Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2727 (29.9.1926)
- Date
- 1926-09-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IW WIäu: Z«a Abboten tad* rrnailtflnii II iS ESpedRKm, lb| IfBOnKi oder in eiflttV«eehld»t«fle (Triffk) ttonatl. 5 Sediiiwv SteM«nverk»tif ta Wie« durch die KoJportewrt d* FHwa O o 1 d «chm Ud, J* Wollzefle 11 Mit Pö&tvcttÄüd wr HM u»d Owterrelch nooslHdt 5 SchJülog fschec iTo-SI owflurt M0&K22. JügOsl«<He«i Moo.Din.60. Polen: Moo. 6ZIoty.Deut«chl«n<t Mbit Om. 4, Frankreich Sei g len: Mob. Pks. SS NMliMkt«a(tt M Fr*lP "rn »wh^llW» ryggyravi Bag (Md: ««.4SeMMW. «ult«* Momfl* 20 Uns «nnürtM: Mo* »70 Lol. 8«lg«rf «n!MoalOOLew*, Svdvei« md das Mtza - flMMNI fflUvffflwl iPSBB* vh . _— NiuaRaofl) Aammmmmw# Wicn.aTabontr.1 rehphoae: 44^)-9S. 434-19 r b 6 Uhr; tel. 31-207 II., Urchbtifelderatraße l (Druckerei »lnva^ ueaanRonans imsispa* kas«en-KVinfo Nf. ISO.fiöP «t. 2727 88.iH>tem6tt 1826. 8. Zahtgang ZN «dgclMLe UMülstchM stad - Lurch eiu eonmgrseHteSL sÄemrzeichnet. angerichtet. Dtze Gesuch deS Fittanzministerin PuvM Paris, 28. September. Der belgische F'manznttstister F r a n e q u i, der in Paris' angenommen ist, verhandelte heuteabends mit dem Ministerpräsidenten P üLst e-st r e. In offiziösen Kreisen Wird dieser Unterredung die größte Oödeutung beigemessüst, da B e lg i e nun mittelbar v o r d e r E in fN sir itnfi i) e r G o l d w ä h r u n g stehen soll. Paris verkauft Gold. Der MrhraiH "zum Uv l b v el r kÜuff bei V ü n r D>n Fra n k r e ich hat sich heute verstärkt. Die BaiE öffnete Aebey Schälte^ an ihrein Häüptsitz; auch bei den Filmlen herrschte st a r k e rÄ n d r a n a. Lie Reglernngskrlke ln Polen. ^iMrHaü, H. ' SehteMber. Die BudMÜiovlatzL ist vom BiMVtckisMrß des-Binats in der vom'Sejm'ängenockmchftst/^MLg' exfedht'wordene Dies hat -in Lest politischen Kr'eisdtt-ÄeherrcksMng hervovgernfen, da man' allgemein er»' Mtz'M 'der Senat der Opposition des Sejms 'atiMMeß'Wröe^' ‘ ’ ' ES ' ist zurzeit noch unsicher, ob morgen eine S i h n ng/d e SH e.j m s stattfinden wird. Sollte sie' unterbleiben, / so würdeauch die Vorstellung und Prograunnerklärmg dex neugebildetsn^ Negierung. Barte l, die ja die: ^lMM,>HiMhMM<M«S'WüM-Mlch/dM.MWen Landtag' und NeWrüng entstandenen: KöNflikd hillauSschiebeNi:: Minlsterprüsident Dr^Ä a vt e b hatte' Heute- -nachmit-' tagS in-der,Frage des Streits. zwischen-Negierung und Sejm' mit Sejmmärschall' H a t-as - eine längere Unterredung.' Wie „Kürjer- WärSzaWSki">' erfaypchr. -.-haben," will, wurde'geschloffen-:am D p rrn:e r s t a g auf'jöden^all eine‘ S e.j tn ssitz u n g abzuhalten. Wahrscheinlich "werde ' der-, Ministerpräsidentmit einer kurzen programmatischen- Er-: klaxung hervo.rtreten u;id dann die V e r trau e n s frage stellest.: Mrs'gleiche Matt teilt ferner 'auf Grund von In«' forstürtionM: gut. unterrichteter Kreisemit,. dah'dieH a k-t i k . h.e.p.'-U.ezgsier-umg..am^siye bialdsig e Aü fsö s u n g der^gdfÄlMeMdM.-MWy:schastep' hinziele: s. Sie Lemberger Univekfitüt gegen Dr. Schipper. .Leirchexg,?tz. .September. .Wie bereits berichtet, hat, PbgLotdnettzr Dr> S ch'ip-p.e,r in.einerst ZwMtzn'^ls - im, Sejm dse'Bemerkung gemacht, -daß -ein jüd'ischex.Student: trotz-des'numeru's.äflusus an der Le A''>rgerMnsv'ersität für. 8.00' Dollars Aufnahme . .f^rden kann., -'Das Pröfessyren-. kostsgistm der Mtzdizinischen,^.FakultäL in Leinberg. hat nun beschlossen,,den Mg^Dr. Schipper durch den 'ÄJnmarschall - auffordern' zu laffen, seine Beschuldigungzu /becheffeu. Es soll auch die Mage gegen 'Schipper angestrengt werden, Sie tschechisch-deutsche Parlameutmehr-elt gefichear : .Prag, 28.. Septembers Die Blättyp: stellen übereinstimmend -fest, daß Sp ehla seiye#- Ö eit Zw i sch en D eu t> s ch e n u n d' T s che che n zur Bildung einer M e h pH eit z u Ende gef ü h rt habe. Hinisichtlich der Farm der künftigen- Hsgierung sei noch keine Entscheidung getroffen. Es ^ist ungewiß, ob eine Beamtenregierung, eine parlamerstarische oher eine halbparlamen'tarische Negierung die StaMsgeschäfte leiten mich. Im Falle der Bildung einer halbparlgmenta-. rischen Negierung erscheint es als gesichert, Latz 'her. bisherige MnisterprMdent Cerny.ta8”Änner^..DEor. Englisch das FinanKportefeuille und Dr.' D e n e s ch das Aeußere sihernehmen wird.? Dagegen ^st es Svehla bisher nicht gelungen, die Schwierigkeitest zu'beseitigen, die der Uebevnahme von Mi n isterp o rt e fe u iII e s! du rch d i e Deutschen rm Wege stehen. Trotzdem. iist. die i deutsch-tschtzchische Mehrheit'ÄS eine vollendete Tatsache qnzusehen, mit der sich auch die Nationaldemokrattzn ab'gofnnden haben.- ' /. - : -' . -. •. Set «otMand in Suslaud veeMgett. London» Ä8. September. Das UntßrWs hat heute abends mit 1y6 gsgen 99 Stimmen die B er,lLü'g e r ung der Notzvstandes um einen weiteren Monat beschlosf-en. > Gestern, kurz vor ö Uhr nachmittags, hatte Wien hie Sensation eines Erdbebens.' Einem kurzen Geräusch, das aus der Tiefe karst, folgte ein:Ie i ch te s Wiegen ' des Erdbodens. Das 'PyäiiiMten hielt einige Sekunden an und verlief sich dann wieder. 'Nach den Wielen Anfragen zu schließen, die sofort teleph'onffch'M die Zeitungen und an die Meteorologische Anstalt gerichtet wurden, hat die Erscheinung auch viel Beunruhigung ausgelöst. Schaden ist . nirgends angerichtet iporden. Das Erdbeben wurde besonders scharf in den Telegraschenämtern beobachtet. In den Zentralen gerieten die Relais in Bewegung, die Tische wackelten, und bei den Schaltanlagen und Apparaten verspürte man gleichfalls die. Erdstöße. Im Telephonamt Berggasse, woman sich momentan öie Erschütterung nicht erklären könnte, herrschte eine nicht geringe Aufregung, die sich erst legte, als Mgli. erfuhr, daß es ew Erdbeben, gegeben habe. Uebet^upt MpLe^drlS Erdbeben im ersten Bezirk sehr deutlich verspütt. In den' im Börsengobaude befindlichen Büros.: krachten : die" Kasten. IM Parlameistsgebäude wurde: das Erdbeben", ehelffallö wahrgenommen. Im. Pvstmnt geriet der Telegrqphonapparat in' Belvogung, die: schwere Eichentüre -sptang auf und:sogar die eiserne Kasse . kmchte. Ein Beamter sprang sofort vom Stuhle und schrie: : ' »Ein Erdbeben!' >. I't-kn zL-W-'Ävk 'Ä->!Wcheben"ebenfaM^ - sehr fühlbar. Kurz nach^dem Beben gab es einen förmlichen Ansturm auf die TelephonL".'der Meteorblogischen Zentral«' : anstalt. dke.:fortwähtvud von auswärts angerufen wurde. ... - 'Jni> S e'm g'g'e b i'e^t e wurden die Erdstöße: besonders - stark verspürt.. Sa wird aus N e u n k i r ch e n : gemeldet, daß dortselbst. . . ein. Harrs Peschiidigt : siiurde, ein. Schornstein . ein stürzte und auch sonst Häuser kleine S p r ü ng e . evlitten. / Auchaus Reichenau, Pay.c rba ch :mrd änderen -Gebieten, des. Semmeringgel bieteSwird Lemeld.eL daß', doi't die^ Möbel ins Wanken, ge«. , rieten und. sonst st a r k e E r.s.ch ü kt e r u n g.e n' zu per- ' ^ejchnen waren... . - Ein zweites MdöSbe« - - ttrar um- 13 Mr .23, Win--zrl verspüren, dach, wurde, es -in Wien kaum benrerkt.-dagegen waren in den Orten. des Sem-' MeringLBiet^. die Mdstötze:pvmdLr gleichen.- Stärke wie das : erste: Erdbeben. Bssünders stark-wurden die beiden Erdbeben i m O t t o - S ch n tzh'wuS-aus d e r: R a x verspürt. Die Bevölkerung des Semmeringgchietes war zlvar im ersten Augenblickvon Aufregung ergriffen worden, doch beruhigte sie sich sehr bald. _ Dip amtliche Mtteilun^. .! Die Zentralanst.alt für MeLeorologie LeM mit: Um 16 Uhr 43 Minuten .Mrde in Wien und auch an entfernteren Stehen NMeröstevreichS ein ziemlich kräftiges. Erchb^berr verspütt. Es war. so stark, daß d i e S e i Smög,r.gp.hc.n dei;Zentralanstält für Meteorologie "teilweise a u ß e ie D i e n ft gesetzt wurden. Ueber den Herd.kann augenblicklich noch nichts bestimmtes angegeben werdest. MaLtershurg, Pot-tenstein, Lilienfeld fbich vorläufig die äußersten.Punkte des Schüttergebietes. n Berichte mit genauer Angabe dxs Ortes, der Straße .rmd der Hausnummer söwie^ des Stockwerkes wollen auf ' frankierter Ppstka-rtean die Zenträlanstatt für Meteorologie in Wien,: IS. Bezivk, Hohe Warte, gesendet werden. v ' ,■ " -' Da» Grdbebett auch in Oedenburg verspürt Wie aus O e d e:-n'd u r g gemeldet wird, wurde gestern nachmittags , um ^8 Uhr in der ganzen Stadt ein Erdbeben verspürt. Infolge'von z.w et ftarketz Erdstö ß e n ertönten auch die G Lock e n des Sradtturmes. U berschwepupnug in Dlowenif«. . Graz, SS. Septenchex. Die/^TägeSpost^ Meldet «ch'.. L i l l i: Infolge des. «rdguernden Negens ist der S.a n n>i Fluß und-fewe NÄenflüffe in bedrohlicher Weife geMg«m; Heute vormittags, trat dex Fluß aus den Ufern, ein Teil de- Stadcharkeß, die. FestwW.vrkn Teil des Billenviechils ufw.» stehen unter.Wass.er. Das Baffer drang auch M dem KaiWl^Wjy.'.LM -ÄtseaLMnviadvÜ^ beim HM Post, wo der Ke'rjmie'nvexW. mit Kähnen aufrecht- \ erhalten wird. SamtlichcSch u l e n mutzten wegen Überschwemmungsgefahr gesperrt werden. Die Eisenbahnverbindungen werden noch in vollem Maße cmfrechter- : halten. Wenn der Regen weiter andauern sollte, wird eine K a t a st r o p h e befürchtet. WolkeubrNchrataftrophe in Trieft. Mailand, 28. SsOem'ber. Kn Triest W isi dvr vergangenen Nacht ein-Wolkenbruch, verbunden nÄ > heftigem Gewitter gewütet -und g-rotzs VevttÄstmrgen angerichtet. An einigen «Stellen des Sta>d-t^eutrums stich ' das Wasser.Wer einen Weiter. Da gerade Flirt herrschte, ging der Mfluß ins Meer nur langsam vor sich. -Z a h'll o se Ke ll e r wurden. übersGvemmt. Dör $ a u p t» b a h n h o f wuxde überflutet,'un-d ganz vom Höchdvafser ' eingeschlossen, 'das Möbel nn£r Gerätschaften mit sich; führte.- Die Leute, die M in Theatern und Cafes 'befand ch,. konntest' die ^-vkale nichtverlassen. '- - ' ' Da. .das. Hochchasser: auch, i n H r i au l und : im ' chnz^ch. JMsch'en -Venchieü. wütete- - sind: di e Z u g sb'S.rßs'nd.ün-g en^bvM^'ä ur ni-e st a b g e sch ni't- -t an: Fn ,Triest während der ganzen Nachts tß. i n Z ü g mngyjÄhren.: We Tel e p H ö n le i t U .tt-- g e n sind zerstört.? " - : : ' ' . Kr, -einigen Stadtvierteln ' ervfftästd unter der Bevölkerung eine w i l d e P ach i 1-300 Soldaten waren die ganz.? Nacht über nÄ -Nettungs- und DümnumgK- ' : untersp'lNt-sind, -ist. j ede r V erke hr in der Stad f unnröglich. .1; - ■ j.1 ■ .; Lelephonftteü nicht Mt dem 8. SttoLet. Ju der gestrigen VenbandAvorstan-dssitzung . wurde der Bericht Mer die gogLNiwärttge Sstuatton und die bisherige > icrblöhntzstöe Haltung der Regierung zu dKN Forderungen der Technischen Union entgegengerrommen^ Es wunde beschloffeu, dem VevbandsvollKNgHausschrch zu:' entpf^^u, mi-t dem B e g i n n o d e s S t r -e i k und z/wär mit Rücksicht auf de« : vom Fh-nifundzwanzigerauSschiitz festgesetzten neuen Termin (-8. Oktober) zuznwarten, um der Regwvung nicht durch einen - jetzt eiitt'setzervden Streik der Technischen Union ® eie* - genjheit zur Demission zu vielen, die doch rmr durch die Ergebnisse des Bankenüntersuchu-ngsausischusses w e g en ', # derBerschleu de rung von Staatsge-ldern her* beigösührt werden wiivd. Der Berbanidsvorstand wirddaher a»m 6. -Oktober und der Berbandsvolltzugsausschtltz am 8: Oktober, also: nach Ablauf des vüm MnfundzwanZlgerauLischuffe der Regierung gefetzten neuen Termines zu der sich dann ergebenden Lage errdgÄtig.'Stellung nechimen und -n.ö t r ge «falls de n S-treik a'n o rd n e.n'.. ' ,? ' - Sunlestat. Der BundsSvat genehmigte. >gpste.yu da-S Wiri-tttÄg,esetz 18J6, .'dar GrengvevkehrSübereinkommen mit Umgarn und die Rvistar^Sunterstühu-ng für-die BuMr^angeistellten. Der Berichterstatter. R o t t e r benveröte zu deur letzterwähnten Punkt der Dagesocknuag, .man müffe sich entschiedenst gegen die Art und Weife wchren, wie die B e ä m t e n o rg a n i f a t i o n e n ohne Rücksicht auf döe Volks* und fwatsiwirtjßhaftl-icheu Interessen mit ihren Forderungen hervortretAr. BvsmrderS müsse dagegen Bevwahvuny eingelegt toerden, daß'sie imsuer mit dem' -droyen. Ser «onateb det HSiketbWiigen in Salzbntg. DaS Prozeßverfahren in MmorttStenbeschwerdesr. Talzburg, 28. September. Heute begann hier, die-von der Ovst e.-rr e i ch i s ch en B ölkerb u n d l.i ga verchistalttzte-Tagung der I n t e r n a t i o n a l e n U n i o n d c r B ö l k e r b u n d I i g e n mit einer Sitzung des Subkomitees für dier Ausarbeitung eines Prozeß-Entwurfes für öie M in o rit ä t e n v e r f a h r e n cie ivße tersnäL unter den, Borsitze Frau Bakke rs (Holland). Der Kommission gehören a. an: Sir Walter Rapier (Großbritanmen)^, Pekgr (Ungarn). Regierungspräsident Dr. Hann (Deutschland), Hofrat Professor Dr. Rauchberg (Deutsche Universität Prag) und Dr, Josef L. Kunz (Oesterreich). dem die Berichterstattung übertragen UmrK Die Beratungen werden morgen festgesetzt.