaretenstraße 15. machen und erfährt zu spät, daß er ihrer Liebe würdig war. Nun tut er desgleichen, bedient sich der vergiftoton Injektionsspritze für eigene Zwecke und nach guter alter Tragödienübung wiederholen die Heiden, während ihr Leben verströmt, das Gospäch ihrer ersten Begegnung. Aber, halt! — Das Leben verströmt nicht. Der Chef der Automobilfivma, ein Herr gesetzteren Alters, in die Direktrice unglücklich verliebt und außerdem der Raisoneur des Stückes, hat das Gift durch Morph'mm ersetzt. Die beiden wanden aus süßem Schlaf zu neuem, hoffsttich glücklichen Leben erwachen. , Die Angelegenheit wäre erträglich, wenn sie von einer Schauspielerin großen Stils, die über Pevsönl'vchfett und Leidenschaft verfügt, getragen würde. Charlotte Klindsr, sehr bsmii'cht, kann doch durch Eifex nicht ersetzen, was die Natur versagt hat, Ihr Partner Z e s d>? K l inder, sehr bemüht, kann doch durch Eifer nicht erweltgewandten Berliner Kommis, ist also diesfalls als Erwecker der großen Passion nicht glauAvürdig. Den Raisoneur und Chef spielit Herr Pepler mit Anstand unid Geschmack. Die ganze Aufführung ist aus den in Wien ungewohnten norddeutschen Ton gestimmt. O. A. An« den Theatern. er* e n* Burgthyater. Montag, halb 8 Uhr, «Der Wid penstigen Zähmung". — DienStag, halb 8 Uhr „F ster". Akademietheater. Montag, halb 8 Uhr, „Mädel von heute". — Dienstag, halb 8 Uhr «Die Durchgängerin". Overntheater. Montag, 7 Uhr, „Der Barbier von Bagdad", mit den Damen Schuman, Anday und den Herren Mayr, Maikl, Duhan, Gallos, Madin, Arnold, Thiemann. Musikalische Leitung Schalk. Hierauf „Bal cu* stu me". Musikalische Leitung Rose. Anfang 7 Uhr. Beschränkter Kartenverkauf. — Dienstag, halb 8 Uhr, „Cavalleria rusticana", mit den Damen Weidt, Kittel, Helletßgruber und den Herren Piccaver, Wiedemann. Hierauf »Bajazzo" mit Frau Achsel und den Herren Grosavescu, Jerger, Wernigf, Renner, Wolken Musikalische Leitung Alwin. Deutsches BolkStheater. Dienstag und Freitag „Die Schultz der Kokotten" mit. Leopoldine Konst a n t i n, Albert B a s s e r m a n n, spielt Mittwoch die Titelrolle in „College Crampton". Morgen, 7 Uhr, „Faust" (1. und 2. Dell). Earltheater. Morgen, Montag, als letzte Vorstellung des Olmützer Opern-Ensemble, „Die verkaufte Braut". MALOWAN TORS. MAL OTT AN A FRANZ WIEN, I., OPERNR1NG ti bringt für die heurige Herbst- und Wintersaison ROCKE .iiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiir in herrlichen Dessins und Farben auf Seide f gearbeitet, zum Preise von ... iOU»""' HAARHUTE Hillllllllllltlillllllllllllllllllllllllllillll1llllllllll||||||||||]|r in den modernsten Fassons, durchwegs mit O AE Leide gefüttert, dazu passend, zum Preise von t* Wi M odernes Theater. Montag, 8 Uhr, die Erstaufführung der Komödie „A m e r i k a n e r i n n e n", von Arthur Nichman. L u st sple l t hea te r. „Das Sprungbrett der Liebe" mit Josef Jarno. Dienstag, 25. Aufführung von „Komtesse Gucker l". Mittwoch „Die letzte W a rn u n g" mit Josef Jarno. B ü r g e r t h e a t e r. Montag Fünfzigste Aufführung von „Das Land der Lieb e". Freitag Uraufführung von „Der Mitternachtswalzer", Operette in 3 Men von Dr. A. M. Willne r u. Rudolf Oesterre ich c r, Musik von Robert Stolz. Die nächste Burgtheatcrpremiere. Im Burgtheater finde t Freitags den 1b. Oktober, die Pemiere von „B a 's a n ta sc n n" statt, cm Schauspiel in 7 Bildern, nach dem Indischen von Lion F e n ch t w a n g e r. Die Regie führt Direktor Franz H e r t e r i ch. Die dekorative und kvstümliche Ausstattung wurde von Professor Remigius Geyling entworfen. Die vorkommenden Tänze werden vou Mitgliedern des Opernballetts ausgcführt. Der Bariton Emil Burian gestorben. Im Podoler Sanatorium ist, wie aus Prag gemeldet wird, der berühmte Sänger des tschechischen Natioualtyeaters Emil Burian einem laugen, quälenden Leiben erlegen. Bor einigen Wochen mußte ihm ein Bein amputiert werden. Mit Emil Burian verliert das tschechische Theater einen seiner größten Baritonisten. Der Kamps um die Volksoper. Der Ä üh nenverein schreibt uns: „Bon Intendant Volcker erhält der d. ö. Bühnenverein die Nachricht, daß derselbe seine Bewerbung um die Direktion der Wiener Bolksop^er zurückgezogen har. Sem Rüchtritt ift auf die unbegreifliche Haltung des Theatervereines zuruckzuführen. Der d. o. Bühnenverem ist nicht gewillt, das Vorgehen des Theatervereines ruhig hinzunchmen. Er wivd alle ihm zu Gebote stehenden Mittel gegen den Theaterverein in Anwendung bringen, dessen rücksichtslose und leichtfertige Handlungsweise es dahin gebracht hat, daß 300 Bühnenkünstler vor Beginn des Winters >der bittersten Not ausgesetzt sind." Die Volksopernsrage. Herr Intendant Bolkner eilt uns nachstehendes mit: „Infolge der andauernden Verzögerung einer endgültigen Beschlußfasiung seitens des Theatervereines, sehe ich mich zu meinem Bedauern genötigt, diese B e w e r L u n a a u f z u g e b e n. Da ich in den letzten Wochdn den ^maßgebenden Faktoren des Theatewereines die künstlerischen und. materiellen Unterlagen meines .Pachtoffertes. wiederholt und eingehenb auseinander'zusetzen Gelegenheit'hatte,- hielt ich mich, mit Rückstcht auf meine künstlerische Vergangen h e i t für berechtigt, nunmehr eine endgültioe Stellungnnhine des Dheatervereines zu meiner Bewerbung zu erwarten. Die neuerliche Hinausschiebung der Entscheidung kann ich nicht mebr in sachlichen Gründen suchen. Unter solchen Umständen ziehe ich es daher vor, meinen Rücktritt zu erklären und gche leich meinem herzlichsten Bebauern über das ungewisse icksal des Personales der Wiener Bolksoper Ausdruck/ Colosseum. Felix Fischers „Cafe Eleeträk", bo3 den ganzen Sommer den Spielplan der Reländbühne beherrscht hat, kam gestern (Freitag) im Kolosseum in der Schanzstraße in der Originalbesetzung mit Karl Miksch, Hella Berg und Ruth Beckmeister in den Hauptrollen zur 100. Ausführun.'g. Ab heute wivd desselben Autors Kokainistendrama „Diagnose 16" neu inszeniert wieder in den Spielplan aufgenom- ^men und feiert, in der nächsten Woche das Jubileum der 300. A u f f u h r u n g. Gisela WerLezirk spielt an der Renaissance- Bühne die weibliche Hauptrolle in der Novität „Billa Adelheid" von Emil und Arnold Colz. Premiere Freitag. Nietzsche als Seelenforscher. Dr. Ludwig K l a g e s (Zürich), der Begründer der Ausdruckskunde als Wissenschast, hält am Dienstag, den 12. Oktober, um 7 Uhr abends im kleinen KoNzerthaussaa! über Einladung des Kultuvbuudes einen Bortrag „Nietzsche als Soolenforscher". Georg Brandes gegen seine Kritiker. In der letzten Nummer der Zeitschrift „Tllsküren" veröffentlicht Georg Brandes einen Artikel „Bibelkritik", worin er sich mit den Angrissen auf eine siner letzten Schriften, „Die Sage von Jesus", beschäftigt. Dieses Werk hat Anlaß zu hemmungslosen Ausfällen gegen Brandes gegeben, der natürlich auch als Jude angegriffen wurde. Er verbindet seine Antikritik mit Betmchtungen über die Geistessreiheit in Dänemark. Sein Hohn erstreckt sich auf alle Parteien. Auch den Demokraten sagt er gehörig oie Wahrheit. Er vermißt bei ihnen alles wirklich Demokratische in ihrer Haliung zu Religion, Moral und Erziehung. Die Sozialdemokratie, von der naive Menschen annehmen konnten, daß ie wenigstens mit Bezug auf das Geistesleben aus der Höhe rer Zeit stände, habe sich köstlich verschanzt hinter dem gebrechlichen Festungswall: Religion ist Privatsache. Brandes weist aus Holland hin als den echten Hochsitz des Freisinns und der vorurteilslosen Bibelkritik. In Dänemark sei die Literatur durchwegs Reaktion, die Presse insgesamt ein Graus. Die Theater seien stumme oder dumme Kunst oder eine Ausstellung von lelchtbekleideten schönen jungen Frauen. In einem schönen Fmuenkörper stecke allerdings stets mehr Gerst und Intelligenz als in dem Blödstim, der in den Revuen der Theater vorgeträgen werde... Daß die Revuetheater sich solche alte Kal auer von neuem leisteten wie den, daß man von Brandes wohl ebensogut wie von Jesus sagen könne, daß er nie gelebt habe, erscheint Brandes als Gipfel der Kopenhagener Borniertheit. Die orthodoxe Dheolvgie verbünde sich mit dem heiligen Scala- Theater. Ein jüdisches Kolonistendrama. Der in Argentinien lebende üdrsche Schriftsteller Mordechai A l P e r s o n, Verfasser des Zilches „Dreißig Jahve in Argentinien", schrieb ein Drama Golus", welches im Mischen Theater vvn BuenoS-AireS Erfolg hatte. Das Stück behandelt die Beziehungen eines Teiles der Kolvnistensöhne zu den Kolonien und Landbesitzern ihrer Eltern, die schlechte Einwirkung der Stadt auf die Kolonistensöhm, die der Landwirtschaft entfremdet werden. ml Schi

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