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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-28 · Heft 2726 (28.9.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2726 (28.9.1926)
Date
1926-09-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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fpoieai 33 aräSTl Wien: ZamAbhoten tad« WpMTBOn, ll> iSOCMSv* I<(L oder in etntt VetsditeMIlii fTraflk) monati. 5 ScMitipg änmenverkmf in Wien dtfrdi die KOipoHewc tfn Pion« Q 6) d «chm led, in Woitseöe H MR Postverscntf Wr 'MW und Oesterreich menaiie» 5 Schttüng T §€ n e eh o-s Mon. KÄ. Jflffosltndsn: Motu Via. 00. Poleo*J4on. «Zloty. Detttsettlftfid:. Mon. Om. 4,'PüMllEtt'IÄ. Beigle*: Mon. Ptts. So Wiener j BsfUMNU Moo.4SehHH«g; Manna. SS Ute . mm mim HschDO«HSSrMOM.rMLOWK w»u‘VmX WW QK IHRfV er mm RRWRacn nov» o l|8MnnNHI| ^WMBUOQCMM^SVVni W1en,n.Tdl>or**r,l r«fepfcMK444^4*d*9 Ab 6 Uhr: Tel. 31-2« VN-, Lerchenfelderstraßei (Druckerei »tova') Hadwlili—S«iw f -E»- SPhnlHIIt ■ ' « ■ fassen * Konto Nt. tÖ0.ff9R Nr. 2726 Wie«, ftteiutag, 28. Septrmb« 1126. 8. Zahrgans Sa tciattinteCe« SeU mattttu aH»etm4t muttmm fai tut# eht vorait-efetzteS t sekmnzeichuet. 2er Sejm Vor Der Auflösung? Das dritte Kahtoett Barttt. , Warschau, 27. September. Der Staatspräsident hat die Regieru » g Vartel i« ihrer alte» Zusammensetzung neu ernannt. Es verbleiben demnach MlndzianowSki mtd Gnjko«SI i tot SMnttt. Die neue Regierung wirb sich wahrscheiMch Donners, tag, den 3V. d. M. dem Gejm verstellen. Die Verfassung bestimmt, daß jeder Minister auf Verlangen des Landtages zurückzutreteu habe. Sollte der Sejm auf seinem in den Mitztrimen'Svoten kundgegebenen Willen beharren, so ist mit' der DlufKstmg der Landtages zu rechnen. . Sie solle« i«« A««la«d gehe«! L-Marsch au, 26. September. UitterrichtKminifler S ujr o w s k i erklärte im Gespräch, mit Senator Körner, daß jene Studenten, die Reifezeugnisse von Gtzmirasien mit Oeffentlichkeitsrecht besitzen,' ohne jede Schwierigkeit E rmäßigungsp affe erhalten, wenn sie die JnskriptionsbestätMmg einer ausländischen Lehranstalt vooweisen können.?ÄaS Departement für. Were Lehranstalten.'im Unterrichtsministerium wird entsprechende Verordnungen heraus-', gebest, , um bei Erteilung von Pässen die Ansuchen der Studentett^ die die Äufnahmsprstsün-g M einer Universität sticht , bestanden..haben,' wohMollestö zu--KHiin1E.^DSdWtoWtzr5 versprach auch,, den ÄbsÄiveMn" -'dtt-'VMNaDn -tß'hT'' O e.f fentlichkei tKr^ch wenn ihr Kontingent nicht zu groß ist >7— Paßerrnätzigungen zu erteilen. Klebelsberg und die Erwachenden. Die Reform wind definitiv abgeleugneL. .. ' Graf Klebelsberg gilbt nunmehr, dix.Reseüoe ganz auf. Solange die Möglichkeit eines Eingreifens des. Völkerbundes noch offen war, sagte der Minister einmal.den Juden, einmal den Poyrommagyaren ein freundliches Wort über den numerus clausus. Das hat er nun nicht mehr notwendig und er kann sich rassenschützlerisch auskeben. Die . Antwort, die er den Erwachenden -gestern erteilte, beseitigt alle Bedenken.. Der numerus clausus bleibt so in Kraft, wie ihn Haller geschaffen hat. Das amtliche Nachrschtenbureäu BethkenS meldet: 5toltuS- und Unterrichtsmipifter Gxas Kleb e ls b erg empfing in Gegenwart mehrerer Prv'sessb.r'en der Budapester Universität Vertreter der Stn dente n.v.e rb'änd e, die ihm das M emorapdum der Univerfitätsjugend.in der Frage detz Mmevus.clausus.überreichten. Der Minister wies bei dieser Gelegenheit darauf hin,, daß die Zeitungsnachrichten, wonach eine Auherkraftsetzung. des numerus clausus geplant fei, v o l l k o m men aus der Luft gegriffen sei. Dw Verfügung, daß.get'auft« Juden in die Quote der'christlichen Studenten eingerechnet werden sollen, sei mißv er stand «n' tootbe». SBan habe darin teils ein Mittel zur Umgehung des. Gesetzes, teils eine Pwpagcmda für die Konversion der Juden erblickt. T m d i e f e Besorg n.i s s e z u z e r st r e u e n, stimme der Minister dem Vorschläge der Professoren zu und stelle, die Beurteilung jedes einzelnen FalleI den Fakultäten anheim. Sine neue SplonaMMe In Polk«. , Warschau, 26. Septembers Jn W i l n a wurde eine weitverzweigte Spionage-Organisation entdeckt, die alle Ostprovinzen Polens umfaßt haben soll. Die Organisation hat, wie versichert wird, insbesondere unter den Eisenbahnbeamten, aber auch im Heer, in den Postämtern und to der politischen Verwaltung zahlreiche Mitarbeiter gehabt. Der Leiter des Eisenbahnspionagedienster. S u e z e w » k i, ferner ein Wirt aus Wilna, Aleksandrowiez. der Vorsteher der Spionageexpositur in,M i l i j k ä V a l« S z und zahlreiche Helfer wurden verhaftet. Bei einem Fluchtversuch während des Transportes wurde Balusz schwer verwundet. . . - Frastteich mü» Deutschland. Poiocarrs Aulwort a» Sttesemamu M. PiariS» S7. September. Die vielevwartete Rede PoineareS in Bar le D u e ist nunmehr bekannt und sie hält sich in dem Rahmsn, der durch den Namen und die Anschauungen des Redners gegeben war. Zu einer allzu optimistischen Auffaflung berechtigt sie nicht und sie ist eher als eine Replik auf; * die &enfet Biervede Streifernanns zu werten. Poincare sagt einfach, daß ' er eineto ^friedlichen Zusammmgchen mit Deutschland seine Zustimmung nicht verweigern wird, aber daß er doch das Morgen als ungewiß empfindet. Cr halt an dem Vertrag von >' Versaillesfest und gibt 'auch die Verträge - und Buttdniffe mit den Staaten der kleinen Entente einstweilen nicht auf. Das will besagen, daß er auch sein Mißtrauen nicht fallen lafstn WÜl. iÄ unter solchen Voraussetzungen die to Thoirv '■* ’• begonnenen. Besprechungen in absehbarer Zeit zu greifbaren Ergebnissen führen werden, ist zumindest Aweifelhaft. Bezüglich der ' inneren Läge Frankreichs fällt die , Schärfe, auf, mit der Poincare zur. Kammer Stellung nimmt. : Gr fcheint' bie; Maßregeln HerrioiS ''wiederholen zu wollen, l allerdings .in einer weitaus besseret; Situation, da er doch, j nächlHerriots Sturz; von dev StraW gerrtfen wurde. ' ' ' ' i'P o i n e är e sagte' nach dem voMegenden Bericht: ' . v'r.^^GMdDM^MMOMjÄPW^RefvftnpMe,. ^die Krieg gewünscht und gesucht wie Frankreich, und die Rs-t gierung der Republik Habe alles getan, um ihn zu verhm-. dern. Keine Nation hat sich seit Nnterzeichnüng der Verträge geduldiger bemüht, deren Bestirmnungen Folge zu leisten und bei' anderen Achtung zu verschaffen. Keine andere Nation hat eifriger und begeisterter mr dE FriedenSwerk veS WKerbUftbeS mitgeatbeitet. Frankreich verlangt, nur die ständige S ich e r h e i.t feines e n.d g Ü l t i g w i e d e t h c r g t*. st ellte n Gebietes und die regelmäßigst Zo/ . der versprochenen Reparationen." ^Frankreich hat sich niemals geweigert, sich loyal über die Fragen mit Deutschland zu unterhalten, die beide Lander interessieren. So wenig es auch vergangenes Unrecht und Leid vergißt, hat es doch niemals die Absicht gehabt, gegenüber dem ehemaligen Gegner eine Politik des Kampfes, und Hasses zu treiben. Heute; wie gesteht ist Frankreich zu P e r s ö h n u n g s v e r s u ch e n blLreit, vorausgesetzte daß sich diese . mit' seinen Bertrage rr um d B ü n d n issest vereinbaren lassen. Frank- : reich erachtet es als. seine Pflicht, .in einem durch vierjährigen. Krieg schwer erschütterten-- Europa. stll.es zu tun, waS in - .seiner .Macht, steht, der leidendem Menschheit eine Zrckunft zu^ - sichern, btc -b5lfEcr:''fS^S::-Si:lrb'die Vergangenheit, die Rogleruntz rrmr Parlamente.-borzulogÄr gedenkt,' können nür untest dem Schutz des Friedens . '! durchgeführt' werden, ' des. Friedens, an dem keine Nation Mehr, als Frankreich hängt." Keine Nation habe weniger den Frankreich will' seine -Pflicht' erfüllen, aber niemand sich darüber wundern, .wenn' es vv.r. de'n Nnge'wrh-! heilendes.Meigen weder seine vertraglichen Rechte s swren lassen, noch seine Unabhängigkeit äusgeben wird." - Brr engttsche Bergarbeiterstreil. Eine Rede Baldwins im Unterhaus. London, 27. September. (Reuter.) Diebeiden Hauser des Parlaments^jind heute nachmittags znsammenge-'re'eu,'.. um die des ö n der'e u N o tsta nd sm ä ß na h me n wegen des, B e r g ä r h e i t e r st' r e i k s - für die Dauer eines MönatS zu erneuern. Miuisterpräsideni' B a ld w i n gab, einen - Ueberblick! über die Kohlenkrise und sagte, die Regiemng sei fast an-das - Ende der Möglichkeit einer Vermittlung gelangt, . IveiL e8 bei den Besprochüngen mitden. Bergarbeitern für ‘ die Regierung u n m ö g l i ch gewesen sei, die Möglichkeit von Aenderungen der Arbettsftunden durchzusetzen. Obwohl das' letzte Angebot verworfen worden sei, sei die Regierung vollkommen geneigt, dieses Angebot noch für einige Zeit, qusrechtzuerhalten.! . . . L l.o y d G e o r g e . ermahnte Mießlich die Regierung, sie möge die letzten Vorschläge her Bergarbetter.annehmen. Die Regierung müsse sich ihrer Verantwortung hewußt werde« und einen Druck auf die Grubenbesitzer auSübe«. - : - Churchill erwiderte, bnß er dm Bergarvettern keinerlei Versprechungen bezüglich eines natio-" nalm Lohnabkoyrmenmachen könne. GS stche^ nicht in der Macht der Regierung, ein derartige- Abkommen herbeizuführen. Die Regierung wünsche, daß zwischen dm Grubetchesitzem und - dm Arbeitern zunächst ein annehmbarst» Kompromiß zustande komme. Sobald di« Arbeit in allen Grubm ausgenommen feto wird,. Witt» die Regierung ihre Absicht^ ei« nationales Schiedsgericht -» schaffen, in die Tat umfetzm »nd dem Parlament eine diesbezügliche- Gesetzvorlage unterbreiten. DK Zahl der zur Arbeit zurückkehreudeu Bergarbeiter weist seit dem letzten Freitag eine Zunahme von 5876 Arbeitern ans. z»sa«me«stot ivWk» V»le« ««6 LUa«er« i« Köwno. K o wn o, S7. Sepleiilber. Nach der,Mauischm Rundschau" kam e» gestem mittagin Kowno zu einem schtveren Zusäm'mLnstoß'.'zwischeu Polen und Litauern. Als Mitglieder., der polnischen katholischen Gemeinde in'Kowno. die Kathedrale verließen,^^ entwickelten sich vyr und in der Kirche' Mvcke Schlägereien! ustd. Schießereien zwischen'den KircherEesuchern und Angehörigen litauischer Organisationen,, Neun Perstnien wuttwn verletzt. Neun Personen wurden verhaft^, später jtt»och wieder freigelassen.! Der Grund zu dent Zusammenstoß strll nach Mer . Darstellung des Polizeichefs in Kowno darin zu suchest .sein,'daß sich litauische Katholiken geweigert habm, den polnischen Kat^-liken Fahnen auszuhändigen, die diese bei der Prozession mit sich führe); wollten. BorlSuftg kein TelephonftreL. Montag, um 6 Uhr abends war die Frist zu En d o, welche die Technische Union der Regierung bei Ueberreichung der Forderungen nach Auszahlung einer Notlandsunterstützung für die Arbeiter der TÄegraphen- und Fernsprechbetriebe, die Staatsarbeiter und deren Pensionisten und in einigen andern Belangen gestellt hat. Für heute vormittags wurde der Vorstand dieses Verbandes zn einer Sitzung einberufen, der darüber, entscheiden werden wird, ob die vom Zenträlausschusse gefaßten Beschlüsse schon jetzt durchgeführt, oder ob man doch noch warten soll, bis der Füuftmdzwanziger-Ausschuß seine entsprechenden Schritte unternimmt, der ja bekanntlich gleichfalls bei Ablehnung seines. Forderungsprogrammes die Anwendung der schärfsten gewerkschaftlichen Mitteln in Aussicht gestellt hat. Sollte sich der Vorstand der Technischen Union dahin aussprechen, daß mit den Aktionen n och zu zu wurden sek, so würde dies nur e i n e V erzöge rung um kurze Zeit deuten, da ja Bundeskanzler Dr. Ramek bei seiner letzten Aussprache mit den Bemn- - tenvertrotern erklärt hat, daß er to vierzehn Tagen eine Antwort auf das Fordevungsprogramm erteilen werde, anderseits aber die Deligierten der Beamten verlangten, daß. die Regierung etwaige Gegenvorschläge schon drei Tage vorher, also spätestens am 8. Oktober den Oxganksationen übermitteln soll. Die Technische Union HM im Übrigen ihre Fordewngen im vollen Umfange aufrecht. f InPrab, Quaiitätund Auiwahll L litalis» H 47-1*78,48408 mm liM

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