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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-26 · Heft 2725 (26.9.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2725 (26.9.1926)
Date
1926-09-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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[ Oien. a5t»ioszy"j W'en -.um Auiioienm oei Expedition, II., Taboistr. 1-3, odei in einet Verschleisstelle 'TraHlr monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, J„ Wollzeüe 11 Mit Postversand tür Wien und Oesterreich monatlich 3 Schilling 1 schecho-Slowaket: Mon, K22, Jugoslawien: Mon, Din. 60. Polen:Mon. 6 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Ffcs. 35 NuhzihlnnteB bei treiu e * ’• II n!• Wiener DIE FEI NWASCHANSTALT ONT IHRE WASCHE | TEL'35-20«SERIF. I ". ‘ -.4IJPN RK?:3KF.N | |'l^RNAHMSSTPLLEW IN ,<Uir.N1BSZ:3K£: Irrels 25~i1 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire; Rumänien: Mon. 170 Lei. Bul garten iMon.IOOLewi. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Unlversltätsstrassc 6-8 (Diuckerel lg. Steinmann) Oesterreichlsches Postspatka«sen - Knnto Nr 150.BO Dir. 2728 Wien, eonntan, 20. «evlemuer 1926 8. fwhtflan« Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche MitteUungen sind durch ein vorangesetztes x gekennzeichnet. c SCHKA’ die Marke de s eleganten Herrn VII., Kaiserstrasse 123 IX. Alserstrasse 6 wollen Ihre Wäsche sauber haben sollen Ihre Wäsche schonen müssen daher waschen lassen bei der FEINWASCHANSTALT XIII., LINZERSTRASSE 299 TELEPHON 81-3-21 WIR holen und steilen jedes Quantum Wäsche kostend zu waschen Ihie Wäsche ganz separat, schonend und blütenweiß halten Ihre Wäsche gegen jedes Risiko vollversichert 156 Schluß der BSllerbundtagung. Ae Mandatsberichte genehmigt. — Sie Schlußrede des Prästdenlen Mnrlr. Genf, 25. September. In den beiden letzten Vollversammlungen der diesjährigen Völkerbundtagung wurde die Resolution der dritten Kommission angenommen, die eine weitgehende Anwendung der S ch i e d s- und Sicherheits- Verträge nach dem Muster von Locarno empfiehlt. Ferner wurde der Bericht über die M a n d a t s f r a g e n ohne größere Debatte erledigt, wobei sich Nansen gegen die Durchpeitschung wichtiger Beratungsgegenstände wandte. Sodann hielt Präsident N i n c i c die Schlußrede, in der er die geleistete Arbeit der 7. Völkerbundversammlung zusammenfaßte und der ausscheidenden Mitarbeiter im Völkerbund gedachte. Er unterstrich die erzielten Fortschritte der Abrüstungsfrage und betonte, daß die'beherrschenden Züge der diesjährigen Tagung der Versammlung die Reform des Völkerbundrates und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund gewesen sei. Damit erklärte der Präsident die 7. Tagung der Völkerbundversammlung für g e s ch l o \ s e n. Im Gegensatz zur sonstigen Gepflogenheit, die Tagung des Völkerbundrates nach Schluß der Völkerbundversammlung noch einen bis zwei Tage behufs Sanktionierung der Versammlungsbeschlüsse und zur Einleitung der ersten Aussührungsmaßnahmen fortzusetzen, wird der Völkerbundrat keine Sitzung mehr halten. Diese Abweichung von der bisherigen Hebung wird damit begründet, daß sich in diesem Jahre die Beschlüsse der Völkerbundversammlung im wesentlichen an das Generalsekretariat und an bestimmte Ausschüsse richten und keine besonderen Beschlüsse des Rates mehr notwendig machen. Argentinien will wieder in den Völkerbund. Genf, 25. September. (Schweiz. Tep.-Ag.) In dem Augenblick, als die Sitzung der Völkerbundversammlung geschlossen wttrde, traf aus B u e n o s - A i r e s ein Telegramm ein, wonach die Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten einen Bericht gebilligt hat, der sich für den Wiedereintritt der Republik 'Argentinien in den Völkerbund ausspricht. KLUB RADIKALER ZIONISTEN Morgen Montag den 27. September 1926, um 7 Uhr abends, tm Klublokale, Cafe Atlashof I., Aspernplatz JUGEND-MEETING Tagesordnung: Die Jugend und der radikale Zionismus Dr. I. WALDMANN, A. WEISHUT u. H. KANDL y Bjf i sys iBiau«nfi fl» W Ftk fiaW IV ohneScha (Blausäure-Dnrchgasunpen) // Modernste ——— Ungeziefer-Vernichtung | ohne Schaden fürElnrichtungsgegenstände Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung jeschäftsstelle: Wien, III., Erdbergstraße 35 6706 Telephon 91-0-97 Guldas Prozeß. Prag, 25. September. (Tel.-Komp.) Vor dem Prager Bezirksgericht begann heute der Ehrenbeleidigungsprozeß, den )er frühere Generalstabschef der tschechoslowakischen Armee, Ä a 1 d a, gegen den Major K r a t o ch w i l! und den geivesenen Diener S o l o w j e w angestrengt hat. Kratochwill und Svlowjcw haben bekanntlich durch ihre Eingaben an das 'tationale Verteidigungsministerium die Affäre Gajda, die ichließlich zur Pensionierung des Generals führte, ins Rollen gebracht. Der Verteidiger Kratvchwills, Dr. B o u c e k, bot heute hen Wahrheitsbeweis für die Attschuldigungen Kratvchwills au und beantragte zu diesem Zweck die Einvernahme Gesandten G i r s a und des Generals C e c e k, die bekunden jolleit, daß Gajda für Geld vertrauliche Schriftstü ckc über die französische Armee an die P r a g e r S o w j c t m i s s i o n v e r kau f t und sich um die Stelle eines Generals in der russischen Armee beworben habe. Ferner bot die Verteidigung den Wahrheitsbeweis für Aktendiebstähle Gajdas sowie dafür an, daß Gajda sich der Bigamie schuldig gemacht habe. Die Verhandlung wurde demgemäß vertagt, nachdem der Vertreter des Klägers ritte Anzahl von Gegenbeweisen mit Zeugcnanführung den Anträgen der Verteidigung entgegengestellt hatte. Rücktritt der Regierung Bartel. Ser Kamvl gegen den Numerus rlausns in Polen. — Ser Mlßlrauensanttag des indischen Klubs gegen den Unlerrlchtrmlnister Sulkowsli angenommen. der W a r f ch a u e r T e ch n i k erhalten Juden bei Prüfungen Aufgaben, die überhaupt unlösbar find. Wenn man schon die Prozentnorm handhabt, möge man sie konsequent gebrauchen und uns auch einen entsprechenden Anteil in den Aemtern, höheren Offiziersstellen ufw. geben. Heute verbreitet sich die Nachricht über die Zurückziehung des Geheimzirkulars des gewesenen Ministers Glombinski über die Einführung des Numerus clausus. Wenn dies auch geschah und wenn auch die Universitäten den Numerus clausus zurückziehen würden, so muß man das als verspätet betrachten, denn der Minister verständigte sich zuerst mit den einzelnen Rektoraten über den Aufnahmemodus der jüdischen Studenten und zog erst dann das Zirkular zurück. Aus diesem Grunde stellen wir den Antrag, dem Minister S u j k o w s k i das Mißtrauensvotum zu erteilen, wobei wir aber diesen Antrag nicht auf die ganze Negierung ausdehnen wollen. In der Frage des Budgetprovisoriums wird sich der jüdische Sejmklub der Stimme enthalten. Während der Rede gab es einen bemerkenswerten Zwischenfall. Der Redner bemerkte, daß ans einer der polnischen Universitäten die Studenten nach Entrichlung hoher Summen ausgenommen werden können. Abg. Schipper machte nun den Zwischenruf: „In Lemberg sagt man, daß die Aufnahme eines Juden an die medizinische Fakultät 300 Dollar kostet." Dieses Intermezzo rief einen großen Sturm, insbesondere bei der Rechten hervor. Nach Beendigung der Rede des Abg. Hartglas wandte sich Vizemarschall Ponjatowski gegen den Abg. Schipper und erklärte, daß dieser angesichts der Beleidigung, die in seiner Behauptung liege, ersucht werden müsse, die T a t s a ch e n a n z u g e b e n, die ihn zu diesem Zwischenruf veranlaßt haben. Ser zurückgezogene SlombinsN'krlab. Warschau, 24. September. Unterrichtsminister Snjkowski richtete am Montag an alle Rektorate eine Verordnung, die das Geheimzirkular des gewesenen Justizministers Glombinski zurückzieht, auf Grund dessen es den einzelnen Universitäten freigestellt war, den Numerus clausus anzuwenden. Der Erlaß lautet: „Bei der Anwendung der notwendigen Begrenzungen bei der Aufnahme der Kandidaten in die Lehranstalten gilt der Artikel 86 des Gesetzes über die akademischen Schulen vom 13. Jnli 1920. Die Verordnung vom 12. Juli 1923 verliert die gesetzgeberische Kraft, da sie nur für ein Jahr, 1923 bis 1924, erlassen wurde." Der jüdische Sejmklub hatte seinen Standpunkt gegenüber dem Justizminister Sujkowski trotzdem nicht geändert, da die Zurückziehung schon nach den JnskriPt i o n e n stattfand, also für heuer nicht mehr wirksam ist. Es wurde außerdem bemängelt, daß die Verordnung Glombinskis nicht wegen ihrer Gesetzwidrigkeit, Juden. Au! sondern wegen des Ablaufs ihrer Geltung außer Kraft tritt. Warschau, 25. September. (Poln. Tel.-Ag.) Der Sejm schritt nach Verabschiedung des Budgetprovisoriums zur Abstimmung über die vorliegenden Mißtrauensanträge. Der von der christlichdemokratischen Partei und dem jüdischen Klub eingebrachte Mißtrauensantrag gegen den U n t e r r i ch t s m i n i st e r Sujkowski wurde mit 176 gegen 82 Stimmen, der von der christlichdemokratischen Partei unterbreitete Mitztrauensantrag gegen den ° Innenminister Mlodzianowski mit 135 gegen 82 Stimmen angenommen. Die Mitglieder des Kabinetts traten zu einem M i n i st e r r a t zusammen, der beschloß, dem Präsidenten der Republik denRücktrittdesGesamtkabinetts zu überreichen. Ministerpräsident Bartel begab sich sofort zum Präsidenten der Republik, der die Demission a n n a h m. Der vom jüdischen Sejmklub eingebrachte Mißtrauensantrag gegen Minister Sujkowski hat folgenden Wortlaut: „Bei den Inskriptionen in die höheren Lehranstalten wird gegenüber der jüdischen Jugend ntit ganzer Strenge die Prozentnorm auf Grund eines Zirkulars, das tun« gewesenen Minister Gloinbinski herausgegeben wurde, angewendet. Minister Sujkowski widersetzte sich nicht diesen verfassungswidrigen barbarischen Sitten, die insbesondere an der Lemberger medizinischen Fakultät den Charakter eines Symptoms der bürgerlichen Ungleichheit der Juden in Polen erreichen. Angesichts dieser Sachlage, in Verteidigung nicht nur der lebenswichtigsten Interessen der jüdischen Bevölkerung und insbesondere der jüdischen Jugend, sondern auch der wichtigsten idealen Güter, die den Mai-Umsturz verursacht haben, verlangt der jüdische Sejmklub den Rücktritt des Unterrichtsministers Sujkowski und meldet daher beim Sejmmarschall folgenden Antrag an: Der Sejm wolle beschließen: „der Sejm spricht dem M i n i st e r für Kultus und Unterricht, Sujkowski, das Mißtrauen a u s." Dieser Antrag wurde von dem Präsidenten des jüdischen Sejmklnbs, Abg. Hartglas, in folgender Weise begründet: Der Numerus clausus herrscht uneingeschränkt cm der Lemberger Universität. Auf der j u r idischen Fakultät wurden 130 Gesuche jüdischer Studenten abgelehnt, obwohl viele' darunter die Reifeprüfung mit b e st e m E r f o l g bestanden haben, während 50 Gesuche akzeptiert wurden, obwohl die Einreicher ein Reifezeugnis ohne lateinische Sprache vorgelegt haben. An der m a t h un at i s ch - n a t n r w i s s e n s ch a f 1 l i ch e n Fakultät waren vierzig freie Stellen und es wurde kein Jude aufgenommem-An der' medizinischen Fakultät wurden aus 120 Studenten zwölf jüdische ausgenommen. Abgelehnt wurden 520 Gesuche, hievon 500 von

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