Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2736 (8.10.1926)
- Date
- 1926-10-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 polen: SS groggy | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Täborstr 1-3 oder in cinor Verschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling. Straßenverkauf in Wien dnreh die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit Post Versand für Wien Und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei; Mon.K22 Jugoslawien; Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreicb, Belgien: Mon. Pres. Öo Nach* ahl un fron bei Preisethötittnpten torbehatten I Preis gp g | England: Mon.4Schiffing. Italien: Monafl. 20 Lim Rumänien: Mon. 170Lei Bnlgarien:Mon.lOOLewa, Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II», Taboratr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-10 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „lnva“) Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150 693 Rk. 3736 Me«. Freitag. 8. Sktober 1926. 8. FaHrgaag Benesch geht auf Urlaub. Bar der Parlamentstagung. Im rednktio,tollen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind dllrch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. A. «& V. Plowofl's ID Winterspezialitäten ü weiße und braune Gansleberwürste, geselchte GansbrUste und Bügel, Bratwürstel u. Augsburger, Zungenpreflkopf sind wieder in allen unseren 662 D M täglich frisch zu haben. Sie Gefchöfte der Poltttter. Der Zentral-airk-AirSschuß. Zwei Dinge sind es, um die sich die sozial'demokrarischen Bch'itzsr des. CsntvalbairkunwrsuchungsaiuAschusses immer Wiebvir hermmdrehen: die Frage der Haftung der diversen Politiker und Banks unktionä re für die schlechte Wivtischaft ihrer Institute und der Jubenpunkt. Namentlich Dr. D a n n e b e r g konnte es sich in. der Miitwochsitzung des UntiersuchungSmrsschusses nicht verkneifen, immer und immer wieder den Jesaias Aderb a ich. bei dem die Bausrnbank 6 Milliarden verloren hat. den Herren St ö ck ler und Dr. Bur e s ch, die als Präisidenit bezil?hiin,gsweise Direktionsrat des verkrachten. Instituts funktionierten, unter die Nase zu halten. Aus? gerechnet Dr. Dan n e b <e r g warf nur so mit' den „polnischen Juden" herum und suchte sie als moralisch, minderwertige GelschäftNpartneir der christl'ichsozialen. Bankmacher hinzustellen. Die Wahlen scheinen also noch geraume Zeit auf sich warten zu lassen, da doch, wenn solche. Ln.. Sicht sind, die SyziyldemokvaibM W sehr Mf- ' dringlich um die JudW-bewerben: - '. '' - Am Mittwoch wurden der chemakiige Staatssekretär für Landwirtschaft ^. Abgeordneter S t ö ck l e r und der LandeslMiIptmann von Niederösterreich Dr. B u r es ch einvevnommen. Stöckl e.r war Präsident der Bauern baut, Bnresch gehörte dem Direktionsrat der Bant an. Beide gaben ziemlich übereinstimmend an, daß die Bmrernbmrk erst durch die Efftktenspekulation in Schwierigkeiten geraten sei. Stöckler fügte noch hinzu, daß die Banernban'k in die EssMeuspekiulation dadurch hmeingeraten sei, weil sie über eine zu große Geldflüssigkeit verfügte, da ihr die landwirtschaftliche Zentralkasse sämtliche Einlagen ohne Gewinn, überließ und die Pla- . cievung dieser AnlagegMer dvnmils große "Shwievigkeiten bereitete. Damals sei Äeld schwer an den Mann zu bringe» gewesen.. Auf den' Vorhalt, daß' das Statut der Bank Spekulationsgeschäfte' ausdrücklich vevbotm habe, wußte Stöckler nur zu erwidern, daß die Spekulationen durch die Direktoren und die Beamtenschaft getätigt worden seien. Der Au ssichtsrat habe davon mangelnde Kenntnis gehabt und schließlich hätte ja auch die Bank " ohne, diese Spekulationen nicht bestehen können. Im Institutes M i k s ch aus.;1 ' ' übrigen redete er sich aus den verstorbenen Direktor des Dr. Dan n ehe r g fragte nun, wieso es komme, daß die Bauernbanik, die doch immer eine a r i s ch e Bank genannt worden sei, so viele .polnische Juden als Kundschaften haben konnte. Habe man otiwa diese als ' Kundschaften besonders umworben oder haben sie sich 'hineingedrängt? Stöckler erwiderte prompt: „Daß die polnischen Juden überall am Platze sind, ist sicher!". Und daraus Dr. D a n -n e b e r g: „Llber diese polnischen Juden sind bis zum Diirektionsrat der Bank vorgedrungen. Das waren also nicht nrehr die Beamten der Bauevnbank, sondern die Leiter, die mit ihnen verkehrten. Kennen Sie Herrn Jesaias Wborbnch?" Stöckler behauptete mm. er 'stabe ihn nie gesehen, noch weniger gekannt. Prag, 7. Oktober. Minister des Aeußern Doktor Benesch tritt morgen früh einen zweimonatigen Krankenurlaub an, den er in Südfrankreich verbringen wird. Ans diese Weife wird Dr. Benesch den Diskussionen und Angriffen, die in der Herbsttagung des Prager Parlaments über die letzten Vorgänge m der inneren Politik der Tschechoslowakei geführt werden, nicht beiwohnen. UeSer eine besondere ErholungÄbedüvftM/ft des tschechischen AußenminisLers hatte bisher nichts verlautet. In Genf, wo Benasch die Versammlung . des Rates des Völverbunbes leitete, befand er sich noch bei bester Gesundheit. Auf der Rückreise, die ihn auch Mr wenige Stunden nach Wien führte, hatte er gemeinsam mit dem Agrarierführer Svehla einte längere Konferenz mit dem Präsidenten M a saryk inTapolcsani. Nach dieser Aussprache würden allerlei Meldungen über die Rekonstruktion des Kabinetts lanciert, in welchem auch ' zwei Portefeuilles für die Deutschen reserviert werden Men?'Es wurde auch versteckt amgedsutet, daß die Agrarier aus das- Außemninistetiium — Die habe er? immer' gerügt: aber man habe" ihm einfach gesagt, .die Beämt-en' w ü rd e n ebb .zu e in er anderen Ban k g e h e n, wenn sie hier nicht spekulieren können. Die Verluste der Bank rühren nach seiner Dar- -stellung nicht aus Spekulationen des Jnistituts, sondern aus Spekulationen der K.ommittenten her. Allerdings habe dann Di rektor M i k s ch die Verluste, die diese Kunden erlitten haben, auf das Konto der Bank übertragen. -Die . uneinbringlichen Fordern ngen wurden, wie der Vorsitzende feststellte, einfach a u s N o st ro ab ge s ch r i e b e n. Interessanter war die Feststellung, daß die Bank cm dem Konto eines Stützungssynidikat's 1,8 Mlliarden verloren hat und daß das Syndikat, das die Aktien der Bauernbank an der Börse einführte. fast denselben Betrag als Gewinn lukrierte. Dem Emissionssyndikat gehört nun unter anderen Stöckler. Dr. 7 B u r e s ch, Z w e tzb a ch e r, Direktor M i k s ch und G e ß m a n n jun. an. Stöckler Mb selbst zu. bei der Abrechnung des Syndikats 10.000 oder 12.000 Schilling erhalten zu haben. Dr. B nresch. der hiewirf vernommen wurde, verließ sichwie er sagte, in allen Stücken aus den Direktor Miksch. Die Geschichte der Banevnwechsel legte er wie folgt dar: Ms Landadvokat bestehe das Geschäft seiner Kanzlei hauptsächlich in außsrstreitigen Sachen' und in der B e s o r g n n g. v o n D a r l e h e n. Der Spar- und Dorschußverein, dessen Obmann er-ist, sei während der Geldentwertung in große Bedrängnis geraten. Die Leute -haben Geld gebraucht. Er habe zuerst mit anderen Banken gearbeitet und als dann die Bauernbank gekommensei, habe er natürlich die Banernwechsel bei der Bä u e rn bank eingereicht. Der Zinsfuß, der bezahlt wurde, war der, den Direktor Miksch für alle K>un>dschas-ten erstellt hat. Mt dem Steigen der Einlagen bei seinem Spar- und Vorschußverein habe er die Wechseleinlvgen bei der Baiuevnbank abgebaut. Das sei drrrch ' seine Kanzlei über sein Konto durchgeführt worden. Zur Franken spe kulation habe er W v o n Direktor Miksch über reden lassen und habe >den Der- ' reslektieren und den Wgeovdneten Hodza für diesen Posten in Bereitschaft halten. Ob die Krise schon so «weit entwickelt ist, daß der Rücktritt Benasch's trotz des Widerstrebens des P-räsidenten in Erwägung steht, ist noch unklar. Doch es wäre öfe Amtsmüdigkeit des Ministers zwanglos aus den vielen Angriffen zu erklären, die von Seite der Kramarschpartei und der mit ihr verbündeten faschistischen Orgamsation gegen Benesch erhoben wunden und die auch seine per- so Eiche Jnteprität' berühren. Benesch mußte erst kürzlich öffentlich erklären, daß er kein besonders ^großes Vermögen -besitze. iFm Zusammenhang mit poKtWen Affären, die <,or dem Fall Gajda ihren Ausgang genommen haben, wird nun aus Prag Mibgeteilt, daß die nationalsozialistische Partei <dite Klofac führt) die Abgeordneten S t r i b r n Y und Trrcobransky, die-auf dem letzten Parteitag arG der. Partei ausgeschlossen wurden, zur N i e d erleg u ng der Ab geordneten Mandate anft gefordert hat. Damft wäre die Ausschaltung Sk-ribrnys aus der aktiven Politik vollendet. lusd iE 7M. oder 800 Schilling aus eigenem getrage«. Den Aberbach habe er . in seinem Leben nicht gesehen und hatte er gewußt, -daß ein Aberbach dabei ist, so' hätte, er-gesagt: „Ich spekuliere mit einem Aberb a ch' nicht, mit solchen polnischen Kude« tue W> nicht mit!" Bo« den 1500 mrterbeckten Konti der BanerttvaE 'hat Dr. Buresch, wie er angibt, erst Kermtms ethaDem als >der. große Zusammenbruch da war. -Dr. Danneberg suchte aus der Datsache, ÄM die Bcmernbank Spekulationskonti im Betrage von 74 Milliarden geführt hatte, wovon man 64 Milliarden. als uneinbringlich abschreiben mußte, abzuleiten, daß es sich hier um ein verfehltes S y st e m gehandelt habe. Diese Feststellung sei, nrernte -er, umso wichtiger, als ja die Ba'uernbank die Gelder der Raiffeiseukaffe verwaltet hat. Dr. Buresch replizierte, nachträglich sei Wer diese Sachen sehr l-eicht zu reden. Er habe von diesen Dingen keine Kenntnis gehabt. Von dem Emissionssyndikat des Jahres 1933 -habe er erneu Bsbrvg .von 10.000 bis 15.000 Schilling b e -k o m m e n. Bo^n dem Geld scheiE ihm aber nicht viel geblieben zu sein. Er -stelle nämlich selbst fest, daß er mit mehreren tausend Bauerw- 'bankaktien in di« ContraDank hineingeM-ngen ist. „Was sie nun wert sind, können Sie sich," sägte er, „denken." Kunschak hetzt. Wir erhalten die folgende Zuschrift: Ans Grund des § 24 des Preßgesetzes ersuche ich Um folgende Berichtigung, der in der Nr.. 2734 dev „Mener Morgenzeitüng" v'onr 6> Oktober 1926 in dem Urtikel „Kunschak hetzt", aufgestellten Behauptung: Es ist unwahr, daß die „Ehrlchlichsoziäle Parteikorresporchenz", die eine Bersammlungsrede des Mgeordneten 'Kunschak Unter dem Titel „Die Wahrheit Wer den Zentralbankstandal", versandte „vom Uankenverband subventioniert ist^. Wahr ist, daß die „Christlichsoziale Nachrichtenzentrale", welche die erwähnte 'Rede des Abgevä»- neten Kunschak versandte, vom Bankenverband weder eine Subvention erhalten hat, noch erhält. Hochachtungsvoll Karl Waranitsch, Verantwortlicher Redakteur der ^ChriMW-. zialen Nachrichtenzentrale". ' - - ismmgtter-Ta&rib, Asm nJAIk/»- Orfgtr>oCf>< [röndefe ^4970662