Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2729 (1.10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2729 Wien, Freite Wiener Morgenzeitling t, Cftolwr 1 02st Seife 5 rI.r. Lenaus..Faust". Uraufführung in den Kammcrspielcn. Ae Wische Wanderung. Die soeben erschienene Rümmer 15 der „Jüdischen Emigratiotk" (Zeikschrist des „Emigdirckt", Berlins die ein reichhalliges Material über die jüdische Emigralionsarbeit enthält, bring! auch das Ergebnis einer ein-- gehenden Untersuchung dev Herrn Jalob L e st s ch i n s t >) Über die jüdischen Wanderungen. Nnch den Berechnungen L c st s ch insk y s sind! in dem Zeitabschnitt 188! bis 1925 3,(5-18.500 Inden aus O 'tcitropn ansgewandcek. Tie meisten von ihnen - 2,975.000 (81.0 Prozent) — wandten sich nach A m c-- r i T a. 515.000 (11.1 Prozent) wänderten nach den tuesteuropäischen 3uiatcu am-, 155.000 (1.2 Prozent» nach Asien, 85.000 2.5 Prozent) nach Afrika und 18.000 (0.5 Prozeni) nach Australien. Besondere intensiv war die Wandernikgsbctvegnng des ekkropäischen Judenstnns in der Zeitsvon.ie 1000 bis 1025. In diesen Jahren wandten sich allein nach den Bereiinglen Staaten 1,810.752 Inden, -nach 'Argentinien 125.155, nach Kanada 08.828: Palästina nahm in den Jahre n 1010 bis 1025 82.022 indische Einwanderer ans. Unter den Böllern Enrvvas zeichnete» sich die Jndcrt durch die relativ stärlste 'Auswanderung aus. Alts die Gejanstzahl der Bevölkerung zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts berechnet, betrügt die Auswanderung nach den Bereinigten Staaken bei den Inder: 20.0 Prozent, bei den Polen nur 8.7 Prozent, bei den Litauern t>.4 Prozent, bei den Ten.iisoe". 2.5 Prozent, bei den Franzosen 1.5 Prozent. Tagegeil ist d i e 51 ö ä m a u D e r u n g bei den Inden äußerst gering. In dem Zeiiobiciniin 100.8 bis 1025 Wandrrten aus beit Bereinigten Staaken bloß 5.2 Prozent der während dieser Jahre eingewanderlen Inden zurück. Bei den übrigen BölEru war die. Rückwanderung bedeutend stärker und erreichte z. B. bei den Rumänen 70 Prozent, bei den Italienern 55.8 Prozent, bei den Russen 50.0 Prozent, bei. derr Polen 10 Prozent unb bei den Engländern 10 Prozent. Es ergibt sich somit, hieraus, das; in den Jahren 1308 bis 1025 d e r z e h u! e T e i l d e r g a n z e n c n r op ä i s ch e n I v. b c n 1) e i 1 ncuh den Bereinigten Staaten endgültig ansge,l.a,lder: ist Tie ststelto Einwanderung der Polen machte bloß 5 Prozent, der Denlfchen 1.1 Prozent, der Litauer und Letten 2.8 Prozent, der Rnthcnen und Russen 0.3 Prozent ihrer /Tesamtbcvöllernng in Europa ans. Tie jüdische Einwanderung nach Argentinien, in den Jahreil 100-l. bis 1025 betrug 2.8 Prozent der Gesainteinwanderinig nach diesem Lande, die jüdische Ein Wanderung nach Kanada in. derr Jahren 1000 bis 1025 betrug 2.5 Prozent der Gesamtem,vaiidening. In den letzten Jahren ist eine wesentliche Berschiebung der Änswanbcrnngsrichtungcn der Inden ein.getreteit und die südamerilanischen Länder gewinnen immer mebr an Bedeutung. Im Jahre!025 wändeclen „ach den Bereikligte.l Staaken bloß 10.202 Juden ans, nach Kanada 1500, nach Argentinien 0020, nach Palästina 83.801. Insgesamt erreichte die jüdische Auswanderung in diesem Jabre die Ziffer von zirka 00.000, w«w bei einem Auswandernngs bednrjniv von 500.000 bis 550.000 jäbrlich als eine Misere anznieben ist Fürslpkimas Ssernoch über die nngakische Fudensrage. Irr einer Unterredung, die der Herausgeber der Jüdi scheil Teiegrahheuag-'arur, Herr Jacob Lauda », mit dem Fürstprimas von Ungarn, Kardinal Efern och, über dic Judensragc in Ungarn haste, nahnl dieser in der Frage des Numerus clausus bcu Standpunlt ein, daß eine all gemeine Einschränkung deS Hochschulstudiums aus so z i a l c n Gründen gebeten erscheine. „Wie es übrigens scheint," — sagt der Bischof -- „ist der Amiscniitismus im Abflauen begriffen, iedenfalls stehen die Würdenträger der katholischen Kirche der antisemitischeil Bewegung fern. Tiefe Ueberzcugnilg habe ich auch ans den bischöflichen Konferenzen gewönne», aus deren Tagung manchmal Fragen austanchsn, die auch andere „Konfessionen berühren. Ich empfinde aufrichtige Achtung für jeden, der treu an seinem Glaubeil sesthält. Tie antlseinitlsche Bonegnng zog starte Nahrung aus der Tatsache, daß Inden fick) an der bolschewistischen Umwälzung in Ungarn starr beteiligt haben. Unter den Korn tnunisten, die in meinen Palast cindrangen und mich anssordcrwn, den Palast zu räumen, gab es auch Juden. Aber dennoch scheint es mir, daß man nul t das gesamte Inden ium für dic Handlung einzelner verantwortlich machen kann, wie auch schließlich nicht übersehen werden kann, daß auch Christen an der Gmmui'st'H' - j-'wn reii'genomnlen haben." Jiddische Stenographie. Wie dic Warschauer „Liwrarischen Blätter" melden, Hai ein Setzer in der jüdischen Zeitschrift „Oktober", namens Schavki, ein Spstcm iür jiddische Stenographie ailsgeacbeilel. Er lelbic .schreibt nach seinem Sun cm 114 Worte in der Minute. Wien, 1. Oktober 1920. Das Wetter. Gestern herrschte trübes Wetter. Tie Mil- »agoicnlperanir betrug 10 Grad. Tic Voraussage meldci langsame Besserung. * Tie PenonalncrtretiingswnhIcn bei den BirndeAmlinen batten, wie die „Ehrinlichsockale Nachricinenzenimle" meldet, folgendes Erzelluis: Sostaldcinokraien c!^.472, Tonische Ver- 'ehrSgewerkschatl 1 1.4^6, Geiverkschaft chrinlimer Eisenlmliner -500k) Stimmen. Im Zentralmisschuß erhallen die Sozialdemotraren 15 Blandaie, die Hakenkreuzler -1 und die christlichen Eisenbahner 2 Akandmie. Gizeuüve'e den lehren Walueu verlieren dir Sozialdemokraten -.1 und die Hakenkreuzler 2 Mandate. während die Event! ieinozialen ohne Al a n d a t s v c rt n st davonrommen. ' Tic Bertiastnilg des Jinveliers Lauda«. Wie berichie!, tovrde vor einigen Tagen in Mödling bei Wien der 30jährige Juwelier Leon 2. a n d a n ant Beranlai'nng des Wiener Sicherhcitslmreans verbaiiet. da er im Laute des Monare? Septemi>er verschiedenen Geüväfisseetiudcu Jnivelev., die er zum loininissionstveiien Bertante rroalien baite, in der Hove von 112 Millionen Kronen vcrmnrcm Hai. Im Inge der Anushaiidluiig richtete sich auch gegen den Juwelier Landau der Verdacht, mit dem mysteriöse» Berschnstnden der Brillanten des Julvclier Akohr, die am 21. v. 255 iin Tiamaickenkluv abhanden gekommen sind, in Bcrbindinlg zu stellen. Es haben sich jedoch keine, »trilien Liewelse für seine. Schuld in diesem Falle ergeben. Landau wurde gestern wegen Veruntreuung dein Landesgerichic cingeliefer!. - Einer, der Brände legt, um mit Bier bewirtet zu werden. Im Laute des gestrigen Tages nmrde der 20jährige Schloisergehilse Joses W i t t. in a n n verhafter, da er m,on seit dem Jahre 1023 von der Gendarmerie in T r ä s i n g im Marchteld^lvegen mehrfacher Brandlegung verfolgt wird. Er tcgic im Sicherheilsbnreau ein volles Geständnis ab. Ter damals 17jährige Bursche hatte tatsächlich im Frühjahr 1023 eingestandenermaßen insgemmt 5 Brände gelegt, bet denen auch Menschenleben stets gefährdet lvaeen, znnial er dic Brände stets bei stsacht gelegt hat. Als Ursache der Brandlegung gab der junge 'bursche folgendes an. Es sei Sitte am Lande, daß dic Feuer-, tvchrmannschasten der Ortschaften, die zur Bilfclcisuiüg hcrangckoinmen sind, nach dem Brande non dein Gastwirte des Ortes, in dem der Brand getvätet hat, g r a t i s m i > B i e r b c w i rt e t werden, und das; auch alle diejenigen, die zufällig zugegen sind, cbenfatls diesen Borzng gcnicjzen. Ilm mm iviederholt diese Begünsrigiing milgumachen, bei der reichlich Bier gespendet werde, habe der Bursche die Brände gelegt. * Eiil Wvlke»krn!:erre5ord. Auch Wolkenlrahcr kennen Rckovde. Ten neuesten stellt, wie der „Obscrver" niineiti. ein gewisser Jnme - Bürgest Bo o 1 ans. Er läßt sich in der Stadt D ct r o t t einen Wolienkrher!»on 85 S i o ck iv e r k e n bauen. Dic genaue^ Höbe dieses „Boot roiver", wie das Gebäude heißen soll, wird 2..>0 M e 1 e r lein. Tie Bauzeit ist ans zivei Jahre angeselzr. Ter „Boot Toiver" wird das nächtliche Wahrzeichen der Stadt Teiron ievi. Tenn seine Spitze lvird das stärkste .Leucht licht der 5ve!r tragen, das deutlich in einem Umkreis von 120 Kilmnetern;n sehen ist. Tausend Automobile sollen ihre Garage in dem t5ebände finden. Wie inan sonst Hur lind Maiitel an der Tbcaiergarderobe al'gibt, so lvird jetzt der Mic!e>' eines Geschäsrslokales im „Book Tower" seinen Wagen ichgelien könnea, was bet den mißlichen Garagcverhaltnist'cn in Tetroii em iiichr zu nmersmänender Vorteil sein dürfte. 0 Bene Sb N'.mrovinefuele, Kstinsmänitisches,. Maschinschrei- Ocn. Schule Wei'wsnv.i, l. Bez.. Wollzcile i\ Vereine, Bortrlige und Versammlungen. : Maimoiiides-Jnstiti't, 3. Be». Heng aste 40. Tie Eröftj innig des Wintersemesters findet Mviilag, 0'ä Uhr abends, stn Hörsaal des Jnstinns dnrev einen - Vortrag des Leiters Berrn Tr. A. Kaminta über ..Melhoben wistenschaktlicher AnSe^-.'ng des hebräischen Bibel,eries" fiai•.. Zivn'sriObe Orgüniiatieu. Be',iets!55rion Brigiinnmn. Mor gen tindei in, Bcmie, 2»'. Jögcrstraße 30. 8 Hinabends, ein inunoviiiin'b.T Aben-z statt. Borteten lvird Here Siegnnmd Schorr ans Leinder-g ai's eigenen SGrinrn. Unciilgeltlicher B»rrmizwa!»-KArs. Ter Vorimnd oer israelirischen Kulut-sgenteinde Bien bat einen n n e n t g e 1 r l i äs e n. 'Aarmizlvah-Kn.reingerichier. Ter Nnierrichr findet allwöchentlich am Millnooai, von G>3 bis -sä Uhr nammirt-.igs in der Ehortchnle der israelitischen Knänisgenieinde. 1. Bez.. S-cirensrcrtengassc 1. -1. Stock, statt. Ein'chreibungen und Nnierrichtsbeginn: Mittwoch, de:' 0. Orioster 1026, Von lu3 bis hi> llbi* nachntinag-'-. Hiuniitifwc Sektisn Zwischenbrünen. C verbarrrar Ing. Nobcri Stricker und Tr. N. '.55 t'stelber werde': morgen Samstag, den 2. Oktober, um •'5 3 Uhr abend in Mosers Saal, 2'4 Bez., Tresdnerüra.ße öl, in einer Man'enversiiurn.ltlng über Jnvcnrurn und st.ionismus", bezw. ..Jüdische Erziehung" sprechet». .Bebräische Avendtursc des Beth waai» l'i»nrim. Ter Berh tvaad l'iwrim beastüchtigt die Kenntnis und Pflege der bebräifclicu Sprache und Lnerainr möglichst weilen Kreisen zu-IIführen und eröffnet zu die'em Zivccke in einigen Bc-irten Viens blbendknrsc unter der Leitung eines 5iollegiums erprebwr Lehrer und - der pädagogischen Aussicht des Pros. I. Gelernter. Einschrcibniigen täglich von 5- 7 Uhr. mit Ausnahme von Sams - tag und Feiertagen, in der KanOei der Sozialen Hilfsgenieinichatt, 2. Bez.. Untere Angarrenstr. 35, und in der Jüdischen Lese- und Redohalle. N. 'Bez.. Türlenstraße. 0. Jivnistischc Sektion für dic mcftlirtien Bczirtc Wiens. Tie 26. ordentliche G e n e r a l n c r s a m m l u.n g findet Tienstag. den 5. Oktober, 8 Uhr abends, im Vereänsheim l 8. Bez., Bennoplan 1a) statt. Jüdische Kindcrsrcnnde. Ter Beirieb in unseren .Beimiiäiten, 2. Bez.. Obere Tonaustraße 01 und 16. Bez., Wnrlivergasse 11 (kür schulpflichtige Kinder beiderlei Geschlechtes, im Alter von 7—14 Jahren) sowie in im seren hebräischen Kindergärten, 2. Bez.. Obere Donanstraße 91, Prater 65 (Kinder im Alter von 3 bis 7 Jahren) beginnt am Montag, den 4. Oriober 1920. — Einschreibungen werden im Sekretariate 2. Be;., Obere Donanstraße 91, solvie in den betreffenden Heimstätten und Kindergärten bis spätestens 15. Oktober eingegengenommen. -- Ter I ugend k lub d c s V e r e i n e s I i't bische K inderfrenndc in der Oberen Tonmistraße 91 wurde, lviedcr eröffnet. Las Heim sowie der Lcscsaal ist täglich von Akoniag bis Donnerstag in der Fett von 147 bis 9 Uhr abends geöffnet. Am 25 it iw och den 6. d. beginnen die Kurse, und zwar von 7 bis 8 Uhr das Seminar für soziale Arbeit. Herr Tr. Klaber, von 8—9 Uhr Erziehmigskmide, Herr Siegfried Abeles. - - Biblivthekstunden vorläufig am Mittivoch von 6-7 Uhr. Anmeldungen find an das Sekretariat des Vereines, 2. Bez.. Obere Tonmistraße 91, zu richten. Bund jüdischer Eltenr im 2. Bezirk. Tie. Einschreibung an der Bibclschttle des „Bundes jüdischcr Eltern tm 2. Wiener Gemeindcbczirke" findet Sonntag, den 3. Oktober von 9 -11 Uhr vormittags und Dienstag, den 5. Oktober, von 9 bis 6 Uhr itachmittags im Tempelgebände, 2. Be.z., Tempelgatsc 5, statt. Kurse für Volks-, Bürger- und Mikielschnler und -sestüteriimen. Ter Unterricht ist unentgeltlich. Am T.ig:' las man einen Feder streit, ob die Revue - 'Industrie li'iiüstlerisch ivertvoller, iitifid» erziehlicher, inuberer, gesünder sei als die OnereUen Jndnstrrc. Mm schickte die -Serien inffüh'.'Mkgen. dos Balles unbestechliches Urteil, die Sarge um die Ansrechtertzallung des T-l»eaterbelriebes ins Vorder rress'en. Im Hintertreffen saß der Gieschäflsgeist und operierte mit den Arg» menten. Am Abend lvagten -cie Kammersviele nacy eimi-ihalbjährigem nnsreilnilligem Stillstand das episch-lyä' sch.' Werk eines großen österreicknichell Poeten ans I' Bühne Hi bringen. Wußtet!, daß si.> reine Serrstüie , keine literarisch-.' Lock'Vstie seilbieken, tvalUen nichts, als eine vergessene Tici tnden pst'itgeiioisen in >dramcitijcber Einkleidung zu erretten. Wagcen es in der Stad: des Dichters, die aber feit Monalrn sagt: „Du weil! süßes Radiomäderl, nimm die -Gör.'!' an das Schäder!." Tie in einer stdackt-'Rebrie Beetbeveu ans die BiiÜ! . brachte und JaBand-Weisen mit Takten aus der ft ihn icn 'Symvhrnie versenk inichs um einen Spaß. der» i;m Stimmung für den anslrelenden Beethoven zu inachen)-, in einer Stadt, die es nicht verivinden r »n. chrß „Gräfin Mariza" nacb der 750. Anfführnng ' besetzt wurde. Wagte es — keiner kann nach der Pre. n.ere mit diesem Worte zurückballen maate es mit Inbrunst. Lenaus „Faust" Hai. sich vergeblich dein TSufel versciwiebea. Er bat auch nach Abschlns) des Kontraktes keine Freude auf dieser Welt. Sein unglücklicher Schöpfer. den die Melancholie durch ein tristes Dasein schleppte, gab ihm einen Tüu'ü'l zur Seite, der ilnu alles gewährt, um es ibm vronk-pt zu v.'rgäüen. Fr'chrk ihm Mephisto die begehrenswerte Schmiedin in die Arme, io schafft er gleichzeitig das Hamnven aus der Schanke zur Stelle, das ihn d-ona!s mit -den schwarzen Locken, der 'Wollust raschen Sturmeöglock-.'u" an sich riß und jetzi als Bettlerin, mit Trief-angen und Hängebrüsten erscheint. ihm kein Kind entgegenbält und zum Altar gerüchrt werdenwist. Der 0'>vetbe'sche Teniel :sk der reiNiste Engel gegen den Lenanh'chen. Vergebens klagt, hadert Faust, flüchtet znm Grabe der Mut rer (enum der lim*’ iiciiftcn Lhrika deutscher Zunge), diesem Mephisto ist uichzu entkonkmeu und — anders aki bei der gleichzeitigen Fm!st--AnffiUnmng des Deutschen Volkstheaters — siebt man in den Kämmers vielen vor dem lebten Vorstang den Teufel trimnvlüeren-. Tn roarst von stee Bepsöhuung >üe so ioeu. - 'k'is da stn'wolltest mit 8er fiebersteißeu B'e.rzweiflnnasgt'.lt perting-n allen Streit. Sieh. Welt und Gort in eineaisannnenichioeozen Ta inst du in die Arme mir geiveungen, Aun Hab ich dich und nahe dicb innülilniiaen! Tie Bearbeiter. S ck> r e. v v o g e l und L o h a u, haben die dialogriüenen Siesten szeuijch goformt. die epischen als RegieaMveisungen benüvl und die lprikchen Gedichte tunlichst erhalten. Einiges durchaus Episches, wie bas ergötzlich' Kapitel ..Tos arme Piä.kfleiu", ließ 'ich nicht einbezieben (oder wurde mit Abücht gestrichen). Es blieben zehn Bübnen-bilder. zehn Stalioueu, die tatsächlich -bühnenfähig lind, buntes, knapp geformtes, taug' licbe-s Theater, vom -Spielieil.'r Franz Wenzler — nach dieser ersten Begegnung ichou als i'rrvorrageirder. ernster Regisseur zu werten — bis an den Rand mit A'rt'ion. Rbkstbmns, Mnfir gefüllt. Aber, je intensiver eine Lichtquelle ist. um so enkp- 1 iiiMidior die Dunkelheit zwischen je zw.'i Lichtwirl'ungen: die Partien zwischen den einzelnen höchstlebendigen Szenen bringen die Vorstellung um. Es nnrd plötzlich abgedrebt und nach Minuten, o'-' endlos dünken, mit Volbkrafl nüeber losgelegt. Eine Kette von Pausen, die auf der Schnur von Bühnenereigniisen ansgefädelt sind. Es sollte umgekehrt 'ein. llnd. da rs bei dieser nickt nur durch die Prägnanz irn-d Bnlstneit der Bilder an den ..Blanerr Vogel" erinnernden Anfmaaiung ohne Eonferencicre sein Bevoewden haben mr'ß. wären Svrechchvr. Musik. Szenen vor dem Vorhang, als Binaeglkeder tauglich. '.Der Svrechchor allerdings mitstte verständlich sein.) Die Bütureirbilder von Alired Kurz, nugezählte vortreffliche Einsäste der Spielleitung, die angenehme, nnanfbringliche Musik von Rudolf .Eattnigg und die scharf profilierten, lieißen <gelegentlich schnuilen) Tänze (ein-srudiert von ljjertrnde Si' v a u s) geben dem undramatischen Gedicht eritinnliche Bnhn'.'nwrrl'pamteit. Ink Vordergrund der Darstellung stet,'. S! e ck e l o Mephisio. Ein Schauspieler von eindroiglkcher Sprech-nnst. der die reichen Register iemes Organs technisch und geistig beherrscht. Von Herrn Pr e;> p i r v, dem /v-.in't des. Abends, ließ sieh diesmal nur trstsiellen. daß er gestchmackvoll. zu r^itkeren versteht. Es liegr an Lenau, nicht an ilun. wenn die Mögkichteiten schar,ivielerrscher Gestaltung gering waren. Herr W \ i t nt a n n nt ein charakteristischer Wagner, Herr -st a m m a n s ein ur-- wnchsigcr Schmied und wir treuen uns. daß dreie li'-esf lichen Künstler dem nenn Ensemble angebören. Allen li-brigcn in stirer Olciamtbrik gebübri Tank iiir solche künstlerische Hingabe in di-e'er irostlbsen. auch in Knustdingen nur mehr auf Aug'-'ubllcksgeiviun der imigorm Ta'chen eingostellken Otto 2! b e i o s