Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2720 (21.9.1926)
- Date
- 1926-09-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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f Wien <.um Aonoieti m uet Expedition, 1U, Tabors». 1*3, oder ln efnerVersehleisstelle 'Trafik' monatl. o Schilling > Strassenverkaui In Wien durch die Kolporteure der Firma Q o i d sch mied, 4 Wollrelle 11 Mit Postversand tfir Wien i und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1schecho-Slowakefc! Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din.60. Polen:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Om, 4, Frankreich, 3 ei gl «n: Mon. Frcs. 35 NMiuahiuiiRen ve rreia* e nHn, „ «nri'*t'alln Wiener orgenzeiltiiig l Preis 2Ö9 I cngianu: Mon. -ibcnimn- Italien: Monatl. 20 Lire Ru näni en Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration; Wien, II. Taboratr» 1 Telephone: 44*0-38, 43-3-12 Ab 6 Uhr : 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D. ackeret ig. Steimttanni Oesterreiehisches Postspai- Ua^P-i K'ofltr Mi I V» '»O!»k. Z720 Wie». Lieastag, 21. oevlemoer 1926 8. üolirgon» Wofür der Wlkerbmd Seftmeich Geld leiht. 8 Wülarven sllr die ftekrllchm Genoffeascha'ten. - 12 Milliarden IBr die Salzbur,er Festspiele. - 18 Milliarden »Sr die zentralvank. — 4 Milliarden »Br Rimelens Sani. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitlellnngen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. I MALOWAN ■ VORM. MALOWAN & FRANZ WIEN, 1„ OPERNRING 23 ■ bringt für die heurige Herbst- und Wintersaison ROCKE iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiir in herrlichen Dessins und warben auf Seide f 1011 gearbeitet, zum Preise von.tJ JOUt HAARHUTE .illlllllllllllilllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllililllllllillll1, in den modernsten Fassons, durchwegs mit fj OE i—B Seide gefüttert, dazu passend, zum Preise von v ■■■■BnHHHHnBnHnHHni Die Wellivirlfchattslonferem. Loucheur beantragt rasche Einberufung. Genf, 2V. September. Die zweite Kommrssion des 3351* terbmideS nahm heute den Bericht Loucheurs über die internationale Wirtschaftskonferenz und die dazu gehörige Resolution an, in welcher die Einberufung der Konferenz in möglich st kurzer Frist gefordert wird. Der Bericht Loucheurs hebt hervor, daß nur dann , ein praktisches Ergebnis von der Konferenz zu erwarten ist, wenn das vorbereitende Komitee aus der Fülle der Probleme eine kleine Anzahl wesentlicher Fragen hera-uslöst, auf die sich dann die Konferenz zu befchrärcken hat. Die Bblkevbundanleihe für Danzig. Heute nachmittags fand eine öffentliche Sitzung des Völkerbundrates statt, in der die Frage der Anleihe für die freie Stadt Danzig beraten wurde. Der Danziger Senats- ^prästdent Sahm legte in längerer Rede dar, daß die vom Finanzkomitee des Völkerbundes beantragte Anleihe von 30 Millionen Gulden nicht ausreichend fei, überdies feien die Bedingungen drückend. Der deutsche Außenminister Strafe mann plaidierte für Milderung der Anleihebedingungen. Die Abrüstung. Di« dritte Kommission für Abrüftungsfragen hat heute nach längerer Debatte und nach einer glänzenden Rede des französischen Delegierten d e I o u v e n e l die von der französischen Delegation vorgeschlagene Resolution angenommen, die verlangt, daß die internationale Abrüstungskonferenz, außer im Falle materieller Unmöglichle-it, vor der achten Bölkerbundtaoung zusammentreten soll. Die Ermordung des Amerikaners Rosenthal. Eine Schlacht mit der Mörderbanöe. P. Boston, 19. September. Die Regierung der Bereinigten Staaten hat an die mexikanische Regierung wegen der Ermordung des Amerikaners Jakob Rosenthal mehrere Noten gerichtet, in denen mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gedroht wurde, wenn der Mord nicht die entsprechende Aufklärung und Sühne finde. Die mexikanischen Behörden setzten daraufhin energisch mit ihren Nachforschungen ein und es gelang ihnen, drei Banditen, die an der Ermordung Rosenthals beteiligt waren, festzunehmen. Ms die drei Häftlinge nach dem Tatort transportiert wurden, wurden die sie begleitenden Truppen von einer Räuberbande überfallen. Es kam zu einer regelrechten Schlacht, in deren Verlauf 30 Banditen getötet wurden. 13 andere, die ebenfalls direkt oder indirekt an der Ermordung Rosenthals beteiligt sind, wurden fest genommen und kurzerhand erschossen. Set private DoOatlnrs in Palen. L. Maritim«, zO September. Der Dollar notierte heute im privaten Verkehr in W a t• di a u 8.99, 8.99. ' f Seit das österreichische Budget ins Gleichgewicht gebracht, also der Hauptzweck der Genfer Sanierung erreicht worden ist, hat man sich in allen Wirtischaftskreisen den Kopf darüber zerbrochen, wie denn die R e st k r e d i t e, die noch vor nicht allzu langer Zeit mehr als 20 Millionen Dollar betragen haben, nutzbringend angewendet werden könnten. Zu jeder Völkerbundtagung reiste die österreichische Delegation mit einem langen Wunschzettel. Ein paar Millionen wurden für die Elektrifizierung der Bundesbahnen bestimmt, weitere Millionen für den Ausbau des Telephonnetzes. Auch die Landwirtschaft erhielt zwischenweilige Kredite für die Hebung der Milchwirtschaft. Ueber die Manipulation mit diesen ungeheuren Beträgen wurde nie genaue Rechenschaft gegeben, obwohl der Völkerbundkommissär mit einem ganzen Stab von Beamten in Wien saß. Nun erfährt man aus dem Protokoll der letzten Sitzung des Zentralbankuntersuchungsausschusses, daß nicht weniger als 6 Millionen Doll a r, also 350 österreichische Milliarden, für die Sanierung von Unternehmungen hergegeben werden mußten, deren enge. Beziehungen zu den Majoritätsparteien des Nationalrates nicht geleugnet werden. Der Staat erleidet hiebei, abgesehen von dem bedeutenden Zinsenvevlust, da das Geld zu 3,5 Prozent zur Verfügung gestellt wurde, noch einen efsektiven V erlust, der etwckl? Milliarden beträgt. Man erfährt aus diesen Protokollen weiter, wie leicht die Postsparkasse, aber auch der Finanznünister selbst dafür zu haben sind, für irgend eine Steirerbank oder eine in Not geratene chrifMchsoziale. Genossenschaft Milliardenbeträge a fonds perdu zu geben. , Unterrichtsminister Dr. Rintelen, den der Ausschuß am Freitag evnvernahm, zog sich nicht ungeschickt aus der Affäre. Er gab. Wohl zu, für die Steirerbank beim Finanzminister interveniert zu haben, damit diese 4 Milliarden erhalte, aber das habe er nicht als Unterrichtsminister getan, sondern mit Rücksicht auf seine Beziehungen zur Steirerbant. Dem Finanzminiister habe er gelsagt, die Steirerbank sei nach seinen Informationen aktiv. Die 4 Milliarden seien auch kein Geschenk gewesen, sondern eine Art Einlage. Die Elozierung der 4 Milliarden an die Steirerbank hat der Finanzminister aus eigenem verfügt. Aus den später zur Verlesung gelangten Akten ergibt sich, daß diese 4 Milliarden für den Bund verloren sind. Ueber die Verluste der Steirerbank teilte Dr. Rintelert nur mit, daß sie an der „Murholz" größere Summen verloren habe und daß an dieser „Murholz" auch einige Verwaltungsräte der Steirerbank, so die Herren Nhary und Dormann, beteiligt waren. Er gab die Möglichkeit zu, daß der eine oder der andere Landesbeamtebei der Steirerbank Effekten gekauft hat. Es sei davon gesprochen worden, daß Hofrat Schüler, der beamtete F in a n z m i n i st e r des Landes Steiermark, dort ein Konto habe; er habe das aber weder auffällig noch inkompatibel befunden. Ueber Spekulationen des Grazer Finanzlandesdirektors und Staatskommissärs der Steirerbank, Hofvat Pfleger, wußte Dr. Rintelen ebenfalls nichts Konkretes mitzuteilen, wenn er es auch als möglich hinstellte, daß Pfleger ein Konto gehabt haben dürfte. Weiters könne es vorgekommen sein, daß die Steirerbank, wenn sich Verluste bei Spekulationskonti ergeben haben, mit dem einen oder anderen Knuden eventuell einen Ausgleich schloß. Die Postsparkasse hat der Steirerbank 13 Milliarden geliehen. Es geschah dies, wie Dr. Rintelen sehr geiwunden erklärte, nachdem er selb st einmal bei der Postsparkasse vorgesprochen habe. Das war einige Monate nach der Fuision mit der Zentralbank. Der nächste Zeuge, der Präsident der Zentralbank S obitschka, hatte, da er erkrankt war, von der Uebernchme der Industrie- und Handelsbank, der Bauernbank und der Steirerbank wenig erfahren. Bereits rm März hatte nach seinen Bekundungetr die Zentralbank ein Betriebsd es iz i t von ungefähr 28 bis 30 Milliarden und einen Verlust bei den Unternehmungen von ungefähr 50 bis 60 Milliarden. Dann wurden der Reihe nach die Staatskommissäre der Zentralbank, Ministerialrat Z i e n e r t, Sektionschef Doktor Grohmann und Ministerialrat Czech, einvernommen. Sie erklärten übereinstimmend, daß sie nach ihrem im Bereinsgesetz vorgeschriebenen Wirkungskreis einen genauen Einblick in die Lage der Bank während der Verwaltungsratssitzungen gar nicht bekommen konnten. Die Geschäfte wurden immer in sehr rosigem Lichte dargestellt. Hofrat Stern teilte nun mit, daß neben den Protokollen des Bevwaltungsrates, die sehr wortkarg sind, ein ganz ordnungsmäßiges P r o t o k o l l b u ch bei der Zentralbank geführt wurde, aus dem unter anderem zu entnehmen ist, daß der Verwaltungsrat dem Vorstand die Ermächtigung erteilte, über Geschäfte der Bank mit den eigenen Vorstandsmitgliedern im eigenen Wirkungskreis Beschluß zu fassen. Das offizielle Verwaltungsratsprotokoll enthielt nur immer Mitteilungen über vollzogene Tatsachen, tväh«nd aus dem Protokollbuch zum Beispiel zu ersehen ist, daß die Bank schon im August 1924 ihre Schwierigkeiten kannte und keinen Gewinn mehr erzielte Weiters, daß damals der ÄüstraK MeMÄuW''W WSSr der Aktien zu halten. Aus diesem Protokollbuch ist auch zu ersehen, daß die Aktien der Industrie- und Handelsbank, die um 39 Milliarden gekauft wurden, damals auf 50 Milliarden aufgewertet wurden. Diese ganzen 50 Milliarden sind jetzt verloren und außerdem ist von der Schuld der Industrie- und Handelsbank, die noch ungefähr 90 Milliarden beträgt, ein bedeutender Tell zur Abschreibung reif. Dr. D ä n n e b e r g zog aus der Einvernahme der drei Slaatskommissäre den Schluß, daß das Institut des Staatskommissärs . die überflüssigste und lächerlichste Einrichtung ist. Abg. Dr. Gürtler ries dazwischen: „Das habe ich schon vorher gewußt!" Aus einer Konstatierung des Vorsitzenden ging hervor, daß sich in den Ministerratsprotokollen keine Erwähnung von der Elozierung der 3,060.000 Dollar beim Bankenverband befinde. Aus wetteren Dokumentenverlesungen wurden nun die näheren Details dieses „Geschäftes" deutlich sichtbar. Obwohl der Finanzminister bei seiner persönlichen Einvernahme keinerlei Einzelheiten über die Sache Mitteilen konnte, wurde im Untersuchungsausschuß ein längerer Briefwechsel zwischen ihm und dem Präsidenten der Nationalbank Dr. Reisch verlesen, aus welchem erhellt, daß die Wiener Banken 500.000 Schilling für die steirischen landwirtschaftlichen Genossenschaften hergaben, wofür ihnen der Bund 3,060.000 Dollar aus den Kreditresten überwies. Zweck dieser Transaktion war, den Banken aus dem Zinsengewinn — die Banken müssen nur 3,5 Prozent dem Bund vergüten — diese 500.000 Schilling zu ersetzen. Es bekamen die K r e d i t a n st a l t, die B o d e nkreditanstalt, die Anglobank, die Eskomptegesell schaft, die Union bank,'der Bankverein und die Länderbank je 360.000 Dollar, die Berkeh rsbank, die Zentralbank der deutschen Sparkassen und die Pier kur bank je 180.000 Dollar. Jede der Banken haftet lediglich für den ihr selbst überlassenen Dollarbetrag. Die 500.000 Schilling für die Genossenschaften sind sukzessive nach den Dispositioen Dr. RintelenS durch Belastung der Banken bei der Nationalbank einzuheben. Die sozialdemokratischen Ausschußmitglieder gaben der Meinung Ausdrttck, daß der Finanzministvr, der den Ge- In Prell, Qualität und Auswahl! IM- und Lelnenwareu. Herbst-Stoffe, Mt, Strich- und Wirkwaren etc. zu staunend billigen Preisen im Warenhaus ll„ Taborstrasse iS Tel.phim 47-1-7». 43-40« h im ft totall