Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2738 (10.10.1926)
- Date
- 1926-10-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. MS8 GNs-O tO. CwTOt Zchelelauskllf der zioniftWea ßrewttve. Die zionistische Exekutive erläßt den folgenden Aufruf: Zionisten! Der Beginn des neuen Jahres bedeutet zugleich den Anfang einer, neuen-Periode unserer Arbeit: Ms eine her ersten und höchsten Aufgaben steht vor uns die Organisierung der SchekeyaimrttWg. Die Resultate der Schekelarbeit für das eben abgeschlossene Jahr können — wenn auch die Endergebnisse noch ausstehen — nicht als befriedigend angesehen werden. Nur wenige Länder haben geleistet, was erwartet werden mußte. Die meisten Länder haben versagt, weil — es sei klar ausgesprochen — auf die Organisierung der Sammlung nicht genügend Sorgfalt und Energie verwendet tvorden ist. Diese Unterlassung trifft und schwächt den Gedanken der E i n h e i t der Organisation, den der Schekel symbolisch und zugleich real verkörpert, sie mindert das 21m sehen Org anis ation, deren Anhänger nach der. Summe der verkauften Schekalim gezählt -werden, sie ■ heeinträchtiM^d ie Leistungsfähigkeit der Or g a n i s a t 5,ö,p, deren Finanzen auf dem Schekel aufgebaut sind. Jst'^tz aber 'wahr, daß aller Eifer und alles Bemühen in. der -Arbeit für andere Ztvecke und Ziele der Bewegung'ausgebrcmcht werden, so sei erneut erklärt: Die ÄrVeit Mr den Schekel ist nicht minder wichtig -als die Mipnsu^.für das Werk des Palästinaaufdanes. Denn der Heekes ist die Grundlage der Organisation, die Zionistische' Organisation aber das Fundament deS PalästiNliweLkös. Ein besondrer Anlaß mahnt zu besonderer Anstrengung im neuen Jahre. Inn 2lugust 1927 werden .'lO Jahrc seit der Gründung der Zionistischen Organisation auf dem ersten zionistischen Kongreß verflossen sein. Wir rufen euch, Gesinnungsgenossen, auf, -diesen Jahrestag zu einem Tage der Manifestation der Größe und Kraft unserer Organisation zu gestalten. Die Organisation ist im Laufe üner kurzen Zeit aus kleinen Anfängen' heraus zu Weltöodeutimg erwachsen. Sorget , dafür, daß an ihrem 3 V. Jahrestage , die Zionistische Organisation größer und.' machtvoller dasteht als je zuvor. Beweiset durch hingebungsvolle Arbeit für die Ausbreitung des jüdischnationalen Gedankens den Willen des jüdischen Volkes, das Ideal der Väter in unseren Tagen zu verwirklichen. Gesinnungsgenossen! Das Mionskomitee proklamierte in seiner letzten Sitzung d i e W o ch e, d i e mit dem 2. November — dem denkwürd ig enI ah r e stag d er Balfour -D ekIaration — b'e ginnt, zu einer b e s o n d e r e n un d a ü s s ch l i t ß l i H c:n . Schekel-Wo ch e.' ' r: , i ,; Bour 2. bis zum 8. November sollen sich alle zionistischen Organisationen mit ungeteilter Kraft der Verteilung und dem. Absatz des Schekels widmen. In dieser nur kurzen Periode soll die Arbeit für alle cm* deren Fonds- und Institutionen eingestellt werden, jeder Zionist, auch der im Dienste der Fonds wirkt, soll sich ausschließlich der Schekel-Kampagne widmen, alle zerstreute und vielfältig dezentralisierte Energie - soll konzentriert und — gesammelt — nur auf das e in e große Ziel gerichtet werden: Die. Verbreitung des Schekels unter dm Massm des jüdischen Volkes, die Gewinnung iieiter organisierter» Ziouistcn, die Stärkung und Festigung der Organisation: Z ioni stem! Wir mahnen euch an eure Pflicht. Die Dalfour- Woche sei der Beginn des neuen Arbeitsjahres! Mit einem großen und stolzen, für die Einheit, Kraft und Opferbereitschast der zionistischen Bewegung zeugenden Kongreß möge das Jahr 6687 seinen Abschluß finden. Exekutive der Zionistischen Organifatwo-m Ch. Weizmann, N. Sokolow, Präsident der Zionistischen Präsident der Zionistischen Organisation. EsÄutive. ArchSolozische Ausgrabungen in Aegypten. Im Laufe des kommenden Winters tvird eure Reihe! wichtiger AusgirabUngsarbeiten in Aegypterr vorgenommen werden^ In Gräbern von Gizeh.scht die.aimvrikaNische Haryard^Boston-Expeditwn unter Whirrurg Prof. R e i s n e r.s, ihre Arbeiten fort. Auch jtzoward C k r de r wird die zwei noch unber.ü.hrt.en Kammern dös T u >t a n k h it,mc u -.G r.abe s in dem Tacke dev Könige öffnen, ebenso wie die Nachsorschmigen in 'lZWtz »veMolles Material versprechen. . - i T-acs ägyptische Departement für MteriÄntev witd fÄVst die Grabungen in Sakkara fortsetzen. Anrerisirmsche, französische und englische Gesellschaften führen kleinere AkiKgvabungell in Fajunr, Theben uckxanderen Orteudurch, während andere große Gesellschaften, wie die Expeditionen der Universitäten, von Philadelphia und Chicago in diesem Jahre! Ausgrabungen nur in Palästina vornehmen werden, wo si" bei der Regiemng größfewe-s Entgegönk o IN m c"hiX’u als in 2legypben. 300 I Reste In alten Grtfffon und Farben ru 20 Aufsehen , ,, ... erregenden '{ r. ■ OkhaslonslAV Preisen' ®r kSimUU VII. NeübmgasseW. Gespräch mit Mattin Buber. Ein Gespräch mit Buber ist zunächst ein pevsöMches .Vergnügen. Nach den evsten Augenblicken der Konvention sitzt' man einem Manne gegenüber, der sofort Wer alles Fremde, Hemmende hinweg z>nm rein menschlichen, Offenen Gespräch findet. Wir kommen gleich auf den Zionismus zu sprechen. Buber meint, es sei im jetzigen Zeitpunkt für ihn sehr schwierig, sich über den Zionismus und feine einzelnen konkreten Probleme zu. äußern. Auch Wer Palästina wolle er so lange nicht ein Urteil abgeben, bis er in der Lage sein wird, «das Land zu beuchen, um auf Grund persönlicher Erfahrungen sich , öine Meinung bilden zu können. Buber hofft, im - Februar nächsten Kahres nach 'Palästina auf einige Monate fahren zu können. Der' Zeitpunkt seiner Abreise hänge nur noch davon üb, ob es ihm im kommenden Soimnersemester nröglich fein wird, feind Lchrtätigkeit an der. Frankfurter Universität zu -unterbrechen. Als das wichbigiste Problem sieht aber schon jetzt Buber. inner-.! halb des Zionismus.das PrMepr des E.h-a-l-mz>an. Der Typus eines .Ghaluiz, eines MeHchen, der aus dem GemÄnfchaftAgeWyl.heraus viel': mehr leistet als ändere f; MenMen auH fc;.in ..SC&el't ein-, singulärer und darum muß etz'DUere. vorUHhMte. .SoM"; ■ Br.'- HElr'DiKWMLWeHe zu-sichs^M. '-Es' scheintdaß Gef' MHW als fB^tänidigeWirI^Miche Gebvlde-doch mW diese.sichere'Grundlage gehÄW. Mb.en^ füw man-, bisher' geglaM Hütte; es müssen aber. Mlltel und-Wege gefull-' den, werden, die ein geistig und'-wirtschaftlich fundiertes Gemeinschaftsleben der Ghaluzim in Palästina ermöglichen. 8luch in'der Diaspom muß den Ghaluzim die Möglichkeit gegeben werden, sich ftir Palästina vorzubereiton. „Ich habe auch konkrete Pläne, die sich auf die Förderung . und Sicherung der LebensmöglicMeiten der Chaluizirn in Palästina beziehen, ich möchte sie aber nicht vor der Erhärtung meiner Gedankendurch persönliche Beobachtungen in Palästina der Oeffentlichkeit Wergoben." Für die I u g' e n d b e w e g u njg, über die D Buber jetzt befrage, soll' Palästina wohl ein z e ntrales, über nicht das ansischließlich'e Problem sein. Es hat - sich nämlich gezeigt, daß junge Menschen,' diein einer -Jrigendbewegächg waren) deren' emsiger Inhalt Palästina tvar, nach einigen Jahren entweder wirklich nach Palästina gegangen sind (das war aber nur der kleinere Teil) oder — ,)ins Loben zurückgekehrt sind." Vor diesem Jns°Lebsn>--Zuvü'ckLshrön muß eine jüdischie Jugeudbewegiung -in der Diaspora den jungen Menschen bewahren. Sie muß -ihm Inhalte geben, die es ihm ermöglichen, auch' hier in der Galerth dem Judentum und der j-Wifchen A-rbeft treu zu bleiben. Jn^ kleinen Jtrgendigemüinscha'sten mmß intensiv -gelernt werden, in gemeinsamer Arbeitdie hebräische Sprache, die jWische Mllftrr 'und Geschichte erworben werden. SÄbstverstiindlich darf 'dies.es Lernen, darf Äese ' Beschäftigung ' mit jüdischem Wissen un!d mit Mischer KMur nicht an AeuherlichhsÄen lhasten bileDeu, sie nmß in die L^e gehen «und sich benDhen, wirklich in den Geist des «yenea Volkes emzuidringeNv Aus her JugerÄbewogung sollen ferner Menscher hsrvovgchen, die m >die verschiedenen jüdischen Zerrtren, der Diaspora gehen, -mn dort ent- 1<prochend. Ähven Fsähigkoüen «nh NHpryg>e« inuevhaD des Judentums' und für das J^derstum tätig zo sein. Der junge -Mische WeulW «imlß. dev $mt- MdWev WnMchkeit stichen. - Im ^ntrmn tW B uD-echH istM jetzt die Bibelübersetzung, die er gomeircham mit . Franz Rosen zweig unternommen..hat. .Me evsten zwei Bände sind bereits erschienen in unserem Blatte bereits besprochen worden), der .dritte rwd vierte Bänd sind in Druck und werben noch, .in «diesem Jahre erscheinen, mit. dem MHten,, der mO im Mnier noch hevanskomlnen wird, G der PeickMrch abgeMofftn. Das ganze -Werk der BibeMersetzung ist . au!f g w a n zig Bände, die «m Laufe der Jahre erscheinen sollen, ange- 'gt. Gleichzeitig mit der Bibelübersetzung will Buber 'meinsam -mit Rofenzweig, eine Reihe eMärender Schriften zur Mb-el herausgeben. Die erste, von- Franz Wsenzweig versaßt, die aber trotzdem die Ansichten . kd-er Bibelübersetzer zum Ausdorick bringt, «heißt „Di-e ächrrft und Lal-t-h^-r"' und -hat zur Birsgakbe, die j.ibelübevsetzMLg Suchers mit der Bubers un>d Rosenveigs M konfrontieren. Es soll damit in erster Linie denjenigen Juden das Handwerk gelegt werden, die es i lls ihre oberste Wicht betrachten, für die Luther-Bibel legen jode neuere siid-ische Uadersetzung einzutreten. Die -iveiteren evkläronden Schriften zur Bibel sollen unter .anderem auch airf die vevschiodenartigen E':mr«ii-rfe der i Kritik eiugehen, denn Buber betrachtet seine Bibelüber- ,'setzung nicht als Werk der Literatur, sondern als Werk des Lebens, -es Kampfes. .Daneben arbeitet Buber an einem Buch über -„Messianismus" und -hofft in -Palästina das ' Material für ein Werk Wer «die di-bAsche Welt sammeln .zu können. Ms die Fmge, ob er serm Werk über -den ^Chassidismus schon als abyoschlosien betrachtet, ^arMvortete Birber, daß -der sozusagen belletristische Toll .' schon abgeschlossen ist und nur -noch inungefähr eineinihalb Jahren im Verlag Rütbe-n & Loeniug eine große, dreibändige Ausgabe seiner ch^asfidvfchen Schriften erscheinen soll. Dagegenhat noch Buber einige theoretis-che -Arbeiten Wer den Ghassidismus vor. Schon vor längerer Z^kt ging er zusammen nnt A g n-o n an -die Herausgabe eines „C o rP.u-s chassi d-i^-u-m" i-n H-sb r-ä-i s che r Sprache; /der erste Band «war im Manuskript schon fertig, ist aber seinerzeit KNsammenmit anderen Manuskripten Agnons verbrannt. Während seiner Amwesen-heit in Pa'Iästjina will sich Buber wieder mit Agnon in Verbindung setzen, um -das geplante Werk zu verwirklichen. An der FrankfttrtLr «Mriverlfität Mt BWer Vmr- .lesrrngen über jüdische und allgemeine ReÄgionswisseNschast. Seine einftihvMde Vorlesung «trr-ug d«r Titel: „Wie ist RMgirvuswksjenschaft müglüM" Ferner -las er Wer Mefsiamsmus mit gleijchizeÄiger LeMr-e vx-U messianitstischen Texten im Semwas und über „Schöpfungsmythen -und SchöftungsgLauben", arrch mÄ gileichzeitiger eLktü-re.von.kosmqgpniischsn T-rMaKvwans- „Ehagiga". «bM. Ser zionislische SelesiettenlW. Das Zionistische LaudaÄomrtee für OrswrpkW.-vettkratbart: Die für die in der gestrigen Kundmachrmg-angeMyr^ Wahlkreise, welche mehr als einen Delegierten M wcchwn haben, bis gestern (Samstag), 9 1|r abends, ewgereichtM W ah l vorf chläge werden als gWig anelckcmnt, wenn t>ie Unterstützung des Vorschlages durch die UnterschrM von 1-0 Wählerti des diesbezüglichen Wcchllrläses bis Nngstsns MÜwoch, 6- V$x' aberids, im LcmdeskomiLee LÄgchrmhL wrr-d'.' . ' Die Wahlen zum DeVeWrieiKag ftüden WEtte« Sonntgg, den 10. Oktober, statt. . Die Wahllokale rnw! Wahlzeiten ivurden in unserer gGrigen Ausgabebekannt-^ gegeben. * WaWimMage» Sektion iic Haupidelegierte; Dr.'Leopold Pläschkestz Max Schiffmann, Äärrkus BarHeld, ProKeffor Moses MM - Jacques Singer, Isidor Lebensohn; Evfatzdelegierte: SigrmmÄ' - Haber, Schaje Horowitz, Margit BuchMder, Moses-ÄvW^JMf Singer, Nuchrm Rosenthak. S e kt bo n P.nackeM:.Ha«PtdelegLerte:--Dr.^J^ herz. Jchuda Schmidt, BenMn Schrffmamr; EvtzatzdeleZ«ots: Meschulim Schächter, JoZef Wemfto-ck, Jehuda Ängsr. ' Sektion Ztoisich-enchrü-ck-enc Sarck LWormkmn, David KoWer; EviatzdÄssiertv: Löbl. AaUbes^^Br.^MvLLHWvK>- «rann. .SEkvom *0-^ HauMdelegkerLe: ■ Dr. Bezirksrat M..Kvhlv; «Ersatzdelegierte: Dr. Berta Bergern. SoMMom w: Hwtj.WMM!ker De: -JM'MMkWk. Josöf. Mchrer; ErsatzdeloWvrte: Josef Mmger^.WM-Schor. .GMMlag. .s < -aa-fifA... . 6in verschwmdenes SkiMml. .ÄW FLo reuz wird bericht«^ iLkM-WhlrmtziLl^poLiti- Mv) inä dvamatischM Dichter Wlice 6V hatte die freisinnige stch Mo^eW, djaß. Zerptdum fert TtzMmcrs, e$tt BwnzedenkmÄl errichtet. -Der DWer, sin «rvergHHex MMrchtzr geMtt M ReMiwr rsL M i-kBeuistHsn PmLameuÄK, wp ür <m Mgiwc CL^pis.a!ichNst, . U im « E;<% - uar, Iber! '.konfetvjcMe 'MgeMWüte 'Mibl Mae^'LKr-wchir Nerzicht äus alle rA-erüchen. KcMWegeln -Smr 'netemWGer Sei Wem! Al. MGesgauKdiMMM-M . Mttzk-wÄ gesWen Wvn soll, echieft dilwE g b e s.ich«rär Uar-d'!JuL»ÄKrch«M!em von -MMO LiM. iM-idstWkWM. tzttW! NWehim. > M.eimrÄMMWW' M einem gewaltigen 'UMerbain aus MvmwrWckein Üer MenMoWm 'jMrr M'tMd, Ipm.iÄ/ws MMWvMtztz Ü«ÄU»: Zweumdfünftig Woppelzen-Mev Gewicht. HieueirME seu die Schyarzhencherr, wo das MmMeBr/OWÄllmen