Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2737 (9.10.1926)
- Date
- 1926-10-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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9. KW OM 7 M. SM ZaiWvills nationale A r b e i i mid. seinen großen Wahrheitsmnt im innerjüdischen und vmherjüidischen Kampfe. Der A'benid verlief sehr eindrucksvoll. (I. T. A.) Mt Stenn Haieffov in England. Im Zusammenhang uiider für den l0. Oktober nach London einberuscnen außerordentlichen Konferenz, die der Arbeit für Keren. -Hajcssod iund Keren Kajemeth gewidmet ist, richtet das Organ der englischen zionistischeil Vereinigung „The Zionist Review" eine Mahnung an die Zionisten Englands, ihre Arbeit für die Stärkung der zionistischen Fonds zu verdoppeln. Die in der Angustlmmmer erschienene Liste der Keren 'Hafessvd-Spende bild" kein.Ruhmesblatt für die englischen Zionisten; voll der jetzt erschienenen Spenden-Liste ans der Provinz kann mail das gleich: behaupten. Man hätte von den englischen Juden eine lvürdigere Antwort ans den an sie erergangenen Appell erwartet. Man vermißt auf den Listen die Rainen bekannter Zionistenfrennde; andere reiche Zionisten sind mit nur geringen Beiträgen vermerkt. Der nahe Termin der Konferenz soll den englischen Zioniste>l eine Mahnung sein, ihre Pflicht gegenüber Keren Hasessod und Keren Kasemeth zu erfüllen. Behördliche Schließung einer jüdischen Schule in Konstantinopcl. Die bekannte Goldschimdt-Schule irr Kanftcmti-nopel durfte zrr Beginn des ricuen Schuljahres nicht wieocr eröffnet wenden, da, wie die I. T.-A. meldet, die höhere Schulbehörde sie in die Liste der frctnb'fpradjlicffcu Schulen gestellt hat, die vor ewiger Zeit verboten worden sind. In der Begründung wird ausgoführt, cs seien die Bedingungen des türkischen Leiters der Schule nicht erfüllt worden. Rückversetzung jüdischer Gymnasiallehrer in der Bukowina. Aus Cz er nowitz wird uns berichtet: Die Intervention des jüdischen Deputierten Dr. Mayer Ebner gegen die von der früheren Regie-mg verfügte Versetzung mehrerer jüdischer Gymnasialprofcssvrei! in entlegene Gebiete hatte Erfolg. Dank dem Eingreifen des Ministers für die Bukowina Dr. Dori Pspovici hat der Unterricytsininister die Rückverfetzung von 14 jüdischen Gymnasinlpro fcsforen nach der Bukowina verfügt. Die Ucberfälle in den rnmünischerl Eisenbahnen- Ans Bukarest meldet die I. T. A.: Wie erinnerlich, haben rumänische Studenten, die vom Stndentenkongreß in P n t n a ziirückkehrten, in der Nähe der Eisenbahnstation A d j it b die Mitreisenden indischen Passagiere überfallen und so schwer mißhandelt, dckß mehrere von ihnen längere Zeit im Kranke nHans zubringen mußten. Aus die Beschwerden der Opfer und Ivegen anderer Exzesse ordnete der rumänische Verkehrsminister eine U n t e rsuchung an und ernannte zu diesem Zweck eine eigene Untersuchungskominission mir Inspektor I o n e s c n an der Spitze. Die Verhöre haben bereits begonnen. Planctenbettcmmng nach Juden. Die Iuternationalc Planetenkommission, die ihren Sitz in Frankfurts. M. hat, beschloß, zwei Planeten nach den verdieirstvollsten Förderern der Frankfurter Sternwarte zu beuerrilen. Der eine Steril tvird deii Namen „Mauritius" iiach Moritz O p p e n h e i m, der zlveite den Namen „^ugcnisis" nach Professor Eugen Hart mall n fuhren. Eugemsis ist ein Analogon zu Leonisis, der nach Geheimrat Leo Gm n » vor längerer Zeit benaniit wurde. Ein Samuel-Gompers-Saal in Genf. Aus Gens wird uns berichtet: Im Internationalen Arbeitsamt in Genf wurde zur Ehrung des Andenkens des verstorbeneii langjährigen Führers der amerikanischen Arbeiterföderation Samuel GomperS ein eigeirer „Saiuuel-Gompers--Saal" eingerichtet. Die Kos ton trugen die amerikanischen Arbeiter- Verbände. -Bekanntlich ist an dern Gebäude deS Völlrerbnudes auch eine Gedenktafel siir Woodrow Wilson-, „den Begründer des Völkerbundes", angebracht- Bühne und Kunir ..Kollege Krampton." Gastspiel Bassermann. — Deutsches Bolktheater. Unter den versoffenen Genies, mit denen die Dramatiker die Bühne bevölkert haben, ist der Professor Crampton Gerhärt HanptmannS so ziemlich der Überflüssigste. Man m-ertt von seinem Genie zu wenig, von seiner Trunksucht zu viel. Er ist ein naiver, unvcrderbter Mensch geblieben. Schön. Er währt noch im Fuselrausch künstlerischen Adel. Vortrefflich. Aber das ergibt noch lange kein Drama und reicht bloß für ein Genrebildchen. Dazu hat Hauptmann alle Kunst der Gestattung auf den Helden des Stückes verwendet. Peinlich, ivie es ansonsten aussieht. Tie Tochter, dietreu und opferfreudig zum verkommenen Vater hält, der Schüler, der ihn verehrt, auch loeuu er ihn im grauen Elend sieht, des Professors Faktotum, auch die übrigen Figuren durchaus reckst: schablonenmäßig; teils Stichwortbringer, teils notwendige Bühnenrequisite, um die Handlung zu flicken. Versöhnlich nur, daß der. alte Säufer nicht in der Gosse endet, sondern daß ihm dieses Ideal von einem Schwiegersohn die versoffene Entrichtung seines Ateliers Stück für Stück zurückkauft und dem alten Herrn, der gar nicht mehr trinkfest ist, einen herrlichen Lebensabend bereitet. Bass er manns Professor Crampton ist gewiß eine ausgezeichnete, sorgsame, tiefschürfende Charakterstudie, aber sie scheint uns — nicf>t allein durch Hauptmanns Verschulden — zu ausführlich geraten. Neben ihm, der wieder stürmische Erfolge hatte, behauptete sich der humorvoll gezeichnete Dienstinann Löffler des Herrn Forest, der gütig-behäbige, nüchtern-kluge, hilfsbereitest Kaufmann Sträfler des Herrn Brandt. Der jugendlichfrische Herr Baumann, bestimmt eine kernige Natur, in der Rolle des enthusiastischen, verliebten Schülers nicht recht am Platz. Man wird chm andere Möglichkeiten der Entfaltung bieten müssen. Auch über das neue Fräulein Stadler soll kein kränkendes Wort gesagt sein, bevor sie nicht ^nglicheve Gelegenheit zum Start W. O. A. „SnfoHn". WieMk GestMlWlhWWß durch das OkmüWk DPNWDOstWOU.; — Sarlcheairr. , , 'Es givt nur ivemge Tondichter 'der tmHtoagnenschen Aera, welche einen derart mächtigen melodischen Atem besitzen und zugleich in ihren Opern ein derart, undrcunatisches Verfahren handhaben wie Anton Dvorak in seiner im Jahre 1889 in Prag uranfgeführten Oper „Jakobin". Begreiflich, daß sie trotz ihrer so reichen melodischen Schönheiten, die Grenzen ihrer engen Heimat nicht überschritten hat: Dieser Jakobiner, der im Grunde ein harmloser inkognito herumspazierender Landedelma'nn ist und halbe Akte lang in der Versenkung verschwindet, sein intrigierender Vetter, der tragikomische alte Freiersmann und der Dorfschullehrer, der ganz famose, nur zu lange Privatkonzerte veranstaltet, sic alle kommen und g hen wie zufällig über die Bühne und singen Arien und Chöre, die der Olmützer Chorgesang-unst das schönste Zeugnis ansstellen. Me reizend etwa der Spottchor oder das lustige Streitduett und alle diese oft auf dem Polkafundament ansgebauten Liedweisen, die so vieles dem im Theaterhandwerk weit handfesteren Smetana abgelauscht und wiederum manches von Brahms, dem Gönner Dvo-äks übernommen'" ben.'JIngemTul fein, ja zu fein für die Erfordernisse des au sich robusten Theaters sind die Formen gehandhabt, etwa im zweiten Akte der Ucbergang von der innigen Madchenarie zum lustigen Duo und darüber hinaus zum Trio und schließlich zum Ensemble. Reizende Lust'pielmusik, in die dann doch wieder ganz unvermittelt schweres dramatisches Geschütz mitten hineinplatzt. Fein, ivie die Melodie, ist auch die durchsichtige Jnstrumentatioit. ES ist eben alles so fein und schön, daß man dieser,im Dramatischen leblosen Schönheit, schon im zweiten Akt überdrüssig tvird. Dia Ansfnhrnng war wieder durchaus befriedigend. Mit starken Wirkung fang Herr Krikawa den Jakobiner, Herr Havlik war als alter Schürzenjäger ebenso trefflich in seiner Buffolaune wie als Heiratsvermittler Kezal, sehr brav« sangen auch die Damen V l k o w und M e st a k o v, die Herren. Celerin,- Haiek und Mestek. Sie sind eben otffl flämisch? Natursänger, denen das richtige Singen gleichsam angeboren ist und die sich darum durch gesangtechnische Schwierigkeiten nicht bange machen lassen. Musterhaft spielte das diesmal von Jaroslav Budik geleitete Orch'ster. flb. Aus den Theatern. vnrgtheater. Sonntag,. 3 Uhr, zu Nachmittagspreisen „Fla ch s m a mt als Erziehe r", abends, 7 Uhr, „D e r junge A a r". A k a d e m t etheater. Sonntag, 3 Uhr, zu Nachmittagspreisen „Die Frau von vierzig Jahren", abends, halb 8 Uhr. „D a s g r o b e Hem d". O p e r n t h e a t e r. Sonntag, 7 Uhr, bei aufgehobenem Abonneinent-„C arme n" mit den Damen Anday, Schumann, Helletsgrubev, Kittel und den Herren Piccaver, Manowarda, Zec, Wolken, Breuer, Gallos, Musikalische Leitung Herr Heger. Deutsches Volksty e at er. „Die Schule der Kokotten" plit Leopoldine Ko-nstantin wird nur mehr Sonntag, nachmittags 3 Uhr, Dienstag und Freitag gespielt. Sonntag und Donnerstag „Reiner Tisch!" Goethes „Faust" (1. und 2. Teil) steht Montag auf dem Spiclplan.. — Gegenwärtig wird Goethes Schauspiel „E g m o n t" mit Albert B a s s e r m a n u geprobt, das mit der vollständigen Niusik von Beethoven Samstag, den 16. b§;, zur Aufführung gelangt. M o d e r >l e s T h e a t e r. Montag Premiere von „D i e A m e r i k a n e r i n n e n" (Die Unmoralischen). I o h'a n u- St r au ß - Th e at e r. Morgen nachmittags „Die F ö r ft c r ch r i st l".- 91 aimundtheote r. Heute, 3 Uhr, bei kleinen Preisen, das Kindermärchen „Der S t r u w e l p e t e r". ' Das Olmützer Opern-Ensemble bringt heute im Carltheater Dvorak» Oper. „Teufclskäthe" zürn erstenmal am Abend zur Anfführung. Die Titelrolle singt Alba Sehnalova. Sie spielt auch die Rolle der .Künstlerin in der Oper „I e n u f a", welche infolge des großen'Erfolges Sonntag abends statt „D al i b o r" gegeben wird. Orchesterkonzertc des Bliudenorchesters. Die Aerinsten der Armen,.-.die B l irr de n. veranstalten Sonntag, den 17. Oktober, um %tl Uhr und %12 Uhr int Löwenkino, 3. Bez., Löwengasse 38, je ein Orchesterkonzert des Blindenorchesters mit künstlerischen Einlagen und laden alle zu dieser Wohltätigkeitsvernnstaltung siir die Unglücklichsten ein. Eirttrittspreis auf allen Sitzplätzen 60 Groschen, Logenplätze P0 Groschen. Neberführung der Leiche PuccrniS. Der Leichnam Puccini.s wird am. zw-citeu Todestage des Meisters, am 29. Noveinber, von Mailand nach Torve bei Lago «bei Viarcggio überführt werden, won in .sei-ner Lieblingsvilla eine BotivFapelle aufgeführt worden ist. . Die GeVurstStagSfeier Cervantes' in Spanien. Der Geburtstag Miguel Cervantes', des Verfassers des „Don Quijote", ist zum erstenmal in ganz Spanien als n a t i o n a l e r Fe stt a g gefeiert worden. Zlu den Universitäten und in den Schulen tvlirden Borträge über die Bedeutung des Werkes, über die Art -es zu leset! tmd über die Notwendigkeit, die Liebe zur Lektüre des Buches zu vertiefen, gehalten. Auf dert Straßen ivurden verschiedene amtliche Broschüren gratis verteilt. Ebenso haben zahlreiche kulturelle Vereinigurtgen an ihre Mitglieder tausende von Büchern kostenfrei abgegeben. Die Buchhandlungen gelvährten den Kmtfern des „Don Quijote" einen beträchtlichen Preisnachlaß. Bereine, Bortrllge und Bersammlnnge». Wiener Bet-Hamidrasch, 2. Bez., Tvmpelgass-e 3, heute, 3 Uhr, Sektor D.r. S. Rubirt: „Die Sün>dfluterzählung in der Bibel." — Zionistische Bezirkssektion Levpoldstiadt. Heerte unt >49 Uhr findet im. Sektionsheim, ,2. Bez., Circusgasse 33 (BortvägSsaa'l), die ordentliche G«eneralversammlung statt. Die Wählen zürn Parteitag werden int. selben Lokalmorgen Sonntag vott. .9 bis 11 Uhr vorrnittags stattfindert. — Die Jüdische VolkSbibliothek, 2. Bez., Glockengasse 30, eröffnet am 16. Oktober hebräische Kurse fiir Anfänger und Fortgeschrittene. Anrneldurtgen beim Bibliothekar jeden Dienstag, Donnerstag von 6 bis 8 Uhr'abends und Sonntag von 11 bis 1 Uhr rnittags. — Maimonides-Jnstitut. Heute, 3 bis 4 Uhr: Dr. A. KamlnLa. Midrasch zur Schöpfurtgsgeschichte. — „Hechalnz", Oesterreichtfcher Landesverband. Heute, 7 Uhr .. absnds: Mgemeine Sichah im großen Saale des jüdischen BoUsheimes, 2. Bez., Untere Aagartenstraße 36, in der ein Gast aus Palästina über die Lage referieren wird. — Zionistische Knltnrgruppe, 20. Bez., Karl Meißlstraße 5/1. Heute, >^8 Uhr Heiinabend unter Mitwirkung hervorragender Kräfte. Eingeführte Gäste wiMontmen. — Zionistische Jugendgruppe Leopoldstadt, 2. Bez., Circusgasse 33. Morgen» Montag, 8 Uhr : Sichoth bei der Kwuzoth. Mittwoch, den 13. d., präzise Uhr: 3. ordentliche Generalversammlung. Anträge sind bis längstens Dienstag dem Ausschuß au übergebon. Jugendklub der Jüdischen Kinderfreunde. Morgen, Montag, um 7 Uhr abends findet im Klublokal, 2. Bez., Ol>ere Donaustraßc 91, 2. Stiege, i. Stock, ein Vortrag des Herrn Dr. Norbert Hosfmann über „Die Idee Martin Bubers und d-ie Jugend" statt. — Int Rahmen des von Herrn Doktor K lab er geführten Seminars spricht am Mittwoch, den 13. d., um 7 Uhr abends m unserem Klublokal Fräulein Berta Eben st ein über die soziale Fürsorge der Juden im Altertum. — Anmcttuilgeu für die Kurse, PhiTdlogie uud Hygiene, geleitet von Frau Dr. Kohn, sowie für Hebräisch, Englisch und Französisch sind an das Sekretariat, 2. Bez., Obere Donaustraße 9t, zu richten. Hebräische Schule der Bezirke 6—8. Einschreibungen täglich (außer Freitag bis Sonntag) von bis >46 Uhr nachmittags im Unterrichtslökal, 8. Bez., Bennoplah 1 a. Tel. Nr. 26-2-69.) Abendkurse, am hebräische» Pttdagogrum. Die Kurse unter Leitung des Herrn Dr. Birnbaum beginnen aru 12. Oktober. Anmeldungen schriftlich an das Sökretariat, t. Bez„ Drahtgasse 4, oder mündlich jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr vormittags dortselbst. Zionistische Kulturgruppe 20. Der neue Ausschuß hat sich wie folgt kouftitniert: Obmann Jitzchak Mittler, Obiuanustellvertreter Mofcheh Weinraub und Tini Grünfeld, Schriftführer Josef Tell und Theodor Silberbusch, Kassiere Arthur Lacher und Tini Grünfeld, Kulturref.: Hans Kolb und Samuel Steg, Ülcationaifon'dsref. Moscheh Wein raub und Arthur Lacher, Chain;res. Sautuel Steg und Jitzchak Mittler, Organisation tmd Propaganda Hans Kolb und Jitzchak Wittler, Veranstaltung Hermann' Givillmann und Tini Grünfeld, Vertreter in der Sektion Moscheh Weinraub und Hans Kolb, Bibliothek Arthur Lacher und Sabirtc Stahl, Pvcssercf. Josef Tell, Lokalvcvwalter Moscheh Weinraub. Hebräischer Kind-ergarten im 9. Bezirk. Weitere Aumeldüitgeu für den von der Zionistischert Frauengruppe, Wien, 9. Bez., unter der Leitung einer bcstbewährten geprüften Kindergärtneritt errichteten Kindergarten, ttf dem dte.Zögligne niach den 'neuesten Method-eU spielend Hebräisch lernten, werden täglich von 9 bis 10 Uhr und von X>1 bis 1 Uhr, 9. Bez., Hahngasse 24, Tür 7, - entgegengcnominen. Lehmanns Wohnungsanzeiger gelangt im Februar zur Ausgabe. Dainit dieses Nachschlagewerk im Interesse der gesamten Wiener Beoölterung vollständig und fehlerfrei erscheinen kann, bittet der Verlag der Oesterreichischen Anzeigengesellschaft A. G., Wien, 1. Bez., Wildpretmarkt 1, nur rechtzeitige schriftliche Aufgabe, längstens bis 16. Oktober d. I., von Richtigstellung-cn aller Art, wie Äerrderungen, Neugründungen, Ueberfiedlungen ufw. mm Eineinhalb Jahre Kerker für die Ermordtnn« eines Wirschen Soldaten. Aus Lodz wird uns gerneld'et: Bor -dem hiesigen militärischen Kreisgcricht fand die Verhandlung gegen den Korporal Donbrowski statt, der der Ermordung eines jüdischen Soldaten angeklagt war. Die Tat, die schon sechs Jahre zurückliegt, wurde auf besonders tückische Art. vollbracht. Der Korporal dirigierte den Soldaten Bermau zur Wache in einen Wald bei Lodz. Dort überfiel er den ahnuu-gslosett Posten, tötete und beraubte ihn. DonbrowsLi desertierte dann und wurde erst vor kurzem ergriffen. Der Gerichtshof verurteilte den Mörder zu eineinhalb Jahren Kerkers, da cs den Mord als nicht evtviesen annahm. Das veraltete Preistreibereigesetz. Im Zuge der von der Wirtschaftspolizei zur Beküntpfung des Fleischwuchers sin den letzten drei Jahren geführten Aktion wurde-n zahlreiche -Fleischhauer zur Anzeige gebracht, weil sie beim Verkauf von Rindfleisch den nach dein Gutachten der Preisprüfungsstelle zulässigen Bruttogewinn von 12 Prozent durch Ansätzen höherer Verkaufspreise überschritten hatten. Die vor dem Bezirksgericht angeklagten Fleischhauer wurden f r e i g e s p r o ch e u. In der Urteilsbegründung führte der Richter unter anderem aus, daß die Voraussetzungen für die Anwendung der Preistreibereiverordnung, insbesondere der erforderliche Tatbestand der außerordentlichen wirtschafüichen Verhältnisse im konkreien Falle nicht gegeben war. Es erscheine ausgeschlossen, heute noch von außerordentlichen Wirtschnftsverhältnissen . wenigstens bezüglich der Flei-schder'- forgung zu sprechen. Keine Haftpflitch des Bnndesschatzes für schlecht verwaltete Ainndelgelder. Kürzlich hat ein Rechtsantvalt gegen den Bundesschatz eine Klage auf Auszahlung einer Entschädigung angestrengt, da das Vermögen seines Mündols auf Betreiben des Pflegschaftsgerichtes in der Zentralfparkasse der Stadt Wien angelegt werden mußte und daher zur Gänze der Geldentw e r t u n g anheimfiel. Die Klage erblickte ein Verschulden des Gerichtes darin, daß es nicht für eine etttsprechende Anlage des Verlassenschaftsvermögens Sorge getragen habe. Das Oberlandesgericht hat nun als erste Jnstattz das Klagobegehren abgewiesen. Der klagende Anwalt wird nunmehr die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes anrufen. n Die Komplizen des Massenmörders Reinitz. Iiach einem Berichte aus Brünn hatte gestern dort der Oberste Gerichtshof ei,t Urteil des K a s ch a u e r Schivurgerichtshofes zu überprÄfen, mit welchem zwei Komplizen des Massenmörders Jakob R e i n i tz aus Szattnar wegen dreier in den Jahren 1921 und 1922 gemeinsam mit Reimtz begangener Mordtaten, mrd zwar der 67jährige Maurer Julius Bodnar und der 36jährige Heizer Franz D e m i a n o w i t s ch — ersterer zu lebenslänglichem Zuchthaus letzterer zu 16 Jahren Zuchthaus — verurteilt worden waren. Gegen das Urteil hatten sowohl die Angeklagten, tvie bezüglich der Sttase bei D e m i a n o w i t s ch die Staatsanwältschaft Beschwerde an den hiesigen Obersten Gerichtshof ergriffen. Nach durchgefi'thrter Verhandlung würden die Nichtigkeitsbeschwerden der Angeklagteii verworfen, dagegen in Stattgebimg der Boschtverde der StaatsaiUvaltsthaft der Angeklagte Franz D e nt i a n o w i t s ch ebenfalls ztl l e b e n s l ä u g l i ch e m Z u ch t h a n s verurteilt. Nemitz selbst war bekanntlich in der Zwischenzeit in 9bt* Manien ztr lebenslängliche in Kerker vevmieikt iw** de