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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-10 · Heft 2738 (10.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2738 (10.10.1926)
Date
1926-10-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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iiessisssssji | Polen: 35 gros2y | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstf. 1-3 oder in einerVerachleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Qm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Nachzahlungen bei Preiserhöhungen Vorbehalten Nr. 8738 :"r n r Wie«. Sonntag. 10. Malter 1086. | Preis »» g | Ln gl an d: Mon. 4 Schilling, tialkn: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei B ulgaf io »2 Mon.100 Lewa, j -t. S-ehw &v7j und das übrige 11 Ausland monatlich Pres. 6 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 VH., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150.693 8. ZaHrgang Jnr rcdaktivuetteu Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Ubernahmsstellen in Jedem 0eatrk l Tätlicher Autoverkehr In alle Bezirke zwecks Abholung vom Hause! #ä"seht lür gcUlzWien! Z ENJPALE'VI'WALLG 4*TEL ■ 3 5 - 20 SEPIE Heute, Sonntag, 10. Oktober zum 1. Mal NACHMITTAGS- TANZ-TEE in unserer Konditorei um 5 Uhr REPRISE der.mit so großem Erfolge inszenierten REVUE D’AUTOMNE * Conference : Major Bfiroa- Grinufi*; Jazz Damenspenden Tanz The complet inklusive Entree: S 5’— ' Numerierte Sitze Beginn 4 Uhr I. KÄRNTNERSTRASSE 11-15 n:. <r Gtr/nmisohlüpfer in großer Auswahl In allen Größen lagernd Vli„ Neiihaugasse 26 Telephon 30-1-76 warhiitii, A-e. Spediteur d. Korporation d. Berliner Buchhändler UmzQgo / Spozilität: Palästina-Transporte / Prima Befeianzon BERLIN C 2,Hinter d.aarnlsbnkirchola Amt Nord. 0781-0786 uuivLiiiv yj 15, ]oochlmsthalerstr. 15, Amt Setinplatz 8353 HAMBURG Bornstrafie 31. Amt Nordsoe 1100 - 180 wirken vorbeugend und lindernd die ärztlich erprobten und empfohlenen 9 «■ dl fl• Knoblauchtropfen, Vorzüglich bei Frauen in den Wechseljahren. Preis! S 3.50. Erhältlich in allen Apotheken. ist ‘ Erzeugung: Alte Feldapotheke, Wien,!. Stephansplatz. Wird gestreikt oder nicht? Sie Bundesangestellten. Für!>en vertagten Streik der BlmdesangestÄlten dürfte das Sprichwort „Ausigeschoben ist nicht aufgehoben" kaum zutreffen. Man gewinnt den Eindruck, daß wegen Lohn fragen in absehbarer Zeit ein Streik von Bundesangestellten nicht mehr angedroht und auch wohl nicht in Vollzug gesetzt wevden wird. Eine Revolution auf Mdervuf hat es nirgendwo gegeben und Srrerkstimmung läßt sich nicht auf Flaschen abziehen imd konservieren. Ein anderes wäre es, wenn irgend eine politische Partei etwa die Staatsangestellten, zur Durchsetzung bestimmter politischer Ziele oder zur Verhinderung von Absichten ihrer Parteigegner. aufbieten wollen. Politische Bearntonsteiks sind nicht ausgeschlossen. Und gerade der eben abgeblasene Au s sta nb erweckt den Verdacht, daß er n i ch t a u f d e r Marschlinie der sozialdemokratischen Partei vorgesehen war. Zwar sucht die sehr gewundene Erklärung der Gewerkschaftskommission glaublich zu machen, daß Bundeskanzler Dr. Ramek die Beamten in den Streik hinointreiben wollte, weil er das dunkle Ziel verfolgf hätte, mit dem Streik, der um die bekannte'Vier-Dage-Frist entbrannt wäre, die Streikenden unpopulär zu machen und ins Unrecht zu setzen. Ebensowenig überzeugend ist auch die Behauptung der Gewevkschaftskommission, sie habe in Erfahrung gebracht, baß der Kanzler im definitiven-Gehalt^gesetz des Jahres 1927 den Beamten geringere BeMge.geben werde, als sie jetzt halben: darum sei es notwWdig, zur -Abwehr dieser ^MßWtßrMAww Mittel.M' Streiks in Bereitschaft Wer tanzen will, dem ist bald gegeigt, und den Hoheitsbeamien war die Intervention >der Gewerk-schastskommission tritt willkommen, da sie sie von der Djktatur des-Abgeordneten Zclenka befreite, der nun schon seit Jahr und Tag die Organisationen der Bundesangestellten mit seinen Streikparolen vor sich h e r t r e i b t. Es wird hier kein Geheimnis verraten, wenn man bekanntgibt, daß Zolenka sowohl den soziakdemokratifchen Gewerkschaften als auch der politischen Partei als enfant terrible schon recht lästig geworden ist. Seine Taktik war immer ^darauf eingestellt, für eine kleinere Gruppe von AnMstellten zu intervenieren, für sie S o it d c r Vorteile herauszuschlageu und sie dadurch von i h reu B e r u f s o r g anisationen loszureitzen und an seine Technische Union anzugliedern. Er hatte da Konflikte mit der Tabakarb eit ero rga nisation, mit dem H a n d e l s- - u «n d Transportarbeiterver- L a n d, den Land- und F o r st a x b e i t e r n usw., weil er unbekümmert darum, daß diese Staatsarbeiter schon in einer Gewerkschaft organisiert waren, diese zum Uebertritt zur Technischen Union zu bewegen verstanden hat, die ursprünglich eine Gewerkschaft der Telephonnnd Telegraphenangegstellten und Arbeiter, nunmehr zu einer Sammelgewerkschaft von Telegraphen- und . Telephoubeamlen und -Arbeitern, Salinenarb eitern, Forstarbeitern, Beamten und Arbeitern der Staatsdruckerei, des Münzamtes nsw. geworden ist. Dazu kam noch, daß Zolenka in einen schweren Konflikt mit der Postgewerkschaft geraten war, dessen Bereinigung für die Zeit nach der Lohnbewegung der Beamten vom sozialdenrokratischen Zentralorgan in einer ziemlich ldeuilichon Weise in Aussicht gestellt worden ist. Zelenka hat sich mit seinem letzten StreikrMnvatmn zu weit vorgewagt. Zuerst Zeigte ihm die Dr-kswerHschaft die kalte Schulter und bald darauf gab die Gew erkschafts kommiss'ion zu erkennen, baß er Streikparolen nicht ahne eine. Einvernahme mit ihr hinausflattern lassen könne, weil durch sie auch die Arbeiter in den Privatbetrieben berührt werden könnten. Die Dinge liegen heute für die in der Privatindustrie Beschäftigten ''icht so rosig wie in der JnflatiouszM. Heute streb Äe WOdramlitt: "DÄ8!?' Mplrde ppavhMlloke, verkeutt um 80 bis 70°/, billiger als1 neue Schätzmeister MAX HQTHOLZ, VIII., Lerohenfelderstr. 48 Staatsangestellten weit besser daran. Sre lhoOen ein bescheidenes, ober gesichertes Einkommen, sind vor der Arbeitslosigkeit bewahrt, haben Altersmch JnvaKditäts- Versicherung und ihren ausgiebigen garantierten Urlaub, während die Privatan gestelltem, wenn sie ein gewisses Mer übevschMen haben, kaum mehr ein Unterkommen finden -können und auch iu vollerwerbsfähigom Alter von Arb eits losigkeHt, Kurzarbeit und Unter Verdienst ständig bedroht sind. Ihnen hätte man vielleicht noch einen- Beamtonstreit wegen Lohnforderungen begreWch mach^Mnten.Gnen BeamtenausstaNd, der aber wegen einer Prestrgefmtzje ausgebrochen wäre, hätte dort sicherlich! So^'b d a r i t ä t s ä u ß e r u n g zur Folge gehabt. Das Schreiben der GMerkschaftskommifsion spricht davon nicht: je mehr WoM>es macht, desto deuMcher ist a b e^r ans ihm herauszMsech daß es seinen eigeMichen Zweck, d-em Streik d e s H e r r n Z e l enka z .u tpe»r-'hä.n d e r n, ' verhüllen will. * . Das, was gestern nock) über Sre Perma-nieuz der diversen Mtionskomiltees und über die unwiderrufen gebliebenen Strerkvorbeveitungen gemeldett wurde, sind Mckzugsgofechte. Die fLechmsche.MÜM^ und der 25er-MMfchuß hckb'on W bTreits vollständig dem Verlangen des Bmtdeskan^ters nach Verschiebung 'des DevhaNdLingsbeginnes auf Dier^- tag akkommodiert und noch gestern dem Kanzler einen Brief übersendet, worin sie die Einlcvd-ung> zu den Verhandlungen annehmen und versprechen, daß H-ve Vertreter pünMich um H Uhr vormittags am 12. Oktober im Bundeskanzleramt erscheinen werden. So lange Bundeskanzler Dr. Ramek im Amte sein Wird, ist ein Wiederausbrulch der Streiikböweg.ung nicht nuechr zm gewärtigen. Denn Äe der Mchvhoit nahestehenlden Beamtenorganisationen dürfen schon m-iib Rücksicht auf ihre Parteien nicht einen Beamtenistreik risBieven, der höchst unpopulär wäre mrd die Wahlausstchten sehr verschlechtern würde. Die Soziald em-okraten wiederum, haben kein Interesse daran, Dr. Ramek durch einen Boamtenstreik zu Falle zu bringen. Es scheint, daß ihnen seine' schrvache Position sehr behagt und daß sie einen efren* Quellen Ausstcmid der öffentlichen Angestelltsn lieber für Dr. Seipel, seinen präsumptiven Nachfolger, aufsparen möchten. Ist es doch seit dem Auftauchen der ersten Krisengerüchte ihr gauzes Bestreben, keinen F i mge r zu r ii h r e n, um eine L ö s -lt n g der i n n e r p o l itischen Schwierigkeiten herbeizusuhrsn. Das hat wohl den doPPeNon Zweck, Dr. Seipel das Bundeskauzlera'Ntt weniger erstrebenswert 'erscheinen zu lassen und es ihm, wenn er dann schließlich doch Regierungschef werden wollte, dies leichter zu machen, als es Dr. Ramek hat. Seeikts Nachfolge». Berlin, 9. Oktober. (WoW. Zum Chef der Heeresleitung ist Generalleutnant H»he, bisher Kommandant der ersten Division und BefehlGaber im. Wehrkreis 1 (Ostpreußen) ernannt worden. Pole« «ad de» rasfisch-lktaaische »ertrag. Warschau, Oktober. Gestern besuchte Ministerpräsident Pilfudsky den Minister fttr Aeußeres Zaleski, mit dem er die Frage des litauisch-russischen Vertrages besprach. Es wurde b^chlosien, der Sowjetregievüng durch den polnische«' GHandten in Moskau eine Nöte zu überreichen. Verträge Vichkarchs mit der baltischen Staaten. Reval, 9. Oktober (Tel.-Comp.). Die Verhandlungen Sowjetrnßlands mit Finnland, Estland und Lettland wegen Abschluß eines Garantie- und Neutralitätsvertrages haben heute begonnen. 7

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