Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2735 (7.10.1926)
- Date
- 1926-10-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen: 26 grosayj Wien: Znm Abhölen in de» Expedition, IT., Taborstr 141 . oder in einerVerschleißitiui (Trafik) monatl.5 Schilling. Straßenverkattf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I., Wollsieile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling . Tscheche - Slowakei: Mon.K22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm.4.Frankreich» Belgien: Mon. Free. 35 1 Prell o | Rn gl an d:Mon.4Schilling. Italien: Meftatf. 20 Dirn. Rumänien: Mon. 170Lei ßnlgarien.'Mon.tOOLewa. S ehwei e und das übrige Ausland monatlich Free. V Redaktion, Adminiatraüon: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44A38, 48-3-19 Ab 6 Dhr^ TeL 31-209 711., Lerchen fei der straße 1 (Druckerei „Inva") Naclitablangea bei Preiserh&hangS n »erbehslten Rr. %m Wie«, Osnnerstng, 7. Sfteber 1926. 0 österreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150 698 --SS'S! 8. 3a|rg<rag Im rcbnfttoneflctt Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vvrangesetzteh L gekennzeichnet. Segen Rlntelenr Wahl rum Landes- Die Sozialdemokraten vedlattge« die Auf Sfuntz des fteirilche« L'tNdtugs-. Gestern nachmittags fand in Graz in Gegenwart des- Mitgliedes des sozialdemokratischen Reichsparteivorständes Dr. Otto B a u e r eine gemeinsame Sitzung deS LandeSparreivorstandeS und des LandtagSklubA der soz i alde mo kr atisch e n Partei SteiSkmarkS statt. Nach einem anSführlichett ReferM des LandeSrateS Machold und nach eingehender Debatte wurden zwei Beschlüsse gefaßt. In dem erst e n Bes ch l u h wird die Mahl d e t« Professors Dr.Hintel.en zum Landes, h an p L.-m a n.u in'f ch.a r f.st e r W e.i f e a b g e ke h nt Uich. die; sozialdemokratischen WtzeordneLen im steiermärkischen Landtag werden aufgefördert, alle zweckdien» lkchen Mittel zur B e r h i n d e r u n g dieser Wahl anzuwenden und, falls die Chtistttchsozialeu auf diesem herausfordernden Wahlvorschlag, bestehen, durchzusetzen, daß das steierrpärkische Bolik selbst zur. Entscheidung berufen werde. Alle Organisationen im Lande werden aufgefördert/ unverzüglich die notigen Bora r b eit e-n f ü r d re Neu w a hl e n in d e n st e i e r m a r. kr schon Landtag zu trefett. ' Der Jovite B e s ch l n h schließt sich der Feststellung des PeichsparteivorstaMeS an, daß Dr. Eisler e i n. wand f r e i und k o r r e k tgehahldelt habe.! Sos hainif(he Uorfament — üettöfll. Warschau, 5. Oiktober. Dep Sejmmarschall erhielt nun das VertagungSdekrek, das folgenden Wortlaut hat: Grund des Artikels 25 der Verfassung schließe ich mit dem 2. Oktober 1926 die ordentliche Sejmseschon. Der Präsident der .Achubltt': Moseicki. Der Mnisterpr-äfibenU" 'Josef P i l s u Ä Sl i:" . . .. . . Der Sönatsmars'chSll T r ö m p? z Y n s. k i erhielt ein -ähnliches' Dekret,, das die Schließung der Senats" sesfion. ausspricht. ' ' ,, In Konferenzen Mt den einzelnen Parteiführern vereinbarte (Äjmmarschall >R a t a^j,,,'daß .wähtsri-d der Vettägungsda-uer , auch die Arbeft-. in tzen KomMissioMn ruhen solle. Es wurde nur eine Einhvvüfung des Außenaus'schusses vorgesehen uM zwar im Zusammenhang Mit dwr russisch-litauischen Vertrag. Das neue Kabinett. Warschau, 5. Oiktohgch In jüidischm politiischen.Kreisen wivd-das neue Kah.inett P i lsu d skt nicht unfreundlich aus-genommen. Es wird als , intevessant hingestM, daß dtzr nGe Iuftizmin>ister M e y s ztt p w i c z der erste, polnische. Minister sei, der 'die. jiddische Sprache vollkommen beherrsche. Er habe, seinerzeit auch, in Warschau intertzemevt, daß die Wilnaer Zlynisten,.Pie sich geweigert haben, an den Wahlen zum 'Wilnaer Sejnr teilzunehmen, nach Warschau oin-geladen rHsydsn, um sie von ihrer ablehnenden Haltung abziibringen. Per neue Innenminister, der gewesene RegierungsEommissär General S l a w o j - S l a d k-o w s k i ist" ein Föndierer der Bestrebungen, das Warschauer jüdische Ghetto, Nalüwki zu modemisiersn. Schließlich, wird die provisorische Usbertrogung des Unterrichtsministerums an Bartel begrüßt, denn Bartel hat sich gegenüber Pilsudski entschieden gegen das Verbleiben S n j k: o w s k i s im Kabinett ausgesprochen. . ' Diplomatisches Revirement in Polen. Warschau, 6. Oktober. Blättermeldnngen zufolge stehen auf , den ausländischen diplomatischen Posten weitgehende Verändevnngen bevor. Die.' Mborufung des bisherigen GesaMen in Bevlin Olszew^ki ist he« vetts beschlossen. Die dortige Gesandtschaft soll vom Fürsten Radziwill übernommen loerden. Pie Moskauer Gesandtschaft soll mit dem ehemaligen Gesandten in Tokio P a t e k besetzt werden. HWtt des deutschen SeneralWmus. SerSts Lkmisfloqsaesuch. - «ege» der Sciltiaftme der Priure« Wilhelm «n de« Reich. wehk«u»«övern. Berlin, 6. Oktober. Wie der Verein der dentschen Zertttngsverlger au(« zuverlässiger Quelle erfährt, hat der Chef W Heeresitung, General von Geeckt, dem Reichspräsidenten fein RücktrittSgesuch überreicht, Eine Entscheidung über das Gesuch ist n-och nicht gefallen, ist aber bald zu erwarten, da d«r Reichspräsident bereits wieder in Berlin eingetroffen ist. lieber die. Gründe, hie General von Seeckt für feinen Rücktritt geltend macht, ist bisher noch mchts zu erfahren, Man glaubt aber wicht fehlzugehen in der Annahme, daß seine Demission in Zusammenhang mit der Teilnahme d e <- ä l,t e st e n Sohne s d e s e h e m a l i g e n Mronprinz^r an den Manövern in Württemberg steht Wic verlautet, hat nämlich General von Seeckt,von dieser. Beteiligung d«S Prinzen an diesen Uebnngen der Reichswehr vorher gewiWj ohne sie M, verhindern. unlerdMr^ MWitzeWniyisters 1 Dv. G e ß l e r z^ ttne^ kurzen Sitzung Msammen. Da der Reichskän^liet an der Sitznng noch nicht teilnehmen konnte/ könnte das Rücktrittsgesuch des Generals von Scckt noch nicht erörtert werden. Die Entscheidung dürfteaber im Lause des morgigen . Mends fallen. /. , , *;• General See ck t, den ,seinerzeit Ebert und Schsidemann an die Spitze der Ärmee gestellt haben, ist -bisher, eine' der rätsslhaftesjen.Figuren des neuen Deutschlguds gewesen. Er hat-'-der..Rep>Mik.»den -Gtzd, gÄe'sstet, hat. aber , sorgsam jede Stellungnahme zu ihr vermieden. Eilte ZeUang - schienen die um Lud e n d o r f f und Hitler gruppierten Reaktionäre mit einigem Recht ihre Hoffnungen auf den Marschall zu setzen. In dem Hitlerprozeß ist auch viel von geheimnisvollen Konferenzen 'des Mldeuffchen C l a tz mit Seeckt, hie Rede gewesen, «die den: Putsch im Münchener Büdgerbraukeller vorangegangen waren. Was der Gegenstand dieser Besprechungen war, ist m der- Haupffache nicht aufgeklärt worden. Doch konnten die Sturmtrnppen der Haikenkreüzler ungehindevt bis Thüringen vorstoßen, während Seeckt die Reichsexekuttve g egen die sächsischen K o m m u n i st e n ausbot.- Seeckt ist sicherlich kein Freund der Republik, er kann aber auch nicht als Parteigänger der Hohenzoll'ern angesprvchen werden. Daran hindert ihn seine * Feindschaft gegen Ludendorff, den er mit fanatischer Inbrunst haßt. Es ist sicher, daß Seeckt, der unbedingt über die Reichswehr verfügt, die Republik Hätte stürzen können. Es mag sein, 'daß er dies nicht in. Gemeinschäft mit dem L-udendorff und den von Spitzeltum und Korruption verseuchten Nationalsozialsten tun wollte. Es gibt deutsche ReMionäre, Ne noch auf Reinlichkeit lhatten und Seeckt gehört z-u ihnen. ' Die Häkeukreuzker - haben ihn aUch angefemdst und es .waren sogar Wteutatspläne'der Feme gegen den Marschall bev^en WgLen. Seeckt steht auch; dem Reichspräsidenten Hnttftnburg unsympathisch.gegenüber.. -Er glaE isicht «t >äjc& Fchddes Mr'Mes-,währendder Kämpft' um Verdun nicht «!ft seiner Kvitik Kuruckgehalten: Daß sr jetzt die TeÄnaihmS des Prinzen Wl'helm, des Atzten <S>hnes des gewesenen Kronprmsen, an den Manövern geduldet hat, mag in der Ehrfurcht begründet sein, tue jeder Deutsche vor prinzlichem Blut zu empfinden verpflichtet ist. Das Reichswehrministe rium versuchte zuerst ein Dementi. Nachher aber wurde bekannt, daß der Prinz, der dsr Armee gar nicht angehört, der Tt^ittstnSkonvppgn« des ersten Garöeinfanterie-RiogilmerBes zugeteiü worden . war. Dies vergrößerte den Skanidäl und Soeckit, der vielleicht die politische, Situation schobt für reif gehalten hatte, sah sich «getäuscht. Er muß mw die Demission geben, da der Reichswehrmmisier Gehler es abgelehnt hat, den Marschall vor' dem 'Parlament und der OSffentl'nHkeit zu decken. RWAicherweise «ist die Demission auch durch auße n p otttische Am-! stä-n d e 'chewW worden, da dtp MMärkornmifsion der Entente sich -wiedecholt sehr schirrf ^sgen Seeckt ausge-! sprachen hat. Ser Wechsel im preußischen Innen- Ministerium. Vrveringt Nnchkolgev — der Berlitter Polizei- . . Präsident Grzefmskr. Berlin, 6. Oktober.- Per preußische Ministerpräsident Braun hat dem Rücktrittsgesuch des Innenministers S evering Folge gegeben und a« seiner Stelle den stettvertreteuden Polizechräsidenten von Berlin, Grzesinski, znnl preußischen Minister.des Jnnern ernannt. Tenmach sind die an dvw Rücktritt Severings geknüpft teil Kombinationen übet eine nähe bevorstehende Erweiterung der Regierung^koalition in Preußen nicht M Wahrheit geworden. Es handelte sich lediglich mn ein.en durch die erschütter e G^undh it Etveriugö bedingten P.erso na l Wechsel im Ministerium., des Innern. Sein Nachfolger G r z'esinski ist ebenso wie Severing. Mitglied der s o z i a l d e - mo kr a tu sch eu PatftP Md gehörttdem preußischen Landtag an. Dvvt wurde seine Ernennung heute, als der Land¬ « tag zum erstenmale nach den Solmnerferien zusanunentrat, bereits offiziell nritgeteilt. Im preußischen Landtag häben übrigens die Kommunisten einen. M ißt ra uen s ant ra^ gegen das Ministerium Braun eingebracht, da es für dre flüchtigen Hohenzollern, tlicht.pber für die Bekänrpstmg der Tuberkulose Geld übrig habe?'': die Abfindung der Hohenzstter«. In der Frage der Entschädigung der Hohenzollemr in Preußen werden jetzt Verhandlungen über einen Ko mpro-. mißvorschlag geführt, imch dem die Hohenzollern von, ^ihrem preußischen Besitz 87.000 Morgen <m den Staat, 'abtreten und dafür eine Barentschädigung von 16 Million«« Mark erhalten sollen. Außerdem soll eine Reihe von. Schlössern, wie Babelsberg und Bellevue iw Tiergarten, an den Staat fallen.. Der Haüptlinie der Hohenzvllem sollen 50.000 Morgen Landes, darunter die Herrschaft Oels, in der der jetzt in Mailand flanierende deutsche Kronpviuzj seinen Hohn sitz hat, verbleiben. Diese Vorschläge soll«: in det nächsten Wochr noch'ins Plenum des preußischst Landtages honrmen.! mmammm;«nsw«al*lf H Sensationelle erbst-Angebole Hi«n llilU ö Telephon 47*1-79,43*408 En gros kn mtiil 5